Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 30 Befehlsreferenz
Pfeil 30.1 Dateiorientierte Kommandos
Pfeil 30.1.1 bzcat – Ausgabe von bzip2-komprimierten Dateien
Pfeil 30.1.2 cat – Datei(en) nacheinander ausgeben
Pfeil 30.1.3 chgrp – Gruppe ändern
Pfeil 30.1.4 cksum/md5sum/sum – Prüfsummen ermitteln
Pfeil 30.1.5 chmod – Zugriffsrechte ändern
Pfeil 30.1.6 chown – Eigentümer ändern
Pfeil 30.1.7 cmp – Dateien miteinander vergleichen
Pfeil 30.1.8 comm – zwei sortierte Textdateien vergleichen
Pfeil 30.1.9 cp – Dateien kopieren
Pfeil 30.1.10 csplit – Zerteilen von Dateien
Pfeil 30.1.11 cut – Zeichen oder Felder aus Dateien schneiden
Pfeil 30.1.12 diff – Vergleichen zweier Dateien
Pfeil 30.1.13 diff3 – Vergleich von drei Dateien
Pfeil 30.1.14 dos2unix – Dateien umwandeln
Pfeil 30.1.15 expand – Tabulatoren in Leerzeichen umwandeln
Pfeil 30.1.16 file – den Inhalt von Dateien analysieren
Pfeil 30.1.17 find – Suche nach Dateien
Pfeil 30.1.18 fold – einfaches Formatieren von Dateien
Pfeil 30.1.19 head – Anfang einer Datei ausgeben
Pfeil 30.1.20 less – Datei(en) seitenweise ausgeben
Pfeil 30.1.21 ln – Links auf eine Datei erzeugen
Pfeil 30.1.22 ls – Verzeichnisinhalt auflisten
Pfeil 30.1.23 more – Datei(en) seitenweise ausgeben
Pfeil 30.1.24 mv – Datei(en) verschieben oder umbenennen
Pfeil 30.1.25 nl – Datei mit Zeilennummer ausgeben
Pfeil 30.1.26 od – Datei(en) hexadezimal bzw. oktal ausgeben
Pfeil 30.1.27 rm – Dateien und Verzeichnisse löschen
Pfeil 30.1.28 sort – Dateien sortieren
Pfeil 30.1.29 split – Dateien in mehrere Teile zerlegen
Pfeil 30.1.30 tac – Dateien rückwärts ausgeben
Pfeil 30.1.31 tail – Ende einer Datei ausgeben
Pfeil 30.1.32 tee – Ausgabe duplizieren
Pfeil 30.1.33 touch – Zeitstempel verändern
Pfeil 30.1.34 tr – Zeichen ersetzen
Pfeil 30.1.35 type – Kommandos klassifizieren
Pfeil 30.1.36 umask – Datei-Erstellungsmaske ändern
Pfeil 30.1.37 uniq – doppelte Zeilen nur einmal ausgeben
Pfeil 30.1.38 wc – Zeilen, Wörter und Zeichen zählen
Pfeil 30.1.39 whereis – Suche nach Dateien
Pfeil 30.1.40 zcat, zless, zmore – Ausgabe von zip-Dateien
Pfeil 30.2 Verzeichnisorientierte Kommandos
Pfeil 30.2.1 basename – Dateianteil eines Pfadnamens
Pfeil 30.2.2 cd – Verzeichnis wechseln
Pfeil 30.2.3 dirname – Verzeichnisanteil eines Pfadnamens
Pfeil 30.2.4 mkdir – ein Verzeichnis anlegen
Pfeil 30.2.5 pwd – aktuelles Arbeitsverzeichnis ausgeben
Pfeil 30.2.6 rmdir – ein leeres Verzeichnis löschen
Pfeil 30.3 Verwaltung von Benutzern und Gruppen
Pfeil 30.3.1 exit, logout – eine Session oder Sitzung beenden
Pfeil 30.3.2 finger – Informationen zu Benutzern abfragen
Pfeil 30.3.3 groupadd etc. – Gruppenverwaltung
Pfeil 30.3.4 groups – Gruppenzugehörigkeit ausgeben
Pfeil 30.3.5 id – eigene Benutzer- und Gruppen-ID ermitteln
Pfeil 30.3.6 last – An- und Abmeldezeit eines Benutzers
Pfeil 30.3.7 logname – Name des aktuellen Benutzers
Pfeil 30.3.8 newgrp – Gruppenzugehörigkeit wechseln
Pfeil 30.3.9 passwd – Passwort ändern bzw. vergeben
Pfeil 30.3.10 useradd/adduser etc. – Benutzerverwaltung
Pfeil 30.3.11 who – eingeloggte Benutzer anzeigen
Pfeil 30.3.12 whoami – Namen des aktuellen Benutzers anzeigen
Pfeil 30.4 Programm- und Prozessverwaltung
Pfeil 30.4.1 at – Zeitpunkt für ein Kommando festlegen
Pfeil 30.4.2 batch – ein Kommando später ausführen lassen
Pfeil 30.4.3 bg – einen Prozess im Hintergrund fortsetzen
Pfeil 30.4.4 cron/crontab – Programme zeitgesteuert ausführen
Pfeil 30.4.5 fg – Prozesse im Vordergrund fortsetzen
Pfeil 30.4.6 jobs – Anzeigen von im Hintergrund laufenden Prozessen
Pfeil 30.4.7 kill – Signale an Prozesse mit Nummer senden
Pfeil 30.4.8 killall – Signale an Prozesse mit Namen senden
Pfeil 30.4.9 nice – Prozesse mit anderer Priorität ausführen
Pfeil 30.4.10 nohup – Prozesse nach dem Abmelden fortsetzen
Pfeil 30.4.11 ps – Prozessinformationen anzeigen
Pfeil 30.4.12 pgrep – Prozesse über ihren Namen finden
Pfeil 30.4.13 pstree – Prozesshierarchie in Baumform ausgeben
Pfeil 30.4.14 renice – Priorität laufender Prozesse verändern
Pfeil 30.4.15 sleep – Prozesse schlafen legen
Pfeil 30.4.16 su – Ändern der Benutzerkennung
Pfeil 30.4.17 sudo – Programme als anderer Benutzer ausführen
Pfeil 30.4.18 time – Zeitmessung für Prozesse
Pfeil 30.4.19 top – Prozesse nach CPU-Auslastung anzeigen
Pfeil 30.5 Speicherplatzinformationen
Pfeil 30.5.1 df – Abfrage des Speicherplatzes für Dateisysteme
Pfeil 30.5.2 du – Größe eines Verzeichnisbaums ermitteln
Pfeil 30.5.3 free – verfügbaren Speicherplatz anzeigen
Pfeil 30.6 Dateisystem-Kommandos
Pfeil 30.6.1 badblocks – überprüft defekte Sektoren
Pfeil 30.6.2 cfdisk – Partitionieren von Festplatten
Pfeil 30.6.3 dd – Datenblöcke zwischen Devices kopieren
Pfeil 30.6.4 dd_rescue – fehlertolerantes Kopieren
Pfeil 30.6.5 dumpe2fs – Analyse von ext2/ext3-Systemen
Pfeil 30.6.6 e2fsck – ein ext2/ext3-Dateisystem reparieren
Pfeil 30.6.7 fdformat – eine Diskette formatieren
Pfeil 30.6.8 fdisk – Partitionieren von Speichermedien
Pfeil 30.6.9 fsck – Reparieren und Überprüfen
Pfeil 30.6.10 mkfs – Dateisystem einrichten
Pfeil 30.6.11 mkswap – eine Swap-Partition einrichten
Pfeil 30.6.12 mount, umount – Dateisysteme an- bzw. abhängen
Pfeil 30.6.13 parted – Partitionen anlegen etc.
Pfeil 30.6.14 swapon, swapoff – Swap-Speicher (de-)aktivieren
Pfeil 30.6.15 sync – gepufferte Schreiboperationen ausführen
Pfeil 30.7 Archivierung und Backup
Pfeil 30.7.1 bzip2/bunzip2 – (De-)Komprimieren von Dateien
Pfeil 30.7.2 cpio, afio – Dateien archivieren
Pfeil 30.7.3 ccrypt – Dateien verschlüsseln
Pfeil 30.7.4 gzip/gunzip – (De-)Komprimieren von Dateien
Pfeil 30.7.5 mt – Streamer steuern
Pfeil 30.7.6 tar – Dateien und Verzeichnisse archivieren
Pfeil 30.7.7 Übersicht zu den Packprogrammen
Pfeil 30.8 Systeminformationen
Pfeil 30.8.1 cal – zeigt einen Kalender an
Pfeil 30.8.2 date – Datum und Uhrzeit
Pfeil 30.8.3 uname – Rechnername, Architektur und OS
Pfeil 30.8.4 uptime – Laufzeit des Rechners
Pfeil 30.9 Systemkommandos
Pfeil 30.9.1 dmesg – letzte Kernel-Boot-Meldungen
Pfeil 30.9.2 halt – alle laufenden Prozesse beenden
Pfeil 30.9.3 reboot – System neu starten
Pfeil 30.9.4 shutdown – System herunterfahren
Pfeil 30.10 Druckeradministration und Netzwerkbefehle
Pfeil 30.10.1 arp – Ausgeben von MAC-Adressen
Pfeil 30.10.2 ftp – Dateien übertragen
Pfeil 30.10.3 hostname – Rechnername ermitteln
Pfeil 30.10.4 ifconfig – Netzwerkzugang konfigurieren
Pfeil 30.10.5 mail/mailx – E-Mails schreiben und empfangen
Pfeil 30.10.6 netstat – Statusinformationen über das Netzwerk
Pfeil 30.10.7 nslookup (host/dig) – DNS-Server abfragen
Pfeil 30.10.8 ping – Verbindung zu einem anderen Rechner testen
Pfeil 30.10.9 Die r-Kommandos (rcp, rlogin, rsh)
Pfeil 30.10.10 ssh – sichere Shell auf einem anderen Rechner starten
Pfeil 30.10.11 scp – Dateien per ssh kopieren
Pfeil 30.10.12 rsync – Replizieren von Dateien und Verzeichnissen
Pfeil 30.10.13 traceroute – Route zu einem Rechner verfolgen
Pfeil 30.11 Benutzerkommunikation
Pfeil 30.11.1 wall – Nachrichten an alle Benutzer verschicken
Pfeil 30.11.2 write – Nachrichten an Benutzer verschicken
Pfeil 30.11.3 mesg – Nachrichten zulassen oder unterbinden
Pfeil 30.12 Bildschirm- und Terminalkommandos
Pfeil 30.12.1 clear – Löschen des Bildschirms
Pfeil 30.12.2 reset – Zeichensatz wiederherstellen
Pfeil 30.12.3 setterm – Terminaleinstellung verändern
Pfeil 30.12.4 stty – Terminaleinstellung abfragen oder setzen
Pfeil 30.12.5 tty – Terminalnamen erfragen
Pfeil 30.12.6 apropos – nach Schlüsselwörtern suchen
Pfeil 30.12.7 info – GNU-Online-Manual
Pfeil 30.12.8 man – die traditionelle Onlinehilfe
Pfeil 30.12.9 whatis – Kurzbeschreibung zu einem Kommando
Pfeil 30.13 Sonstige Kommandos
Pfeil 30.13.1 alias/unalias – Kurznamen für Kommandos
Pfeil 30.13.2 bc – Taschenrechner
Pfeil 30.13.3 printenv/env – Umgebungsvariablen anzeigen


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30.4 Programm- und Prozessverwaltung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift


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30.4.1 at – Zeitpunkt für ein Kommando festlegen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Befehl at können Sie ein Kommando zum angegebenen Zeitpunkt ausführen lassen, auch wenn der Benutzer zu diesem Zeitpunkt nicht angemeldet ist. Durch

user$ at 2130 -f myscript

können Sie das Skript »myscript« um 21:30 Uhr ausführen lassen. Natürlich lassen sich mehrere solcher zeitgesteuerten Kommandos einrichten. Jeder dieser at-Aufrufe wird an die at-Queue (atq) angehängt. Dies funktioniert auch mit einem Datum: at 2200 apr 21 -f myscript. So würde das Skript »myscript« am 21. April um 22 Uhr ausgeführt. Wollen Sie sich alle Aufträge der atq auflisten lassen, müssen Sie die Option -l verwenden:

user$ at -l

Wollen Sie den Status des Auftrags mit der Nummer 33 anzeigen lassen, geben Sie at -l 33 ein. Soll dieser Auftrag gelöscht werden, so kann die Option -d verwendet werden:

user$ at -d 33

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30.4.2 batch – ein Kommando später ausführen lassen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit batch lesen Sie Kommandos von der Kommandozeile, die zu einem späteren Zeitpunkt ausgeführt werden, sobald das System Zeit hat. Dies wird bei extrem belasteten Rechnern gern verwendet, wenn man das Kommando bzw. Skript zu einer Zeit ausführen lassen will, in der die Systemlast definitiv niedrig ist und dies nicht nur zu vermuten ist.

Auch bei abgemeldetem User

Die angegebenen Kommandos werden auch dann ausgeführt, wenn der Benutzer nicht angemeldet ist. Um batch auszuführen, muss auch hier der at-Daemon laufen, der auch für das Kommando at verantwortlich ist.

user$ batch
warning: commands will be executed using /bin/sh
at> ls -l
at> ./myscript
at> sleep 1
at>Taste Strg +Taste D
job 1 at 2005-12-21 23:30

Das Ende der Kommandozeileneingabe von batch müssen Sie mit Taste Strg + Taste D angeben.


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30.4.3 bg – einen Prozess im Hintergrund fortsetzen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Kommando bg können Sie einen (z. B. mit Taste Strg + Taste Z) angehaltenen Prozess im Hintergrund fortsetzen.


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30.4.4 cron/crontab – Programme zeitgesteuert ausführen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit cron können Sie beliebig viele Kommandos automatisch in bestimmten Zeitintervallen ausführen lassen. Einmal pro Minute sieht dieser Daemon in einen Terminkalender (crontab) nach und führt gegebenenfalls darin enthaltene Kommandos aus.


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30.4.5 fg – Prozesse im Vordergrund fortsetzen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Kommando fg können Sie einen (z. B. mit Taste Strg + Taste Z) angehaltenen Prozess im Vordergrund fortsetzen.


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30.4.6 jobs – Anzeigen von im Hintergrund laufenden Prozessen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit jobs wird eine Liste mit den aktuellen Jobs zurückgegeben. Neben der Jobnummer stehen bei jedem Job der Kommandoname, der Status und eine Markierung. Die Markierung »+« steht für den aktuellen Job, »-« für den vorhergehenden Job.


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30.4.7 kill – Signale an Prozesse mit Nummer senden Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit kill senden Sie den Prozessen durch Angabe der Prozessnummer ein Signal. Standardmäßig wird das Signal SIGTERM zum Beenden des Prozesses gesendet. Es lassen sich aber auch beliebige andere Signale senden. Das Signal wird dabei als Nummer oder als Name übermittelt. Einen Überblick über die möglichen Signalnamen erhalten Sie mit der Option -l.


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30.4.8 killall – Signale an Prozesse mit Namen senden Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Name killall ist etwas irreführend. Mit diesem Kommando lassen sich nicht etwa alle Prozesse »killen«, sondern killall stellt eher eine Erleichterung für kill dar. Anstatt wie mit kill einen Prozess mit der Prozessnummer zu beenden bzw. ein Signal zu senden, kann mit killall der Prozessname verwendet werden. Diese Möglichkeit stellt gerade bei unzählig vielen gleichzeitig laufenden Prozessen eine erhebliche Erleichterung dar, weil man hier nicht mühsam erst nach der Prozessnummer (z. B. mit dem Kommando ps) suchen muss. Im Übrigen lässt sich killall ähnlich wie kill verwenden, nur dass der Signalname ohne das vorangestellte SIG angegeben wird. Eine Liste aller Signale erhalten Sie auch hier mit der Option -l.

user$ sleep 60 &
[1] 5286
user$ killall sleep
[1]+  Beendet         sleep 60

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30.4.9 nice – Prozesse mit anderer Priorität ausführen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit nice können Sie veranlassen, dass ein Kommando mit einer niedrigeren Priorität ausgeführt wird. Die Syntax lautet:

nice [-n] kommando [argumente]

Für n können Sie dabei mit einer Ziffer angeben, um wie viel die Priorität verändert werden soll. Der Standardwert, falls keine Angabe erfolgt, lautet 10 (-20 ist die höchste und 19 die niedrigste Priorität). Prioritäten höher als 0 darf ohnehin nur der Root starten. Häufig wird man das Kommando mit nice im Hintergrund starten wollen:

user$ nice find / -name document -print > /home/tmp/find.txt &

Hier wird mit find nach einer Datei document gesucht und die Ausgabe in die Datei find.txt geschrieben. Der Hintergrundprozess find wird dabei von nice mit einer niedrigen Priorität (10) gestartet. Dies stellt eine gängige Verwendung von nice dar.


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30.4.10 nohup – Prozesse nach dem Abmelden fortsetzen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit nohup schützen Sie Prozesse vor dem HANGUP-Signal. Dadurch ist es möglich, dass ein Prozess im Hintergrund weiterlaufen kann, auch wenn sich ein Benutzer abmeldet. Ohne nohup würden sonst alle Prozesse einer Login-Shell des Anwenders durch das Signal SIGHUP beendet.


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30.4.11 ps – Prozessinformationen anzeigen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

ps ist wohl das wichtigste Kommando für Systemadministratoren, um an Informationen über aktive Prozesse zu gelangen (neben top). Rufen Sie ps ohne irgendwelche Argumente auf, werden Ihnen die im jeweiligen Terminal gestarteten Prozesse aufgelistet. Zu jedem Prozess erhalten Sie die Prozessnummer (PID), den Terminal-Namen (TTY), die verbrauchte Rechenzeit (TIME) und den Kommandonamen (COMMAND). Außer diesen Informationen lassen sich über Optionen noch viele weitere Informationen entlocken. Häufig wird dabei der Schalter -e verwendet, mit dem Informationen zu allen Prozessen zu gewinnen sind (also nicht nur zum jeweiligen Terminal), und ebenso der Schalter -f, der Ihnen noch vollständigere Informationen verschafft:

user$ ps -ef
UID    PID  PPID  C STIME TTY    TIME CMD
root     1     0  0 10:41 ?    00:00:00 init [2]
root     2     1  0 10:41 ?    00:00:00 [migration/0]
root     3     1  0 10:41 ?    00:00:00 [ksoftirqd/0]
root     4     1  0 10:41 ?    00:00:00 [events/0]
...

Mittlerweile beinhaltet das Kommando ps eine Vielzahl von Optionen. Näheres liefert die man-Seite von ps. Häufig sucht man in der Liste von Prozessen nach einem ganz bestimmten Prozess. Diesen können Sie folgendermaßen »herauspicken«:

user$ ps -ax | grep apache
12444 ?  SNs    0:00 /usr/sbin/apache2 -k start -DSSL

Durch die Verwendung der obigen Parameter wird zugleich auch die Prozessnummer geliefert. Dieselbe Funktion hat das im Folgenden beschriebene Kommando pgrep.


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30.4.12 pgrep – Prozesse über ihren Namen finden Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Sofern Sie die Prozessnummer eines Prozessnamens benötigen, ist pgrep das Kommando der Wahl.

user$ pgrep kamix
3171

pgrep liefert zu jedem Prozessnamen die Prozessnummer, sofern ein entsprechender Prozess gerade aktiv ist und in der Prozessliste (ps) auftaucht.


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30.4.13 pstree – Prozesshierarchie in Baumform ausgeben Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit pstree können Sie die aktuelle Prozesshierarchie in Baumform ausgeben lassen. Ohne Angabe von Argumenten zeigt Ihnen pstree alle Prozesse an, angefangen vom ersten Prozess init (PID = 1). Geben Sie hingegen eine PID oder einen Login-Namen an, so werden nur die Prozesse des Benutzers oder der Prozessnummer hierarchisch angezeigt.


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30.4.14 renice – Priorität laufender Prozesse verändern Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Kommando renice können Sie im Gegensatz zu nice die Priorität von bereits laufenden Prozessen verändern. Ansonsten gilt auch hier alles, was bereits zum Kommando nice gesagt wurde. Komfortabler können Sie die Priorität laufender Prozesse übrigens mit dem Kommando top verändern. Ein Tastendruck auf Taste R fragt Sie nach der Prozessnummer und dem nice-Wert des Prozesses, dessen Priorität Sie verändern wollen.


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30.4.15 sleep – Prozesse schlafen legen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit sleep legen Sie einen Prozess für n Sekunden schlafen. Voreingestellt sind zwar Sekunden, aber über Optionen können Sie hierbei auch Minuten, Stunden oder gar Tage verwenden.


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30.4.16 su – Ändern der Benutzerkennung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das Kommando su bedeutet SwitchUser. Durch die Angabe ohne Argumente wird hierbei gewöhnlich nach dem Passwort des Superusers gefragt. Unter Ubuntu erfordert das Nutzen des su-Befehls die Einrichtung und Freischaltung des Root-Accounts:

user$ sudo passwd
Password: <Hauptbenutzerpasswort eingeben>
Enter new UNIX password: <Rootpasswort definieren>
Retype new UNIX password: <Rootpasswort bestätigen>
passwd: password updated successfully
user$ whoami
marcus
user$ su
Password:
root# whoami
root

Wie bereits mehrfach erwähnt wurde, sollte der Root-Account nach Möglichkeit deaktiviert bleiben. Sie können den Root-Account nach Freischaltung über sudo passwd -l root wieder zurücksetzen. su startet immer eine neue Shell mit der neuen Benutzerkennung (UID) und einer Gruppenkennung (GID). Wie bei einem neuen Login wird nach einem Passwort gefragt. Geben Sie keinen Benutzernamen an, versucht su zu UID 0 zu wechseln – also zum Superuser. Sofern Sie »Superuser« sind, können Sie auch die Identität eines jeden Benutzers annehmen, ohne dessen Passwort zu kennen.


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30.4.17 sudo – Programme als anderer Benutzer ausführen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit sudo kann ein bestimmter Benutzer ein Kommando ausführen, zu dem er normalerweise nicht berechtigt ist (z. B. für administrative Aufgaben). Dazu legt Root gewöhnlich in der Datei /etc/sudoers folgenden Eintrag ab:

# Auszug aus /etc/sudoers
john ALL=/usr/bin/kommando

Jetzt kann der User »john« das Kommando mit folgendem Aufruf starten:

user$ sudo /usr/bin/kommando
Passwort: *********

Nachdem »john« sein Passwort eingegeben hat, wird das entsprechende Kommando ausgeführt, wozu er normalerweise ohne den Eintrag in /etc/sudoers nicht im Stande wäre. Der Eintrag wird gewöhnlich mit dem Editor vi über den Aufruf visudo vorgenommen.

Unter Ubuntu wurde der während der Installation angelegte Standardbenutzer automatisch der Gruppe admin zugeordnet, sodass er sämtliche administrativen Aufgaben »aus dem Stand« erledigen kann:

# Auszug aus /etc/sudoers / Ubuntu
# User privilege specification
root ALL=(ALL) ALL
# Members of the admin group may gain root privileges
%admin ALL=(ALL) ALL

Soll ein weiterer Benutzer auf Ihrem System über Root-Rechte und somit die Fähigkeit verfügen, via sudo Root-Kommandos auszuführen, so ordnen Sie diesen Benutzer am besten über addgroup der Gruppe admin zu.


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30.4.18 time – Zeitmessung für Prozesse Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit time führen Sie das in der Kommandozeile angegebene Kommando bzw. Skript aus und bekommen die Zeit, die dafür benötigt wurde, zurückgeliefert. Diese Zeit wird aufgeteilt in die tatsächlich benötigte Zeit (real), die Rechenzeit im Usermodus (user) und diejenige im Kernel-Modus (sys).

user$ time find . -name *.tex
...
real    0m0.657s
user    0m0.104s
sys     0m0.127s

Eine einfache Stoppuhr

Mit dem Befehl time read hat man eine einfache Stoppuhr, die einfach losläuft und mittels Taste Enter (oder Return) beendet werden kann.



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30.4.19 top – Prozesse nach CPU-Auslastung anzeigen topZur vorigen Überschrift

Mit top erhalten Sie eine Liste der gerade aktiven Prozesse angezeigt. Die Liste wird nach CPU-Belastung sortiert. Standardmäßig wird top alle fünf Sekunden aktualisiert; beendet wird top mit q. top kann aber noch mehr, als die Auslastung der einzelnen Prozesse anzuzeigen. Beispielsweise können Sie mit dem Tastendruck Taste K (kill) einem bestimmten Prozess ein Signal senden oder mit Taste R (renice) die Priorität eines laufenden Prozesses verändern. Ein Blick auf die man-Seite von top offenbart eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten dieses auf den ersten Blick einfachen Kommandos.



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