Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Geleitwort zu diesem Buch
Inhalt des Buchs
1 Warum eine neue Server-Version?
2 Editionen und Lizenzen
3 Hardware und Dimensionierung
4 Protokolle
5 Was überhaupt ist .NET?
6 Installation
7 Core-Installationsoption
8 Active Directory-Domänendienste
9 Netzwerkdienste im AD-Umfeld
10 Active Directory Lightweight Directory Services (AD LDS)
11 Active Directory-Verbunddienste (Federation Services)
12 Active Directory-Zertifikatdienste
13 Active Directory-Rechteverwaltungsdienste (AD RMS)
14 »Innere Sicherheit«
15 Dateisystem und Dateidienste
16 Drucken
17 Webserver (IIS)
18 SharePoint (Windows SharePoint Services, WSS)
19 Remotedesktopdienste (Terminaldienste)
20 Hochverfügbarkeit
21 Datensicherung
22 Servervirtualisierung mit Hyper-V
23 Windows PowerShell
24 Windows 7 und Windows Server 2008 R2
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Windows Server 2008 R2 von Ulrich B. Boddenberg
Das umfassende Handbuch
Buch: Windows Server 2008 R2

Windows Server 2008 R2
geb., 1.410 S., 59,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1528-2
Pfeil 18 SharePoint (Windows SharePoint Services, WSS)
Pfeil 18.1 Warum SharePoint?
Pfeil 18.1.1 Unternehmenswissen
Pfeil 18.1.2 Intranet, Extranet und Internet
Pfeil 18.1.3 Content Manager und andere Rollen
Pfeil 18.1.4 Wie viele Mausklicks? Oder: Über die Benutzereffizienz
Pfeil 18.2 Welche SharePoint-Edition?
Pfeil 18.3 Das initiale Projekt
Pfeil 18.4 Hinweise zur Lizenzierung
Pfeil 18.5 Installation
Pfeil 18.6 Ein erster Blick
Pfeil 18.6.1 Zentraladministration
Pfeil 18.6.2 SharePoint Website
Pfeil 18.6.3 Konfigurationsmöglichkeiten auf der Website
Pfeil 18.6.4 Dateistruktur
Pfeil 18.7 Webanwendung, Websitesammlung, Website
Pfeil 18.7.1 Vorhandene Webanwendung administrieren
Pfeil 18.7.2 Vorhandene Websitesammlung administrieren
Pfeil 18.7.3 Neue Webanwendung und Websitesammung erstellen
Pfeil 18.8 Listen und Dokumentbibliotheken
Pfeil 18.8.1 Listen anlegen
Pfeil 18.8.2 Listen konfigurieren
Pfeil 18.8.3 Listenwebparts
Pfeil 18.8.4 Der Papierkorb
Pfeil 18.8.5 Dokumentbibliotheken
Pfeil 18.8.6 Eingehende E-Mail
Pfeil 18.9 Benutzerverwaltung in SharePoint
Pfeil 18.9.1 SharePoint-Gruppen
Pfeil 18.9.2 AD-Benutzer und Gruppen ohne SharePoint-Gruppen verwenden
Pfeil 18.9.3 AD-Gruppen vs. SharePoint-Gruppen
Pfeil 18.9.4 Berechtigungsstufen
Pfeil 18.9.5 Vererbung
Pfeil 18.10 Webparts
Pfeil 18.10.1 Webparts hinzufügen
Pfeil 18.10.2 Webparts mit dem SharePoint Designer platzieren
Pfeil 18.10.3 Webparts konfigurieren
Pfeil 18.10.4 Der Webpartkatalog
Pfeil 18.10.5 Webparts mit Verbindungen
Pfeil 18.11 Workflows
Pfeil 18.11.1 SharePoint Designer-Workflows vs. Visual Studio-Workflows
Pfeil 18.11.2 SharePoint-Workflows aus 10.000 m Höhe
Pfeil 18.11.3 Standard-Workflows (Drei-Status-Workflow)
Pfeil 18.11.4 SharePoint Designer-Workflows
Pfeil 18.11.5 Visual Studio-Workflows
Pfeil 18.12 Vorlagen
Pfeil 18.13 Abschlussbemerkung


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18.9 Benutzerverwaltung in SharePoint Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Verwaltung der Benutzer, insbesondere die Steuerung der Berechtigungen, ist in jedem IT-System eine extrem wesentliche Aufgabe, bei der es keine Pannen geben darf. Es schließlich zu ärgerlich, wenn der Praktikant an brisante Firmengeheimnisse gelangt und diese an die Presse weitergibt.

Neben dem Sicherheitsaspekt bei der Benutzerverwaltung gibt es aber noch einige weitere beachtenswerte Themen. Zum einen wären die Benutzerprofile zu nennen, zum anderen basiert die Zielgruppenadressierung darauf, dass bestimmte Eigenschaften eines Benutzerobjekts (z. B. Gruppenmitgliedschaft) ausgewertet werden.


Formularbasierte Authentifizierung

In den meisten Fällen kann man davon ausgehen, dass ein SharePoint-Benutzer über ein Active Directory-Benutzerkonto verfügt. Es sind aber auch interessante Internet- und Extranet-Szenarien realisierbar, die die Authentifizierung von Benutzern, die nicht im Active Directory angelegt sind,

notwendig machen; hierbei hilft die formularbasierte Authentifizierung, die beispielsweise auch gegen eine Datenbank oder einen »fremden« Verzeichnisdienst durchgeführt werden kann. Im Anwendungsbereich »Collaboration« kann man aber getrost davon ausgehen, dass die SharePoint-Benutzer auch Active Directory-Konten besitzen.


Der Einstiegspunkt in die Benutzerverwaltung sind die Dialogseiten, auf die die drei Menüpunkte im Bereich Benutzer und Berechtigungen in den Websiteeinstellungen (WebsiteaktionenWebsiteeinstellungenAlle Websiteeinstellungen ändern) verweisen (Abbildung 18.95).

Sie müssen übrigens bei der Arbeit darauf achten, auf welcher Website Sie sich momentan befinden! Bekanntlich verfügt jede SharePoint-Website über diese Dialogseite, und Sie können für jede Website ganz individuelle Berechtigungen vergeben.

In Abbildung 18.95 sehen Sie übrigens die Dialogseite der Website auf oberster Ebene – nur bei dieser ist der Menüpunkt Websitesammlungsadministratoren vorhanden.

Abbildung 18.95 Diese Menüpunkte sind der Ausgangspunkt der Benutzerverwaltung in SharePoint.


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18.9.1 SharePoint-Gruppen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wenn Sie die Dialogseite Benutzer und Gruppen öffnen, werden Sie in etwa die Situation aus Abbildung 18.96 vorfinden. Auf der Leiste am linken Rand finden Sie etliche Gruppennamen – und mit diesen Gruppen werden wir uns nun ein wenig beschäftigen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass die Grenze einer SharePoint-Gruppe die Websitesammlung ist. Anders gesagt, kann eine SharePoint-Gruppe der »Websitesammlung 1« nicht zur Steuerung von Berechtigungen in der »Websitesammlung 2« verwendet werden.

Abbildung 18.96 Am Anfang enthalten die bereits vorhandenen SharePoint-Gruppen naturgemäß keine Mitglieder.

Sie können sich die Mitglieder einer Gruppe anzeigen lassen, indem Sie auf den Namen der Gruppe klicken. Am Anfang werden in den Gruppen allerdings keine Mitglieder enthalten sein, so dass der Menüpunkt Benutzer hinzufügen eines der ersten Ziele Ihrer Maus sein wird. Bevor Sie mit dem Hinzufügen von Benutzern beginnen, sollten Sie aber einen Blick auf die Berechtigungen der vorhandenen SharePoint-Gruppen werfen.

Um die aktuell selektierte Gruppe zu bearbeiten, können Sie einen der Menüpunkte unterhalb des Eintrags Einstellungen auswählen (Abbildung 18.97):

  • Um die Konfiguration einer SharePoint-Gruppe anzusehen, entscheiden Sie sich natürlich für Gruppeneinstellungen.
  • Der Menüpunkt Gruppenberechtigungen anzeigen ist beim Administrieren sehr praktisch, da die Berechtigungen der ausgewählten Gruppe in einer Liste angezeigt werden.
  • Mit dem Menüpunkt Schnellstart:… rufen Sie einen Konfigurationsdialog auf, in dem festgelegt werden kann, welche Gruppen in der Schnellstartleiste am linken Rand angezeigt werden sollen.
  • Mit Gruppen einrichten weisen Sie selektierten Gruppen (bzw. deren Mitgliedern) mit einem Mausklick Mitglieds-, Benutzer- oder Besitzerberechtigungen zu.

Abbildung 18.97 Konfigurationsdialoge zum Bearbeiten von SharePoint-Gruppen finden Sie in diesem Menü.

In der Schnellstartleiste am linken Rand der Dialogseite werden nicht unbedingt alle vorhandenen SharePoint-Gruppen angezeigt. Alle Gruppen werden angezeigt, wenn Sie in der Schnellstartleiste auf die Überschrift Gruppen oder den Eintrag Weitere… klicken. Sie werden dann auf die entsprechende Dialogseite geführt; zum Bearbeiten einer Gruppe klicken Sie auf das entsprechende Symbol neben dem Namen der Gruppe.

Zur Erinnerung: Um häufig verwendete Gruppen in der Schnellstartleiste anzuzeigen, wählen Sie den Menüpunkt EinstellungenSchnellstart: Bearbeiten von Gruppen (Abbildung 18.98).

Abbildung 18.98 Diese Dialogseite zeigt alle vorhandenen SharePoint-Gruppen.

Der Dialog zum Konfigurieren einer SharePoint-Gruppe ist, wie so häufig bei SharePoint, recht lang; die einstellbaren Optionen sind dafür aber auch recht gut beschrieben (Abbildung 18.99). Die Abschnitte Gruppeneinstellungen und Mitgliedschaftsanforderungen sollten Sie unter Sicherheitsaspekten beurteilen:

  • Ist es ein Problem, dass »Jeder« die Mitglieder der Gruppe anzeigen kann? Das ist die Standardeinstellung.
  • Standardmäßig können nur Gruppenbesitzer die Mitgliedschaft der Gruppe bearbeiten (also Mitglieder hinzufügen, mit höheren Berechtigungen versehen etc.). Dies wird man im Allgemeinen auch so beibehalten.
  • Mit den Optionen im Abschnitt Mitgliedschaftsanforderungen können Sie ein Szenario bauen, in dem sich jeder Benutzer selbst zum Mitglied dieser Gruppe machen kann (wenn beide Optionen auf Ja gesetzt sind). Das ist in einigen Situationen vielleicht sogar gewollt – im Normalfall würde man das aber als »Sicherheitslücke« bezeichnen. Die Standardeinstellung ist durchaus sinnvoll.

Die Hauptaufgabe beim Konfigurieren einer Gruppe gilt natürlich den Berechtigungsstufen, die dieser Gruppe – und damit deren Mitgliedern – gewährt werden. Die Möglichkeiten, die eine Berechtigungsstufe zur Verfügung stellt, sind jeweils beschrieben.

Abbildung 18.99 Bearbeiten der SharePoint-Gruppe »Mitglieder von Homepage«

Zum Vergleich sehen Sie in Abbildung 18.100 die Berechtigungsstufen, die der Gruppe Besucher… zugewiesen sind. Erwartungsgemäß erhält diese Gruppe nur Leserechte.

Die hier gezeigten Berechtigungsstufen gelten übrigens nicht nur für die SharePoint-Website an sich, sondern werden von den darin enthaltenen Listen und Dokumentbibliotheken geerbt.

Abbildung 18.100 Die Berechtigungen der SharePoint-Gruppe »Besucher…«

Wenn Sie Ihr SharePoint-System neu eingerichtet haben, können die Benutzer, die nicht beim Installationsvorgang mit Administratorrechten ausgestattet worden sind, nicht auf die SharePoint-Website bzw. auf die Websitesammlung zugreifen. Sie erhalten dann die Information aus Abbildung 18.101.

Der Grund hierfür ist, dass bislang die Nicht-Administratoren keine Berechtigung erhalten haben; wie Sie zu Beginn dieses Abschnitts gesehen haben, haben die Gruppen noch keine Mitglieder!

Abbildung 18.101 Direkt nach der Installation können »normale Benutzer« noch nicht auf SharePoint zugreifen – sie haben noch keine Berechtigungen erhalten.

Das Hinzufügen von Benutzern oder AD-Gruppen zu einer SharePoint-Gruppe ist keine Herausforderung. Auf der Dialogseite Benutzer und Gruppen wählen Sie den Menüpunkt NeuBenutzer hinzufügen (dies ist in Abbildung 18.96 zu sehen). Dabei ist es übrigens unerheblich, welche Gruppe momentan selektiert ist; die Gruppenmitgliedschaft wird beim Hinzufügen explizit ausgewählt. Den Dialog zum Hinzufügen von Benutzern oder AD-Gruppen sehen Sie in Abbildung 18.102:

  • Zunächst wählen Sie die Benutzer und AD-Gruppen aus. Die üblichen Hilfsmittel, also ein Suchdialog (das kleine Buch unterhalb des Eingabefelds) und die Funktion zum Überprüfen der eingegebenen Namen, stehen natürlich zur Verfügung. Im Normalfall werden Sie die Gruppe Domänen-Benutzer hinzufügen, da ja sämtliche Mitarbeiter mit dem System arbeiten möchten.
  • Sie können nun Benutzer oder AD-Gruppen entweder einer SharePoint-Gruppe hinzufügen oder aber individuelle Berechtigungen erteilen.

Sie können beliebig viele eigene SharePoint-Gruppen erstellen. Sie rufen dazu den Menüpunkt NeuNeue Gruppe auf (siehe Abbildung 18.96. Der zu bearbeitende Dialog entspricht dem Dialog aus Abbildung 18.102.

Abbildung 18.102 Hinzufügen einer Active Directory-Gruppe zu einer SharePoint-Gruppe

Hinweisen möchte ich Sie noch auf die Dialogseite Gruppen für diese Website einrichten, die Sie über den Menüpunkt EinstellungenGruppen einrichten erreichen (Abbildung 18.103). Hier wird festgelegt, in welcher der Websitegruppen die Besucher, Mitglieder und Besitzer der SharePoint-Website definiert werden. Falls Sie aus irgendwelchen Gründen eine oder alle Standard-SharePoint-Gruppen gelöscht haben, sollten Sie neue Gruppen anlegen und entsprechend zuweisen.

Abbildung 18.103 In diesem Dialog legen Sie die Gruppen fest, in denen Besucher, Mitglieder und Besitzer einer Website definiert sind.


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18.9.2 AD-Benutzer und Gruppen ohne SharePoint-Gruppen verwenden Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Falls Sie im vorherigen Abschnitt den Eindruck gewonnen haben, dass Sie unbedingt eine SharePoint-Gruppe benötigen, um Benutzern oder AD-Gruppen Berechtigungen zuzuweisen, ist dieser Eindruck falsch. Sie können grundsätzlich den Active Directory-Objekten direkt Berechtigungen zuweisen.

Wenn Sie beispielsweise den Mitgliedern der AD-Gruppe Vertrieb die Berechtigungsstufen Teilnehmen und Genehmigen erteilen möchten, rufen Sie den Dialog zum Anlegen eines neuen Benutzers bzw. einer neuen Gruppe auf (NeuBenutzer hinzufügen) und selektieren die gewünschten Berechtigungsstufen im Abschnitt Benutzern eine Berechtigung direkt erteilen (Abbildung 18.104).

Ebenso funktioniert das Zuweisen von Berechtigungen an einen einzelnen Benutzer.

Auf der Dialogseite Berechtigungen (zu erreichen über WebsiteeinstellungenErweiterte Berechtigungen oder mit einem Mausklick auf die Überschrift Websiteberechtigungen in der Schnellstartleiste) können Sie alle SharePoint-Gruppen, AD-Gruppen und Benutzer nebst der erteilten Berechtigung sehen. In Abbildung 18.105, die einen kleinen Auszug aus der Dialogseite zeigt, sind Elemente dieser drei Kategorien zu sehen.

Wie Sie später sehen werden, werden die Berechtigungen, die AD-Gruppen oder Benutzern direkt zugewiesen werden, ebenso vererbt wie die SharePoint-Gruppen.

Abbildung 18.104 Berechtigungen können AD-Gruppen oder Benutzern direkt erteilt werden.

Abbildung 18.105 Berechtigungen können für SharePoint-Gruppen, Domänengruppen und einzelne Benutzer erteilt werden.


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18.9.3 AD-Gruppen vs. SharePoint-Gruppen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wenn Sie die beiden vorhergehenden Abschnitte gelesen haben, stellen Sie sich vermutlich die Frage, ob Sie nun besser mit AD- oder SharePoint-Gruppen arbeiten sollen. Eine pauschale Antwort ist – wie immer – problematisch.

Verschiedene Aspekte sind zu prüfen und zu berücksichtigen:

  • Falls die Struktur Ihrer vorhandenen AD-Gruppen weitgehend den Anforderungen entspricht, die Sie zur Berechtigungsvergabe in SharePoint definiert haben, macht es natürlich Sinn, den AD-Gruppen direkt Berechtigungen zuzuweisen. Wenn Ihre SharePoint-Berechtigungen beispielsweise vor allem auf Abteilungszugehörigkeiten basieren und im AD ebenfalls Abteilungsgruppen vorhanden sind, können diese ohne weiteren Aufwand verwendet werden.
  • Wenn viele Gruppen, die Sie in SharePoint benötigen, nicht im Active Directory vorhanden sind, können Sie prinzipiell frei entscheiden, ob Sie diese zusätzlich benötigten Gruppen lieber im Active Directory oder in SharePoint anlegen möchten. Wie Sie hier am besten vorgehen, hängt nun von der »Gesamtsituation« in Ihrem Netz ab:
    • Wenn Sie in Ihrem Unternehmen eine sehr leistungsfähige und gelebte« Administration für AD-Gruppen implementiert haben, wäre es vermutlich sinnvoll, diese weiter auszubauen und nicht eine zweite Baustelle in SharePoint zu eröffnen.
    • Wenn die Administration des Active Directory von anderen Personen als den SharePoint-Administratoren durchgeführt wird, spricht einiges für die SharePoint-Gruppen. In einem solchen Szenario, das sich vor allem in großen Unternehmen finden wird, verfügen die SharePoint-Administratoren vermutlich gar nicht über die Berechtigung zum Anlegen von neuen Gruppen in der gesamten Organisation. Bevor Sie komplizierte Prozesse zum Anlegen neuer Gruppen implementieren, ist es wesentlich einfacher, mit SharePoint-Gruppen zu arbeiten.
  • Es gibt allerdings einige Optionen, in denen nur eine SharePoint-Gruppe angegeben werden kann. Ein Beispiel sind die in Abbildung 18.103 gezeigten Festlegungen der Gruppe, die die Besucher, Mitglieder und Besitzer einer Website enthalten. Andererseits müssen Benutzer nicht Mitglied einer solchen Gruppe sein, um entsprechende Berechtigungen nutzen zu können.

Unabhängig von der Vorgehensweise, für die Sie sich entscheiden, sollten Sie ein durchgängiges Gruppenkonzept entwerfen. Ich habe Projekte erlebt, bei denen sich alle während des Kick-Off-Meetings tief in die Augen geschaut und beschlossen haben, mit AD-Gruppen zu arbeiten. Es stellte sich dann heraus, dass die vorhandenen AD-Gruppen die SharePoint-Anforderungen nicht abdecken konnten. Weil aber niemand neue AD-Gruppen anlegen (und administrieren) wollte und man sich ja gegen SharePoint-Gruppen entschieden hatte, wurden also überhaupt keine Gruppen verwendet: Stattdessen wurden die meisten Rechtezuweisungen direkt an Benutzerkonten vorgenommen. Das ist technisch natürlich möglich und funktioniert auch, ist aber natürlich dramatisch schlechter zu administrieren!

Die Moral von der Geschicht‘: Wie Sie sich in dieser Frage entscheiden, ist fast nebensächlich, solange Sie überhaupt mit Gruppen arbeiten!


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18.9.4 Berechtigungsstufen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Bislang haben wir die verschiedenen Berechtigungsstufen zwar fleißig verwendet, aber nicht hinterfragt, welche Berechtigungen sie genau enthalten, wie man gegebenenfalls zusätzliche Berechtigungsstufen erstellt etc. Da in SharePoint so gut wie alles konfigurier- und anpassbar ist, muss man sich natürlich auch bei den Berechtigungsstufen nicht mit den Voreinstellungen begnügen – was nicht heißen soll, dass man nun an allem und jedem erst stundenlang herumkonfigurieren müsste; im Allgemeinen sind die Standardeinstellungen sehr brauchbar.

Um also die vorhandenen Berechtigungsstufen anzuschauen, zu ändern, zu löschen oder neue hinzuzufügen, rufen Sie von der Dialogseite Websiteeinstellungen aus den Menüpunkt Erweiterte Berechtigungen auf. Dort rufen Sie den Menüpukt EinstellungenBerechtigungsstufen auf (Abbildung 18.106).

Abbildung 18.106 Mit diesem Menüpunkt rufen Sie die Konfiguration der Berechtigungsstufen auf.

Auf der Dialogseite Berechtigungsstufen, die in Abbildung 18.107 zu sehen ist, werden Sie diverse gute alte Bekannte finden, nämlich die Berechtigungsstufen, aus denen Sie bislang ausgewählt haben. Die meisten Berechtigungsstufen (mit Ausnahme von Vollzugriff und Beschränkter Zugriff) können verändert und/oder gelöscht werden. Außerdem können Sie zusätzliche Berechtigungsstufen anlegen.

Abbildung 18.107 Die vorhandenen Berechtigungsstufen können editiert, gelöscht oder ergänzt werden.

Bei der Konfiguration der Berechtigungsstufen können Sie aus 33 (!) Berechtigungen auswählen, die Sie in Abbildung 18.108 sehen können. Die Optionen sind gut beschrieben und somit selbsterklärend.

Abbildung 18.108 Konfigurationsoptionen für Berechtigungsstufen


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18.9.5 Vererbung topZur vorigen Überschrift

Wie bei jedem (vernünftigen) System können die Berechtigungen eines Elements an untergeordnete Elemente vererbt werden.

  • Diese Vererbung funktioniert von einer SharePoint-Website an die jeweils direkt darunter stehende SharePoint-Website.
  • Außerdem werden die Einstellungen einer Website auf die darin enthaltenen Listen und Dokumentbibliotheken vererbt.
  • Weiterhin vererben die Listen und Dokumentbibliotheken die Einstellungen auf die in ihnen enthaltenen Elemente.

Die Vererbung funktioniert für SharePoint-Gruppen, Active Directory-Gruppen und einzelne Benutzerkonten – also für sämtliche Berechtigungseinstellungen.

Websites

Wenn Sie die Berechtigungskonfiguration einer untergeordneten SharePoint-Website aufrufen, werden Sie unterhalb der Seitenüberschrift den Hinweis sehen, dass die Website momentan die Berechtigungen der übergeordneten Website erbt (Abbildung 18.109).

Abbildung 18.109 Diese SharePoint-Website erbt momentan die Berechtigungen der übergeordneten Website.

Falls Sie für eine SharePoint-Website individuelle Berechtigungen vergeben möchten, müssen Sie zunächst die Vererbung aufheben; ansonsten können Sie zwar die vererbten Berechtigungen sehen, aber nicht verändern. Um die Vererbung aufzuheben, wählen Sie den Menüpunkt AktionenBerechtigungen bearbeiten (Abbildung 18.110, links). Sie werden darauf hingewiesen werden, dass hierdurch die Änderungen von Berechtigungen der übergeordneten Website keine Auswirkungen mehr haben. Beim Aufheben der Vererbung werden die aktuellen Berechtigungen kopiert; Sie fangen also bei der Konfiguration nicht bei »null« an.

Die Konfiguration der Berechtigung der Website erfolgt nun genauso wie auf oberster Ebene. Die Websites, die der Website mit den »nun eigenen Berechtigungen« untergeordnet sind, erben weiterhin die Einstellungen ihrer übergeordneten Website.

Abbildung 18.110 So wird die Vererbung aufgehoben.

Die Vererbung kann natürlich wieder aktiviert werden. Wie Sie in Abbildung 18.111 sehen, wird dies mit dem Menüpunkt AktionenBerechtigungen erben bewerkstelligt. Sämtliche individuelle Einstellungen, die Sie getroffen haben, sind damit allerdings hinfällig.

Abbildung 18.111 Die Vererbung der Berechtigung kann wieder aktiviert werden.

Listen und deren Elemente

Listen und Dokumentbibliotheken erben die Berechtigungen der SharePoint-Website, in denen sie enthalten sind. In den Einstellungen der Liste oder Dokumentbibliothek findet sich jeweils ein Menüpunkt Berechtigungen. In der Dialogseite, die Sie mit ihm aufrufen, haben Sie die Möglichkeit, die Vererbung durch Aufruf des Menüpunkts Berechtigungen bearbeiten aufzuheben (Abbildung 18.112). Genau wie bei dem Aufheben der Vererbung einer Website werden die aktuellen Berechtigungen kopiert und können dann individuell weiterbearbeitet werden. Ebenso kann die Vererbung wieder aktiviert werden.

Abbildung 18.112 Die Berechtigungen für Listen und Dokumentbibliotheken können individuell angepasst werden.

Die Elemente einer Dokumentbibliothek oder einer Liste erben die Berechtigungen ebendieser Dokumentbibliothek oder Liste. Im Kontextmenü eines Elements finden Sie den Menüpunkt Berechtigungen verwalten. Dieser führt zu der bereits bekannten Dialogseite, mit der die Vererbung aufgehoben werden kann und eigene Berechtigungen gesetzt werden können (Abbildung 18.113 und Abbildung 18.114).

Abbildung 18.113 Die Berechtigungen für einzelne Elemente in Dokumentbibliotheken können individuell angepasst werden.

Abbildung 18.114 Auch Elemente in »normalen« Listen (wie dieser Kontaktliste) können mit eigenen Berechtigungen versehen werden.



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