Kapitel 4 Die vollständige XML-Referenz

4.1 Extended Backus-Naur Form (EBNF) 132

4.2 XML-Definition 132

4.3 Behandlung von Entities und Referenzen durch einen XML-Prozessor 151

4.4 Wohlgeformtheitsbeschränkung 152

4.5 Gültigkeit 153

4.6 Document Object Model 153

4.1 Extended Backus-Naur Form (EBNF)

Die Definitionen der offiziellen XML-Referenz sind in der EBN-Form abgelegt. Eine EBNF-Definition besteht aus den folgenden Elementen:

[Nummer] Bezeichnung ::= Definition

Beispiel für die Definition eines Kommentars in der EBN-Form:

[15]
Comment ::= '<!--' ((Char - '-') | ('-' Char - '-')))* '-->'

Ausdruck Folgende Zeichen sind gültig ...
[a-z]
... alle Zeichen innerhalb des angegeben Intervalls.
[^a-z]
... alle Zeichen außerhalb des angegebenen Intervalls.
[*abc]
... alle Zeichen außer den genannten.
"Zeichen"
... die angegebene Zeichenkette.
'Zeichen'
... die angegebene Zeichenkette.
Muster Kurz Bedeutung
A?
Optional Die Benutzung des definierten Symbols ist optional.
A B
UND Die Symbole müssen in der genannten Reihenfolge vorkommen.
A | B
ODER Entweder muss das Symbol A oder B eingesetzt werden.
A - B
OHNE Das Symbol A mit der Ausnahme B muss eingesetzt werden.
A+
Einfach oder mehrfaches Das Symbol muss mindestens einmal, darf aber auch öfter vorkommen.
A*
Gar nicht, einfach oder mehrfach Das Symbol muss nicht vorkommen, darf aber auch einmal oder öfter auftauchen.

4.2 XML-Definition

Die folgende XML-Referenz entspricht der Empfehlung des W3C vom 10. Februar 1998 zum offiziellen Standard der Extensible Markup Language Version 1.0.

Die jeweils angegebenen Referenznummern entsprechen der jeweiligen Deklaration des Standards in der EBNF-Form. Im Zweifelsfalle kann man also diese Deklaration zu Rate ziehen.

4.2.1 Terminologie

Die offizielle Deklaration der XML-Standards folgt einer ganz eigenen sprachlichen Terminologie. Eine Erläuterung dieser Terminologie ist selbst Bestandteil der Deklaration. Die einzelnen Fachbegriffe und ihre Erläuterungen finden Sie im folgenden Abschnitt:

may (darf)

Dokumente und XML-Prozessoren, die sich an die Spezifikationen halten, müssen sich nicht so verhalten wie beschrieben, können es aber.

must (müssen/nicht dürfen)

Konforme XML-Parser und Dokumente müssen sich so verhalten wie beschrieben (oder dürfen sich nicht so verhalten).

error (Fehler)

Ein Fehler tritt bei Verletzung der Spezifikation auf. Diesen leichten Fehler darf die Anwendung oder der Parser anzeigen, er muss aber nicht die Bearbeitung abbrechen.

fatal error (kritischer Fehler)

Ein XML-Prozessor muss diesen Fehler erkennen und dem Anwendungsprogramm melden. Sobald ein kritischer Fehler auftaucht, darf der Prozessor die normale Arbeit nicht fortsetzen.

at user option (benutzeroptional)

Die Anwendungs-Software muss dem Benutzer die Möglichkeit geben auf benutzeroptionale Ereignisse zu reagieren. Der Anwender entscheidet dann, welche Option ausgewählt wird.

validity constraint (Gültigkeitsbeschränkung)

Verletzungen der Gültigkeitsregeln sind Fehler. Diese müssen dem Prozessor gemeldet werden. Verletzungen der Gültigkeit sind allerdings nur leichte Fehler.

well-formed constraint (Wohlgeformtheitsbeschränkung)

Verletzungen der Wohlgeformtheit sind kritische Fehler und müssen zur sofortigen Reaktion des Parsers führen. Er darf seine normale Bearbeitung nicht weiterführen, sondern muss den kritischen Fehler behandeln.

match (passen)

Zeichenketten oder Namen:

Beim Vergleich von Zeichenketten oder Namen müssen beide identisch sein, um zu passen. Es wird keine Umwandlung zwischen Groß- und Kleinschreibung durchgeführt.

Zeichenketten und Regeln der Grammatik:

Eine Zeichenkette passt zu einer grammatischen Regel, wenn er zur Sprache gehört, die durch die Produktion erzeugt wird.

Inhalt und Inhaltsmodell:

Das Element passt zu einer Deklaration, wenn es laut den Gültigkeitsbeschränkungen als »gültiges Element« beschrieben wird.

for compatibility (aus Kompatibilitätsgründen)

Einige Eigenschaften von XML wurde nur aus dem Grund eingeführt, damit XML zu SGML kompatibel bleibt.

for interoperability (zwecks Zusammenarbeit)

Diese Empfehlung dient dazu, dass XML-Dokumente sich von existierenden SGML-Prozessoren verarbeiten lassen.

4.2.2 Dokumente

Dokument

Definition Ein Datenobjekt ist dann ein Dokument, wenn es mindestens aus einem Prolog und einer Anzahl von Elemente besteht.
Hinweise Es muss mindestens ein Wurzelelement vorhanden sein, dass alle anderen Elemente umschließt.
Schüsselwort Xml
Referenz [1]

Beispiele:

  <?xml version="1.0"?>
  <dokument>
    <inhalt>
      Hier steht der Text ...
    </inhalt>
  </dokument>

Zeichenbereich

Definition Gültige Zeichen für ein analysiertes Entity sind eine Folge von Zeichen gemäß ISO/IEC 10646.
Hinweise Die Verwendung von Kompatibilitätszeichen sollte vermieden werden.
Referenz [2]

Leerraum

Definition Leerraum (white space) besteht entweder aus einem Leerzeichen, Wagenrücklauf, Zeilenvorschub oder Tabulator.
Hinweise Mehr als ein aus Leerraum bestehendes Zeichen hintereinander wird bei der Ausgabe in der Anwendung, wie bei HTML standardmäßig, auf maximal ein Zeichen gekürzt.
Referenz [3]
Definition Mithilfe des Attributs xml:space kann die Verarbeitung des so genannten Leerraums näher bestimmt werden.
Hinweise Zur näheren Bestimmung der Verarbeitung übergeben Sie dem Attribut entweder den Wert default oder preserve.
Schlüsselwort xml:space

Beispiele:

  <adresse xml:space="default">
  <adresse xml:space="preserve">

Definition Übergeben Sie dem Attribut xml:space den Wert default, wenn Sie die Voreinstellung des Processors zur Verarbeitung von Leerzeichen verwenden möchten. In der Regel wird der XML-Prozessor dann wie oben beschrieben Leerräume entfernen.
Hinweise Es bleibt dem Prozessor bei dieser Einstellung frei überlassen Leerräume darzustellen oder zu entfernen.
Schlüsselwort default

Beispiele:

  <adresse xml:space="default">

Definition Möchten Sie ähnlich wie mit dem HTML-Befehl <pre> Leerräume bewusst zur Darstellung und Gestaltung verwenden, dann setzen Sie den Wert preserve ein.
Hinweis Diese Funktion wird beispielsweise verwendet, wenn Sie Programmquellcode darstellen möchten.
Schlüsselwort preserve

Beispiele:

  <adresse xml:space="preserve">

Namen und Token

Definition Eine Name oder Token ist eine gültige Bezeichnung beispielsweise für ein Markup oder einen Attributnamen. Ein gültiger Name muss mit einem Buchstaben anfangen. Erlaubt sind zusätzlich Interpunktionszeichen, Buchstaben, Ziffern, Unterstriche und Bindestriche.
Hinweise Die Buchstaben XML am Anfang eines Namens (in Klein- und Großbuchstaben), sowie die Verwendung des Doppelpunkts sollte möglichst vermieden werden.
Referenz [4] bis [8]

Beispiele:

  <adresse>
  <kapitel_5>
  <das_xml_referenz_buch>
  <ein-gueltiger__Name_123>

Literale

Definition Ein Literal ist eine Zeichenkette, die in Anführungszeichen angegeben ist. In der Regel geben Literale den Wert eines Attributs wieder. Ein Literal darf sich nicht in den gleichen Anführungszeichen befinden, die zur Begrenzung der Zeichenkette eingesetzt werden.
Hinweise Ein externer Bezeichner (SystemLiteral) kann auch analysiert werden, ohne nach einem Markup zu suchen.
Referenz [9] bis [13]

Beispiele:

  <adresse type="privat">
  <adresse id="123">
  <adresse att="'Literal'">
  <adresse att="'Literal"'>

Zeichendaten

Definition Die Zeichen eines Dokuments, die kein Markup bilden, sind die Zeichendaten.
Hinweise Innerhalb eines Dokuments sind alle Zeichen zulässig, bis auf die Begrenzungszeichen der Markups. Einige weitere Sonderzeichen müssen durch Entities ersetzt werden.
Referenz [14]

Kommentare

Definition Kommentare dürfen innerhalb eines Dokuments und in der Document Type Definition an beliebiger Stelle eingefügt werden.
Hinweise Kommentare müssen sich immer außerhalb von Markup-Befehlen befinden. Ein Parser muss Kommentare nicht auswerten und anzeigen. Innerhalb eines Kommentars darf die Zeichenkette »--« nicht erscheinen.
Referenz [15]

Beispiele:

  <!-- Kommentar -->

Processing Instruction

Definition Processing Anweisungen werden immer an die Anwendung weitergereicht. Sie werden immer mit <?xml eingeleitet und mit ?> beendet.
Hinweise Namen, die mit »xml« beginnen, sind für eigene Processing Instructions nicht zulässig, sie sind für die XML-Deklaration am Anfang des Dokuments reserviert.
Referenz [16] bis [17]

Beispiele:

  <?xml version="1.0"?>
  <?xml version="1.0" standalone="yes"?>
  <?xml encoding="UTF-8"?>

Definition Eigene Processing Instructions lassen sich ähnlich einfach definieren. Sie werden immer mit <? eingeleitet und mit ?> beendet. Sie erlauben es Informationen zu übergeben, die nur vom Processor ausgewertet werden und nicht die Anwendung erreichen. Sinn ergeben eigene PIs allerdings nur, wenn der Processor diese Anweisungen auch auswerten kann.
Hinweise Namen, die mit »xml« beginnen, sind für eigene Processing Instructions nicht zulässig.

Beispiele:

  <?javascript do_anything()?>
  <?intern 12345?>

CDATA-Abschnitt

Definition Zeichendaten, die in CDATA-Abschnitte eingebettet sind, werden ohne eine Auswertung durch den Parser an die Anwendung weitergeleitet. Sie bilden damit sozusagen das Gegenstück zu den Processing Instructions.
Hinweise Markup-Befehle innerhalb eines CDATA-Abschnitts bleiben ohne Funktion. Beachten Sie, dass auch Entity-Referenzen innerhalb eines solchen Abschnitts unbeachtet bleiben und nicht durch die entsprechenden Zeichenfolgen ersetzt werden, sondern im Original übergeben werden.
Schlüsselwort CDATA
Referenz [18] bis [21]

Beispiele:

  <![CDATA
    [
    <bezeichnung>
    Weiterer beliebiger Text
    </bezeichnung>
    ]]>

Prolog

Definition Jedes gültige XML-Dokument muss einen Prolog am Anfang der Quelldatei beinhalten.
Hinweise Verwenden Sie für die Angabe der Versionsnummer nur den gültigen Wert »1.0«.
Referenz [22] bis [27]

Beispiele:

  <?xml version="1.0"?>
  <?xml version="1.0" encoding="UTF-16"?>

Dokument Type Definition

Definition Ein Verweis auf eine interne oder externe Document Type Definition erfolgt in der Regel am Anfang des Dokuments.
Hinweise keine
Referenz [28] bis [29]

Beispiele:

  <!DOCTYPE adressen
  [
    <!ELEMENT nachname (#PCDATA)>
    <!ELEMENT vorname (#PCDATA)>
  ]>

Externe Teilmenge

Definition So wie die interne Document Type Definition so muss auch die externe Definition aus einer Folge vollständiger Markup-Kombinationen bestehen.
Hinweise Keine
Schlüsselwort DOCTYPE
Referenz [30] bis [31]

Beispiele:

  <!DOCTYPE adressen SYSTEM "adressen.dtd">
  <!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0//EN">

Definition Haben Sie selbst für ein eigenes Dokument eine DTD entwickelt, dann sollten Sie diese mithilfe des Schlüsselworts SYSTEM angeben. Alle Elemente innerhalb des Root-Elements sollten dort definiert sein.
Hinweise Sofern Sie eine externe Document Type Definition verwenden möchten, so muss der Name den Sie Type geben der gleiche sein, den auch das Wurzel-Element des Dokuments trägt.
Schlüsselwort SYSTEM

Beispiele:

  <?xml version="1.0"?>
  <!DOCTYPE adressen
        SYSTEM http://www.domain.de/adressen.dtd">
  <HTML>
  </HTML>

Definition Gerade für weitverbreitete DTDs, die Sie in der Regel nicht selbst entwickelt haben, sondern lediglich nutzen möchten, verwenden Sie das Schlüsselwort PUBLIC.
Hinweise Sofern Sie eine externe Document Type Definition verwenden möchten, so muss der Name den Sie Type geben der gleiche sein, den auch das Wurzel-Element des Dokuments trägt. Bei Verwendung des Schlüsselwortes PUBLIC können Sie vordefinierte Bezeichnungen für die DTD verwenden (hier z.B.: »-//W3C//DTD HTML 4.0//EN«), die dann vom XML-Processor erkannt werden. Alternativ können Sie zusätzlich eine gültige URI angeben. Von dieser Position versucht der Processor dann die DTD zu übertragen, falls er mit dem definierten Namen nichts anfangen kann.
Schlüsselwort PUBLIC

Beispiele:

  <?xml version="1.0"?>
  <!DOCTYPE HTML PUBLIC "-//W3C//DTD HTML 4.0//EN">
  <HTML>
  </HTML>

  <?xml version="1.0"?>
  <!DOCTYPE HTML PUBLIC
    "-//W3C//DTD HTML 4.0//EN"
    "http://www.w3c.org/dtd/html4.dtd">
  <HTML>
  </HTML>

Standalone-Dokumentendeklaration

Definition Wird in der Processing Instruction angegeben, dass es sich um eine Standalone-Deklaration handelt, so zeigt das an, dass keine Document Type Declaration außerhalb des Dokuments existiert.
Hinweis Keine
Schlüsselwort STANDALONE
Referenz [32]

Beispiele:

  <?xml version="1.0" standalone="yes"?>
  <?xml version="1.0" standalone="no"?>

Identifikation der Sprache

Definition Möchte man innerhalb eines Dokuments für den Inhalt eines Elements die verwendete Sprache näher kennzeichnen, so kann man dies über das Attribut xml:lang tun.
Hinweis Der Zwei-Buchstaben-Sprachcode folgt der ISO 639. Für dort nicht standardisierte Erweiterungen gilt die RFC 1766. Diese ergänzt den Sprachcode zusätzlich um eine regionale Variante.
Schlüsselwort xml:lang
Referenz [33] bis [38]

Beispiele:

  <div xml:lang="en">yes</div>
  <div xml:lang="de">ja</div>
  <div xml:lang="de:CH">ja</div>

4.2.3 Logische Strukturen

Element

Definition Ein Element kann durch einen beliebigen Namen gekennzeichnet sein.
Hinweis Jedes Dokument enthält mindestens ein Element.
Schlüsselwort ELEMENT
Referenz [39]

Beispiele:

  <!ELEMENT adresse (#PCDATA)>
  <!ELEMENT option ("1"|"2"|"3")>

Start-Tag

Definition Der Beginn jedes Elements wird durch ein Start-Tag markiert.
Hinweis Ausnahme: Leere Elemente.
Referenz [40] bis [41]

Beispiele:

  <adresse>
    <name>
    <Inhalt/>
    </name>
  </adresse>

End-Tag

Definition Das Ende jedes Elements wird durch ein Schluss-Tag bestimmt.
Hinweis Ein leeres Markup muss nicht geschlossen werden, sofern es schon im Start-Tag geschlossen wurde.
Referenz [42]

Beispiele:

  <adresse>
    Inhalt
  </adresse>

Inhalt von Elementen

Definition Der Text, der sich zwischen dem Start- und Schluss-Tag des Elements befindet wird der Inhalt oder »content« des Elements genannt.
Hinweis Der Inhalt eines Elements kann aus Elementen oder Zeichendaten bestehen.
Referenz [43]

Beispiele:

  <adresse>
    <name>Meier</name>
  </adresse>
  <adresse>
    Text
  </adresse>

Leeres Element-Tag

Definition Ein leeres Element-Tag enthält keinen Inhalt.
Hinweis Auch ein leeres Markup muss im Gegensatz zu HTML immer geschlossen werden. Es kann allerdings gleich im Start-Tag geschlossen werden.
Referenz [44]

Beispiele:

  <adresse></adresse>
  <adresse/>

Elementtyp-Deklaration

Definition Elemente lassen sich zwar auch ohne Deklaration im XML-Dokument einsetzen, um aber eine Struktur festzulegen, sollten Sie in der DTD definiert werden. Zusätzlich zum Namen des Elements kann auch der Typ des zwischen dem Start- und End-Tag befindlichen Inhalts angegeben werden.
Hinweis Für jedes Element muss ein Inhalt definiert werden, den es enthalten darf.
Schlüsselwort ELEMENT
Referenz [45] bis [46]

Beispiele:

  <!ELEMENT br EMPTY>
  <!ELEMENT nachname (#PCDATA)>
  <!ELEMENT container ANY>

Element-Inhalt

Definition Ein Element enthält einen Element-Inhalt, wenn sich innerhalb von Start- und Schluss-Tag lediglich andere Elemente, aber kein Text befindet.
Hinweis Es gibt auch Elemente mit gemischtem Inhalt.
Referenz [47] bis [50]

Beispiele:

  <adresse>
    <vorname/>
    <nachname/>
  </adresse>

Gemischter Inhalt

Definition Enthält ein Element neben Zeichendaten auch untergeordnete Elemente, so spricht man vom gemischten Inhalt.
Hinweis Keine
Referenz [51]

Beispiele:

  <body>
  Hier steht der Text
  <h1>... und hier eine wichtige Überschrift</h1>
  </body>

Attributlisten-Deklaration

Definition Um Elementen weitere Informationen innerhalb des Markup mitzugeben, werden Attribute verwendet.
Hinweis Der Wert eines Attributs muss in XML immer in Anführungszeichen gesetzt werden.
Schlüsselwort ATTLIST
Referenz [52] bis [53]

Beispiele:

  <!ATTLIST adresse privat ("ja"|"nein")>
  <adresse privat="ja">

Attributtypen

Definition Es existieren insgesamt drei Datentypen, denen der Wert eines Attributs angehören kann: Zeichenketten, Token-Typen und der Aufzählungstyp.
Hinweis Keine
Referenz [54] bis [56]

Beispiele:

  <!ATTLIST        adresse
          id   ID    #REQUIRED
          name CDATA #IMPLIED>

Aufzählungs-Attributtypen

Definition  
Hinweis Keine
Referenz [57] bis [59]

Beispiele:

<!-- Kommentar -->

Attribut-Vorgaben

Definition Einem Attribut kann ein voreingestellter Wert übergeben werden, der angenommen wird sofern er nicht anders festgelegt wird.
Hinweis Keine
Referenz [60]

Beispiele:

  <!ATTLIST wahl stimme ("ja"|"nein") "nein">
  <!ATTLIST image titel (#PCDATA)     "Bild">

Bedingte Abschnitte

Definition In der DTD lassen sich einzelne Abschnitte abhängig von einem Schlüsselwort ausführen oder ignorieren.
Hinweis Keine
Schlüsselwort INCLUDE / IGNORE
Referenz [61] bis [65]

Beispiele:

  <!ENTITY % entwurf "INCLUDE">
  <!ENTITY % fertig "IGNORE">
  <![%entwurf;[
  <!ELEMENT dokument (kommentar, text)>
  ]]>
  <!ELEMENT dokument (text)>
  ]]>

4.2.4 Physikalische Strukturen

Zeichenreferenz

Definition Die Zeichenreferenz verweist auf spezielle Zeichen im Standard-Zeichensatz.
Hinweis In der Regel sind das Sonderzeichen, die nicht auf der Tastatur zu finden sind.
Referenz [66]

Entity-Deklaration

Definition Mithilfe eines Entity kann man Abkürzungen für bestimmte Zeichenketten deklarieren. Im XML-Dokument werden diese Abkürzungen dann automatisch gegen die vollständige Zeichenkette ausgetauscht.
Hinweis Keine
Schlüsselwort ENTITY
Referenz [70] bis [74]

Beispiele:

  <!ENTITY doc-version "Veröffentlichung vom 31.08.98">

Einsatz im Dokument:

  <?xml version="1.0"?>
  <dokument>
  &doc-version;
  </dokument>

Deklaration von externen Entities

Definition Externe Entities werden in der Regel zur Einbindung von externen Datenquellen eingesetzt. So können beispielsweise Grafiken in den Text integriert werden.
Hinweis Keine
Schlüsselwort NDATA
Referenz [75] bis [76]

Beispiele:

  <!ENTITY  picture
            SYSTEM "../images/bild.gif"
            NDATA gif>
  <!ENTITY anleitung
            SYSTEM
            "http://www.domain.de/anleitung.eps"
            NDATA EPS>

Im Dokument:

  <?xml version="1.0"?>
  <dokument>
    <image quelle="produkt_1">
    <image quelle="produkt_2">
  </dokument>

Text-Deklaration

Definition Eine Text-Deklaration kann externe und analysierte Entities einleiten.
Hinweis Keine
Referenz [77]

Beispiele:

  <?xml version="1.0"?>

Wohlgeformte, extern-analysierte Entities

Definition Ein externes Entity ist dann wohlgeformt, wenn es die Bedingungen für ein wohlgeformtes XML-Dokument erfüllt.
Hinweis Keine
Referenz [78] bis [79]

Kodierungsdeklaration

Definition Ein externes und analysiertes Entity kann eine andere Zeichencodierung als das XML-Dokument besitzen. In diesem Fall muss die Art der Codierung angegeben werden.
Hinweis Keine
Schlüsselwort ENCODING
Referenz [80] bis [81]

Beispiele:

  <?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
  <?xml version="1.0" encoding="UTF-16"?>
  <?xml version="1.0" encoding="iso-8859-1"?>

Notation-Deklaration

Definition Mit der Notation-Deklaration innerhalb der DTD lässt sich eine Notation definieren.
Hinweis Keine
Schlüsselwort NOTATION
Referenz [82] bis [83]

Beispiele:

  <!NOTATION gif ".../viewer/gif.exe">

4.2.5 Hyperlinks anlegen

Anders als in HTML, bedarf es mit XML nicht eines eigenen Elements, um einen Link anzulegen. Links werden über ein Attribut definiert und können bei beliebigen Elementen angegeben werden.

Einfache Links

Definition Ein einfacher Link arbeitet nur in eine Richtung, das bedeutet wie bei HTML klicken Sie auf den Link und werden mit der verknüpften Information verbunden.
Schlüsselwort Xlink:form="simple"

Beispiele:

<element
  xlink:form="simple"
  href="www.w3c.org">Hier klicken!</a>

Erweiterte Links

Definition Erweiterte Links erlauben Verknüpfungen zu mehreren Zieldokumenten und eine automatische Anpassung der Links während der Laufzeit.
Schlüsselwort Xlink:form="extended"

Beispiele:

<element xlink:form="extended">
  <weiter xlink:form="locator" href="seite1.htm">
  <weiter xlink:form="locator" href="seite2.htm">
  <weiter xlink:form="locator" href="seite3.htm">
</element>

Verhalten von verknüpften Dokumenten

Definition Mithilfe des Attributs show lässt sich das Verhalten eines Link weiter beeinflussen. Geben Sie den Wert embed an, um zu erreichen, dass der Link beim Überqueren mit dem Mauszeiger automatisch an der vorgesehenen Stelle eingefügt wird.
Schlüsselwort show="embed"

Beispiele:

<element show="embed">
  <location href="seite1.htm"/>
</element>

Definition Die mit dem Link verbundene Quelle wird in einem neuen Browserfenster angezeigt, wenn Sie show den Wert new übergeben.
Schlüsselwort show="new"

Beispiele:

<element show="new">
  <location href="seite1.htm"/>
</element>

Definition Geben Sie den Wert replace an, wenn das aktuelle Dokument durch das verknüpfte Dokument ersetzt werden soll. Es wird dann üblicherweise im gleichen Browserfenster angezeigt.
Schlüsselwort show="replace"

Beispiele:

<element show="replace">
  <location href="seite1.htm"/>
</element>

Automatisches Linkverfolgung

Definition Die angegebene Ressource wird automatisch geladen.
Hinweis Wird zusätzlich das Attribut show="replace" angegeben, dann kann dieser Befehl dazu genutzt werden, um eine automatische Weiterleitung einzurichten.
Schlüsselwort actuate="auto"

Beispiele:

<element actuate="auto">
  <location href="seite1.htm"/>
</element>

<element actuate="auto">
  <location href="seite1.htm" show="replace"/>
</element>

Definition Der Link wird erst verfolgt, nachdem der Anwender seine ausdrückliche Bestätigung dazu gegeben hat.
Schlüsselwort actuate="user"

Beispiele:

<element actuate="user">
  <location href="seite1.htm"/>
</element>

Beschreibung zu Links hinzufügen

Definition Mithilfe des Attributs role kann eine Bezeichnung oder Beschreibung für den Link angegeben werden. Insbesondere bei mehreren Verweisen, sollte die Beziehung zwischen den verschiedenen Links deutlich werden.
Schlüsselwort Role

Beispiele:

<element role="Inhaltsangabe">
  <location href="inhalt.htm"/>
</element>

Bezeichnungen der Attribute ändern

Definition Ein Link kann zwar aus jedem beliebigen Element gemacht werden, die oben genannten Attribute zur näheren Bestimmung der Verknüpfung sind aber festgelegt. Haben Sie bestimmte Attributbezeichnungen bereits verwendet, dann können Sie mithilfe des Befehls xml:attributes die bestehenden Definitionen umbenennen.
Schlüsselwort Xml:attributes

Beispiele:

<!ATTLIST element
  xlink:form      CDATA  #FIXED "simple"
  xml:attributes      CDATA  #FIXED "role newrole">

Geben Sie mit dem Attribut xml:attributes zunächst die alte Bezeichnung des Schlüsselworts an; anschließend geben Sie die neue Bezeichnung an. Der ursprüngliche Name kann jetzt frei verwendet werden und das offizielle Schlüsselwort wurde umbenannt.

<element role="Erster Text" newrole="Inhaltsangabe">
  <location href="inhalt.htm"/>
</element>

4.3 Behandlung von Entities und Referenzen durch einen XML-Prozessor

Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie sich ein XML-Prozessor im jeweiligen Kontext der Zeichenreferenzen und Entity-Referenzen verhält.

  Entity-Typ Zeichen
  Parameter intern, allgemein extern-analysiert, allgemein nicht-analysiert
Referenz im Inhalt Nicht erkannt Inkludiert Inkludiert, falls validierend Verboten Inkludiert
Referenz im Attribut-Wert Nicht erkannt In Literal inkludiert Verboten Verboten Inkludiert
Auftreten als Attribut-Wert Nicht erkannt Verboten Verboten Informieren Nicht erkannt
Referenz im Entity-Wert In Literal inkludiert Durchgereicht Durchgereicht Verboten Inkludiert
Referenz in der DTD Als PE inkludiert Verboten Verboten Verboten Verboten

Referenz im Inhalt

Eine Referenz zwischen Start-Tag und End-Tag.

Referenz im Attribut-Wert

Eine Referenz entweder als Vorgabewert in einer Attribut-Deklaration oder als Wert eines Attributs.

Auftreten als Attribut-Wert

Entweder als Wert eines Attributs vom Typ Entity oder in einer Liste von Token.

Referenz im Entity-Wert

Eine Referenz innerhalb des literalen Entity-Werts in der Deklaration eines internen Entity.

Referenz in der DTD

Ist eine Referenz in der Teilmenge der DTD.

4.4 Wohlgeformtheitsbeschränkung

Alle Verletzungen der Wohlgeformtheit werden vom Parser als kritische Fehler betrachtet und führen zum Abbruch oder einer Fehlermeldung.

4.5 Gültigkeit

Verletzungen der Gültigkeit eines Dokuments sind Fehler. Sie müssen vom validierenden XML-Prozessor gemeldet werden, aber nicht zum Abbruch führen.

4.6 Document Object Model

Das so genannte Document Object Model wird im Zusammenhang mit Skriptsprachen und Programmierung dynamischer Webinhalte immer häufiger ins Gespräch gebracht. Ein Object Model ermöglicht den Zugriff auf Daten eines Dokuments. Es existiert inzwischen der Entwurf für einen ersten Standard des W3C.

http://www.w3.org/TR/WD-DOM/level-one-core

Das Document Object Model wurde entwickelt, um mithilfe einer objektorientierten Programmiersprache wie beispielsweise C++ oder Java und einfachen Skriptsprachen auf Elemente eines Dokuments zuzugreifen.