Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 6 Die Installation
Pfeil 6.1 Voraussetzungen
Pfeil 6.1.1 Boot-Vorbereitungen im BIOS
Pfeil 6.1.2 Wenn Sie Windows neben Ubuntu behalten möchten
Pfeil 6.2 Installationsarten
Pfeil 6.2.1 Als Anwendung unter Windows – Wubi
Pfeil 6.2.2 Installation von einem Live-Medium (CD/DVD/USB)
Pfeil 6.2.3 Installation mit einem USB-Stick
Pfeil 6.3 Andere Installationsarten
Pfeil 6.3.1 Aktualisierung des gesamten Systems
Pfeil 6.3.2 Textbasierte Installation


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6.3 Andere Installationsarten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Im Folgenden erläutere ich Ihnen einige hilfreiche alternative Installationsverfahren.


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6.3.1 Aktualisierung des gesamten Systems Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Upgrade einer normalen Ubuntu-Version

Prinzipiell können Sie von einem vorhandenen und installierten Ubuntu ohne Probleme auf eine neuere Version aktualisieren, auf Neudeutsch »upgraden«. Ubuntu ist so aufgebaut, dass dies mit geringstmöglichem Aufwand und ohne Neuinstallation machbar ist.

So bleiben Sie immer auf dem neuesten Stand, ohne die Festplatte zu formatieren und eventuell alle angefallenen Daten und Konfigurationsdateien zu verlieren.

Wenn Sie sich für ein Upgrade entscheiden, dann brauchen Sie entweder

  • die beiliegende DVD. Legen Sie sie einfach in das fertig gestartete Ubuntu ein. Sie werden dann gefragt, ob Sie auf die neue Version aktualisieren möchten.
  • eine heruntergeladene oder zugesandte Installations-CD von Ubuntu – hierfür gilt die gleiche Vorgehensweise wie bei der DVD. Oder Sie brauchen
  • eine schnelle Internetverbindung, mindestens DSL, da Sie eine Menge Daten (meist über 700 MB) herunterladen müssen. Bitte kommentieren Sie alle Einträge in Ihrer sources.list aus, die nicht original sind (z. B. fremde Backports und andere Quellen). Anderenfalls kann es zu unerfreulichen Nebenwirkungen kommen. Das Upgrade selbst starten Sie über System · Systemverwaltung · Aktualisierungsverwaltung. Geben Sie nun das Passwort ein, und schon werden Sie mit dem Satz: New distribution release is available begrüßt. Nach einem Klick auf Aktualisieren beginnt der Upgrade-Vorgang.

Generell gilt auch hier beim Upgrade: Machen Sie ein Backup, also eine Sicherung Ihrer persönlichen Dateien! Meist geht zwar alles gut, aber »unverhofft kommt oft«.

Die Installation verläuft spielend einfach und braucht hier nicht gesondert behandelt zu werden, da Sie ja schon mindestens einmal ein Ubuntu installiert haben. Sie gehören damit schon zu den erfahrenen Benutzern von Ubuntu.


Grafisches Upgrade einer LTS-Version

Unter bestimmten Umständen werden Sie beim Erscheinen einer neuen Ubuntu-Version nicht über die Möglichkeit eines Upgrades informiert. Dieses Verhalten ist erwünscht. Der grafische Weg über System ·Systemverwaltung · Aktualisierungsverwaltung steht beispielsweise für das Upgrade von einer LTS-Version auf die nachfolgende »normale« Version nicht automatisch zur Verfügung. Dies hat seinen Grund darin, dass eine LTS-Version für die langfristige Nutzung entwickelt wurde und die Benutzer einer solchen Version meistens nicht jedes Upgrade mitmachen wollen. Dies gilt besonders für Firmenkunden.

Sie können dieses Verhalten beeinflussen, indem Sie im Menü unter System · Systemverwaltung · Software-Quellen bei Freigabe-Aktualisierung den Punkt Übliche Freigaben auswählen. Alternativ können Sie den Update-Manager mit folgendem Befehl aus einem Terminal starten:

gksudo update-manager -c

Dies bewirkt, dass Sie auf jede verfügbare Version aktualisieren können.



Grafisches Upgrade auf eine Entwicklerversion

Sie können jederzeit auf eine Entwicklerversion »upgraden«. Dazu müssen Sie den Update-Manager mit der Option -d aufrufen:

gksudo update-manager -d

Generell gilt, dass die Entwicklerversionen selbstverständlich nicht dieselbe Stabilität aufweisen wie eine reguläre Version. Dies kann zu Instabilität und Datenverlust führen. Daher sollten Sie Entwicklerversionen nicht als produktives System einsetzen!


Ein direktes Upgrade ist nur von einer Version zur nächsten zu empfehlen. Wenn Sie eine Version überspringen möchten, dann müssten Sie in Zwischenschritten zunächst auf die nächstfolgende und dann auf die aktuelle Version upgraden. Dazu muss jeweils die Datei etc/sources.list bearbeitet werden, wo Sie z. B. den Namen »Karmic« gegen «Lucid« austauschen.

Das Upgrade wird dann über die Konsole mit dem Befehl

sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade

gestartet. In einem zweiten Durchgang tauschen Sie den Namen »Jaunty« gegen »Karmic« aus. Der Upgrade-Vorgang für Kubuntu verläuft analog zu Ubuntu.

Upgrade von der vorherigen Ubuntu-LTS-Version

Prinzipiell können Sie von einer vorherigen LTS-Version auf die aktuelle aktualisieren. Da Sie bei einem solchen Upgrade auf einen Schlag drei Versionen von Ubuntu überspringen, ist die Komplexität dieses Vorganges nicht zu unterschätzen. Je mehr Sie an Ihrem System im Laufe der Zeit verändert haben, desto unwahrscheinlicher ist es, dass das Upgrade ohne Probleme vonstatten geht.

Auch wenn bei meinen Tests mit einem frisch installierten Ubuntu 8.04 die Aktualisierung auf die Version 10.04 reibungslos funktionierte, empfehle ich Ihnen das Sichern Ihrer Daten und eine gründliche Neuinstallation.

Wenn Sie dennoch Mut beweisen wollen, achten Sie zunächst darauf, dass Ihr installiertes Ubuntu auf dem aktuellen Stand ist:

sudo apt-get update && sudo aptitude upgrade

Wenn Aktualisierungen des Kernels vorliegen, sollten Sie auch eine komplette Distributionsaktualisierung durchführen:

sudo apt-get dist-upgrade

Vergewissern Sie sich als Nächstes, dass in Ihren Software-Quellen keine Fremdquellen eingetragen sind. Rufen Sie dazu in einem Terminal die Konfigurationsdatei auf:

sudo nano /etc/apt/sources.list

Die Ausgabe erhält ganz am Ende eine Übersicht über die aktivierten Software-Quellen. Diese sind alle in der folgenden Art aufgebaut:

deb http://archive.ubuntu.com/ubuntu dapper main restricted universe
multiverse

Es dürfen an dieser Stelle nur original Ubuntu-Quellen eingetragen sein! Stellen Sie als Nächstes sicher, dass der Update-Manager installiert ist:

sudo aptitude install update-manager-core

Im Anschuss an die Installation können Sie das Upgrade durch folgenden Befehl starten:

sudo do-release-upgrade

Was tun bei Fehlern?

Gerade bei den Upgrades kann es zu Problemen kommen. Einer der häufigsten Fehler betrifft die grafische Oberfläche. Sollten Sie also nach dem ersten Neustart nach dem Upgrade vor der Konsole sitzen, können Sie als Erstes die Neukonfiguration der grafischen Oberfläche von der Konsole aus mit

sudo dpkg-reconfigure xserver-xorg

versuchen. Für weitere Hilfestellungen sehen Sie in Kapitel 29, »Hilfe«, nach.

Allgemein möchte ich Ihnen aufgrund der zahlreichen Fehlerquellen von einem Upgrade abraten. Sichern Sie lieber Ihre Daten und machen Sie eine saubere Neuinstallation.


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6.3.2 Textbasierte Installation topZur vorigen Überschrift

Die folgende Anleitung nimmt Sie an die Hand und erläutert Schritt für Schritt die einzelnen Stufen einer Ubuntu-Installation mit dem textbasierten Installer. Dabei werden auch die technischen Grundlagen nach dem Motto: »Was geschieht hier eigentlich?« besprochen. Die beschriebenen Schritte sind bei allen Ubuntu-Versionen gleich. Besonderheiten, die z. B. bei Kubuntu (siehe Abschnitt 8.1.1) oder bei der 64-Bit-Variante (siehe Abschnitt 19.10) auftreten, werden in den genannten Abschnitten besprochen. Des Weiteren wurden einige Bilder hier mit der CD-Variante von Ubuntu erstellt. Der Unterschied zur DVD-Installation ist aber so gering, dass die Bilder ihre Gültigkeit behalten.

Nachdem das Installationsmedium vom BIOS erkannt und für boot-würdig befunden wurde, begrüßt Sie der Startbildschirm aus Abbildung 6.4. Über Taste F1 bis Taste F6 erreichen Sie einige Untermenüs, die ich im Folgenden näher beschreiben werde.

Abbildung 6.16 Optionsmenüs zur Installation

Hilfe und erweiterte Startoptionen

Die Taste Taste F1 ist der Ausgangspunkt für zehn Hilfsbildschirme, die jeweils mit den Funktionstasten Taste F1 bis Taste F10 angewählt werden können. Auf den Hilfeseiten finden Sie folgende Themenbereiche:

  • Taste F1 Eine Übersicht über die verschiedenen Indexseiten.
  • Taste F2 Die Voraussetzungen für die Installation: In der aktuellen Version werden 1,8 GB freier Festplattenspeicher für das Desktop-System bzw. 350 MB für die Installation eines Server-Systems ohne grafische Oberfläche veranschlagt.
  • Taste F3 Eine Auflistung der speziellen Installationsmethoden. Zur Verfügung stehen die sogenannten Boot-Targets (vorbereitete Boot-Konfigurationen):
    • linux (Standardinstallation)
    • server (Minimalsystem für den Serverbetrieb) – Hierbei handelt es sich um eine sehr schlanke Installation, die nur sehr wenig Speicherplatz beansprucht. Bitte beachten Sie, dass Sie bei einer Server-Installation standardmäßig keine grafische Benutzeroberfläche mitinstallieren.
    • expert (interaktive Installation für die maximale Kontrolle des Installationsvorgangs)

Darüber hinaus können Sie durch Eingabe des Parameters memtest ein Speichertestprogramm starten, um den vorhandenen Arbeitsspeicher auf Fehler zu überprüfen. Die drei erstgenannten Optionen kann man auch in Kombination mit weiteren Boot-Parametern verwenden.

boot: linux acpi=off

schaltet z. B. das ACPI für den Fall aus, dass der Installations-Boot-Vorgang aufgrund von nicht oder schlecht unterstützter Hardware hängen bleibt.

  • Taste F4 Eine Übersicht der Untermenüs für erweiterte Boot-Optionen (Taste F5, Taste F6, Taste F7).
  • Taste F5 Einige Boot-Parameter zur Beeinflussung spezieller Hardware. Sollte beispielsweise bei der Installation auf einem Laptop die Grafik-Hardware ihren Dienst verweigern, so lässt sie sich durch Eingabe der folgenden Parameter zumeist dennoch während der Installation ansprechen: boot: linux vga=771 noapic nolapic. Im fertig installierten System haben Sie dann immer noch die Möglichkeit, spezielle Grafiktreiber nachzurüsten.
  • Taste F6 Hilfe zur Nutzung verschiedener Festplatten-Controller.

Sollte Ihre Festplatte während des Installationsvorgangs nicht erkannt werden, so können Sie dies durch Eingabe eines auf dieser Seite gelisteten Parameters umgehen.

  • Taste F7 Beeinflussung der automatischen Installationsroutine: Es kann vorkommen, dass während der Installation ein Gerät nicht korrekt erkannt bzw. konfiguriert werden kann. Sollte es diesbezüglich zu einem »Hänger« kommen, dann haben Sie die Möglichkeit, die Installation neu zu starten und die Erkennung einzelner Komponenten gezielt zu deaktivieren. Um beispielsweise die Suche nach USB-Geräten zu unterbinden, geben Sie folgenden Befehl ein:
boot: linux debian-installer/probe/usb=false
  • Taste F8, Taste F9, Taste F10 Einige Informationsseiten über das Ubuntu-Projekt sowie das Copyright.

Sprach-, Tastatureinstellungen sowie Barrierefreiheit

Noch vor der eigentlichen Installation können Sie sowohl die Spracheinstellungen mit Taste F2 als auch das Tastaturlayout mit Taste F3 nach Ihren Vorgaben anpassen. Daneben stehen durch das Drücken von Taste F5 schon jetzt Optionen für Sehbehinderte oder motorisch eingeschränkte Menschen zur Verfügung.

Die Navigation in den etwas spartanischen Menüs erfolgt mithilfe der Pfeiltasten, zwischen Untermenüs springen Sie mit der Tabulatortaste hin und her, und einen Menüpunkt bestätigen Sie entweder mit der Leertaste oder mit der Eingabetaste. Die Eingabe von eventuell notwendigen Boot-Parametern, die nach dem Drücken von Taste F6 möglich wird, ist somit deutlich bequemer geworden. Bisher mussten Sie dabei das angloamerikanische Tastaturlayout nutzen. Sollte aus irgendeinem Grund doch das angloamerikanische Tastaturlayout eingestellt sein, so finden Sie in Tabelle 29.2 eine »Übersetzungshilfe«.

Bei der Tastaturbelegung haben Sie zudem die Möglichkeit, die aktuell gewählte Belegung in einem Eingabefenster zu testen. Gleichzeitig werden mit der Ländereinstellung auch die nächstgelegenen Server definiert, auf die das System später bei einer Nachinstallation von Software mit dem Tool apt-get zurückgreift.

Die Installation beginnt

Nachdem Sie am Boot-Screen gegebenenfalls einige weitere Parameter eingegeben haben – was allerdings im Normalfall nicht notwendig gewesen sein dürfte –, starten Sie durch Betätigen der Eingabetaste das Booten des Installationssystems.

Sollte der Boot-Vorgang an irgendeiner Stelle stoppen, so versuchen Sie, wie in Abschnitt 6.3.2, »Hilfe und erweiterte Startoptionen«, beschrieben, die Hardware-Erkennung für kritische Komponenten gezielt zu deaktivieren. In vielen Fällen verhelfen die bereits genannten Optionen zu einem erfolgreichen Boot-Erlebnis. Falls das Booten oder die Installation abbricht, hilft oftmals das Ausschalten der ACPI-Funktionen mittels boot: linux noapic nolapic.

Wenn der Bildschirm schwarz bleibt, liegt meist ein Problem mit dem Framebuffer der eingebauten Grafikkarte vor. Dies geschieht häufig bei Notebooks mit integriertem Grafik-Chip. Die Option boot: linux vga=771 hilft hier weiter. Dabei wird bereits ein Linux-Kernel gestartet, was durch einen eingeblendeten Fortschrittsbalken angezeigt wird.

Netzwerkerkennung

Nach Abschluss der Sprachkonfiguration wird die eigentliche Installationsroutine geladen und geprüft, ob sich das CD-ROM- bzw. DVD-Laufwerk einbinden lässt. Zusätzlich werden einige Module geladen, die den Zugriff auf die angeschlossene Hardware sicherstellen. Hier wirken sich gegebenenfalls die Parameter aus, die Sie zu Beginn des Boot-Vorgangs am Boot-Prompt eingegeben haben.

DHCP – auf Zuruf

Es folgt der Versuch, die Netzwerk-Hardware zu erkennen und einzubinden. Wer einen sogenannten DHCP-Router sein Eigen nennt, ist hier im Vorteil: Diese Geräte verteilen die notwendigen Netzwerkadressen (IP-Adressen, also z. B. 192.168.0.1) auf »Zuruf«. Sollte das in Ihrem lokalen Netz nicht funktionieren, so können Sie die entsprechenden Einstellungen auch manuell in einem Untermenü vornehmen (Abbildung 6.17).

Abbildung 6.17 Manuelle Konfiguration des Netzwerks

Eine typische Einstellung könnte beim Einsatz eines gängigen Hardware-Routers folgendermaßen aussehen:

  • IP-Adresse
    192.168.0.1
  • Netzmaske
    255.255.255.0 (ist zumeist automatisch vorgewählt)
  • Gateway
    Hier ist die IP-Adresse Ihres Routers einzugeben, z. B. 192.168.0.254.
  • Adresse des DNS-Servers
    Mit diesem Server erfolgt die Namensauflösung von Internetadressen, d. h. die Umsetzung von URLs wie www.google.de in eindeutige numerische IP-Adressen. Bei Verwendung eines Routers genügt es meist, dessen IP-Adresse anzugeben.
  • Rechnername
    Voreingestellt ist ubuntu, Sie können aber einen eigenen Namen auswählen.
  • Apropos manueller Eingriff
    Sie können von jedem Untermenü der Installationsroutine, das ein Zurück-Feld enthält, in das Hauptmenü des Installers wechseln und somit die wichtigsten Schritte wiederholen (vgl. Abbildung 6.18).

Abbildung 6.18 Hauptmenü des Installationsprogramms

Wenn die Netzwerkkonfiguration nicht funktioniert, kann dies mehrere Gründe haben. So kann es durchaus sein, dass Ihre Hardware korrekt erkannt wird, der Treiber für diese Netzwerkkarte aber nicht automatisch mitinstalliert wurde. Dies kann lizenzrechtliche Gründe haben. Sie können die Netzwerkkonfiguration auch bequem nach erfolgter Installation des Gesamtsystems nachholen. Mehr über das Einrichten der Netzwerkkarte erfahren Sie in Abschnitt 17.2, »Einrichtung der Internetverbindung«.

Partitionierung

Nun folgt der kniffligste Teil der Installation. Hierfür sollten Sie sich ein bisschen Zeit nehmen. Holen Sie sich einen Becher Kaffee, und machen Sie es sich gemütlich. Überlegen und lesen Sie gründlich, bevor Sie Änderungen an Ihrer Partitionierung vornehmen.

Bevor Sie sich in die Untiefen der Partitionierung stürzen, möchte ich noch kurz über den Sinn und Zweck derartiger Festplattenaufteilungen sprechen. Jede Festplatte enthält eine Partitionstabelle, in der bis zu vier Einträge untergebracht werden können. Entweder können vier primäre Partitionen definiert werden oder drei primäre Partitionen und eine erweiterte Partition.

In dieser erweiterten Partition können wiederum logische Laufwerke angelegt werden. Die Anzahl dieser logischen Laufwerke ist bei SCSI, S-ATA und Firewire auf 15 beschränkt. Verwenden Sie (E)IDE-Platten, so erhöht sich die Zahl auf 63. Wenn Sie also planen, Ihre Platte in mehr als vier Partitionen aufzuteilen, müssen Sie spätestens die vierte Partition als erweiterte Partition anlegen.

Primär oder erweitert?

Modernen Linux-Systemen ist es gleichgültig, ob sie auf einer primären oder auf einer erweiterten Partition untergebracht sind. Mittlerweile wurden durch die Verwendung von GRUB als Bootloader auch die Probleme behoben, die beim Booten mit dem Bootloader lilo bei Partitionen auftraten, die jenseits der 1024-Zylinder-Grenze lagen. Windows XP verwendet ausschließlich primäre Partitionen und nimmt bei einer alleinigen Installation den gesamten Platz in Anspruch.

Vollautomatische Partitionierung

Diese Variante ist für eine Neuinstallation von Ubuntu am einfachsten und ist insbesondere für den Fall gedacht, dass ausschließlich Ubuntu auf dem Computer seinen Dienst verrichten soll. Wenn Sie nebenbei z. B. noch Windows auf dem Computer beherbergen möchten, sehen Sie sich bitte den folgenden Abschnitt, »Manuelle Partitionierung: Analyse bestehender Partitionen«, an.

Wählen Sie für die automatische Partitionierung im Partitionierungswerkzeug des Installers den Punkt Gesamtes Laufwerk löschen. Der Installer wählt dann von sich aus eine geeignete Partitionierung. Zumeist wird eine Swap-Partition von der Größe des Hauptspeichers angelegt. Der Rest des Festplattenspeichers wird als Systempartition (unter Linux: Root-Partition) verwendet.

Beachten Sie, dass im Falle dieser automatischen Partitionierung sämtliche Daten Ihrer Festplatte unwiederbringlich gelöscht werden. Dies möchte man in den seltensten Fällen. Die Mehrzahl der Anwender wird die nachfolgend beschriebene Partitionierungsvariante wählen.

Abbildung 6.19 Hier sehen Sie beispielhaft die Partitionsaufteilung eines PCs, der über jeweils eine primäre Partition für den Swap-Speicher und die Systempartition verfügt. Außerdem besitzt er eine erweiterte Partition.

Manuelle Partitionierung: Analyse bestehender Partitionen

Auch wenn die Möglichkeit der manuellen Partitionierung als Expertenoption angesehen wird, gewährt sie doch die beste Kontrolle über den Partitionierungsvorgang. Dazu sollten Sie sich zunächst einen Eindruck von der Partitionslandschaft verschaffen, die auf dem Rechner vorhanden ist.

Wenn sich auf dem Computer bereits ein Betriebssystem befindet, dann haben Sie die Möglichkeit, entweder eine bestehende Partition zu verkleinern oder freien Speicherplatz auf der Platte für die Ubuntu-Installation zu nutzen. Letzteres soll im Folgenden durchgeführt werden. Falls Sie zunächst eine Partition verkleinern und Platz schaffen möchten, beherzigen Sie bitte die anfangs beschriebenen Vorbereitungen. Die Verkleinerung von Windows-NTFS-Partitionen funktioniert bereits seit Ubuntu Hoary recht zuverlässig.

Manuelle Partitionierung: Anlegen von Partitionen

Wählen Sie einfach den freien Speicherbereich im Partitionierungsmenü aus, und bestätigen Sie die Auswahl mit der Eingabetaste. Darauf erscheint der Dialog aus Abbildung 6.20.

Abbildung 6.20 Manuelle Partitionierung

Hier wählen Sie den Punkt Eine neue Partition erstellen. Befindet sich auf dem Rechner noch kein Linux-System, so muss zunächst eine Swap-Partition erstellt werden.

Welche Größe empfiehlt sich für Swap?

Die Größe sollte nach einer Faustregel etwa der doppelten Größe des Arbeitsspeichers entsprechen. Bei Speichergrößen von mehr als 512 MB genügt aber in der Regel auch die einfache Größe des RAM.

Durch eine großzügige Wahl des Swap-Speichers können Sie später ohne Probleme den Suspendto-Disk-Modus nutzen, bei dem die Daten, die sich im RAM befinden, auf die Platte geschrieben werden und der nächste Systemstart deutlich schneller erfolgt. Geben Sie die gewünschte Partitionsgröße im nächsten Schritt an.

Abbildung 6.21 Anlegen von Swap-Speicher

Als Partitionsart können Sie, wie bereits erläutert, entweder »Primär« oder »Logisch« angeben. Die Swap-Partition sollte an den Anfang des freien Speichers gesetzt werden. Dem Installer muss im nächsten Schritt noch mitgeteilt werden, dass es sich bei der neuen Partition um eine Swap-Partition handelt. Dies geschieht mit dem Menüpunkt Benutzen als. Hier wählen Sie als Typ Auslagerungsspeicher (Swap), wie in Abbildung 6.21 zu sehen ist. Sie erfahren mehr über die Swap-Partition in Abschnitt 19.8.4, »Swap«.

Abbildung 6.22 So schließen Sie das Erstellen einer Swap-Partition ab.

Vorhandenen Swap-Speicher nutzen

Haben Sie bereits eine andere Linux-Distribution installiert, so können Sie problemlos deren Swap-Bereich nutzen. Dieser wird von der Installationsroutine automatisch eingebunden. Schließlich erscheint ein Dialog, der die neu erstellte Partition anzeigt. Die neue Partitionstabelle wird dann nach einem Klick auf den Menüpunkt Anlegen der Partition beenden berechnet.

Root-Partition

Die obigen Schritte müssen Sie für jede Partition wiederholen, die Sie erstellen möchten. Im Prinzip kommen Sie mit lediglich einer weiteren Partition aus: Diese enthält das komplette Linux-System und wird Root-Partition genannt. Für die Root-Partition (Abkürzung: /) wählt Ubuntu automatisch das ext4-Dateisystem. Sie haben aber selbstverständlich die Möglichkeit, hier auch andere Dateisysteme auszuwählen (vgl. Abbildungen 6.21 und 6.23).

Abbildung 6.23 Die Root-Partition wird angelegt.

Aufteilung der Platte und Partitionsgrößen

Folgende Empfehlungen können in Abhängigkeit vom jeweiligen Einsatzzweck gegeben werden:

  • Einfaches System für Einsteiger: eine Swap-Partition in der Größe des Arbeitsspeichers. Den Rest definieren Sie als Root-Partition (/).
  • Für Fortgeschrittene, die ihr System häufiger neu aufsetzen möchten, dabei aber nicht ihre persönlichen Daten verlieren möchten: eine Swap-Partition, eine 5 GB große Root-Partition sowie eine extra /home-Partition. Letztere kann dann bei der Installation eines neuen Systems erneut verwendet werden. Deren Größe wird lediglich vom freien Festplattenspeicher limitiert.
  • Für Experten als Mehrbenutzersystem: Swap, eine Partition für Root (/) (ca. 5 GB), eine Partition für /opt (ca. 4 GB) sowie eine Partition für /var (ca. 1 GB). Der Rest des Speicherplatzes kann als /home-Partition zur Speicherung der Daten verschiedener Benutzer freigegeben werden.

Die obigen Angaben gelten für einen durchschnittlich genutzten Arbeitsplatz-PC und stellen lediglich Mindestangaben dar. Wenn Sie einen Server betreiben, einzelne Server-Anwendungen installieren oder bei Software-Installationen gerne und viel mit der /opt-Partition arbeiten, dann sollten Sie auf jeden Fall eine größere Root-Partition (/) wählen.

Abschluss der Partitionierung

Nachdem Sie alle gewünschten Partitionen angelegt haben, wird es ernst: Im Übersichtsmenü wählen Sie nun den Punkt Partitionierung beenden und Änderungen übernehmen aus.

Abbildung 6.24 Der nächste Schritt kann tödlich sein.

Eine letzte Sicherheitsabfrage müssen Sie noch überwinden (Abbildung 6.24), dann löscht das Programm unwiederbringlich Ihre alte Partitionstabelle und legt neue Partitionen nach Ihren Vorgaben an. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass der Bildschirm längere Zeit leer bzw. blau bleibt.

Aufspielen der Pakete/Abschlusskonfiguration

Nach der Bestätigung der Partitionierung beginnt unmittelbar die eigentliche Installationsphase. Nun können Sie die zweite Tasse Kaffee holen und sich gemütlich zurücklehnen.

Das Kopieren, Auspacken und Konfigurieren der Systempakete nimmt auch auf modernen Systemen mindestens zehn Minuten in Anspruch.

Abbildung 6.25 Die eigentliche Installation beginnt.

Nach Abschluss der Installation haben Sie schließlich noch die Möglichkeit, angepasste Sprachpakete aus dem Internet zu installieren. Dies setzt einen erfolgreich konfigurierten Internetanschluss voraus. Die Lokalisierung Ihres Systems können Sie aber später immer noch nachholen (siehe hierzu Abschnitt 7.2.13, »Lokalisierung und Zeit«).

Systemzeit

Wichtig ist noch der folgende Schritt, in dem die Systemzeit konfiguriert wird. Sollte sich parallel zu Ubuntu ein Windows-System auf Ihrem Rechner befinden, so müssen Sie den folgenden Dialog mit Nein beantworten (Abbildung 6.26).

Abbildung 6.26 Systemzeit konfigurieren


UTC: UTC ist die Abkürzung für Universal Time Coordinated, die koordinierte Weltzeit. Die koordinierte Weltzeit ist eine Referenzzeit, von der die Ortszeiten in den verschiedenen Erdteilen abgeleitet werden. Sie hat die früher als Weltzeit verwendete Greenwich Meant Time abgelöst.


Die anschließend vorgeschlagene Zeitzone Europa/Berlin müssen Sie nur bestätigen. Wer sich in einem anderen geografischen Gebiet befindet, wählt selbstverständlich eine andere Zeitzone aus.

Rechnernamen definieren und Standardbenutzer anlegen

An dieser Stelle der Installation müssen Sie Ihrem System einen Namen geben. Dieser Name sollte in einem eventuell vorhandenen Netzwerk eindeutig sein, damit es keine Adressprobleme gibt.


Den Rechner umbenennen

Sie können Ihrem System jederzeit und sogar im laufenden Betrieb einen neuen Namen geben. Zu diesem Zweck editieren Sie lediglich die Datei /etc/hostname manuell. Rufen Sie also die Datei mit sudo gedit /etc/hostname auf, und überschreiben Sie den bisherigen Namen.


Im nächsten Schritt geht es darum, den Standardbenutzer des Systems festzulegen. Dieser hat bedeutend mehr Macht als bei anderen Linux-Distributionen: Das Passwort des hier definierten Anwenders ermöglicht das temporäre Erlangen von Root- bzw. Administratorrechten. Merken Sie sich also unbedingt die (Passwort-)Eingaben, die Sie hier vorgenommen haben.

Im Folgenden muss zuerst der vollständige Name des Benutzers angegeben werden. Danach wird das Kürzel des Benutzers definiert. Mit dieser Login-Kennung (engl. account) müssen Sie sich später auf dem Ubuntu-System einloggen (siehe Abbildung 6.27).

Abbildung 6.27 Definition des Login-Namens

Schließlich wird das Passwort für den soeben angelegten Benutzer definiert. Zum Schutz vor Tippfehlern müssen Sie es zweimal hintereinander eingeben (Abbildung 6.28).

Wenn Sie sogenannte Alpha- oder Betaversionen von Ubuntu ausprobieren oder zu Beginn eine falsche Sprache ausgewählt haben, achten Sie darauf, dass das Passwort keine Umlaute und kein Eszett enthält. Anderenfalls könnte es zu Problemen kommen, wenn die deutsche Lokalisierung an diesem Punkt der Installation noch nicht vollständig ist.

Abbildung 6.28 Bestätigung des Passworts

Konfiguration des Paketsystems und Bootloaders

Am Ende der Basisinstallation wird das APT (Advanced Package Tool) konfiguriert und der Bootloader GRUB im Master-Boot-Record installiert.

Möchten Sie keinen Bootloader installieren oder statt GRUB lieber den Loader lilo verwenden, dann können Sie an dieser Stelle über die Schaltfläche Zurück in das Installer-Hauptmenü springen und die Boot-Konfiguration selbstständig Ihren Vorstellungen entsprechend anpassen.

Auswahl der Auflösung

Falls Ihr frisch installiertes Ubuntu-Linux die korrekte Auflösung Ihrer Grafikkarte nicht automatisch erkennt, folgt nun der letzte interaktive Schritt: Zur Konfiguration des Grafiksystems werden Sie aufgefordert, die gewünschte Auflösung der grafischen Oberfläche anzugeben. Orientieren Sie sich zu diesem Zweck an den Angaben des Monitorherstellers. Sie können an dieser Stelle, beginnend bei der höchsten Auflösung, mehrere geringere Auflösungen wählen (siehe Abbildung 6.29).

Abbildung 6.29 Auswahl der Auflösung

Zu diesen Einstellungen können Sie im laufenden Grafikbetrieb mit den Tastenkombinationen Taste Strg + Taste Alt + Taste Plus bzw. Taste Strg + Taste Alt + Taste Minus wechseln. In der Regel funktioniert die Auflösungserkennung allerdings zuverlässig, und die auf Ihrem Grafiksystem nutzbaren Auflösungen wurden schon vom Installer erkannt und vorgewählt.

Trotz dieser manuellen Auswahl der Auflösung kann es sein, dass Ubuntu nicht die volle, d. h. höchstmögliche grafische Auflösung zur Verfügung stellt. Dieses kleine Manko kann auftreten, wenn Ihre Grafikkarte recht modern ist und die enthaltenen freien Treiber diese noch nicht korrekt erkennen. Beheben lässt sich dies, wenn Sie im installierten System die unfreien (proprietären) Treiber nachinstallieren. Wie dies funktioniert, erläutere ich Ihnen in Abschnitt 17.3, »Grafikkarten einrichten«.

Damit wäre die erste Stufe der Installation abgeschlossen. Es erscheint eine Aufforderung, das Installationsmedium aus dem CD/DVD-Laufwerk zu entfernen und den Rechner neu zu starten.

Reboot und Abschluss der Installation

Befinden sich auf dem Rechner weitere Betriebssysteme, z. B. eine Windows-Installation, begrüßt Sie beim Reboot das Bootmenü des Bootloades GRUB. Wird dieses nicht angezeigt, so rufen Sie es durch Drücken der Taste Taste Shift während des Startvorgangs auf können andere zur Auswahl stehende Systeme, ältere Kernelversionen oder den abgesicherten Modus starten. Ohne die eben beschriebene Betätigung der Taste Esc -Taste startet das Ubuntu-System innerhalb von drei Sekunden.

Arbeitsspeicher auf Fehler überprüfen

Mithilfe des dritten Menüeintrags können Sie Ihr RAM auf Fehler überprüfen, was Sie insbesondere dann tun sollten, wenn es im laufenden Betrieb des Rechners zu unerklärlichen Systemabstürzen kommt. Linux reagiert deutlich empfindlicher als Windows auf defekte RAM-Bausteine. Unter Windows äußert sich dies in Form des berüchtigten Bluescreens.

Abbildung 6.30 Bootmenü von »GRUB«

Wenn Sie den Startbildschirm aus Abbildung 7.1 sehen, dann haben Sie es geschafft: Ubuntu-Linux wurde erfolgreich auf Ihrem PC installiert. Loggen Sie sich nun mit Ihrer Benutzerkennung/Passwort-Kombination ein.

Nach dem Login erwartet Sie eine aufgeräumte Oberfläche (siehe Abbildung 7.2). Sollten Sie bereits während der Installation die Internetverbindung eingerichtet haben, erscheint in der Regel nach kurzer Zeit eine Meldung, dass neue System-Updates auf Ihrem lokalen Ubuntu-Server zur Installation bereitliegen. Es empfiehlt sich, diese Aktualisierung vorzunehmen. Standardmäßig sucht Ubuntu einmal täglich nach Updates für das System.

So öffnet sich bei Vorhandensein wichtiger Updates sofort die Aktualisierungsverwaltung. Dies geschieht allerdings im Hintergrund, sodass Sie die minimierte Anwendung nur im unteren Panel sehen und zuerst in den Vordergrund holen müssen, um die fälligen Updates zu installieren. Diese Vorgehensweise soll dafür sorgen, dass die Updates nicht so leicht ignoriert werden können, damit das System sicherer wird.

Virtualisierung beschäftigt sich in erster Linie mit dem Grundgedanken, dass sich verschiedene Betriebssysteme gleichzeitig einen Rechner teilen und zur gleichen Zeit unterschiedliche Aufgaben auf exakt der gleichen Hardware ausführen. Hierbei sind zwei Aspekte wichtig:

  • Virtualisierung ermöglicht zum einen den gleichzeitigen Betrieb mehrerer gleicher oder unterschiedlicher Betriebssysteme auf einem Rechner.
  • Zum anderen bewirkt sie die Separierung des Betriebssystems (oder der Software) von der verwendeten Hardware.

Jeder von Ihnen hat schon einmal mit Virtualisierung zu tun gehabt, und dies oftmals auch bei der täglichen Arbeit, und zwar dann, wenn Sie mit mehreren Programmen gleichzeitig Ihren Rechner beanspruchen. Dies geschieht ständig. Hierbei greifen Sie über mehrere getrennte Programme gleichzeitig und parallel auf dieselbe Hardware zu. Die verschiedenen Programme teilen sich alle dieselben Ein- und Ausgabegeräte wie z. B. Tastatur und Maus.

Einsatzgebiete

Die möglichen Einsatzgebiete virtueller Maschinen sind vielfältig:

  • Eine VM kann als Testumgebung dienen, um andere Betriebssysteme auszuprobieren oder aber gravierende Änderungen im Gastsystem zu testen – ohne Auswirkungen auf das Produktivsystem. Hier ist die sogenannte »Snapshot«-Funktion sehr nützlich. Mit ihr lässt sich eine Momentaufnahme des Gastsystems speichern und später wiederherstellen.
  • Wenn man als Entwickler seine Software ohne die existierende Entwicklungsumgebung testen möchte, braucht man ein »sauberes« System. Nur so lässt sich beispielsweise feststellen, ob die frisch kompilierte Software auch ohne Entwicklungsbibliotheken funktioniert. Dies kann man einfach in einer virtuellen Maschine erledigen.
  • Schließlich kann es sein, dass man als Linux-Anwender ein bestimmtes Programm unbedingt benötigt, für das es unter Linux keinen adäquaten Ersatz gibt. Sofern es weder besonders ressourcenintensiv ist noch 3D-Beschleunigung (wie die meisten Spiele) benötigt, lautet die Lösung: Windows unter Linux. Somit ist es nicht nötig, nur für ein einziges Programm den Rechner unter Windows neu zu starten.

Es gibt viele verschiedene Techniken und Software-Lösungen, um Virtualisierung zu betreiben. Eine umfassende Betrachtung würde natürlich den Rahmen dieses Buchs sprengen. Ich möchte Ihnen dennoch einen kleinen Einblick in dieses faszinierende Thema geben. Zu diesem Zweck werden wir in Kapitel 21, »Desktop-Virtualisierung«, einen Blick auf verschiedene Software-Lösungen werfen.



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