Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 14 Multimedia
Pfeil 14.1 Codecs
Pfeil 14.2 CDs und DVDs erstellen und brennen
Pfeil 14.2.1 Brasero
Pfeil 14.2.2 K3b
Pfeil 14.3 Audio
Pfeil 14.3.1 Rhythmbox – Vorbild iTunes
Pfeil 14.3.2 Verwaltung einer Musiksammlung
Pfeil 14.3.3 Austausch mit MP3-Playern – Ipod
Pfeil 14.3.4 Käuflicher Erwerb von Musik
Pfeil 14.3.5 Wiedergabe von CDs
Pfeil 14.3.6 Codieren von Audiomaterial
Pfeil 14.3.7 Bearbeitung von Audiodateien
Pfeil 14.4 Video
Pfeil 14.4.1 Totem
Pfeil 14.4.2 Xine
Pfeil 14.4.3 MPlayer
Pfeil 14.4.4 Dragon-Player
Pfeil 14.4.5 Der PC als Fernseher
Pfeil 14.4.6 DVDs ansehen
Pfeil 14.4.7 Anschluss eines Camcorders
Pfeil 14.5 Livestreams
Pfeil 14.5.1 Flash
Pfeil 14.5.2 Real-Player
Pfeil 14.6 Videoschnitt und -aufnahme
Pfeil 14.6.1 PiTiVi
Pfeil 14.6.2 DVBcut
Pfeil 14.6.3 Kino
Pfeil 14.7 Spiele
Pfeil 14.7.1 Windows-Spiele unter Ubuntu
Pfeil 14.7.2 Enthaltene Programme
Pfeil 14.7.3 Virtuelle Welten – SecondLife
Pfeil 14.7.4 Beispiel für eine Wine-Installation: World of Warcraft


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14.3 Audio Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Seit dem Jahr 2000 ist die Anzahl der verkauften Tonträger (überwiegend CDs) weltweit kontinuierlich gesunken und befindet sich weiterhin im freien Fall. Heute werden gerade noch so viele Tonträger verkauft wie vor 20 Jahren. Für diese Entwicklung sind verschiedene Faktoren verantwortlich, beispielsweise der Streit um einen geeigneten Nachfolger und überhöhte Preise für den Endkonsumenten. Den wohl größten Einfluss auf diese Entwicklung haben allerdings

  • die Verbreitung des Internets und damit einhergehend illegale (z. B. Tauschbörsen) und legale Angebote (z. B. iTunes),
  • die Komprimierung von Musik in einer Größe (z. B. mp3), die es uns erlaubt, einzelne Musikstücke in akzeptablen Geschwindigkeiten über das Internet zu versenden.

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14.3.1 Rhythmbox – Vorbild iTunes Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Computer hat den Alltag und die Art und Weise, wie junge Leute Musik hören, radikal verändert. Heutzutage wird Musik aus dem Internet heruntergeladen, auf dem Computer mithilfe eines geeigneten Programms verwaltet und zum mobilen Genuss auf ein portables Gerät kopiert. Für alle diese Zwecke verwenden viele Nutzer lediglich ein einziges Programm.

Für Windows- und Apple-Nutzer stellt das Programm iTunes quasi den Standard dar, während Linux-Nutzer bislang buchstäblich alt aussahen – es gab schlichtweg kein geeignetes Pendant. Dies soll sich nun dadurch ändern, dass das Programm Rhythmbox sukzessive sämtliche oben genannten Aufgaben erlernen soll.

Abbildung 14.7 Das Programm »Rhythmbox« starten Sie über das Menü »Anwendungen · Unterhaltungsmedien · Rhythmbox Musik-Wiedergabeprogramm«.

Aufgaben

Rhythmbox ist unter Ubuntu Ihre zentrale Anlaufstelle zur Musikverwaltung. Das Programm übernimmt drei wesentliche Aufgaben:

  • Musik hören
    Hierbei ist es egal, ob die Musik von einer eingelegten CD stammt oder in Form von Dateien auf dem Computer gespeichert ist. Weitere Informationen zur Wiedergabe von Musik finden Sie im nächsten Abschnitt.
  • Musik verwalten
    Unter Musikverwaltung versteht man die korrekte Indizierung der gespeicherten Musikdateien sowie die automatische Überwachung der Ordner, in denen diese Dateien liegen. Des Weiteren gehört auch die Kommunikation mit einem portablen Gerät (z. B. iPod), um unterwegs Musik zu hören, zu diesem Einsatzgebiet. Weitere Informationen zur Verwaltung von Musik finden Sie in Abschnitt 14.3.2, »Verwaltung einer Musiksammlung«.
  • Musik kaufen
    Der unglaubliche Erfolg von iTunes zieht Nachahmer geradezu magisch an, so auch die Firma Canonical mit ihrem »Produkt« Ubuntu. In Rhythmbox ist ein Online-Shop für den einfachen Kauf von Musik integriert. Weitere Informationen zum Kauf von Musik finden Sie in Abschnitt 14.3.4, »Käuflicher Erwerb«.

Musik hören mit Rhythmbox

Die Hauptaufgabe von Rhythmbox besteht sicherlich in der korrekten und einfachen Wiedergabe von Musik. In den drei zu Beginn leeren Hauptfenstern erscheint standardmäßig in der Mitte eine Auflistung aller Interpreten, rechts eine Auflistung aller Musikalben und unten schließlich die Angabe aller einzelnen Stücke des betreffenden Albums. Die Anordnung ist also hierarchisch, wobei sich die Sortierung von Künstler über Alben bis hin zu einzelnen Liedern erstreckt.

Abbildung 14.8 »Rhythmbox« wirkt auf den ersten Blick verwirrend, ist aber wesentlich übersichtlicher als vergleichbare Programme wie beispielsweise »iTunes«.

Damit Rhythmbox überhaupt irgendetwas anzeigen und abspielen kann, müssen Sie dem Programm den Speicherort Ihrer Musiksammlung mitteilen. Sie erreichen dies durch mehrere Varianten.

Für einzelne Stücke ist es eventuell sinnvoll, wenn Sie diese über Musik · Datei importieren hinzufügen. Ganze Ordner, die als Alben fungieren, fügen Sie über Musik · Ordner importieren hinzu.

Sammlung automatisch überwachen

Eine besonders elegante Möglichkeit der Verwaltung Ihrer Sammlung ist die automatische Überwachung eines Ordners. In diesem können beliebig viele Unterordner angelegt werden. Standardmäßig ist der überwachte Ordner der Musikordner, der sich in Ihrem persönlichen Verzeichnis unter Orte · Musik befindet. Sie können selbstverständlich auch einen Ordner auswählen. Hierzu rufen Sie die Einstellungen in Rhythmbox unter Bearbeiten · Einstellungen auf. Im Reiter Musik navigieren Sie mithilfe des Buttons Auswählen... zu dem gewünschten Ordner.


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14.3.2 Verwaltung einer Musiksammlung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Eine wichtige Verwaltungsmöglichkeit von Rhythmbox haben Sie im vorigen Abschnitt bereits kennengelernt – das automatische Überwachen Ihrer Musiksammlung. Die richtige Verwaltung einer umfassenden Musiksammlung macht aber nur Freude, wenn die sogenannten »Tags« (engl. Anhänger, gesprochen täks) der Dateien korrekt sind. In diesen Tags sind Bezeichnungen wie Interpret, Titel, Erscheinungsjahr usw. gespeichert. Die Tags sind quasi in der Musikdatei integriert und können nicht offensichtlich bearbeitet werden.

Filtern nach Stichwörtern

Nur durch die korrekten Angaben in diesen Tags kann ein Musikprogramm wie Rhythmbox effizient nach bestimmten Kriterien filtern. Um beispielsweise alle Musikstücke eines bestimmten Interpreten in einer umfangreichen Sammlung zu finden, müssen Sie in allen zugehörigen Tags der betreffenden Musikstücke den Interpreten korrekt angeben.

Das Bearbeiten der Tags klingt sehr aufwendig, macht sich aber sehr schnell bezahlt, wenn Ihre Musiksammlung anwächst.


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14.3.3 Austausch mit MP3-Playern – Ipod Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die meisten MP3-Player werden per USB an den Computer angeschlossen und lassen sich dann sehr einfach mit Musik »befüllen«. Nach dem korrekten Erkennen der Hardware öffnet sich ein Nautilus-Fenster mit dem Inhalt des MP3-Players. Hier können Sie dann beliebig Musikstücke löschen und neue einfügen. Bei den iPods von Apple ist dies normalerweise nicht so einfach möglich. Hier musste bisher immer eine lokale Datenbank aufgebaut werden, die mit dem Gerät synchronisiert wird. Doch damit hat Ubuntu aufgeräumt.

iPod

Die Besitzer der populären Geräte von Apple werden sich freuen: Erklärtes Ziel von Ubuntu 10.04 ist es, die Integration von iPods nahezu perfekt umzusetzen. In der Realität gibt es zwar noch Probleme mit dem Anlegen von Wiedergabelisten, das nicht auf jedem Modell funktioniert, das Übertragen von Musikdateien ist aber problemlos möglich – ohne die Installation weiterer Pakete. Bisher waren für eine einfache Zusammenarbeit mit Linux einige Verrenkungen nötig, inklusive dem Neuformatieren des iPods. Inzwischen ist dies nicht mehr nötig und iPods funktionieren unter Ubuntu ähnlich wie alle anderen MP3-Player.

Wenn Sie Ihren iPod anschließen, öffnet sich zunächst ein Dialogfenster, das vorschlägt, den iPod mit Rhytymbox zu öffnen. Wenn Sie möchten, können Sie dies auch für die Zukunft permanent festlegen. In Rhythmbox selbst finden Sie Ihren iPod links in der Seitenleiste unter dem Punkt Geräte wieder (siehe Abbildung 14.9).

Abbildung 14.9 »Rhythmbox« arbeitet hervorragend mit Ihrem iPod zusammen.

Sie können nun einfach Alben per Maus auf diesen Eintrag ziehen, die Übertragung startet dann automatisch. Unten in der Statusleiste können Sie den Fortschritt verfolgen (siehe Abbildung 14.10).

Abbildung 14.10 Ein Fortschrittsbalken informiert Sie über den Status der Dateiübertragung.

Wenn Sie die gewünschten Alben auf Ihren iPod übertragen haben, müssen Sie diesen noch mit einem Klick auf den Eintrag in der Seitenliste und anschließend auf das Auswerfen-Symbol in der Werkzeugleiste (siehe Abbildung 14.11) sicher aushängen.

Abbildung 14.11 Nur noch ein Schritt bis zum Hörgenuss – den iPod auswerfen.


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14.3.4 Käuflicher Erwerb von Musik Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

In Zusammenarbeit mit 7digital können Ubuntu-Benutzer DRM-freie Musik erwerben. Das Angebot reicht von James Brown über Miles Davis bis hin zu Youssou N'Dour und umfasst über 4~Millionen Lieder.

Musikstücke können in der Vorschau für 60 Sekunden angehört werden. Ein Musikstück kostet durchschnittlich 99 Euro-Cent, gezahlt werden kann mit Kreditkarte oder über Clickandbuy oder Paypal. Obwohl eine Partnerschaft besteht, können Sie bestehende Konten von 7digital nicht auf Ubuntu One übertragen.

Qualität und Kopierschutz

Die Musik wird im MP3-Format mit 256 KBit/s angeboten, ohne jegliche Kopierschutzeinschränkungen. Auch wird es keine eingebetteten Wasserzeichen geben. Einen Partner, der Musik im freien Format Ogg Vorbis oder im verlustfreien Format FLAC zur Verfügung stellen kann, konnte Canonical bislang nicht finden, will aber weiter danach Ausschau halten.


Aufnahme von Last.fm

Last.fm ist eine Webseite, die ein Internetradio zur Verfügung stellt und sich die Verbreitung neuer Musik auf die Fahnen geschrieben hat. Es gibt dazu einige Clients (Last.fm, LastFMProxy, Vagalume, LastExit und TheLastRipper) und andere Software unter Ubuntu. Mit dem Programm TheLastRipper können Sie Ihre Lieblingsmusik aufzeichnen.

Die Applikation kann eine Spielliste erzeugen und erstellt MP3s in einer sauberen OrdnerHierarchie. Die Anwendung gibt es als fertiges deb-Paket, und sie kann unter der Adresse www.thelastripper.com/download.html heruntergeladen werden. Nach der Installation müssen Sie lediglich den Usernamen Ihres Last.fm-Accounts und ein Verzeichnis angeben, in das die Streams abgespeichert werden sollen.

Der Player und Ripper ist sehr einfach gehalten und ebenso einfach zu bedienen. Zum Abspielen einer selbst angelegten Liste muss der Pfad wie folgt angegeben werden:

lastfm://user/[Benutzername]/[Playlist]

Abbildung 14.12 Mit »Rhythmbox« haben Sie einen einfachen Zugriff auf den Ubuntu One Music Store. Ähnlich wie bei »iTunes« können Sie hier schnell und bequem Musik erwerben.


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14.3.5 Wiedergabe von CDs Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

»Normale« Audio-CDs lassen sich ohne Probleme mit dem integrierten CD-Abspieler wiedergeben. Legen Sie dazu einfach die CD in Ihr CD/DVD-Laufwerk.

Titelabfrage

Unter Ubuntu/GNOME startet kurze Zeit nach dem Einlegen einer CD eine Abfrage, mit der Sie das für die Wiedergabe von CDs verantwortliche Standardprogramm Rhythmbox starten können (siehe Abbildung 14.13). Besteht eine Verbindung zum Internet, so holt sich das Programm die Titelliste aus der Datenbank von Gracenote (www.gracenote.com), ehemals bekannt als CDDB (Compact Disc Database). Die Lizenzbedingungen von Gracenote erlauben den kostenlosen Zugriff für nicht-kommerzielle Software.

Abbildung 14.13 Beim Einlegen einer CD erscheint eine Abfrage, ob Sie das Medium mit »Rhythmbox« öffnen möchten.

Ihre CD wird nach dem Einlesen automatisch in Rhythmbox angezeigt und die enthaltenen Titel sind im Hauptfenster erreichbar (siehe Abbildung 14.14). Durch Klick auf die Wiedergabetaste starten Sie das Abspielen der CD.

Abbildung 14.14 »Rhythmbox« spielt auch die eingelegten CDs ab.


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14.3.6 Codieren von Audiomaterial Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Immer beliebter werden die kleinen praktischen USB-Memorysticks, die über integrierte Encodierroutinen für MP3- bzw. Ogg-Vorbis-Dateien verfügen. Um Ihre Musikstücke zunächst zu codieren, gibt es mehrere Möglichkeiten.

Sound Juicer

Um CDs auszulesen (neudeutsch: zu rippen), eignet sich das Programm Sound Juicer, welches Sie mithilfe von Synaptic oder über die Kommandozeile installieren können:

sudo apt-get install sound-juicer

Das Programm starten Sie nach erfolgter Installation über Anwendungen · Unterhaltungsmedien · Audio-CDs auslesen. Über die Schaltfläche Auslesen werden die vorgewählten Titel als Ogg-Vorbis-Dateien in das Heimatverzeichnis transcodiert und können danach auf einen gängigen USB-Ogg-Vorbis-Player befördert werden (immer mehr Memorystick-Player beherrschen mittlerweile auch die Decodierung von Ogg-Vorbis-Dateien).

Abbildung 14.15 CDs anhören und rippen mit dem »Sound Juicer«

Wenn Sie MP3s erstellen möchten, müssen Sie die erforderlichen Codecs installiert haben. Am einfachsten gelingt dies durch die Installation des Metapakets ubuntu-restricted-extras. Im Anschluss können Sie über Bearbeiten · Einstellungen als Ausgabeformat CD Quality, MP3 (.mp3-Typ) auswählen.

Mit K3b

Ubuntu-Nutzer können den oben beschriebenen Sound Juicer auch zum Codieren von Audiomaterial nutzen. Kubuntu-Nutzer greifen hier auf K3b zurück.

Nach dem Start von K3b wählen Sie den Menüpunkt Extras · Audio-CD auslesen... aus. Im folgenden Dialog wählen Sie Audio-Stücke anzeigen aus. Ihnen werden nun alle auf der CD befindlichen Musikstücke angezeigt. Sie können nun einzelne Stücke abwählen, falls diese nicht ausgelesen werden sollen.

Abbildung 14.16 CDs auslesen mit »K3b«

Nach einem Klick auf Auslesen starten (über der Titelliste) erscheint ein Dialogfenster, in dem Sie weitere Einstellungen wie das gewünschte Codierungsformat vornehmen können. Sofern Sie das Paket lame installiert haben, steht Ihnen auch das MP3-Format zur Verfügung. Das Codieren als Ogg Vorbis ist ohne zusätzliche Pakete möglich. Mit Auslesen starten beginnt der Codiervorgang.

Über die Kommandozeile

Die folgende Kurzanleitung zeigt Ihnen, wie Sie von einer Kommandozeile ausgehend Stücke von einer CD in die entsprechenden Formate umwandeln. Stellen Sie sicher, dass folgende Pakete bzw. Programme auf Ihrem PC installiert wurden:

  • cdparanoia
  • vorbis-tools
  • lame (für MP3-Unterstützung)

Wollen Sie MP3-Dateien auch wiedergeben können, so benötigen Sie außerdem noch das Paket gstreamer0.10-plugins-ugly.

1. Legen Sie die CD Ihrer Wahl in ein freies Laufwerk ein. Ein bestimmter Titel wird zunächst mit dem Befehl
cdparanoia <Titelnummer> titel_nr.wav
2. auf die Platte befördert. <Titelnummer> ist hierbei eine ganze Zahl, die die Nummer des Tracks angibt, den Sie auf den PC befördern (»rippen«) möchten. Das Rip-Programm cdparanoia erwartet dabei, dass das Audiomedium über den Standard-Link /dev/cdrom angesprochen werden kann; diesen müssen Sie gegebenenfalls an das System anpassen. Ein Fortschrittsbalken zeigt den aktuellen Transferstatus an.
3. Nun können Sie zunächst den Platzbedarf der auf den Rechner übertragenen Datei inspizieren:
ls –lah titel_nr.wav
4. Ein durchschnittliches Stück nimmt zwischen 30 MB und 50 MB Datenvolumen ein.
5. Die wav-Datei soll schließlich komprimiert werden. Dazu verwenden Sie bitte den Befehl oggenc des Ogg-Vorbis-Pakets. Ein Komprimierungsbefehl könnte z. B. wie folgt aussehen:
oggenc titel_nr.wav –q 6 –o titel_nr.ogg
6. Wenn das Musikstück in das MP3-Format encodiert werden soll, so geschieht dies mit folgendem Encodierbefehl:
lame –h –V 6 titel_nr.wav titel_nr.mp3
7. Dabei wurde jeweils die Qualitätsstufe 6 gewählt; das Maximum an Qualität liegt bei 10. Ein erneuter Blick mittels ls –lah auf die Größe der erzeugten Dateien zeigt den Erfolg der Kompression:
2,8M 2009-12-05 20:22 titel_nr.mp3
4,2M 2009-12-05 20:16 titel_nr.ogg
33M 2009-12-05 20:11 titel_nr.wav
8. Die durchschnittliche Kompressionsrate liegt je nach gewählter Qualitätsstufe bei etwa einem Zehntel der Originaldateigröße.

Playlists erstellen

Wer viele Audiodateien auf seiner Festplatte beheimatet, kennt sicherlich den Nutzen von Wiedergabelisten, sogenannten Playlists. Eine solche (Text-)Datei ist lediglich eine Auflistung von Audiodateien und muss zwingend die Endung m3u besitzen. Viele Programme zur Wiedergabe von Musik können das Erstellen einer Playlist übernehmen. Allerdings ist auch das Erstellen in der Shell spielend einfach. Um alle Dateien eines Verzeichnisses in einer Playlist zusammenzufassen, tippen Sie in diesem Verzeichnis Folgendes ein:

ls *.mp3 > "Name des Interpreten oder sonstiger Text".m3u

oder:

find * ! -iname '*.m3u' >liste.m3u


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14.3.7 Bearbeitung von Audiodateien topZur vorigen Überschrift

Nachdem nun einige Musikstücke ihren Weg auf den Rechner gefunden haben, wünscht man sich oft, diese neu abzumischen oder auch einfach nur zu schneiden. Dazu bietet sich der Soundeditor Audacity an, der sogar als professionelles Mehrkanaltonstudio eingesetzt werden kann. Installieren Sie die Software mittels sudo apt-get install audacity.

Abbildung 14.17 »Audacity« – das Linux-Tonstudio

Nach der Installation rufen Sie das Programm über Anwendungen · Unterhaltungsmedien · Audacity auf. Nach dem Start müssen Sie zunächst die Menüsprache auswählen, danach können Sie über Datei · Öffnen ein Audiosample in den Editor laden, z. B. einen der im letzten Abschnitt gerippten CD-Tracks.

Anwendungsbeispiel

Als kleines Projekt soll im Folgenden der Mittelteil eines importierten Stücks isoliert werden sowie mit einer Ein- und Ausblendung und einem Effekt versehen werden.

1. Markieren Sie dazu mit der Maus einen Bereich vom Beginn des Stücks sowie einen Bereich am Ende des Stücks, und löschen Sie diesen entweder mit der Taste (Entf) oder durch Anklicken des Scherensymbols in der Icon-Leiste. Zur besseren Orientierung lässt sich das Musikstück mit den üblichen Kontroll-Buttons im Editor wiedergeben. Das Löschen funktioniert nur dann, wenn Sie sich nicht im Wiedergabemodus befinden.
2. Für die Einblendung des Anfangsteils markieren Sie eine etwa 10 Sekunden lange Sequenz mit der Maus und wählen im Menü Effekt den Punkt Einblenden. Verfahren Sie analog zum Ausblenden des Stücks.
3. Nun sollten Sie einen weiteren Effekt testen. Spaßeshalber möchten wir das geschnittene Stück rückwärts abspielen. Dazu wählen Sie zunächst das komplette Stück mit Taste Strg + Taste A aus und wählen den Punkt Effekt · Reverse im Hauptmenü. Eine erneute Wiedergabe des Stücks mit der Play-Taste zeigt, ob die obigen Schritte erfolgreich waren.

Wenn Sie ein multimediafähiges Handy haben, können Sie dieses Stück nun als Ihren ganz persönlichen Klingelton verwenden.

Selbstverständlich können Sie auch »ernsthaft« mit Audacity arbeiten. Über den Punkt Projekt · Neue Tonspur können Sie beliebig viele Tracks zum Projekt hinzufügen und abmischen, sodass Ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Nach vollendeter Arbeit kann das Ergebnis dann je nach Anzahl und Art der installierten Audio-Encoder-Bibliotheken in das WAV-, Ogg-Vorbis- oder MP3-Format exportiert werden (Datei · Exportieren als...).


UbuntuStudio verwenden

Wenn Sie sich ein Tonstudio unter Ubuntu aufbauen möchten, sollten Sie sich das Ubuntu-Derivat UbuntuStudio näher ansehen. Sie finden es auf der beiliegenden DVD Nr. 2 oder im Internet unter www.ubuntustudio.org. Der Umfang der integrierten Programme in UbuntuStudio reicht selbstverständlich nicht an kommerzielle Programme heran, aber für Hobby-Musiker sollte es reichen.




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