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Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 7 Erste Schritte
Pfeil 7.1 Die Anmeldung
Pfeil 7.2 Die Arbeitsfläche
Pfeil 7.2.1 Der Menübereich
Pfeil 7.2.2 Das Me-Menü
Pfeil 7.2.3 Das Aktionsmenü
Pfeil 7.2.4 Die Panels
Pfeil 7.2.5 Nautilus – der Browser
Pfeil 7.2.6 Programme starten
Pfeil 7.2.7 Terminal
Pfeil 7.2.8 Editor
Pfeil 7.2.9 Zugriff auf Ressourcen
Pfeil 7.2.10 Das Erscheinungsbild ändern
Pfeil 7.2.11 Benutzerverwaltung
Pfeil 7.2.12 Aktualisierung des Systems
Pfeil 7.2.13 Lokalisierung und Zeit
Pfeil 7.3 Standard-Hardware anpassen
Pfeil 7.3.1 Eingabegeräte
Pfeil 7.3.2 Externe Festplatte nutzen


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7.2 Die Arbeitsfläche Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Nachdem Sie sich am System angemeldet haben, erwartet Sie ein aufgeräumter Desktop ohne störende Icons. Selbst der Mülleimer ist von der Bildfläche verschwunden – er befindet sich unten rechts im Panel. Stattdessen finden Sie vielleicht für Sie ungewohnterweise gleich zwei Panels – eines am oberen und eines am unteren Bildschirmrand –, auf denen sich einige Icons und Menüverknüpfungen befinden (siehe Abbildung 7.2).


»GNOME 3« ausprobieren

Auch wenn sich GNOME 3, die nächste große Überarbeitung dieser Desktop-Umgebung, noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet, können Sie bereits einen Blick hierauf wagen. GNOME 3 wird zwei große Neuerungen einführen: GNOME-Shell soll die Panels und das Anwendungsmenü ersetzen und Zeitgeist den Dateimanager. Die GNOME-Shell installieren Sie durch sudo apt-get install gnomeshell in einem Terminal (Anwendungen · Zubehör · Terminal). Notwendige Abhängigkeiten zu anderen Paketen werden dabei automatisch aufgelöst.

Sie starten den neuen »Desktop« durch Eingabe des Befehls gnome-shell --replace. Um wieder zu der gewohnten Umgebung zurückzukehren, reicht das Schließen durch die Tastenkombination Taste Strg + Taste C im Terminal.


Abbildung 7.2 Der Desktop ist aufgeräumt und zeigt den typischen GNOME-Aufbau mit fünf Abschnitten. Das Aussehen von GNOME hat sich seit Jahren nicht grundlegend geändert.

  • Abschnitt A
    Hier finden Sie Menüs, mit deren Hilfe Sie leichten Zugang zu allen Programmen, Orten und Einstellungen des Systems haben. Eine Beschreibung dieser Menüs finden Sie in Abschnitt 7.2.1, »Menübereich«.
  • Abschnitt B
    In diesem Bereich geben Ihnen manche Programme visuelle Rückmeldungen.
  • Abschnitt C
    In diesem Bereich befindet sich ganz rechts das Aktionsmenü und links daneben das sogenannte »Me-Menü«. Eine Beschreibung dieser Menüs finden Sie in den Abschnitten 7.2.2 und 7.2.3.
  • Abschnitt D
    An dieser Stelle können Sie auf einen Blick sehen, welche Fenster aktuell geöffnet sind. Nicht alle hier angezeigten Fenster müssen maximiert sein. Sie können also durch die Funktion »Minimieren« (mittlerer Button in jeder Fensterleiste) Anwendungen hier »parken«. Durch einen Klick auf den Desktop-Button (das Icon mit dem Desktop) können Sie alle Fenster zugleich minimieren, um freien Zugriff auf den Desktop zu erlangen. Durch einen wiederholten Klick holen Sie alle Anwendungen wieder in den Vordergrund.
  • Abschnitt E
    Der Mülleimer ist selbsterklärend; alle Dateien, die Sie löschen, gelangen in diesen Ordner mit dem Namen Papierkorb. Links von dem Papierkorb finden Sie die sogenannten »Virtuellen Desktops«, eine Eigenschaft von UNIX-Bestriebssystemen wie Ubuntu. Diese Desktops sind vier voneinander unabhängige Arbeitsflächen, die Sie parallel nutzen können. So können Sie beispielsweise auf einem Desktop arbeiten, während Sie auf dem anderen mit dem Firefox surfen. Auch wenn es am Anfang verwirrend erscheinen mag, so kann diese Aufteilung doch die Übersichtlichkeit deutlich erhöhen. Sie können zwischen diesen Arbeitsflächen wechseln, indem Sie auf das zugehörige Mini-Icon klicken. Sie können übrigens geöffnete Fenster beliebig auf diese Arbeitsflächen verteilen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf die Titelleiste eines Fensters klicken und dort den Punkt Auf andere Arbeistfläche verschieben wählen.

Schnellstarter

Sie können natürlich auch Icons als sogenannte Schnellstarter auf dem Desktop anlegen. Wie Sie dies erledigen, erfahren Sie in Abschnitt 7.2.6, »Programme starten«.


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7.2.1 Der Menübereich Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Für den Windows-Umsteiger wird es etwas ungewohnt sein, dass sich das Startmenü standardmäßig im linken oberen Desktop-Bereich befindet. Es gibt keinen einzelnen Start-Button, über den sich alles erreichen lässt. Bei GNOME gibt es drei einzelne Menübereiche:

  • Anwendungen
    Hier finden Sie Programme, die Sie im täglichen Umgang mit dem Computer benötigen. Diese sind in die Rubriken Barrierefreiheit, Büro, Grafik, Internet, Spiele, Unterhaltungsmedien und Zubehör unterteilt. In den einzelnen Rubriken finden Sie die direkt startbaren Programme.
  • Der Menüpunkt Software-Center erlaubt dem Benutzer, weitere Programme zu installieren und in das Startmenü zu integrieren oder diese daraus zu entfernen.
  • Orte
    Das Orte-Menü erlaubt den direkten Zugriff auf lokale Ressourcen, wie beispielsweise das persönliche Verzeichnis des Benutzers oder die Speicherperipherie des Computers (CD/DVD-Laufwerk, Memorystick). Außerdem lassen sich bei Bedarf auch Netzwerkverzeichnisse einbinden.
  • Viele Benutzer von Windows XP haben die Ordnerstruktur ihres Betriebssystems schätzen gelernt. Unter Eigene Dateien befanden sich hier Eigene Musik, Eigene Bilder usw. Damit sich diese Nutzer an einem Linux-System gleich heimisch fühlen, hat GNOME vordefinierte Ordner im /home-Verzeichnis angelegt.

Abbildung 7.3 Vordefinierte Ordner im »Orte«-Menü

  • Die wichtigsten Ordner (Dokumente, Musik, Bilder und Videos) erreichen Sie z. B. über das obere Panel. Wenn Sie den persönlichen Ordner mit Nautilus öffnen, haben Sie zusätzlich noch die Ordner Öffentlich und Vorlagen.
  • System
    Hier finden Sie die meisten für die Systemadministration benötigten Programme. Die Rubrik Einstellungen enthält Werkzeuge zur Konfiguration des Desktops; unter Systemverwaltung befinden sich Programme zur Administration im engeren Sinne, die zumeist Root-Rechte erfordern. Die in den verschiedenen Teilbereichen zusammengefassten Programme werden im Laufe des Buchs zum größten Teil separat besprochen.

Vordefinierte Ordner und Lesezeichen umbenennen

Sie können die Namen dieser Ordner selbstverständlich verändern. Ein Rechtsklick auf die Namen im Orte-Menü funktioniert leider nicht, aber wenn Sie Ihr /home-Verzeichnis, den Persönlichen Ordner, öffnen, können Sie diese auf gewohnte Weise umbenennen. Die Änderungen werden sofort übernommen und sind auch im Panel unter Orte sichtbar. Wesentlich mehr Einflussmöglichkeiten haben Sie, wenn Sie im Dateimanager Nautilus dem Menü unter Lesezeichen · Lesezeichen bearbeiten... folgen. Hier können Sie beliebige Lesezeichen anlegen oder den Ort von vorhandenen ändern.


Menü bearbeiten

Sie können auf das Aussehen dieser Menüs Einfluss nehmen. In GNOME ist ein Menü-Editor zur individuellen Konfiguration dieser Menüs integriert. Dieser befindet sich unter System · Einstellungen · Hauptmenü. Durch einfaches Anklicken und Häkchensetzen wählt man die Einträge entweder als sichtbar oder unsichtbar aus. Aber das ist noch nicht alles – Sie können sogar die Reihenfolge der Einträge variieren, neue Trennlinien hinzufügen und selbstverständlich auch neue Einträge sowie neue Menüs erstellen.

Abbildung 7.4 Konfiguration des Startmenüs mit dem Menü-Editor

Zum Erstellen neuer Einträge wählen Sie zuerst das Menü, in dem der Eintrag erstellt werden soll. Dazu markieren Sie im linken Abschnitt das Menü. In der Mitte finden Sie nun unter Einträge alle bisher vorhandenen Unterpunkte dieses Menüs.

Klicken Sie nun rechts oben auf den Button Neuer Eintrag. In dem darauf folgenden Fenster geben Sie unter Befehl den Befehlsnamen des gewünschten Programms ein.

Programmnamen herausfinden

Oftmals ist der Befehlsname gleichzeitig der Paketname des Programms und wird kleingeschrieben. So ist das Programm Evolution durch den Befehl evolution zu starten. Wenn Sie mit dieser Schreibweise keinen Erfolg erzielen, hilft ein Blick in das Programm Synaptic über das Menü System · Systemverwaltung · Synaptic-Paketverwaltung. Hierin befindet sich in der Werkzeugleiste eine Suche, mit der Sie nach den Paketnamen eines Programms suchen können.

Sie haben mithilfe dieses Menü-Editors den kompletten Zugriff auf das Aussehen Ihrer Menüs. So können Sie auch Einträge per Drag & Drop (mit der Maus markieren und verschieben) in ein anderes Menü kopieren oder andere Icons auswählen, wenn Sie sich die Eigenschaften eines Eintrags ansehen.

Unerwünschte KDE-Einträge entfernen

Der Menü-Editor ist insbesondere auch dann nützlich, wenn durch die Parallelinstallation von KDE einige unerwünschte KDE-Einträge im GNOME-Menü gelandet sind. Diese werden durch Abwählen des kleinen Hakens vor dem Menüeintrag deaktiviert und erscheinen anschließend nicht mehr im Menü. Sie können auf die gleiche Weise verfahren, um sogar ganze Menüs auszublenden.

Menü löschen und wiederherstellen

Sie können selbstverständlich auch die Obermenüeinträge (Anwendungen, Orte und System) im Panel löschen. Dies geschieht durch einen Rechtsklick auf den betreffenden Panel-Eintrag und durch Auswählen der Option Aus dem Panel entfernen. Bitte beachten Sie hierbei, dass Sie dann keinen grafischen Zugriff mehr auf die einzelnen Menüeinträge mehr haben. Um das gesamte Menü wiederherzustellen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle im Panel und wählen Zum Panel hinzufügen. In der daraufhin erscheinenden Auswahlliste wählen Sie den Eintrag Menüleiste. Klicken Sie auf diesen doppelt oder markieren Sie den Eintrag, und wählen Sie Hinzufügen.


Ein anderes GNOME-Menü installieren

Eventuell kennen Sie das von Novell neu entwickelte GNOME-Menü (siehe Abbildung 7.5), das laut einiger Ergonomie-Studien benutzerfreundlicher sein soll, und vermissen dieses bei Ubuntu? Sie können dieses Menü verwenden, wenn Sie das Paket gnome-main-menu installieren. Nach der Installation können Sie das Menü dem Panel hinzufügen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Panels klicken und den Punkt Zum Panel hinzufügen wählen. In der erscheinenden Auswahlliste klicken Sie den Eintrag Hauptmenü – Standardmenü und Anwendungs-Browser doppelt an, um dieses Add-on zu integrieren.

Wenn Sie ausschließlich mit diesem neuen Menü arbeiten möchten, können Sie selbstverständlich die anderen Menüeinträge im Panel löschen. Dies geschieht durch einen Rechtsklick auf den betreffenden Panel-Eintrag und durch Auswählen der Option Aus dem Panel entfernen.


Abbildung 7.5 Das aus (Open-)SUSE bekannte GNOME-Menü lässt sich auch unter Ubuntu leicht installieren.


Weltzeituhr und Wetter

Haben Sie Bekannte auf der anderen Seite des großen Teiches, oder sind Sie einfach nur neugierig, wie die Zeiger beispielsweise gerade in New York stehen? In GNOME ist die Uhr im Panel eine Weltzeituhr mit Wetterangabe. Des Weiteren wird nun eine kleine Weltkarte angezeigt, die die Tages- und Nachtverteilung auf unserer Erde anzeigt.

Wenn Sie im Panel auf die Uhrzeit klicken, können Sie unterhalb des erscheinenden Kalenders auf Bearbeiten klicken, um neue Städte hinzuzufügen. Standardmäßig ist die erste hinzugefügte Stadt Ihr Heimatort und wird durch ein Haus-Icon symbolisiert.

Wenn Sie mehrere Städte definiert haben, werden diese mit Zeit und Wetterangabe unterhalb der Weltkarte angezeigt. Es erscheint ein Button Einstellungen, wenn Sie sich mit der Maus über einen dieser Orte bewegen. Mithilfe dieses Buttons können Sie Ihren Heimatort neu definieren. Die Uhrzeit Ihres Systems wird automatisch an die neue Zeitzone angepasst. Wenn Sie viel unterwegs sind, ist dies ein nützliches Werkzeug.



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7.2.2 Das Me-Menü Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Canonicals Designer arbeiten seit einiger Zeit massiv an der Verbesserung und Vereinheitlichung des Panels. Gerade die sogenannte Notification Area, in der viele Programme während des Betriebs ihre Icons ablegen, zeichnete sich in der Vergangenheit durch ein gepflegtes Chaos aus. Fehlende Standards führten zu sich überschneidenden Benachrichtigungen, Inkompatibilitäten und damit zu einer Instabilität des gesamten Panels.

Einheitliche Benachrichtigungen

Der erste Schritt zur Lösung dieses Problems bestand 2009 in der Einführung von einheitlichen Benachrichtigungen. Da die meisten Nutzer während ihrer Arbeit am Rechner kontinuierlich ein E-Mail-Programm sowie den Instant-Messenger im Hintergrund laufen haben, wurde diesen beiden Programmen ein fester Platz im Panel eingeräumt.

Gwibber

Inzwischen ist der Start, ein Statuswechsel oder das Wechseln zwischen den Programmen problemlos direkt aus dem Panel heraus möglich. Durch die gestiegene Bedeutung von Twitter und ähnlichen Diensten wurde das Panel um das Programm Gwibber ergänzt, welches die einfache Teilnahme an Social-Network-Seiten wie beispielsweise Facebook ermöglicht.

Abbildung 7.6 Mithilfe des sogenannten »Me-Menüs« ist es sogar möglich, Kurznachrichten (beispielsweise über »Facebook« oder »Twitter«) über das Panel zu versenden.


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7.2.3 Das Aktionsmenü Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Schneller Benutzerwechsel

Die zweite Annehmlichkeit kennen Sie bestimmt von anderen Betriebssystemen, Sie befindet sich rechts oben im Panel: der schnelle Benutzerwechsel. Dort steht der Name, mit dem Sie sich als Nutzer identifiziert haben. Durch einen Klick auf diesen Namen erscheint eine Liste benutzerspezifischer Aktionen wie beispielsweise Abmelden. Unter anderem können Sie hier auch zum Desktop anderer Benutzer wechseln. Durch einen Klick auf einen anderen Namen kann man zu diesem Konto wechseln.

Der schnelle Benutzerwechsel hat im laufenden Betrieb einige Vorteile. Im Gegensatz zum klassischen Abmelden laufen beim schnellen Benutzerwechsel alle Programme weiter, die der jeweilige Benutzer gestartet hat. So ist es möglich, dass beispielsweise ein laufender Download, den Sie gestartet haben, durch das Anmelden eines weiteren Benutzers nicht unterbrochen wird. Man kann bei dieser Technik auch von einem grafischen Benutzerwechsel sprechen, da im Gegensatz dazu ein Wechsel des Benutzers im Terminal selbstverständlich jederzeit möglich ist. [Im Terminal ist der Wechsel des Benutzers durch den Befehl su, gefolgt von dem Namen des gewünschten Benutzers, möglich.]

Abbildung 7.7 Mithilfe des schnellen Benutzerwechsels im »Aktionsmenü« können mehrere Personen gleichzeitig mit einer grafischen Oberfläche an einem Computer arbeiten.

Benutzerkonten

Der schnelle Benutzerwechsel gelingt selbstverständlich nur, wenn Sie auch mindestens ein weiteres Benutzerkonto auf dem Rechner haben. Das Anlegen von verschiedenen Benutzerkonten hat einige Vorteile. So kann beispielsweise jeder Benutzer seine eigenen Einstellungen speichern, und die Dateien der verschiedenen Nutzer sind getrennt angeordnet. Aber auch Sicherheitsaspekte spielen hierbei eine Rolle. Ein Benutzer kann jeweils nur in seinem Verzeichnis Schaden anrichten und nicht auf dem ganzen System. Wie Sie solche zusätzlichen Benutzer anlegen, erfahren Sie in Abschnitt 7.2.11, »Benutzerverwaltung«.


Nachrichten hinterlassen

Sie können jetzt auch Nachrichten hinterlassen, wenn Sie an einen PC gelangen, auf dem Ubuntu läuft und der von seinem Nutzer gesperrt wurde. Für diesen Zweck gibt es den neuen Button Leave Message in der Anmeldemaske. Sie können beliebig viele Nachrichten hinterlassen. Diese werden dem Nutzer angezeigt, wenn er sich wieder angemeldet hat.


Möchten Sie sich aus dem System ausloggen, es beenden oder neu starten, so erfolgt dies im oben beschriebenen Aktionsmenü über den Menüpunkt Beenden.


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7.2.4 Die Panels Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Dreh- und Angelpunkt des GNOME-Desktops sind die frei konfigurierbaren Panels, die sich in der Standardinstallation am oberen und unteren Bildschirmrand befinden. Das obere Panel beherbergt die Startmenüs, das untere die Statusanzeigen für gestartete Programme. Die Panels können selbstverständlich per Drag & Drop auch an eine andere Seite des Bildschirms gezogen werden.


Das Panel besser nutzen

Viele Anwender empfinden die oberen und unteren Panels als sehr schlicht und verbergen diese automatisch bei Nichtnutzung. Dies geschieht, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle im Panel klicken und die Eigenschaften aufrufen. Dort setzen Sie einfach einen Haken vor den Punkt Auto-Verbergen, und Ihr Panel verschwindet automatisch fast vollständig, wenn Sie es nicht nutzen. Wenn Sie es wieder benötigen, bewegen Sie einfach Ihre Maus an das verbliebene dünne Panel. Diese Animation reagiert mit einer gewissen Verzögerung, sodass einige Anwender unruhig werden, bevor sich etwas bewegt. Um Ihre Nerven zu schonen, können Sie diese Animation beschleunigen, indem Sie die Verzögerungen minimieren:

    Starten Sie den gconf-Editor, und navigieren Sie zu dem Eintrag /apps/panel/global.
    Setzen Sie bei den Variablen panel_hide_delay und panel_show_delay die Zeitangaben herunter. Beachten Sie, dass sich der Wert auf Millisekunden bezieht.

Übrigens, wussten Sie schon, dass Sie mit dem Mausrad durch alle geöffneten Anwendungen navigieren können? Bewegen Sie dazu die Maus auf eines der geöffneten Fenster im Panel, und bewegen Sie das Mausrad.


Schnellstarter

Äußerst praktisch ist die Möglichkeit, eigene Schnellstarter für Programme auf einem Panel zu erzeugen. Dazu wählen Sie einfach das gewünschte Programm im entsprechenden Menü aus und ziehen dieses per Drag & Drop auf das Panel. Auf diese Weise lassen sich auch spezielle Panel-Applets wie z. B. der lokale Wetterbericht oder der Börsenticker integrieren. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle des Panels und wählen den Punkt Zum Panel hinzufügen.

Interessant ist die Möglichkeit, beliebig viele neue Panels zu generieren und diese entsprechend mit Anwendungen zu bestücken (rechter Mausklick – Panel anlegen). Praktisch ist auch die Schublade, mit der Programmgruppen zusammengefasst werden können (siehe Abbildung 7.8).

Abbildung 7.8 Frei definiertes Panel mit Schublade


Deskbar – die umfassende Suche

Mithilfe von Deskbar sind Sie in der Lage, gleichzeitig Ihren Computer und das Internet nach Dateien zu durchsuchen, mit einem Suchbegriff verknüpfte Aktionen durchzuführen und vieles mehr. Sie müssen dieses Applet zuerst mithilfe von Synaptic installieren: System · Systemverwaltung · Synaptic Paketverwaltung. Suchen Sie hier nach dem Paket deskbar-applet, wählen Sie dieses durch einen Klick auf die Checkbox aus, und bestätigen Sie den Vorgang durch Anwenden. Nun müssen Sie sich in GNOME ab- und wieder anmelden, um im Panel über einen Rechtsklick und die Auswahl von Zum Panel hinzufügen ein neues Applet zu installieren. Sie finden die Deskbar über die orangefarbene Lupe im Panel. Nach einem Klick auf die linke Maustaste erscheint das Deskbar Applet, in dem Sie Ihre Suchanfragen eingeben können.

Standardmäßig wird bei anfallenden Suchanfragen nicht das Internet durchsucht, sondern lediglich eine Verknüpfung zu einer Suchmaschine zur Verfügung gestellt. Wenn Sie bei einer Suchanfrage auch Ergebnisse aus dem Internet erhalten möchten, dann müssen Sie dies der Deskbar in den Einstellungen mitteilen. Durch einen Klick mit der rechten Maustaste gelangen Sie zu diesen Einstellungen. Sie können mithilfe von zahlreichen Plug-ins auch Programme starten oder suchen und Aktionen des Rechners wie das Herunterfahren aktivieren. Weiterhin können Sie Datenquellen wie Wörterbücher, eigene Lesezeichen (Bookmarks) oder die Chronik Ihres Browsers nutzen.


Abbildung 7.9 Die »Deskbar« ist die universale Suche.


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7.2.5 Nautilus – der Browser Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Zu dem zentralen Werkzeug von grafischen Oberflächen haben sich mittlerweile die Browser gemausert. Bei GNOME findet man für diesen Zweck den Nautilus-Browser. Den ersten Kontakt zu Nautilus bekommen Sie, wenn Sie im Menü Orte den Punkt Persönlicher Ordner auswählen. In diesem Fall öffnet sich der Browser und zeigt Ihr Heimatverzeichnis an.

Verschiedene Ansichten

Neben der Symbol- und Listenansicht gibt es noch eine Art der Darstellung, die Kompakte Ansicht. Benutzer anderer Desktop-Umgebungen kennen diese Anordnung von Elementen schon länger. Wechseln Sie in diese Darstellung, indem Sie Ansicht · Kompakt aus dem Menü auswählen oder über die Tastatur Taste Strg + Taste 3 aufrufen. Wie die Symbol- und Listenansicht können Sie auch diese Darstellung mittels der Zoom-Optionen im Menü Ansicht vergrößern und verkleinern.

Abbildung 7.10 Der »Nautilus«-Browser ist auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, bietet aber sehr viele Optionen zur Anpassung.

Tabs

Auch GNOME wird immer mehr vom »Tab-Virus« befallen, sodass jetzt auch Nautilus mehrere sogenannte Tabs (auf Deutsch Reiter) anzeigen kann. Sie öffnen diese in einer gestarteten Nautilus-Session genauso wie beispielsweise im Firefox mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste T oder über das Menü. Beachten Sie hierbei jedoch, dass bei der Verwendung von mehreren Reitern nur eine Instanz des Nautilus läuft und bei einem eventuellen Absturz des Programms sämtliche Reiter geschlossen werden.

Mit Taste Strg + Taste L gelangen Sie in das Adressfeld des Dateimanagers. In dieser Adresszeile können Sie sogar von einer automatischen Adressvervollständigung Gebrauch machen, ähnlich wie Sie es aus dem Terminal kennen. Die Anordnung der Tabs können Sie ebenfalls verändern. Sie müssen den zugehörigen Reiter hierzu nur mit der Maus festhalten und an die gewünschte Stelle ziehen. Manuell erreichen Sie dies durch die beiden Tastenkombination Taste Strg + Taste Bild hoch und Taste Strg + Taste Bild runter. Dateien können Sie verschieben, indem Sie diese mit der Maus festhalten und in einen anderen Tab ziehen.

Adressleiste

Viele altgediente GNOME-Benutzer vermissen die klassische Navigations- und Pfadangabe in Nautilus. GNOME bietet eine sehr einfache Möglichkeit, zwischen der klassischen und der modernen Ansicht zu wechseln – quasi auf Knopfdruck. Dazu verwenden Sie die Tastenkombination Taste Strg + Taste L.

Abbildung 7.11 »Nautilus« ist sehr anpassungsfähig. Hier wurden über den Menüpunkt »Ansicht« alle Leisten ausgeblendet.

Wenn Sie sich das vom KDE-Browser Dolphin bekannte Verhalten der Navigation per Einfachklick wünschen, gehen Sie folgendermaßen vor: Wählen Sie in Nautilus den Menüpunkt Bearbeiten · Einstellungen · Verhalten, und markieren Sie dort den Punkt Einfacher Klick zum Aktivieren von Objekten. Wenn Sie möchten, können Sie an dieser Stelle auch das direkte Löschen von Dateien unter Umgehung des Mülleimers ermöglichen.

Abbildung 7.12 Hier wurde mithilfe der Taste F3 eine zweispaltige Ansicht definiert. So können Sie effektiver Dateien verschieben oder in verschiedenen Ordnern arbeiten.

Selbstverständlich beherrscht der Nautilus auch das Verschieben von Dateien via Drag & Drop von einem Fenster in das nächste. Soll eine Datei kopiert werden, so drücken Sie die Taste Strg -Taste während der Aktion. Darüber hinaus können Sie Dateien, wie bei fast allen bekannten Browsern üblich, auch mit Taste Strg + Taste C kopieren bzw. mit Taste Strg + Taste X ausschneiden und anschließend mit Taste Strg + Taste V an anderer Stelle wieder einfügen.

Moderne Dateisysteme können mit nahezu jedem Zeichen in einem Dateinamen umgehen. Dies gilt aber nicht für das FAT-Dateisystem, das häufig auf USB-Sticks und tragbaren Musikgeräten verwendet wird. GNOME 2.24 erkennt nicht verwendbare Zeichen während des Kopierens und wandelt diese automatisch in »_« um. Dies geschieht ohne Eingriff des Benutzers.

Integrierte Funktion zum Entpacken

Viele Funktionalitäten des Nautilus-Browsers erschließen sich dem Benutzer intuitiv. Oft ist es auch interessant, einmal das Kontextmenü für bestimmte Dateien im Nautilus näher zu inspizieren, das nach einem Rechtsklick über dem Objekt erscheint. Eine gepackte Datei etwa lässt sich durch den Befehl Hier Entpacken (den Sie per Rechtsklick über dem betreffenden Objekt aufrufen) innerhalb von Nautilus extrahieren. Die Suche nach Ordnern und Dateien rufen Sie im Nautilus über Gehe zu · Suchen auf.

Das integrierte Entpacken funktioniert auch mit RAR-Dateien, wenn Sie das Paket unrar installieren, beispielsweise über sudo apt-get install unrar.


Schnelle Suche in Nautilus

Oftmals benötigt man keine separate Software, um effektiv nach Dateien zu suchen, denn GNOME liefert vieles von Haus aus mit – so auch die Möglichkeit, einzelne Ordner bequem und quasi in Realzeit zu durchsuchen. Öffnen Sie hierzu einfach Nautilus, und navigieren Sie zu dem Ordner, in dem sich die gesuchte Datei wahrscheinlich befindet. Wenn Sie nun noch wissen, mit welchen Buchstaben der gesuchte Dateiname beginnt, haben Sie leichtes Spiel. Tippen Sie einfach die ersten Buchstaben auf Ihrer Tastatur, und Nautilus wird in der unteren rechten Ecke ein kleines separates Fenster öffnen. Während Sie tippen, markiert Nautlilus die gefundenen Dateien. Ein einfaches Drücken der Taste Enter-Taste bestätigt die Auswahl und öffnet die markierte Datei.


Ordner teilen

GNOME kennt eine besonders bequeme Möglichkeit, Ordner für mehrere Benutzer freizugeben. Prinzipiell kann man dies natürlich auch über eine manuelle Rechtevergabe erreichen, aber die grafische Lösung ist deutlich bequemer. Sie erreichen den Dialog über die rechte Maustaste und dort über das Kontextmenü Freigabeoptionen oder unter Eigenschaften im letzten Reiter.

Wenn Sie Ihren Ordner für andere Personen freigeben, muss Nautilus die Zugriffsrechte der betreffenden Dateien ändern. Achten Sie darauf, dass kein Programm während dieser Änderungen Zugriff auf den betreffenden Ordner hat. Ansonsten bricht der Vorgang mit einer Fehlermeldung ab.

Nun sind andere Benutzer des Systems in der glücklichen Lage, kompletten Zugriff auf diesen Ordner zu haben. Allerdings ist hierbei auch Vorsicht anzuraten: Die anderen Benutzer haben nunmehr auch das Recht, Dateien zu löschen.

Abbildung 7.13 Sie können Ordner für andere Benutzer, aber auch für Gäste des Systems freigeben. Bei der erstmaligen Einrichtung muss »Samba« installiert und das System neu gestartet werden.


Vordefinierte Ordner teilen

Wenn ein anderer Benutzer Zugriff auf den freigegebenen Ordner haben möchte, muss er umständlich durch den Dateibaum navigieren. Viel bequemer wäre es doch, wenn die Benutzer sich z. B. einen einzigen Musik-Ordner teilen, auf den beide vollen Zugriff haben. Sie haben schon von den vordefinierten Ordnern im /home-Verzeichnis gelesen. Diese wollen wir jetzt nutzen.

Die Vorgehensweise ist einfach: Zuerst gibt Benutzer 1 seinen Musik-Ordner wie eben beschrieben frei. Danach muss Benutzer 2 in seinem /home-Verzeichnis den eigenen Musik-Ordner löschen und stattdessen einen Softlink auf den Musik-Ordner von Benutzer 1 anlegen:

benutzer2$ ln -s /home/benutzer1/Musik/

Das Terminal öffnen Sie über Anwendungen · Zubehör · Terminal. Benutzer 2 muss sich anschließend einmal aus- und wieder einloggen, damit der Softlink auch im Panel als gültige Verknüpfung angezeigt wird. Ordner, die mit anderen Benutzern geteilt werden, erhalten ein Icon-Attribut, um sie auf den ersten Blick von persönlichen Ordnern unterscheiden zu können.



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7.2.6 Programme starten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Wie bei anderen Betriebssystemen und Arbeitsumgebungen auch, haben Sie mehrere Möglichkeiten, Programme zu starten. Die am häufigsten benutzte Möglichkeit ist für die meisten Anwender das Doppelklicken auf ein Icon, das entweder auf dem Desktop oder im Panel zu finden ist. Dies sind aber nicht die einzigen und oftmals auch nicht die bequemsten Möglichkeiten.

Folgende Varianten stehen Ihnen zum Starten von Anwendungen zur Verfügung:

  • Startmenü
    Klicken Sie den entsprechenden Programmeintrag in der Unterrubrik des Startmenüs an. Die Einträge des Startmenüs sind nach Themengebieten zusammengefasst und lassen sich auch Ihren individuellen Vorstellungen entsprechend anpassen.
  • Desktop-Icon/Schnellstarter
    Erstellen Sie einen Schnellstarter im Panel oder ein Icon auf dem Desktop via Drag & Drop aus dem Startmenü. Das Programm lässt sich dann durch einen Einfachklick im Panel oder einen Doppelklick auf das Desktop-Icon starten. Die meisten Aktionen auf dem Desktop oder im Dateimanager erfordern bei GNOME in der Standardkonfiguration einen Doppelklick. Dieses Verhalten lässt sich aber über den Reiter Verhalten im Menü Bearbeiten · Einstellungen des Universalbrowsers
  • Nautilus ändern.
  • Eingabefenster
    Wenn Sie den Namen der ausführbaren Programmdatei kennen, so lässt sich das Programm auch über das Eingabefenster starten (siehe Abbildung 7.14). Dieses öffnen Sie durch die Tastenkombination
  • Taste Alt + Taste F2.

Abbildung 7.14 Das Eingabefenster

  • Konsole
    Wenn Sie ausführliche Informationen über die von einem gestarteten Programm ausgegebenen (Fehler-)Meldungen wünschen, sollten Sie das Konsolenprogramm gnome-terminal nutzen. Mehr zur Funktionsweise der Konsole finden Sie im nächsten Abschnitt.

Automatischer Programmstart

Oftmals hat man als Benutzer spezifische Wünsche, welche Programme beim Start des Systems ebenfalls automatisch starten sollen. Es sind oftmals immer die gleichen Programme, die wir nutzen. Sie finden die Übersicht der Startprogramme unter dem Menüpunkt System · Einstellungen · Startprogramme. Unter dem Reiter Startprogramme finden Sie eine Übersicht aller vorhandenen Autostart-Programme. Sie können diese Einträge aktivieren, deaktivieren und löschen. Neue Einträge legen Sie an, indem Sie auf den Button Hinzufügen klicken.

Wenn Sie sich beim Anlegen eines neuen Eintrags vertan haben und GNOME nach einem Neustart nicht mehr startet, liegt die Rettung wie so oft auf der Kommandozeile. Wechseln Sie einfach mit der Tastenkombination Taste Strg + Taste Alt + Taste F1 auf eine virtuelle Konsole. Melden Sie sich nun an, und navigieren Sie zum Autostart-Ordner. Dieser verbirgt sich entweder im /home-Verzeichnis unter .config/autostart oder unter /etc/xdg/autostart. Die verantwortlichen Einträge haben die Endung .desktop. Identifizieren Sie den Bösewicht, und löschen Sie ihn einfach.


Abbildung 7.15 In GNOME ist die Verwaltung der Autostart-Programme spielend einfach.


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7.2.7 Terminal Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

In diesem Buch werden wir sehr häufig auf das Terminal bzw. die Konsole zurückgreifen, eignet sich diese(s) doch hervorragend, um administrative Aufgaben zu erledigen. Ein Terminal starten Sie aus dem Menü Anwendungen über Zubehör · Terminal.

Abbildung 7.16 Ein wichtiges Werkzeug unter Linux: das Terminal

Tabs

Besonders praktisch ist die Möglichkeit, über Reiter in einem Fenster mehrere Instanzen zu öffnen. So können Sie auf einem dieser Reiter die Meldungen eines Programms während seines Ablaufs verfolgen und auf einem anderen Reiter weitere Befehle in das System eingeben.


Transparentes Terminal

Man muss nicht immer aufwendige Themes einrichten oder Compiz-Fusion installieren, um dem Desktop ein wenig mehr Pepp zu geben. Selbst das von Natur aus eher biedere Fenster zum System, das Terminal, lässt sich mit einigen Handgriffen optisch ein wenig aufwerten. Ein sehr einfaches, aber effektives Mittel hierfür bringt GNOME von Haus aus mit. Die Einstellungen hierzu befinden sich im GNOME-Terminal unter Bearbeiten · Profile. Sie haben hier die Möglichkeit, verschiedene Profile anzulegen, um das Terminal verschiedenen Zwecken anzupassen.

Das einzelne Profil können Sie unter dem Punkt Bearbeiten an Ihre Bedürfnisse anpassen. Unter dem Reiter Effekte befinden sich die nötigen Einstellungen. Hier können Sie bestimmen, ob und wie stark das Terminal transparent erscheinen soll. Des Weiteren ist es möglich, ein beliebiges Hintergrundbild zu verwenden. Ich gehe wesentlich detaillierter auf das Terminal in Kapitel 15, »Das Terminal«, ein.



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7.2.8 Editor Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Spätestens dann, wenn Sie sich intensiver mit administrativen Aufgaben beschäftigen, kommen Sie um die Bedienung des Systemeditors nicht herum. GNOME bietet Ihnen zu diesem Zweck den Editor gedit, den Sie als normaler Benutzer über Anwendungen · Zubehör · Texteditor bzw. durch Eingabe von gedit innerhalb einer Konsole starten. Der Editor erinnert an das von Windows her bekannte Notepad, wenngleich er wesentlich mehr Möglichkeiten besitzt, z. B. lassen sich in einer Editorinstanz mehrere Dateien in Form von Reitern öffnen. Darüber hinaus beherrscht gedit Syntax-Highlighting bei den meisten Skript- bzw. Programmiersprachen (vgl. Abbildung 7.17).

Plug-ins

Gedit ist durch Plug-ins beliebig erweiterbar. Sie erreichen die Einstellungen über das Menü Bearbeiten · Einstellungen. Dort wählen Sie den Reiter Plugins aus und können nun durch »Häkchensetzen« eine Vielzahl von Plug-ins aktivieren. In Abbildung 7.17 sehen Sie gedit in Aktion, während ich an diesem Buch arbeite. Auf der linken Seite sehen Sie die Datei-Browser-Leiste, die über ein Plug-in auf die eben beschriebene Weise integriert wurde.

Editor mit Root-Rechten: Systemdateien editieren

Wenn Sie Systemdateien bearbeiten wollen, ist es erforderlich, den Editor mit Root-Rechten zu starten. Dies geschieht am einfachsten von einer Konsole aus mit dem Befehl gksudo gedit.

Abbildung 7.17 Der GNOME-Standardeditor »gedit«, hier mit dem LaTeX-Inhalt eines vorherigen Abschnitts


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7.2.9 Zugriff auf Ressourcen Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Windows-Umsteiger werden sich in Bezug auf die Benennung gängiger Hardware-Ressourcen (wie z. B. CD-ROM-Medien oder USB-Sticks) ein wenig umgewöhnen müssen. Jeder Hardware-Komponente wird eine sogenannte Device-Datei zugeordnet.


Tabelle 7.1 Gerätedateien der Massenspeichermedien

Datenträgerbezeichnung Linux-Device-Bezeichnung Eingebunden auf

DVD/CD-ROMs

/dev/cdrom, /dev/cdrom1, …

/mnt/cdrom

Floppy-Disk

/dev/fd0

/mnt/fd0

Festplatten und USB-Devices (Memorystick etc.)

/dev/sda1 …/dev/sdb1 …

/mnt/sda1 …


Devices

Die zentrale Anlaufstelle für die gesamte Peripherie ist unter Ubuntu zunächst einmal der Menüpunkt Orte · Computer: Dort finden Sie sämtliche aktuell eingebundenen Devices fein säuberlich in einem Nautilus-Fenster aufgelistet.

Umgang mit Medien

CD-ROMs und DVDs werden mittlerweile auch unter Linux beim Einlegen automatisch in das Dateisystem eingebunden: Es öffnen sich z. B. beim Einlegen von Daten-CDs automatisch ein Laufwerksymbol sowie ein Nautilus-Fenster, das den Inhalt des Mediums anzeigt. Audio-CDs werden nach dem Einlegen direkt abgespielt. Die Aktion beim Hinzufügen eines Wechselmediums lässt sich ganz einfach innerhalb von Nautilus unter Bearbeiten · Einstellungen · Datenträger festlegen.

Wenn Sie das Medium wieder auswerfen wollen, müssen Sie darauf achten, dass keine Anwendung mehr darauf zurückgreift. Zum Beispiel muss das Nautilus-Fenster, in dem das Medium geöffnet ist, geschlossen werden. Dann genügt ein Druck auf den Auswurfknopf, und Sie können die CD/DVD wie gewohnt entnehmen. Eine Alternative besteht darin, einen Rechtsklick über dem Symbol des Datenträgers auf dem Desktop durchzuführen und den Kontextmenüpunkt Auswerfen zu wählen.

Umgang mit USB-Sticks

Wenn Sie einen USB-Memorystick verwenden und diesen in den PC stecken, so erscheinen nach einer kurzen Wartezeit ebenfalls ein Icon und eine Browser-Instanz auf dem Desktop. Ubuntu verhält sich auch hier recht unkompliziert: Dateien können bequem per Drag & Drop auf den Stick kopiert bzw. vom Stick auf die Festplatte verschoben werden.

Das Anstecken eines USB-Sticks führt allerdings dazu, dass das Dateisystem des Sticks fest in das Dateisystem des übrigen Computers eingebunden wird. Dies bedeutet (eben wie bei Windows), dass Sie den Stick nicht einfach so wieder abziehen dürfen; er muss sauber wieder »ausgehängt« werden. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf das neu erschienene Icon auf dem Desktop. Hier wählen Sie den Punkt Auswerfen. Alternativ dazu können Sie innerhalb von Nautilus auf das Auswerfen-Icon in der linken Leiste klicken.

Der Grund für diese Verfahrensweise ist, dass der Zugriff auf Massenspeicher unter Linux gepuffert erfolgt. Nachdem der Benutzer Dateioperationen (speichern, kopieren, löschen, ...) durchgeführt hat, werden diese nicht unmittelbar ausgeführt, sondern erst zu dem Zeitpunkt, an dem der Prozessor dafür ein Zeitfenster zur Verfügung stellt.

Dateien brennen

Äußerst praktisch ist die Möglichkeit, Dateien und Verzeichnisse per Drag & Drop auf einen CD-Rohling zu sichern. Legen Sie zu diesem Zweck einfach einen Rohling in den Brenner ein. Daraufhin öffnet sich eine Nautilus-Instanz mit dem Ortsnamen burn:///.

Ziehen Sie nun die zu sichernden Daten in dieses Fenster, und klicken Sie im Nautilus auf die Schaltfläche Auf CD/DVD schreiben: Fertig ist die Datensicherung.


Detaillierte Mount-Optionen in GNOME

Man sollte meinen, dass Linux-Nutzer seit dem Erscheinen des ersten Kernels der 2.6er-Reihe eigentlich rundum glücklich sein müssten. Ab diesem Zeitpunkt war es möglich, USB-Geräte, wie beispielsweise einen Daten-Stick, mit automount ins System einzubinden. Das Mounten insgesamt wurde deutlich vereinfacht, aber für viele Operationen ist man trotzdem noch auf die Kommandozeile angewiesen.

Der Umgang mit den detaillierten Optionen zum Mounten von beliebigen Medien hat sich bei neueren GNOME-Versionen deutlich verbessert. Hierfür sorgt ein kleines Paket, das heute standardmäßig mitinstalliert wird: gnome-mount. Auch die Verwaltung von verschlüsselten Geräten wird hiermit deutlich vereinfacht.

Sobald ein Medium erkannt und korrekt gemountet wurde, können Sie zu den zusätzlichen Optionen gelangen, indem Sie mit der rechten Maustaste die Eigenschaften des betreffenden Mediums aufrufen. Im letzten Karteireiter erhalten Sie eine Übersicht über das betreffende Medium und zusätzlich seine UUID, unter der das Gerät eingebunden wurde. Unter diesen Angaben finden Sie Informationen zum Einhängepunkt, Dateisystem und den Einhängeoptionen. Diese drei Angaben können Sie nach eigenem Belieben verändern. Die Änderungen werden allerdings selbstverständlich erst nach einem wiederholten Einbinden in das System übernommen.



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7.2.10 Das Erscheinungsbild ändern Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Richtig wohl fühlt man sich auf dem Desktop erst dann, wenn man einige grundlegende persönliche Einstellungen vorgenommen hat. Die zentrale Anlaufstelle für diese Aktionen ist das Menü System · Einstellungen. Hier kann man unter anderem den Desktop mit einem neuen Hintergrund versehen (Menüpunkt Erscheinungsbild), den Bildschirmschoner einrichten (Menüpunkt Bildschirmschoner), aber auch bevorzugte Programme für bestimmte Aktionen definieren (Multimedia).

Kein Kontrollzentrum

Das GNOME-Konzept unterscheidet sich hier etwas von dem entsprechenden Ansatz in KDE: Dort gibt es eine zentrale Instanz für derartige Aufgaben in Form des Kontrollzentrums, während GNOME für jede Aufgabe eine spezielle Anwendung zur Verfügung stellt.

Thema für den Desktop festlegen

Bequem ist die Auswahl eines sogenannten Desktop-Themas zur Konfiguration des »Look & Feel«. Dazu bedient man sich des Themenmanagers (Menüpunkt Thema). Ein Desktop-Thema (von engl. Theme) beinhaltet einen speziellen Satz Icons, Hintergründe oder Fensterformen. Selbstverständlich können Sie weitere Themen kostenlos aus dem Internet beziehen und installieren. Die ersten Anlaufstellen hierfür sind art.gnome.org und www.gnome-look.org. In Ubuntu 10.04 stehen neben dem Standard-Ambiance-Thema noch fünf zusätzliche Ubuntu-Themen sowie zwei Hoch-Kontrast-Themen für sehbehinderte Nutzer zur Auswahl.


Thema durch Drag & Drop installieren

Die Installation eines neuen Themas ist sehr einfach: Begeben Sie sich auf eine der oben genannten Internetseiten, und laden Sie die gewünschte Themendatei auf Ihren Computer herunter. Speichern Sie diese beispielsweise in Ihrem persönlichen Verzeichnis. Wenn Sie nun den Themenmanager aufrufen, können Sie die heruntergeladene Archivdatei mittels Drag & Drop in das geöffnete Themenmanagerfenster kopieren. Halten Sie das Archiv mit der linken Maustaste fest, und verschieben Sie es dann.


Abbildung 7.18 Der GNOME-Themenmanager – auch eigene Kombinationen aus den individuell gewählten Themen von Fensterdekoration, GTK-Themen und Icons können als eigenes Thema abgespeichert werden.

Neues Hintergrundbild

Es gibt viele Möglichkeiten, um das Hintergrundbild (engl. Wallpaper) von Ubuntu zu ändern; bei allen Möglichkeiten ist es aber von großem Vorteil, wenn Sie das Bild lokal gespeichert haben. So können Sie beispielsweise das gewünschte Bild doppelt anklicken. Daraufhin öffnet sich der Bildbetrachter Eye of GNOME, in dem Sie unter Bild · Als Hintergrundbild verwenden die Einstellungen zum Erscheinungsbild öffnen und dieses Bild als neuen Hintergrund definieren können.


Symbolgröße auf dem Desktop ändern

Die Symbole auf Ihrem Desktop sind Vektorgrafiken, deren Größe Sie leicht beeinflussen können. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf das Symbol, und wählen Sie den Menüpunkt Symbol strecken. Nun können Sie das Symbol an einer Ecke »anfassen« und auf eine beliebige Größe strecken.



Den Hintergrund mit einem Klick ändern

Eine besonders elegante Möglichkeit bietet sich Ihnen, wenn Sie das gewünschte Bild aus einem beliebigen Ordner mit der mittleren Maustaste (oftmals dem Scroll-Rad) auf den Desktop ziehen. In dem darauf folgenden Auswahlmenü wählen Sie Als Hintergrund verwenden. Wenn sich das Bild bereits auf dem Desktop befindet, schieben Sie es mit der mittleren Maustaste nur ein wenig nach rechts oder links.

Alternativ dazu installieren Sie das Paket nautilus-wallpaper. Dieses Paket ermöglicht es Ihnen, jedes gewünschte Bild durch einen Rechtsklick als neues Hintergrundbild zu definieren. Wählen Sie beim Anklicken mit der rechten Maustaste im Auswahlmenü den Punkt Set as Wallaper. Um diese Option allerdings erst einmal sichtbar zu machen, müssen Sie sich nach der Installation des genannten Pakets ab- und wieder anmelden.


Abbildung 7.19 Definition des Hintergrundbildes im GNOME-Themenmanager

Um einen MIME-Dateityp (MIME steht für Multipurpose Internet Extension), z. B. .pdf, .avi oder .png, immer mit einem bestimmten Programm zu öffnen, gehen Sie folgendermaßen vor: Zunächst suchen Sie mit dem Dateimanager Nautilus eine Datei des gewünschten Typs. Mit einem Rechtsklick über der Datei öffnen Sie das Kontextmenü und wählen hier Eigenschaften aus. Aus den verschiedenen Untermenüs wählen Sie den Reiter Öffnen mit.

Dort sind alle Programme aufgelistet, die schon einmal zum Anzeigen der gewählten Datei verwendet wurden. Über den Button Hinzufügen (unten rechts im Fenster) können Sie auch noch weitere Programme auswählen; Sie können sogar einen benutzerdefinierten Befehl eingeben.

Abbildung 7.20 Die Standardprogramme lassen sich bequem ändern.


Standardprogramme ändern

GNOME hat für fast jeden Zweck nur ein Programm. Wenn Sie beispielsweise eine Audio-CD einlegen, öffnet sich totem, um die CD abzuspielen. Wenn Sie einen USB-Stick einstecken, wird der Datenträger automatisch eingebunden, und es öffnet sich Nautilus, um den Inhalt anzuzeigen. Diese ganzen Automatismen lassen sich selbstverständlich ändern, beispielsweise wenn Sie ein neu installiertes Programm zum Abspielen von Musik als Standard definieren möchten. Die dazu nötigen Einstellungen erreichen Sie über eine grafische Oberfläche, die sich in Nautilus unter Bearbeiten · Einstellungen · Datenträger verbirgt.



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7.2.11 Benutzerverwaltung Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Nach der Installation von Ubuntu sind Sie erst einmal allein in Ihrem System, da Sie nur einen Benutzer bei der Installation angelegt haben. Eine große Stärke von Linux besteht aber in der hervorragenden Mehrbenutzerfähigkeit. Sie legen weitere Benutzer sehr einfach über die grafische Oberfläche an. Um weitere Benutzerkonten anzulegen, führen Sie bitte System · Systemverwaltung · Benutzer und Gruppen aus.

Abbildung 7.21 Sie können neue Benutzer anlegen oder die Rechte eines Benutzers anpassen.

Damit Sie einen neuen Benutzer anlegen können, müssen Sie Ihr Passwort eingeben, nachdem Sie auf Benutzer hinzufügen geklickt haben. Geben Sie die erforderlichen Daten für den neuen Benutzer ein. Sie können das Gleiche auch auf der Kommandozeile erledigen. Einen neuen Nutzer namens tux legen Sie folgendermaßen an:

sudo adduser tux

Der Sicherheit zuliebe

Das Anlegen von verschiedenen Benutzerkonten hat einige Vorteile. So kann jeder Benutzer seine eigenen Einstellungen speichern. Die Dateien der verschiedenen Nutzer werden getrennt angeordnet. Aber auch Sicherheitsaspekte spielen hierbei eine Rolle: Ein Benutzer kann jeweils nur in seinem Verzeichnis Schaden anrichten und nicht auf dem ganzen System.

Eigenschaften eines Benutzers ändern

In Abbildung 7.21 können Sie ebenfalls die Rechte eines jeden Benutzers detailliert anpassen. Markieren Sie zu diesem Zweck den jeweiligen Namen, und klicken Sie dann auf Eigenschaften. Sie müssen diesen Dialog wieder entsperren, um Änderungen vornehmen zu können. Sie können an dieser Stelle auch den kompletten Namen eines Benutzers ändern oder ein neues Passwort anlegen.


Neuen Nutzern sudo-Rechte geben

Nicht jeder Nutzer hat umfassende Rechte: Administrative Befehle mit sudo kann nur der erste bei der Installation von Ubuntu angelegte Benutzer (Uid=1000) durchführen.

Um zusätzlichen Benutzern die Möglichkeit zu geben, auch mit sudo zu arbeiten, müssen diese zu der Linux-Gruppe admin hinzugefügt werden. Dies geschieht grafisch über System · Systemverwaltung ·Benutzer und Gruppen. Hier müssen Sie beim Neuanlegen eines Nutzers darauf achten, dass Sie ihm ein Administrator-Profil zuweisen. Bei einem bereits angelegten Benutzer müssen Sie die Eigenschaften aufrufen. Hier setzen Sie ein Häkchen bei den Benutzerrechten System administrieren.



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7.2.12 Aktualisierung des Systems Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ubuntu ist ein äußerst dynamisches System: Seit Veröffentlichung der letzten Distributions-ISOs wurden viele Pakete aktualisiert. Sie können Ihr System jederzeit auf den aktuellen Stand bringen. Dazu starten Sie die Aktualisierungsverwaltung direkt über System · Systemverwaltung · Aktualisierungsverwaltung.

Es erscheint eine Liste mit sämtlichen Paketen, die seit dem Erscheinen des Installationsmediums aktualisiert wurden. Sie finden im oberen Bereich des Fensters eine Angabe, wie alt die letzte Aktualisierung der Paketquellen ist. Gegebenenfalls sollten Sie durch Betätigen des Buttons Prüfen kontrollieren, ob es neuere Aktualisierungen gibt.

Durch Bestätigen mit dem Button Installieren führen Sie die Systemaktualisierung durch. Hierbei werden die entsprechenden Pakete zunächst aus dem Internet geladen und anschließend installiert.

Für den normalen Umgang mit Ubuntu reicht dieser Update-Manager vollkommen aus. Er sucht in regelmäßigen Abständen auf den Servern von Ubuntu nach Neuerungen und teilt Ihnen diese bei Bedarf mit. So öffnet sich sofort die Aktualisierungsverwaltung, sobald wichtige Updates vorhanden sind. Dies geschieht allerdings im Hintergrund, sodass Sie die minimierte Anwendung nur im unteren Panel sehen und zuerst in den Vordergrund holen müssen, um die fälligen Updates zu installieren.

Neustart

Nach einigen Aktualisierungen müssen Sie Ihr System neu starten, beispielsweise wenn Ihr Kernel aktualisiert wurde. Sie werden am Ende des Aktualisierungsvorgangs auf einen solchen obligatorischen Neustart hingewiesen, den Sie natürlich auch verschieben können. Da es sich allerdings zumeist um ein Sicherheits-Update handelt, wäre es ratsam, den Neustart so schnell wie möglich zu machen. Sie werden jederzeit durch die »Rotfärbung« des Power-Buttons (oben rechts im Panel) an diesen Vorgang erinnert.

Upgrade vs. Update

Wenn Sie eine instabile Entwicklerversion von Ubuntu verwenden, kann es vorkommen, dass der beschriebene Mechanismus nicht greift und Sie ein komplettes Distributions-Upgrade durchführen müssen.

Das Verfahren des Upgrades wurde bewusst sehr einfach gehalten und enthält nicht die gesamten und wesentlich feineren Auswahlmöglichkeiten, die der Paketmanager Synaptic bietet.

Abbildung 7.22 Automatische Aktualisierung des Systems

Sicherheitsaktualisierungen automatisch installieren

Unter System · Systemverwaltung · Software-Quellen können Sie im Reiter Aktualisierungen das Überprüfungsintervall festlegen. Wenn Sie das geringstmögliche Risiko eingehen wollen, können Sie den Punkt Sicherheitsaktualisierungen ohne Bestätigung installieren auswählen.


Mülleimer sichtbar machen

Wenn Sie einen tieferen Einblick in das GNOME-System erhalten möchten, sollten Sie sich einmal den GNOME-Systemeditor anschauen. Das Programm wird über den Befehl

sudo apt-get install gconf-editor

installiert und mit dem Befehl

gconf-editor

gestartet. Dort finden Sie in einer Baumstruktur nahezu sämtliche Einstellmöglichkeiten der GNOMEOberfläche. Zugegebenermaßen ist der Konfigurationseditor für den Anfänger alles andere als übersichtlich, aber ein Blick darauf lohnt sich in jedem Fall.

Standardmäßig hat GNOME den Mülleimer vom Desktop auf das Panel verbannt. Wenn Sie dennoch einen Mülleimer auf dem Desktop angezeigt bekommen möchten, erreichen Sie dies über den Eintrag apps · nautilus · desktop · trash_icon_visible.


Abbildung 7.23 Der GNOME-Konfigurationseditor


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7.2.13 Lokalisierung und Zeit topZur vorigen Überschrift

Ich gehe davon aus, dass Sie während der Installation Deutsch als Standardsprache ausgewählt haben. Wir sprechen in diesem Zusammenhang von der Lokalisierung des Systems. Haben Sie diese Anpassung ausgelassen, etwa weil Sie zum Zeitpunkt der Installation noch nicht über einen Internetzugang verfügten, so können Sie diese nun nachholen.

Trotz entsprechender Auswahl fehlende Übersetzungen

Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass Ihr frisch installiertes System nicht vollständig auf Deutsch vorliegt. So kann es durchaus sein, dass nicht alle Sprachpakete Platz auf dem Installationsmedium fanden oder dass die Übersetzungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht vollständig waren oder es immer noch nicht sind. Vergessen Sie bitte nicht, dass die überwiegende Arbeit an Ubuntu und Linux von Freiwilligen geleistet wird.

Abbildung 7.24 Bei fehlenden Sprachpaketen erscheint dieser Hinweis. Die Nachinstallation von Sprachpaketen gelingt so spielend einfach.

Neu starten oder anmelden

Sie lösen das Problem der fehlenden Sprachpakte, indem Sie unter System · Systemverwaltung · Sprachunterstützung die fehlenden Sprachpakete mit einem Mausklick nachinstallieren. Zum Abschluss müssen Sie den Rechner neu starten oder sich ab- und anmelden.

Abbildung 7.25 Der Sprachen-Auswahldialog

Tastaturanpassung

Wenn Sie viel in der Shell arbeiten bzw. programmieren, werden Sie bei älteren Ubuntu-Varianten feststellen, dass wichtige Zeichen (wie z. B. die Tilde ~) nicht bei der üblichen Tastenkombination erscheinen. Die Lösung: Passen Sie das Tastaturlayout an. Starten Sie dazu das entsprechende Programm über System · Einstellungen · Tastatur. Wählen Sie dort den Menüpunkt Belegungen.

Fügen Sie über die entsprechende Schaltfläche die Tastaturbelegung Germany Eliminates Dead Keys hinzu, und wählen Sie diese anschließend als Standardbelegung bzw. Vorgabe aus. Starten Sie zum Testen ein Terminalfenster: Nun sollten auch die Sonderzeichen wie gewohnt erscheinen.


NumLock beim Start aktivieren

Bei manchen Installationsvarianten ist wie bei den meisten Linux-Systemen der Zahlenblock der gewöhnlichen Computertastatur nach dem Systemstart nicht aktiviert. Abhilfe schafft das kleine Paket numlockx. Geben Sie sudo apt-get install numlockx ein. Nach dem Neustart ist der Zahlenblock Ihrer Tastatur automatisch aktiviert.



Tastaturbelegung umschalten

Sie haben Besuch, und der Gast schreibt lieber auf einer englischen Tastatur als auf Ihrer deutschen? Kein Problem – mit den folgenden Schritten richten Sie eine alternative Belegung ein. Zunächst machen Sie die Desktop-Umgebung mit einem neuen Modell bekannt: Öffnen Sie dazu den Dialog zu den Tastatureinstellungen über System · Einstellungen · Tastatur. Wechseln Sie dort zum Reiter Belegungen. Sie sehen einen Eintrag für die bei der Installation eingerichtete Tastatur, zum Beispiel Germany Eliminate dead keys. Klicken Sie auf Hinzufügen, und wählen Sie aus der Liste der Modelle eine alternative Belegung aus. Bestätigen Sie über OK.

GNOME bringt außerdem ein praktisches Panel-Applet mit, über das Sie per Mausklick im Handumdrehen zwischen den verfügbaren Belegungen hin- und herwechseln. Sie fügen den Umschalter per Rechtsklick auf eine freie Stelle im oberen Panel hinzu; in der Liste der Miniprogramme blättern Sie ganz nach unten bis zu dem Eintrag Tastaturindikator und klicken dann auf Hinzufügen. Anschließend erscheint ein kleines Feld, in dem jeweils die ersten drei Buchstaben der aktuell aktiven Belegung stehen, zum Beispiel Deu, GBr und so weiter. Per Klick mit der linken Maustaste schalten Sie zwischen den zuvor konfigurierten Modellen um.


Datum und Uhrzeit

Die Zeiteinstellungen erreichen Sie über einen Rechtsklick auf die Uhr oben rechts im Panel. Wählen Sie hier Datum und Uhrzeit anpassen. Im daraufhin erscheinenden Fenster können Sie das Datum und die aktuelle Zeit verändern. Es ist anzumerken, dass Sie soeben »nur« für GNOME die Zeit neu gesetzt haben. Der PC selbst bezieht seine Zeit über eine eingebaute Hardware-Uhr, die Sie durch einen Klick auf den Button Systemzeit setzen mit Ihrer soeben gesetzten »Software-Uhr« synchronisieren können. Da dies einen grundlegenden Eingriff in Ihr System darstellt, müssen Sie sich mithilfe Ihres Passworts für diese Aktion autorisieren. Sie können die Zeit natürlich auch über die Kommandozeile beeinflussen. Der Befehl lautet date, und die Ausgabe sieht wie folgt aus:

So 18. Feb 21:09:26 CET 2007

Wie Sie erkennen, wird auch die Zeit angezeigt. Der Befehl

date -s MMDDhhmmCCYY

setzt die Hardware-Uhr auf MM/DD hh:mm, CCYY. Dabei stehen die Kürzel einfach für DD = Tag, MM = Monat, hh = Stunde, mm = Minute, CCYY = Jahr. Wenn Sie lediglich die Uhrzeit verändern möchten, geben Sie auschließlich diese an: date -s 20:09:26.


Die Zeit erfassen

Oftmals fühlen sich Arbeitnehmer wie der sprichwörtliche Hamster im Rad: Die Zeit verfliegt, ohne dass man eine Kontrollmöglichkeit über sie hätte. Ein neues GNOME-Applet mit dem passenden Namen Hamster soll Abhilfe schaffen. Sie müssen dieses Applet zuerst mithilfe von Synaptic installieren: System · Systemverwaltung · Synaptic Paketverwaltung. Suchen Sie hier nach dem Paket hamster-applet, wählen Sie dieses durch einen Klick auf die Checkbox aus, und bestätigen Sie den Vorgang durch Anwenden. Nun müssen Sie sich in GNOME ab- und wieder anmelden, um im Panel über einen Rechtsklick und die Auswahl von Zum Panel hinzufügen ein neues Applet zu installieren.

Das Panel zeigt Ihnen, an welcher Aufgabe Sie wie lange gearbeitet haben. Ein Klick auf den Button erlaubt es Ihnen, die Aktivität zu ändern und zu sehen, woran Sie heute gearbeitet haben. Wenn Sie es wünschen, wird die Zeit angehalten, sobald Ihr Rechner untätig ist.

Aufgaben können nach jeder Gruppierung, die Sie wünschen, kategorisiert werden – sei es nach Art der Aufgabe, nach einem Kundennamen oder danach, wie sehr Sie die Aufgabe verabscheut haben. Weiterhin können Sie Ihr Aufgaben-Logbuch bearbeiten, fehlende Aufgaben ergänzen und tages-, wochen- oder monatsbasierte Graphen anzeigen, um zu sehen, womit Sie die meiste Zeit verbracht haben.




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