Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

Download:
- ZIP, ca. 34,8 MB
Buch bestellen
Ihre Meinung?

Spacer
<< zurück
Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 8 Kubuntu und Xubuntu
Pfeil 8.1 Kubuntu kennenlernen
Pfeil 8.1.1 Installation
Pfeil 8.1.2 Kdm – der Anmelde-Manager
Pfeil 8.1.3 Die Arbeitsfläche
Pfeil 8.1.4 Programme starten
Pfeil 8.1.5 Wichtige Hilfsprogramme
Pfeil 8.1.6 Zugriff auf Ressourcen
Pfeil 8.1.7 Personalisieren des KDE-Desktops
Pfeil 8.1.8 Konqueror
Pfeil 8.1.9 Dolphin
Pfeil 8.1.10 Touchpad-Konfiguration
Pfeil 8.1.11 Systemverwaltungsmodus
Pfeil 8.1.12 Kontact
Pfeil 8.1.13 Quassel
Pfeil 8.1.14 Kopete – die KDE-IM-Lösung
Pfeil 8.1.15 Kubuntu-Netbook-Edition
Pfeil 8.2 Xubuntu
Pfeil 8.2.1 Installation
Pfeil 8.2.2 Die Arbeitsfläche
Pfeil 8.2.3 Dateien mit Thunar verwalten
Pfeil 8.2.4 Das Terminal
Pfeil 8.2.5 Mousepad – der Editor
Pfeil 8.2.6 Alacarte
Pfeil 8.2.7 Weitere Programme
Pfeil 8.2.8 Einstellungen


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2 Xubuntu Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ein weiteres Ubuntu-Derivat ist Xubuntu mit Xfce als Arbeitsumgebung. Diese liegt seit Hardy Heron in Version 4.4.2 vor und eignet sich gut für Computer mit älterer Hardware. So benötigt die Arbeitsumgebung mindestens 192 MB Arbeitsspeicher (für die Live-CD und die Installation, für die Benutzung allerdings werden 256 MB empfohlen, lauffähig ist das System sogar mit nur 128 MB) sowie einen Prozessor mit 300 MHz.

Offiziell oder nicht?

Xubuntu hatte zu Beginn einen schnellen Aufstieg zu verzeichnen. Nach nur einem Jahr privater Entwicklung erklärte sich Canonical bereit, dieses Projekt offiziell zu unterstützen. So wurde Xubuntu im Juni 2006 offiziell, wenngleich bisher keine LTS-Version erschien. Xubuntu wird von einer treuen Gruppe freiwilliger Entwickler betreut und stetig weiterentwickelt. Xfce stand ursprünglich für XForms Common Environment und wurde zu Beginn noch als XFCE abgekürzt. Seit es das XForms-Toolkit nicht mehr verwendet, hat die Abkürzung keine besondere Bedeutung mehr. Der Wunsch nach einem vollständig adaptierten Ubuntu mit Xfce bestand schon länger. So war schon in der ersten Auflage dieses Buches zu lesen, dass es wohl nur eine Frage der Zeit sei, wann ein »offizielles« Xubuntu erscheint.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.1 Installation Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Erscheinen der Ubuntu-Version »Dapper Drake« fanden erstmals auch XubuntuImages ihren Weg auf die offiziellen Ubuntu-Server. Damit wurde Xubuntu »in den Adelsstand erhoben« und wird vielleicht schon ab der nächsten oder übernächsten Version ebenfalls über den kostenlosen Versand Shipit zu bekommen sein.

Sie haben zwei Möglichkeiten, mit Ubuntu zu einem Xfce-Desktop zu gelangen:

  • Besorgen Sie sich ein Xubuntu-ISO, z. B. von www.xubuntu.org, und installieren Sie damit Ihr System. Abbildung 8.25 zeigt den eleganten Xubuntu-Desktop. Die Installation verläuft analog zu der von Ubuntu.
  • Andererseits lässt sich ein bestehendes Ubuntu/GNOME-System auch problemlos um den Xfce-Desktop erweitern. Dazu müssen Sie lediglich ein einziges Meta-Paket mit Synaptic oder apt-get installieren. Das Paket heißt xubuntu-desktop und wird mit apt-get wie folgt installiert:
sudo apt-get install xubuntu-desktop

Nach der Ausführung des Befehls loggen Sie sich aus GNOME aus und können nun durch Mausklick auf Sitzung, wo Sie Xfce wählen, am Login Xfce als neue Sitzungsart auswählen. Nach dem neuerlichen Einloggen erscheint Ubuntu im Xfce-Gewand (siehe Abbildung 8.25).


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.2 Die Arbeitsfläche Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Xfce ist im Gegensatz zu GNOME und KDE derzeit noch keine vollwertige Desktop-Umgebung, es kommen aber immer mehr eigene Anwendungen hinzu. Dieser Desktop-Manager folgt den Standards von freedesktop.org, wodurch eine Integration von Anwendungen, die ebenfalls diesen Standards folgen, problemlos möglich ist.

Abbildung 8.25 Xubuntu – schlank und elegant

Im Gegensatz zu Ubuntu 8.04 »Hardy Heron« trug Xubuntu zunächst nicht den Zusatz »LTS«, der besonders stabile Releases auszeichnet. Trotzdem werden laut der Xubuntu-Homepage die Sicherheits-Updates für denselben Zeitraum wie für die LTS bereitgestellt. Inzwischen trägt das »Point Release« Xubuntu 8.04.1 ebenfalls den Zusatz »LTS«.

Stabilitätsprobleme

Xubuntu ist sicherlich ein sehr interessantes Projekt, das voll in der Entwicklung ist und voller Ideen steckt, aber in puncto Stabilität besitzt es noch einige Schwächen. Dies sollten Sie beim Einsatz bedenken. Der größte Vorteil von Xfce ist, dass es sich mit sehr geringen Hardware-Anforderungen zufriedengibt. Auf älteren Rechnern kann es noch zufriedenstellend eingesetzt werden, wenn KDE oder GNOME schon nicht mehr sinnvoll einsetzbar sind. Hauptsächlich kommen in Xubuntu GTK2-Anwendungen zum Einsatz. Es ist aber problemlos möglich, auch Qt-Anwendungen einzusetzen.

Der Anmeldemanager

Zum Anmeldemanager gibt es an dieser Stelle nicht viel zu sagen, da Xubuntu keinen eigenen Anmeldemanager, sondern wie Ubuntu gdm mit einem eigenen Theme verwendet. Wenn Sie keinen Wert auf ein passwortgesichertes Einloggen legen, dann bietet Ihnen Xubuntu die Möglichkeit, Sie automatisch einzuloggen. Die Einstellungsmöglichkeit dafür finden Sie unter Applications · System · Anmeldefenster. Dort setzen Sie im Reiter Sicherheit ein Häkchen bei Automatische Anmeldung aktivieren und wählen den entsprechenden Benutzer aus.

Allerdings wird bei dieser Login-Methode der Standardschlüsselbund nicht entsperrt. Wenn Sie eine verschlüsselte WLAN-Verbindung nutzen, wird diese erst nach der Eingabe des Passworts hergestellt. Dies können Sie ändern, indem Sie die Verbindung bearbeiten und einen Haken bei Für alle Benutzer verfügbar setzen. Sollten Sie den Rechner nicht allein nutzen, bietet sich die Option Zeitgesteuerte Anmeldung aktivieren an – innerhalb eines bestimmten Zeitfensters können Sie einen anderen Benutzer manuell anmelden.

Abbildung 8.26 Der Anmeldemanager »GDM« im »Xfce«-Design

Die Arbeitsumgebung

Dieser Desktop-Manager ist stark konfigurierbar. Xfce lässt sich sehr gut und einfach mit der Maus bedienen und übernimmt alle GNOME- und KDE-Programme in sein Menü. Besonders auf älteren Rechnern ist Xfce mittlerweile eine echte Alternative zu GNOME oder KDE, vor allem wegen der höheren Geschwindigkeit.


Startzeit beschleunigen

Xubuntu bietet die Möglichkeit, unter Applications · Einstellungen · Sitzung und Startverhalten · Fortgeschritten festzulegen, ob beim Systemstart die Laufzeitumgebungen für GNOME und/oder KDE geladen werden sollen. Voreingestellt ist, dass die GNOME-Laufzeitumgebung geladen wird, da Xfce sehr viele GNOME-Programme enthält. Wenn Sie Ihren älteren Rechner nur zum Surfen und Mail-Abruf mit Firefox und Thunderbird nutzen, kann es sich lohnen, das Häkchen zu entfernen.


Programme starten

Das Menü von Xubuntu erinnert vom Aufbau her an das K-Menü: Es gibt nur einen Hauptzweig. Die Bedienung ist intuitiv. In der oberen linken Ecke des Bildschirms finden Sie das Menü Applications. Über dieses Menü sind alle auf dem System installierten grafischen Programme in entsprechenden Kategorien geordnet zu erreichen. Ebenfalls sind hier Einstellungen am System sowie Grundeinstellungen von Xfce zu erreichen. Anwendungen, die nicht im Menü aufgeführt sind, lassen sich über den Unterpunkt Programm ausführen... starten.

Abbildung 8.27 Das Anwendungsmenü von Xubuntu

Vergeblich sucht man allerdings den Unterpunkt Abmelden oder Herunterfahren – dafür findet sich in der oberen rechten Ecke der Arbeitsfläche ein Türsymbol.

Abbildung 8.28 Das Benachrichtigungsfeld von Xubuntu

In der rechten oberen Ecke (vgl. Abbildung 8.28) erhalten Sie Informationen über eventuell anstehende Updates, das Netzwerk sowie die Uhrzeit. Möchten Sie die Xfce-Sitzung beenden, wählen Sie die entsprechende Schaltfläche an. Hier stehen Ihnen weitere Optionen zur Verfügung, unter anderem Benutzerwechsel, Systemneustart und Herunterfahren des Systems.

Damit Sie nicht die Übersicht bei vielen geöffneten Fenstern verlieren, bietet die Arbeitsumgebung Xfce die Möglichkeit, virtuelle Desktops zu nutzen (vgl. Abbildung 8.29). Diese erleichtern den Überblick, da sie es Ihnen gestatten, die geöffneten Programme auf die unterschiedlichen virtuellen Arbeitsflächen zu verteilen. Zu jedem geöffneten Programm erscheint ein Kästchen mit dem passenden Symbol auf der Mini-Arbeitsumgebung. Die jeweils aktive Umgebung ist dunkel hervorgehoben. Die Programmfenster können mit der Maus innerhalb der virtuellen Benutzeroberfläche verschoben werden.

Abbildung 8.29 Auch unter Xubuntu gibt es virtuelle Desktops.

Daneben befindet sich der Mülleimer. Dieser kann mit einem Rechtsklick und der Auswahl von Papierkorb leeren vom Inhalt befreit werden. Möchten Sie überprüfen, welche gelöschten Objekte sich in dem Mülleimer befinden, genügt ein Linksklick auf diesen, und der Dateimanager Thunar zeigt diese an. Bereits gelöschte Objekte können hier wiederhergestellt werden.


Symbole ein- oder ausblenden

Standardmäßig sind unter Xubuntu auf dem Desktop Symbole zum Schnellzugriff auf das Wurzelverzeichnis, auf Ihren persönlichen Ordner, den Papierkorb sowie angeschlossene Wechsellaufwerke eingeblendet. Wenn Sie lieber wie unter GNOME nur die angeschlossenen Wechsellaufwerke ansehen wollen, finden Sie die entsprechende Einstellung unter Applications · Einstellungen · Schreibtisch · Symbole. Jeder Symboltyp kann getrennt ein- oder ausgeblendet werden.


Sie können Programmfenster auf eine andere Arbeitsfläche verschieben, indem Sie die Leiste eines Programms mit der linken Maustaste anklicken und diese dann gedrückt halten. Mit der Maus verschieben Sie das gewünschte Programm nun auf die nächste Arbeitsfläche. Mit den Tasten Taste Strg + Taste Alt + Taste Pfeil rechts oder Taste Strg + Taste Alt + Taste Pfeil links können Sie schnell zwischen den Arbeitsumgebungen wechseln.

Zugriff auf Ressourcen

Wie von anderen Desktop-Umgebungen gewohnt, erscheint beim Anschließen eines USB-Sticks oder eines anderen Speichermediums ein entsprechendes Symbol auf dem Desktop. Ungewohnt und der Schnelligkeit des Systems dienlich ist aber, dass beim Systemstart bereits angeschlossene Wechselmedien (z. B. eine DVD im Laufwerk) zunächst nicht eingebunden sind. Trotzdem erscheint das entsprechende Symbol auf dem Desktop.

Einbinden und Aushängen

Das Einbinden geschieht erst beim Doppelklick auf das Symbol oder durch einen Rechtsklick darauf und die Auswahl des Menüpunktes Datenträger einhängen. Somit wird das System nicht durch unnötiges Einlesen des Medieninhalts verlangsamt. Das Aushängen erfolgt auch hier einfach über einen Rechtsklick auf das Symbol (das hier nur den Namen trägt, mit dem es in die fstab eingetragen wird, also beispielsweise sda1) und durch Auswählen des Punktes aushängen.


Sondertasten in Xfce aktivieren

Xfce erfordert in einigen Dingen mehr Nacharbeit als GNOME oder KDE. So funktionieren bei vielen Nutzern die Sondertasten für die Lautstärkeregelung am Notebook oder die Multimediatastatur nicht. Mit wenigen Handgriffen ist das aber behoben. Zunächst stellen Sie sicher, dass unter Applications · System · Dienste der Punkt Audioeinstellungen (aumix) aktiviert ist (alsa-utils ist nicht richtig).

Anschließend richten Sie die gewünschten Tastenkombinationen über Applications · Einstellungen · Tastatur · Application Shortcuts wie folgt ein: Klicken Sie auf Hinzufügen, und geben Sie als Kommando aumix -v+10 oder amixer set Master 2+,2+ ein. Bestätigen Sie mit OK, und drücken Sie anschließend die gewünschte Tastenkombination zur Erhöhung der Lautstärke. Führen Sie dann den Vorgang mit dem Kommando aumix -v-10 (oder amixer set Master 2-,2-) und der Tastenkombination zum Absenken erneut durch. Zum Stummschalten benötigen Sie den Befehl amixer set Master toggle.



Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.3 Dateien mit Thunar verwalten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Thunar ist ein speziell für Xfce entwickelter Dateimanager. Er beschränkt sich auf die wichtigsten Funktionen, ganz im schlanken Stil von Xfce. Sie rufen das Programm über Applications · Dateimanager auf.

Es gibt zwei verschiedene Plug-in-Pakete für Thunar: erstens thunar-media-tags-plugin, mit dem man die Media-Tags von Dateien direkt im Dateimanager bearbeiten kann, und zweitens thunararchive-plug-in, um mit gepackten Archivdateien arbeiten zu können. Das Archiv-Plug-in ist standardmäßig installiert, die Anwendung wird weiter unten beschrieben.

Der Aufbau ist intuitiv zu erfassen. Mit der rechten Maustaste erreichen Sie viele Funktionen wie z. B. Benutzerdefinierte Aktionen. Über den Punkt Eigenschaften können Sie Datei- bzw. Ordnerrechte anpassen oder Anwendungen mit bestimmten Dateitypen verknüpfen.

Thunar bietet außerdem die Möglichkeit, eine große Menge von Dateien auf einmal umzubenennen. Halten Sie dazu im Dateimanager die linke Maustaste gedrückt, und wählen Sie die gewünschten Dateien aus. Für einzelne Dateien nutzen Sie Taste Alt + linke Maustaste. Markieren Sie die Dateien, und drücken Sie die Taste Taste F2. Im nächsten Programmfenster können Sie die Kriterien für die Umbenennung auswählen.

Abbildung 8.30 Der Dateimanager »Thunar«

Erst in der neuesten Entwicklerversion von Thunar werden Dateien beim Löschen in den Papierkorb verschoben. Normalerweise löscht Thunar Dateien sofort vollständig! Wenn Sie Taste Shift + Taste Entf innerhalb von Thunar drücken, umgehen Sie beim Löschen von Objekten den Mülleimer.

Dateien mit Thunar packen – auf Wunsch passwortgeschützt

In früheren Xubuntu-Versionen war ein Xfce-eigenes Packprogramm, Xarchiver, enthalten. Zurzeit setzt man aber auf ein Thunar-Plug-in, das wie das Nautilus-Plug-in unter GNOME auf file-roller setzt. In späteren Versionen soll dann wieder auf XArchiver gesetzt werden. Auch das Erstellen von passwortgeschützten Archiven (.zip, .cbr, .rar, .cbz) ist unter den Erweiterten Einstellungen möglich. Markieren Sie in einem Thunar-Fenster zunächst die Dateien bzw. Ordner, die Sie archivieren wollen, und wählen Sie dann aus dem Rechtsklick-Menü den Unterpunkt Archiv erstellen. Im folgenden Dialogfenster können Sie dann den Archivtyp und ggf. das Passwort auswählen.

Abbildung 8.31 Passwortgeschützte Archive unter »Xfce« anlegen


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.4 Das Terminal Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Xfce bringt ein eigenes Terminal mit, das zwar ebenfalls noch nicht als stabile Version vorliegt, aber laut Aussage der Entwickler die Konkurrenz des GNOME-Terminals nicht zu scheuen braucht. Es soll besonders leicht zu bedienen sein.

Abbildung 8.32 Das »Xfce«-Terminal


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.5 Mousepad – der Editor Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Xfce-eigene Editor Mousepad ist ein recht einfacher Editor. Er bietet überwiegend die aus Gedit oder Kate bekannten Funktionen wie Suchen/Ersetzen, Kopieren/Ausschneiden/Einfügen, Zeilenumbruch usw. Eine Syntaxhervorhebung ist leider nicht implementiert. Zu erreichen ist das Programm über Applications · Zubehör · Mousepad.

Abbildung 8.33 »Mousepad« – ein schlichter Editor

Um die Druckfunktion aus dem Editor heraus zu aktivieren, müssen Sie das Paket a2ps zusätzlich installieren.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.6 Alacarte Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit Alacarte können Sie wie auch unter Ubuntu Software schnell und unkompliziert installieren. Eine Auswahl an Programmen ist nach Kategorien sortiert zu finden. Eine kurze Programmbeschreibung zu jedem Programm ist dabei vorhanden.

Zur Installation genügt es, ein Häkchen vor die gewünschte Anwendung zu setzen. Über Änderungen anwenden wird diese dann installiert. Da in dem Programm nicht alle Anwendungen zu finden sind, empfiehlt sich die Installation über Synaptic. Sie rufen das Programm über Applications · System · Hinzufügen/Entfernen auf.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.7 Weitere Programme Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

GIMP – bleibt

Auch wenn der »große Bruder« Ubuntu GIMP aus der Standardinstallation geworfen hat, bleibt die Photoshop-Konkurrenz in Xubuntu die Standardanwendung zur Bildbearbeitung.

Totem – Multimedia-Wiedergabe

Totem (zu finden unter Applications · Multimedia · Video-Player) gestattet die Wiedergabe von Audio- und Videodaten sowie von DVB-T. Hierfür müssen die entsprechenden Codecs installiert sein. Sofern das Programm einen Codec nicht kennt, erscheint ein Dialog zur einfachen Installation.

Pidgin – Instantmessenger

Pidgin gestattet es, unter einer Oberfläche diverse Protokolle von Instant-Messenger-Diensten zu nutzen. Eine Vielzahl von Erweiterungen ermöglicht eine Anpassung des Programms an Ihre eigenen Bedürfnisse. Sie erreichen das Programm über Applications · Netzwerk · Pidgin Internet-Sofortnachrichtendienst. Im Gegensatz zu Ubuntu setzt Xubuntu weiter auf Pidgin.

Brasero – Brennprogramm

Brasero ist das Standardbrennprogramm von Xubuntu. Es ist übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Das Programm unterstützt das Brennen auf unterschiedliche Medientypen und diverse Modi wie z. B. Multi-Session oder Images. Sie rufen das Programm über Applications · Multimedia · Brasero Disc Burning auf.

Abiword/Gnumeric – Bürosoftware

Als Textverarbeitungsprogramm ist unter Xubuntu Abiword installiert. Dieses beschränkt sich im Wesentlichen auf die Grundfunktionen der Textverarbeitung, kann aber durch Erweiterungen ausgebaut werden. Es können diverse Dateiformate im- und exportiert werden.

Abbildung 8.34 Das Textverarbeitungsprogramm »Abiword«

Das Tabellenkalkulationsprogramm Gnumeric ist ebenfalls in der Grundinstallation vorhanden. Das Programm glänzt durch eine große Anzahl mathematischer Funktionen und beinhaltet ebenso eine Import- und Exportfunktion. Sie finden beide Programme unter Applications · Büro.

Abbildung 8.35 Die Tabellenkalkulation »Gnumeric«

Weitere nützliche Programme, die nachträglich installiert werden müssen, sind:

  • audacious – Audio-Player
  • Audio Tag Tool – ID3-Tags bearbeiten
  • ristretto – Bildbetrachter
  • Xfmedia – Medien-Player

Galileo Computing - Zum Seitenanfang

8.2.8 Einstellungen topZur vorigen Überschrift

Die Einstellungen innerhalb von Xubuntu nehmen Sie an mehreren Stellen vor. Generell finden Sie die wichtigsten Programme unter Applications · Einstellungen oder Applications · System. Der Einstellungsmanager bildet die zentrale Anlaufstelle für die wichtigsten Einstellungen inXfce. Neben Hardware-Einstellungen können auch optische Änderungen vorgenommen werden. Sie erreichen das Programm über Applications · Einstellungen · Alle Einstellungen.

Abbildung 8.36 Der Einstellungsmanager von Xubuntu

Drucker

Um einen Drucker hinzuzufügen, genügt es unter Xubuntu, den entsprechenden Dialog zu öffnen. Diesen finden Sie unter Applications · Einstellungen · Drucken. Um PDF-Dateien aus jedem Programm heraus zu erstellen, müssen Sie den virtuellen Drucker cups-pdf installieren und als Drucker einrichten.

Sprache

Um die Sprache von Xubuntu komplett auf Deutsch umzustellen, ist eine Internetverbindung notwendig. Sie ändern die Spracheinstellungen über Applications · System · Sprachunterstützung. Hierbei bietet Xubuntu sofort die Auswahl an, welche Sprache für den Startvorgang und den Anmeldebildschirm und welche für Menüs und Fenster des aktuellen Benutzers benutzt werden soll. Dies erleichtert die Nutzung eines PCs mit verschiedensprachigen Benutzern.

Abbildung 8.37 Der Sprachauswahldialog von Xubuntu

Personalisieren des Xfce-Desktops

Unter dem Punkt Applications · Einstellungen · Einstellungen der Benutzerschnittstelle hält Xubuntu eine kleine Auswahl an Desktop-Themen bereit. Zusätzliche Themen finden Sie auch auf der Internetseite www.xfce-look.org. Um die neuen Themen über den Themenmanager auswählen zu können, müssen Sie die heruntergeladenen Themenpakete in den Ordner /usr/share/themes entpacken. Um neue Themen für Symbole oder Mauszeiger zu installieren, müssen Sie diese in das Verzeichnis /usr/share/icons entpacken. Weitere Einstellungsmöglichkeiten, beispielsweise für den Splash-Screen, bietet der Einstellungsmanager von Xubuntu. Sie finden diesen unter Applications · Einstellungen · Einstellungsmanager.

Xubuntu parallel installieren

Um Xubuntu parallel zu installieren, gibt es zwei Möglichkeiten: Erstens steht das Paket xubuntu-desktop zur Verfügung, das den Fenstermanager von Xfce inklusive der zugehörigen Anwendungen installiert. Die vorhandenen Anwendungen werden dabei in das Xfce-Menü übernommen.

Zweitens können Sie auch das Paket xfce4 installieren – damit erhalten Sie keine zusätzlichen Anwendungen, sondern nur den Fenstermanager. Dies bietet sich an, wenn Sie Xfce testen möchten. Die Anwendungen lassen sich auch einzeln nachinstallieren (oder Sie installieren nachträglich xubuntu-desktop für alle Xfce-Anwendungen). Mit welcher Desktop-Umgebung Sie dann arbeiten möchten, wählen Sie im Anmeldemanager unter Sitzungen aus.


Minimierte Fenster als Desktop-Icons in Xfce

In Xfce ab Version 4.4 lassen sich minimierte Fenster als Icons auf dem Desktop darstellen. Diese Einstellungsmöglichkeit finden Sie unter Applications · Einstellungen · Schreibtisch · Symbole. Dort wählen Sie als Symboltyp Minimierte Anwendungssymbole aus. Allerdings müssen Sie dann auf die Darstellung der Standardsymbole verzichten.


Wichtige Anlaufstellen

Besorgen Sie sich ein Edubuntu-ISO, z. B. von www.edubuntu.org, und installieren Sie damit Ihr System. Abbildung zeigt den jugendlichen Edubuntu-Desktop. Die Installation von Edubuntu läuft analog zu dem beschriebenen Verfahren ab. Da Edubuntu durch zusätzliche Software eine Größe von etwa 1,1 GB erreicht hat, passt diese nicht mehr auf eine normale CD. Aus diesem Grund haben Sie die Wahl zwischen einem kompletten Image, das Sie auf eine DVD brennen müssen, oder der Erweiterungs-CD. Mit dieser CD können Sie ein bestehendes Ubuntu um die Educational-Funktionen erweitern.



Ihr Kommentar

Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen? Wir freuen uns immer über Ihre freundlichen und kritischen Rückmeldungen.






<< zurück
  Zum Katalog
Zum Katalog: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
Jetzt bestellen


 Ihre Meinung?
Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen?
Ihre Meinung

 Buchempfehlungen
Zum Katalog: Linux






 Linux


Zum Katalog: OpenVPN






 OpenVPN


Zum Katalog: LPIC-1






 LPIC-1


Zum Katalog: Debian GNU/Linux






 Debian GNU/Linux


Zum Katalog: Shell-Programmierung






 Shell-Programmierung


Zum Katalog: Webserver einrichten und administrieren






 Webserver einrichten
 und administrieren


Zum Katalog: VirtualBox






 VirtualBox


Zum Katalog: IT-Handbuch für Fachinformatiker






 IT-Handbuch für
 Fachinformatiker


 Shopping
Versandkostenfrei bestellen in Deutschland und Österreich
InfoInfo




Copyright © Galileo Press 2010
Für Ihren privaten Gebrauch dürfen Sie die Online-Version natürlich ausdrucken. Ansonsten unterliegt das <openbook> denselben Bestimmungen, wie die gebundene Ausgabe: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


[Galileo Computing]

Galileo Press, Rheinwerkallee 4, 53227 Bonn, Tel.: 0228.42150.0, Fax 0228.42150.77, info@galileo-press.de