Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

Download:
- ZIP, ca. 34,8 MB
Buch bestellen
Ihre Meinung?

Spacer
<< zurück
Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 11 Internet und E-Mail
Pfeil 11.1 Der Network-Manager
Pfeil 11.2 Firefox – der Internet-Browser
Pfeil 11.3 E-Mail-Clients als Ersatz für Outlook
Pfeil 11.3.1 Evolution
Pfeil 11.3.2 Thunderbird
Pfeil 11.4 Newsreader
Pfeil 11.4.1 Akregator
Pfeil 11.4.2 Evolution und Thunderbird
Pfeil 11.5 Echtzeit-Kommunikation
Pfeil 11.5.1 Empathy – Das Multitalent
Pfeil 11.5.2 Kurznachrichten mit Gwibber
Pfeil 11.5.3 Internettelefonie
Pfeil 11.5.4 Videokonferenzen mit Ekiga
Pfeil 11.6 Datenaustausch über Peer-to-Peer-Netze


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

11.5 Echtzeit-Kommunikation Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Manchmal wünscht man sich eine synchrone Kommunikation mit seinem Gegenüber. Natürlich bietet Ubuntu hierfür geeignete Lösungen, die ich Ihnen in den nächsten Abschnitten vorstellen möchte.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

11.5.1 Empathy – Das Multitalent Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das Streben nach universeller Erreichbarkeit ist insbesondere ein Phänomen der »Generation @«. Seinen vorläufigen Höhepunkt hat dieser Trend in der Entwicklung von sogenannten Instant-Messenger-(IM-)Programmen gefunden. Vorreiter war zunächst das ICQ-System, und AOL hat wenig später seinen AIM (AOL Instant Messenger) unters Volk gebracht.

Unter Ubuntu gibt es den Empathy, der sich im Menü Anwendungen · Internet · Empathy befindet. Alternativ erreichen Sie Empathy auch über das Briefsymbol im oberen Panel. Dort öffnen Sie das Programm über die Verknüpfung Chat.

Abbildung 11.16 »Empathy« in Aktion

Verschiedene Protokolle

Empathy kann in Verbindung mit verschiedenen Instant-Messenger-Protokollen eingesetzt werden. Wenn Sie also noch einen MSN-, ICQ- oder Yahoo-Account haben, dann können Sie auch dieses Konto mit Empathy nutzen. Sie können neuerdings sogar den Facebook-Chat mit Empathy verwenden.


Jabbern mit gmx und web.de

E-Mail-Adressen bei GMX, web.de oder 1&1 sind weit verbreitet. Was viele nicht wissen: Diese sind auch gleichzeitig XMPP-IDs, die Sie auch mit Empathy nutzen können. Das Passwort entspricht Ihrem Passwort für den Mailaccount.


Konfiguration

Das Einrichten der notwendigen Konten ist denkbar einfach: Starten Sie Empathy und öffnen Sie die Kontaktliste. Über den Menüpunkt Bearbeiten · Konten erhalten Sie eine Übersicht der vorhandenen Konten (siehe Abbildung 11.17). Wenn Sie Empathy das erste Mal starten, haben Sie noch kein einziges Konto konfiguriert und das Programm startet sofort mit einem Konfigurationsassistenten.

Abbildung 11.17 Neue Konten lassen sich sehr leicht anlegen durch einen Klick auf die Schaltfläche »Hinzufügen«.

XMPP

Dem Open-Source-Gedanken am nächsten kommt wohl das XMPP-Protokoll (oftmals auch Jabber genannt). Einen XMPP-Server darf jeder einrichten, XMPP ist völlig unabhängig von irgendwelchen Unternehmen oder Einzelpersonen.

Eine Liste von XMPP-Servern ist auf http://www.xmpp.net/ zu finden. Sie müssen sich nicht auf einer gesonderten Internetseite anmelden, wie es oftmals bei anderen Messengern nötig ist. Tragen Sie einfach Ihren gewünschten Benutzernamen und den ausgewählten Server ein, beispielsweise jabber.ccc.ce oder xmppnet.de. Anschließend setzen Sie ein Häkchen vor Dieses neue Konto auf dem Server anlegen und klicken auf Speichern. Sofern der Benutzername noch nicht vergeben ist, haben Sie sich nun bei diesem XMPP-Server registriert.

Abbildung 11.18 Mit »Empathy« besitzt Ubuntu ein Universalkommunikationsprogramm: Fast zwanzig verschiedene Chat-Protokolle werden derzeit unterstützt, darunter auch das Microsoft-Netz MSN, der Yahoo-Messenger, ICQ oder der besprochene IRC.


Empathy für Dateiübertragungen nutzen

Empathy bietet die bequeme Möglichkeit, Dokumente oder Bilder zu versenden, indem man diese einfach mit der Maus auf einen Kontakt zieht. Hierbei nutzen Sie einen speziellen Proxy-Server für Dateiübertragungen. Auf diese Weise können Sie Ihren Chat-Partnern bequem Dateien senden, ohne dass Sie extra parallel ein E-Mail-Programm wie Evolution bemühen müssen.

Der Datentransfer funktioniert übrigens nicht bei allen Protokollen problemlos. In der Vergangenheit gab es beispielsweise besonders häufig Probleme mit dem geschlossenen MSN-Protokoll. Sie vermeiden viel Ärger, wenn Sie auf das offene XMPP umsteigen.


Verbindung herstellen

Nachdem Sie das Konto durch Eingabe von Benutzername und Passwort konfiguriert haben (siehe Abbildung 11.17), können Sie durch Setzen des Häkchens bei Aktiviert die Verbindung zum Server herstellen. Nun können Sie die Verbindung zu einem weiteren Nutzer testen: Dazu müssen Sie seinen Benutzernamen kennen. Über das Untermenü Chat · Kontakt hinzufügen wird der entsprechende Partner zunächst registriert, damit Sie zukünftig eine Meldung erhalten, wenn die Person online ist. Erscheint der registrierte Freund im Kontaktfenster, so ist dieser online und kann durch einen Doppelklick ausgewählt und »angefunkt« werden. Im unteren Bereich des Fensters geben Sie den Text ein, und mit dem Button Abschicken versenden Sie ihn.

Plaudern und Dateien versenden

Damit wären natürlich längst nicht alle Möglichkeiten beschrieben: Mithilfe des Instant-Messenger-Netzwerks können Konferenzen bzw. Chats zwischen mehreren Personen unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehalten werden, und es können sogar Dateien an die Mitglieder des Chats versendet werden, indem man diese einfach mit der Maus auf einen Kontakt zieht.


Gajim – auf Jabber spezialisiert

Ein weiterer Messenger ist Gajim, der allerdings nur das Jabber-Protokoll unterstützt. Sie können Gajim entweder aus den Ubuntu-Paketquellen installieren oder die neueste Version als sogenanntes »Autopackage« von der Projekt-Homepage www.gajim.org herunterladen. Gajim bietet nicht nur Benachrichtigungen darüber, ob Ihr Gesprächspartner gerade tippt oder nicht, sondern auch darüber, ob er das Gesprächsfenster beobachtet, etwas anderes tut oder das Chat-Fenster geschlossen hat.


Telepathy

Telepathy ist der Name für eine Spezifikation des freedesktop.org-Projekts, das die technische Basis zwischen verschiedenen Kommunikationsprogrammen wie Instant-Messenger, Internettelefonie und Videotelefonie beschreibt. Telepathy sieht zwei Arten von Software vor: zum einen sogenannte Verbindungsmanager und zum anderen Clients. Während Erstere die nötige Infrastruktur bereitstellen, nutzen die Clients diese Dienste. Die Kommunikation erfolgt über D-Bus.

Alternative: Ekiga

Der erste Client, der auf Telepathy aufbaut, ist Empathy. Empathy beherrscht auch Audio- und Videokonferenzen über XMPP/SIP (Session Initiation Protocol, SIP), mit dem Kommunikationssitzungen zwischen beliebig vielen Teilnehmern aufgebaut werden können. Leider funktioniert dies nur, wenn beide Teilnehmer Empathy nutzen. Als Alternative bietet sich Ekiga an (siehe Abschnitt 11.5.3, »Internettelefonie«).


Chatten über den Browser

Manchmal ist es unmöglich, einen Client zum Chatten zu benutzen: entweder weil die Installation nicht möglich ist (beispielsweise in einem Internetcafé oder auf einem Firmenrechner) oder weil der zuständige Administrator die benötigten Ports gesperrt hat. Diesen Widrigkeiten können Sie allerdings ein Schnippchen schlagen, indem Sie einfach über den Internetbrowser chatten. Sie benötigen hierfür keine Plug-ins. Das Zauberwort ist in diesem Fall Meebo (www.meebo.com) – ein Dienst, der es ermöglicht, mit den meisten Netzwerken über den Browser in Kontakt zu treten.



Fernzugriff per Empathy

Mit Empathy können Sie über den Fernzugriff sogar den Rechner eines Bekannten steuern. Auf diese Weise können Sie anderen helfen, ohne vor Ort sein zu müssen. Hierzu muss derjenige, der Hilfe benötigt, nur mit der rechten Maustaste auf den Namen des Hilfestellers klicken und den Punkt Meine Arbeitsumgebung freigeben auswählen.


Abbildung 11.19 Mit »Empathy« können Sie über den Fernzugriff sogar den Rechner eines Bekannten steuern.


Ein Echo für Empathy

Um die Fähigkeiten von Empathy zu testen, ist es hilfreich sich ein sogenanntes Echo einzurichten. Dieses Echo richten Sie wie einen ganz normalen neuen Benutzer ein, wobei es sich in Wirklichkeit nicht um einen realen Menschen handelt. Sie richten diesen «Benutzer« über das Menü Chat · Kontakt hinzufügen mit folgendem Bezeichner ein: echo@test.collabora.co.uk.

Nach einiger Zeit wird dieser Kontakt automatisch zu Ihrer Kontaktliste hinzugefügt. Dieses Echo reagiert ab jetzt auf einige Befehle, die Sie ihm über ein Chat-Fenster mitteilen können. Eine Übersicht möglicher Befehle erhalten Sie nach Eingabe von !help.

So führt der Befehl !callme dazu, dass das Echo Sie anruft, also eine Audio-Verbindung aufbaut (siehe Abbildung 11.20). Dieser Befehl eignet sich dementsprechend hervorragend, um das Mikrofon und die Lautsprecher Ihres Computers zu testen.


Audio und Video

Wenn Sie einen Anruf (Audio und/oder Video) erhalten, werden Sie durch ein Klingeln und die zugehörige Meldung in der rechten oberen Ecke darauf hingewiesen. Des Weiteren verfärbt sich das Briefsymbol im oberen Panel grün. Zum Annehmen des Anrufes klicken Sie auf das Briefsymbol und wählen im Kontextmenü den neu hinzugekommenen Eintrag des anrufenden Kontaktes. Es erscheint eine Abfrage wie in Abbildung 11.20, bei der sie über Annahme oder Abweisen des Gesprächs entscheiden.

Abbildung 11.20 Ein eingehender Anruf

Abbildung 11.21 »Empathy« beherrscht auch Audio- und Videokonferenzen.


Skype installieren

Ich möchte auf die unfreie Software Skype nur in diesem Tipp eingehen, da ich den Schwerpunkt des Buchs auf freie Anwendungen lege. Mit Skype können Sie nicht nur chatten und Dateien übertragen, sondern auch Videotelefonate führen, wobei die Übertragung sämtlicher Daten verschlüsselt erfolgt. Sie können gegen Entgelt sogar mit dem Festnetz telefonieren. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass eventuell eingezahltes Guthaben nach sechs Monaten verfällt.

Skype befindet sich nicht in den Paketquellen, lässt sich aber über die Homepage des Herstellers (http://www.skype.com/download/skype/linux/choose/) als Ubuntu-Paket herunterladen (das Ubuntu-Paket läuft ohne Probleme auch unter Ubuntu 8.10 und 9.04). Die Installation geschieht durch einen einfachen Doppelklick, und das Programm legt einen eigenen Eintrag unter Anwendungen · Internet · Skype an.

Wenn Sie eine 64-Bit-Installation von Ubuntu auf Ihrem Rechner haben, sollten Sie das Paket unter der Adresse http://www.skype.com/go/getskype-linux-ubuntu-amd64 verwenden. Auch wenn dieses kein reines 64-Bit-Paket ist, sind in ihm alle Abhängigkeiten korrekt aufgelöst. Wenn Sie das Medibuntu-Archiv in Ihr System eingebunden haben, erhalten Sie Skype auch über diese Quelle.


IRC

Die klassischen Chat-Räume werden oftmals über den sogenannten Internet Relay Chat (IRC) realisiert. Dort treffen sich Gleichgesinnte zu verschiedenen Themen. Unter anderem können Sie auch spezielle Räume ansteuern, in denen Hilfe und Unterstützung bei Ubuntu-Problemen gegeben wird. Eine Übersicht von sämtlichen Ubuntu-IRC-Kanälen finden Sie unter https://wiki.ubuntu.com/InternetRelayChat. IRC ist unter Linux-Nutzern ein sehr verbreitetes Protokoll, womit sich Entwickler und Benutzer untereinander austauschen.

Zur Konfiguration eines IRC-Kontos gehen Sie wie beschrieben vor. Wählen Sie Hinzufügen und wählen Sie einen IRC-Server aus der Liste aus. Im europäischen Bereich trifft man sich bevorzugt bei freenode.net. Wählen Sie dieses Netz und einen Namen/Passwort aus. Klicken Sie dann auf die Schaltfläche Anmelden. Der Aufbau einer Verbindung kann einige Zeit dauern und fehlerhaft enden, wenn der von Ihnen gewählte Name bereits vergeben ist. Wählen Sie dann einen anderen Namen. Da in diesen Chat-Räumen sehr viele Nutzer unterwegs sind, ist es verständlich, dass sich viel Nutzer einen Phantasienamen geben, da die natürlichen Namen zur eindeutigen Erkennung nicht ausreichen.

Raum betreten

Nun müssen Sie noch den entsprechenden Raum betreten. Das erfolgt über den Menüpunkt Raum · Beitreten. Wer einen Überblick über die auf dem Server gehosteten Kanäle haben möchte, der wählt den Menüpunkt Raumliste und holt sich eine komplette Auflistung für diesen Kanal. Zur bequemen Offline-Analyse kann die entsprechende Liste auch gespeichert werden. Sie werden feststellen, dass es zu nahezu jedem Thema einen Kanal gibt, der mehr oder weniger intensiv frequentiert wird.

Wenn Sie im Raum angekommen sind, können Sie endlich die Kommunikation beginnen, indem Sie in die untere Eingabezeile schreiben. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, dass man Links, die von freundlichen Channel-Usern angegeben wurden, direkt durch Anklicken im Systembrowser öffnen kann. Möchten Sie dazu einen speziellen Browser wie Firefox verwenden, so wählen Sie diesen zunächst über das Kontextmenü aus, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Link klicken.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

11.5.2 Kurznachrichten mit Gwibber Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Durch die gestiegene Bedeutung von Twitter und ähnlichen Diensten wurde das Panel um das Programm Gwibber ergänzt, welches die einfache Teilnahme an Social-Network-Seiten wie beispielsweise Facebook ermöglicht. Das Programm kann aber auch Meldungen aus Digg, Flickr, identi.ca, Jaiku, Laconi.ca oder Ping.fm beziehen bzw. senden sowie RSS/Atom-Feeds einlesen.

Gwibber wird aus dem Menü unter Anwendungen · Internet · Gwibber Anwendung für soziale Netzwerke gestartet. Alternativ können Sie das Programm auch über das Kontextmenü hinter dem Briefsymbol starten. Im unteren Bereich gibt es eine Eingabezeile, um Meldungen an die sogenannten »Microblogging-Dienste« zu senden. Das Eingabefeld akzeptiert maximal 140 Zeichen und die Meldung wird an alle Dienste gesendet, die unterhalb dieses Eingabefeldes aufgeführt sind. Ein Klick auf den aufgeführten Dienst wählt diesen ab bzw. wieder aus.

Abbildung 11.22 Über das »Me-Menü« (oben rechts im Panel) können Sie Kurznachrichten auch sofort verschicken ohne »Gwibber« zu öffnen.


Irssi – IRC für die Konsole

Wenn Sie aufgrund irgendwelcher Probleme keine grafische Oberfläche mehr haben, können Sie Hilfe im IRC finden. Irssi ist ein IRC-Client, der auch ohne X-Server funktioniert. Um Irssi zu nutzen, installieren Sie einfach das gleichnamige Paket und starten es von der Konsole oder aus einem Terminal mit irssi.

Die Oberfläche von Irssi gliedert sich folgendermaßen: Unten ist die Eingabezeile, und darüber sehen Sie die Meldungen des IRC-Servers bzw. die Beiträge der Channel-Teilnehmer. Nach dem Programmstart müssen Sie sich als Erstes mit einem Server verbinden. Am Beispiel von Freenode geschieht dies mit /connect irc.freenode.net. Eingeloggt sind Sie zunächst mit dem Usernamen, den Sie auch auf dem genutzten Rechner haben. Den Nickname können Sie mit dem Befehl /nick <Nickname> ändern. Sollte es ein bereits registrierter Nickname sein, so geben Sie nach der Aufforderung durch NickServ /msg NickServ IDENTIFY <Passwort> ein.

Sollten Sie nicht wissen, in welchen Channel Sie genau wollen, können Sie sich mit /list -yes eine Liste aller Channels des Servers anzeigen lassen. Normalerweise erhalten Sie aufgrund der großen Anzahl registrierter Channel auf einem Server eine Warnung. Mit -yes unterdrücken Sie diese. Vermutlich wird aber Ihre erste Anlaufstelle der Channel des deutschen Ubuntu-Supports sein. Den Channel betreten Sie mit /join #ubuntu-de. Sollten Sie einen passwortgeschützten Channel betreten wollen, lautet die allgemeine Syntax /join #<Channel> <Passwort>.

Auch der Besuch mehrerer Channel auf demselben Server ist kein Problem: Sowohl der Dialog mit dem Server selbst als auch jeder Channel erhält eine Nummer. Mit der Tastenkombination Taste Alt + Taste 1 erreichen Sie stets den Dialog mit dem Server, von wo aus Sie weitere Channel aufrufen können. Die weiteren Channel sind entsprechend erreichbar.

Beim Betreten eines jeden Channels wird Ihnen in einer Zusammenfassung zunächst mitgeteilt, welches Thema der Channel hat, wer dieses wann gesetzt hat und welche User gerade im Channel sind. Da es keine Seitenleiste wie bei den grafischen IRC-Clients gibt, wandert die Liste der Nutzer mit der Zeit aus dem Chat-Fenster heraus. Mit /users können Sie sich die Zusammenfassung der User-Liste jederzeit erneut anzeigen lassen.


Abbildung 11.23 »Irssi« in Aktion


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

11.5.3 Internettelefonie Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Die Voice-over-IP-Technik (kurz: VOIP) schickt sich derzeit an, den Kommunikationsmarkt ordentlich aufzumischen. Aber nicht nur die Telefonie über Internet, sondern auch das Durchführen von Videokonferenzen ist unter Ubuntu Linux leicht realisierbar. Dieser Abschnitt stellt die bekanntesten Lösungen vor.

Empathy verfügt zwar über eine Telefonie-Funktion, die Voraussetzung dafür ist aber wie gesagt, dass beide Teilnehmer Empathy-Nutzer sind. Ich will mich an dieser Stelle also dem (wahrscheinlicheren) Fall widmen, dass Ihr Gegenüber eine andere Software nutzt. Beginnen wir mit einer freien Telefonie-Software aus der GNOME-Welt: Die Software Ekiga arbeitet mit dem verbreiteten SIP-Protokoll (Session Initiation Protocol). Dieses übernimmt lediglich die Koordination und signalisiert im Prinzip nur das Hereinkommen eines Gesprächs. Die eigentliche Datenübertragung erfolgt über das Realtime Transport Protocol (RTP). Die Teilnehmer besitzen SIP-Adressen der Form sip:Benutzername@Host. Wer Internettelefonie langfristig betreiben möchte, der kommt um einen Account bei den gängigen Providern nicht herum.

Registrieren und loslegen

Das Programm, das Sie über das gleichnamige Paket installieren, tritt in der Version 3.2.6 mit einer überarbeiteten Oberfläche an und lässt sich kostenlos nach vorheriger Registrierung unter http://www.ekiga.net nutzen. Die Video-Kommunikation wurde deutlich leistungsfähiger gemacht, und es wurden neue Codecs integriert.

Ein erster Test kann zunächst im heimischen Netz zwischen zwei PCs (z. B. Desktop und Laptop) erfolgen. Für das folgende Beispiel werden wir einen PC (mit der IP-Adresse 192.168.0.1) mit einem Laptop (IP-Adresse: 192.168.0.2) verbinden. Dazu sollte auf beiden Rechnern die Soundhardware (Lautsprecher/Kopfhörer, Mikrofon) konfiguriert sein. Ideal ist hierbei die Verwendung eines USB-Headsets, dessen Einrichtung im Folgenden noch einmal kurz besprochen wird. Alternativ können Sie aber mittlerweile auch Bluetooth-Headsets verwenden. USB-Soundhardware hat den Vorteil, dass sie digitale Signale direkt ohne Umweg über die Soundkarte liefert.

Hardware konfigurieren

Schließen Sie das Headset an einen freien USB-Port Ihres Rechners an, warten Sie einen Augenblick, und öffnen Sie das GNOME-Audiokonfigurations-Applet (System · Einstellungen · Audio). Wählen Sie hier unter der Rubrik Default Sound Card Ihr Headset aus.

Pegel kontrollieren

Nun müssen Sie noch den Wiedergabe- und Aufnahmepegel einstellen und testen. Öffnen Sie dazu die Audio-Einstellungen (mit einem Klick auf System · Einstellungen · Klang oder das Lautsprechersymbol im Panel). Hier können Sie über den Reiter Eingabe zunächst das richtige Mikrofon auswählen und schließlich die Aussteuerung für Mikrofon und Kopfhörer (über den Reiter Ausgabe) justieren (Abbildung 11.24).

Abbildung 11.24 So stellen Sie den Pegel des Headsets ein.

Software einrichten

Starten Sie nun das Programm Ekiga auf beiden Rechnern (Anwendungen · Internet · Ekiga bzw. durch Eingabe von ekiga in einer Shell). Zunächst sollten Sie testen, ob die Soundhardware innerhalb des Programms korrekt erkannt wurde. Wechseln Sie zu diesem Zweck zum Menü Bearbeiten · Einstellungen, dort zum Untermenü Audio · Geräte, und wählen Sie dort Ihr Headset aus. Nun können Sie prüfen, ob der Kommunikationspartner im LAN erreichbar ist. Geben Sie im Eingabefeld die SIP-Adresse des Gegenübers ein, und klicken Sie auf den grünen Hörer-Button (Abbildung 11.25). Der Partner muss nun den Anruf mit dem entsprechenden Button bestätigen, und das Gespräch kann beginnen.

Abbildung 11.25 Die VOIP-Software »Ekiga«

Probleme durch Firewalls

Probleme können gegebenenfalls auftreten, wenn die Kommunikation durch eine Firewall läuft. Hierbei müssen darauf achten, dass die Firewall auf den Ports 7078/udp und 5060/udp geöffnet wird. Sollten Sie einen Router verwenden, so müssen diese beiden Ports auf die interne IP-Adresse des entsprechenden PCs weitergeleitet werden. Eine andere Alternative, die auch bei geschlossenen Firewalls funktioniert, ist die Verwendung des Zusatzprotokolls STUN (Simple Traversal of UDP via NATs). Leider wird dieses Zusatzprotokoll derzeit von Ekiga noch nicht unterstützt.

Gespräche über das Internet führen

Wenn Sie international per VOIP telefonieren möchten, sollten Sie sich einen Account bei einem der gängigen Anbieter beschaffen. Eine Marktübersicht finden Sie unter http://www.onlinekosten.de/voip/anbieter.

Welches Netz nutzt Ihr Gegenüber?

Generell gilt: Anrufe von PC zu PC sind innerhalb des gleichen Netzes kostenlos. Möchte man auch in das Festnetz telefonieren, so fallen Gebühren von circa 1 ct/min an, Gespräche in die Mobilfunknetze kosten circa 20 ct/min. Für Einsteiger eignen sich insbesondere die Anbieter Sipgate (www.sipgate.de), Freenet (www.freenet.de) und web.de (www.web.de).

Das Festnetz erreichen

Möchten Sie ins Festnetz telefonieren, so müssen Sie lediglich den Proxy-Server des SIP-Providers im Menü unter Einstellungen · SIP definieren. Zudem müssen Sie die eigene, vom Provider zugewiesene SIP-Adresse angeben. Die Verbindung selbst erfolgt dann analog zur im letzten Abschnitt beschriebenen Verfahrensweise. Für Festnetzverbindungen müssen Sie das Nummernwahlpad verwenden, das sich hinter der Schaltfläche Mehr anzeigen · DTMF verbirgt. Um einen Festnetzteilnehmer anzurufen, wählen Sie am besten im Format <Länderkennung><Ortsnetzvorwahl ohne Null><Rufnummer>.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

11.5.4 Videokonferenzen mit Ekiga topZur vorigen Überschrift

Besonders in Verbindung mit Instant-Messaging-Programmen haben sich USB-Webcams durchgesetzt. Die Hardware wird von Ubuntu als Hotplug-Device nach dem Anstecken an einen freien USB-Port erkannt und kann meistens problemlos sofort verwendet werden. Um nähere Informationen (bei Problemen) zu erhalten, verfolgen Sie beim Anschließen parallel die Ausgaben der System-Logdatei:

sudo tail -f /var/log/messages
usb 1-1: new full speed USB device using uhci_hcd and address 2
Linux video capture interface: v1.00
pwc: loaded successfully
pwc Philips PCVC730K (ToUCam Fun)/PCVC830 (ToUCam II) USB webcam detected.
pwc Registered as /dev/video0

Die hier verwendete USB-Kamera (eine USB-Webcam von Philips) wurde mithilfe des pwc-Kernelmoduls als Video-Device /dev/video0 in das System eingebunden. Die Funktionsfähigkeit der Kamera wird mit dem Programm xawtv getestet: xawtv -c /dev/video0.

Daraufhin sollte das Bild der Webcam im xawtv-Hauptfenster erscheinen. Wenn Sie vorhaben, in Zukunft Videokonferenzen mit Freunden im Internet abzuhalten, dann können Sie Ihre Webcam gleich in Verbindung mit Ekiga testen, einer Software, die Sie zunächst über das gleichnamige Paket nachinstallieren müssen. Starten Sie das Programm dann über Anwendungen · Internet · Ekiga.

Der sogenannte Konfigurationsassistent führt Sie in zehn Schritten zu einem funktionsfähigen Videokonferenzsystem. Zunächst werden die Benutzerdaten und die Art der Internetverbindung (Modem, ISDN, DSL o. a.) abgefragt. Die angeschlossene Kamera testen Sie dann über den Button Bilder von der eigenen Kamera anzeigen.

Der nächste Schritt besteht darin, den Kommunikationspartner nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Das entsprechende Werkzeug zu diesem Zweck ist ebenfalls das Programm Ekiga (Anwendungen · Internet · Ekiga). Nachdem in Abschnitt 11.5.3 bereits das Mikrofon zur Übertragung von Audiosignalen justiert wurde, muss nun noch die Webcam angeschlossen werden. Die Verfahrensweise dazu wird auf der vorhergehenden Seite beschrieben, sodass wir bei der folgenden Beschreibung von einer komplett vorkonfigurierten Hardware-Infrastruktur ausgehen.

Beim ersten Start von Ekiga durchlaufen Sie den Konfigurations-Assistenten. In den einzelnen Phasen gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Nach Bestätigung des Begrüßungstextes geben Sie zunächst Ihren Namen sowie Ihre E-Mail-Adresse an. Letztere ist insbesondere wichtig, um sich beim Ekiga-Benutzerverzeichnis anzumelden. Mit der erzeugten »callto«-Adresse sind Sie künftig im Ekiga-Netz erreichbar. Um sich in dem Verzeichnis anzumelden, entfernen Sie bitte den Haken im unteren Fensterbereich.
  • In den nächsten Schritten definieren Sie den Verbindungstyp sowie den NAT-Router. Klicken Sie im entsprechenden Menü auf Nat-Typ erkennen. Gegebenenfalls empfiehlt das Programm, das STUN-Protokoll bzw. einen STUN-Server zu verwenden, was Sie bestätigen sollten.
  • Nun beginnt die Einrichtung der Hardware. Für die Audio-Hardware sollten Sie die ALSASchnittstelle verwenden. Als Gerät für Aufnahme und Wiedergabe wählen Sie Ihr Headset aus. Zudem haben Sie hier die Möglichkeit, die Funktion des Systems zu testen.
  • Als Video-Manager sollten Sie V4L (Video for Linux) verwenden. Auch bei der Video-Hardware empfiehlt es sich, den angebotenen Test durchzuführen.
  • Im letzten Schritt werden die Einstellungen noch einmal aufgelistet. Wichtig ist dabei die generierte callto-Adresse der Form callto:ils. seconixcom/<E-Mail-Adresse>. Unter dieser Adresse sind Sie nun für Ihre Gesprächspartner weltweit erreichbar.

Damit wäre die Konfiguration abgeschlossen, und das Ekiga-Hauptprogramm öffnet sich. Zunächst sollten Sie durch Anklicken des Webcam-Symbols Ihr eigenes Kamerabild testen. Anschließend können Sie durch Eingeben einer callto-Adresse die eigentliche Videokonferenz starten. Sollten Sie niemanden kennen, mit dem Sie in Verbindung treten können, so können Sie das Benutzerverzeichnis aus der Symbolleiste aufrufen und sich jemanden aussuchen, der Kontakte akzeptiert (siehe Kommentarzeile im Benutzerverzeichnis). Dadurch lassen sich Videokonferenzen rund um den Globus abhalten.


Parallelwelten erreichen: Amsn

Obwohl GnomeMeeting auch mit einigen Tricks Verbindungen zu gängigen Netmeeting-Clients aus der Windows-Welt aufnehmen kann, bietet sich hier ein anderes Programm an: Mit dem Microsoft Messenger harmoniert am besten das Linux-Paket amsn (Alvaro's MSN Messenger). Installieren Sie den Messenger über

sudo apt-get install amsn

und starten Sie das Programm durch Eingabe von amsn in einer Konsole. Die Konfiguration ähnelt der des Microsoft-Programms. Sie haben die Möglichkeit, sich über das Programm beim MSN-System anzumelden und dort ein Konto einzurichten.




Ihr Kommentar

Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen? Wir freuen uns immer über Ihre freundlichen und kritischen Rückmeldungen.






<< zurück
  Zum Katalog
Zum Katalog: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
Jetzt bestellen


 Ihre Meinung?
Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen?
Ihre Meinung

 Buchempfehlungen
Zum Katalog: Linux






 Linux


Zum Katalog: OpenVPN






 OpenVPN


Zum Katalog: LPIC-1






 LPIC-1


Zum Katalog: Debian GNU/Linux






 Debian GNU/Linux


Zum Katalog: Shell-Programmierung






 Shell-Programmierung


Zum Katalog: Webserver einrichten und administrieren






 Webserver einrichten
 und administrieren


Zum Katalog: VirtualBox






 VirtualBox


Zum Katalog: IT-Handbuch für Fachinformatiker






 IT-Handbuch für
 Fachinformatiker


 Shopping
Versandkostenfrei bestellen in Deutschland und Österreich
InfoInfo




Copyright © Galileo Press 2010
Für Ihren privaten Gebrauch dürfen Sie die Online-Version natürlich ausdrucken. Ansonsten unterliegt das <openbook> denselben Bestimmungen, wie die gebundene Ausgabe: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


[Galileo Computing]

Galileo Press, Rheinwerkallee 4, 53227 Bonn, Tel.: 0228.42150.0, Fax 0228.42150.77, info@galileo-press.de