Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

Download:
- ZIP, ca. 34,8 MB
Buch bestellen
Ihre Meinung?

Spacer
<< zurück
Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 5 Daten aus Windows sichern
Pfeil 5.1 Dokumente, Musik und Videos
Pfeil 5.2 E-Mails
Pfeil 5.2.1 Outlook/Outlook Express
Pfeil 5.2.2 Thunderbird
Pfeil 5.3 Kalender
Pfeil 5.3.1 Evolution
Pfeil 5.3.2 Kontact
Pfeil 5.4 Adressbücher
Pfeil 5.4.1 Outlook/Outlook Express
Pfeil 5.4.2 Thunderbird und Kontact
Pfeil 5.5 Lesezeichen/Favoriten
Pfeil 5.5.1 Internet Explorer
Pfeil 5.5.2 Firefox
Pfeil 5.5.3 Konqueror
Pfeil 5.6 Dateien systemübergreifend aktuell halten
Pfeil 5.6.1 Dropbox
Pfeil 5.6.2 Dateiaustausch mit Windows


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

5.6 Dateien systemübergreifend aktuell halten Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Viele Menschen haben das Problem, dass sie ihre Arbeit auf mehrere PCs verteilt haben. Wie schön wäre es, wenn sich alle diese Computer untereinander synchronisieren würden und alle Dateien immer auf dem aktuellen Stand wären?

Ubuntu One

In Konkurrenz zu dem im nächsten Abschnitt vorgestellten Dropbox startet Canonical seinen eigenen Dienst zum Synchronisieren von Daten: Ubuntu One (https://one.ubuntu.com). Sie erhalten 2~Gigabyte Speicherplatz kostenlos, für 50~GB müssen Sie monatlich bereits 8~Euro zahlen. Der Funktionsumfang ist (zurzeit) wesentlich geringer als bei Dropbox. So ist bei Ubuntu One beispielsweise keinerlei Revisionssystem enthalten. Sie können also keine älteren Dokumente wiederherstellen. Das grundlegende Synchronisieren Ihrer Daten funktioniert aber problemlos. Sie erhalten wesentlich mehr Informationen zu Ubuntu One in Abschnitt 2.3, »Ubuntu One«.


Galileo Computing - Zum Seitenanfang

5.6.1 Dropbox Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Dropbox ist für die Plattformen Linux, Mac OS und Windows verfügbar, sodass Sie problemlos Dateien unter gänzlich verschiedenen Bedingungen synchronisieren können. Hier erhalten Sie ebenfalls zwei Gigabyte kostenlos – und gegen Bezahlung bis zu 100 Gigabyte Speichervolumen. Der Dienst verrichtet seinen Job lautlos im Hintergrund und synchronisiert alle Daten mit einem Server.

Dies hat zwei entscheidende Vorteile:

  • Sie haben jederzeit ein automatisches Backup Ihrer Daten, auch wenn Sie nur einen Rechner mit Dropbox ausstatten. Damit haben Sie die Möglichkeit zum einfachen Online-Backup, selbst wenn Sie nur einen einzigen Rechner besitzen.
  • Sie haben über die Homepage des Projekts unter www.dropbox.com von überall auf der Welt Zugriff auf Ihre bei Dropbox gespeicherten Daten. Sie können hier Dateien hoch- und herunterladen, löschen oder ältere Versionen wiederherstellen.

Speicherplatz

Zum Speichern wird auf den bestehenden Speicherdienst S3 von Amazon zurückgegriffen. Der Transport Ihrer Daten geschieht verschlüsselt, wobei es leider nicht möglich ist, einen eigenen Schlüssel zu verwenden. Prinzipiell wäre es also der Firma Evenflow Inc., die Dropbox entwickelt hat, möglich, Zugriff auf Ihre Daten zu erlangen. Sie könnten dieser Schwäche begegnen, indem Sie Ihre Dateien selbst lokal verschlüsseln.

Installation

Der Linux-Client besteht aus dem eigentlichen Daemon, der im Hintergrund die Arbeit verrichtet, und einem Plug-in für den Dateimanager Nautilus. Der Dropbox-Client setzt momentan ein installiertes GNOME voraus. Für Ubuntu-Benutzer bietet die Firma dabei sogar eine eigene Paketquelle an, sodass Sie diese Software über die Systemaktualisierung auf dem neuesten Stand halten können.


Dropbox ohne GNOME verwenden

Möchten Sie Dropbox mit KDE oder Xfce nutzen, müssen Sie Nautilus inklusive aller Abhängigkeiten nachinstallieren. Rufen Sie Nautilus zu Beginn einmalig mit dem Befehl nautilus --no-desktop auf, um an den Dropbox-Daemon zu gelangen. Danach brauchen Sie Nautilus nicht mehr, da Dropbox seinen Dienst komplett im Hintergrund verrichtet, leider aber ohne die praktische Statusanzeige im Panel. Der Daemon befindet sich in dem versteckten Ordner ./dropbox-dist Ihres persönlichen Ordners und lässt sich durch ./dropbox-dist/dropboxd starten.

Alternativ laden Sie sich Dropbox unter www.getdropbox.com/download?plat=lnx.x86 (32-Bit-Version) bzw. www.getdropbox.com/download?plat=lnx.x86_64 (64-Bit-Version) herunter und entpacken das Archiv. In diesem befindet sich der versteckte Ordner ./dropbox-dist, den Sie in Ihr Home-Verzeichnis verschieben müssen. Führen Sie dann die Datei ./dropbox-dist/dropboxd aus, und folgen Sie den Anweisungen. Um den Dropbox-Daemon nach dem Login automatisch zu starten, müssen Sie mit

ln -s ~/.dropbox-dist/dropboxd .kde/Autostart/

einen symbolischen Link von .kde/Autostart nach dropboxd anlegen.


Der Daemon

Ist die Client-Software installiert, finden Sie eine Verknüpfung unter Anwendungen · Internet ·Dropbox. Durch Auswählen dieses Eintrags wird im Anschluss der Daemon – die eigentliche Kommunikationssoftware – vom Server heruntergeladen.

Ist das geglückt, starten Sie den Dateimanager Nautilus neu; Dropbox fordert Sie hierzu auf. Sie können dieses aber auch entweder durch Ab- und erneutes Anmelden oder durch Ausführen des Befehls killall nautilus erreichen. Danach erscheint das Dropbox-Icon im Benachrichtigungsfeld.

Im Anschluss öffnet sich ein Assistent zur Einrichtung von Dropbox. Zur Nutzung benötigen Sie ein Konto auf dem Dropbox-Server. Der Assistent bietet folgende Gelegenheit zur Anmeldung: Sollten Sie sich noch nicht registriert haben, sind Name, E-Mail-Adresse und Passwort erforderlich. Bei der Integration eines Systems wählen Sie im Assistenten den Auswahl-Button für einen bereits existierenden Benutzer aus und geben die bisherigen Daten dort an. Die optionale Tour kann man bei Bedarf überspringen.

Erste Schritte

Über den in Abbildung 5.23 dargestellten Rechtsklick auf das Dropbox-Symbol im Benachrichtungsfeld erhalten Sie wertvolle Informationen, beispielsweise über den aktuellen Platzbedarf Ihrer Daten oder eine Liste aller kürzlich aufgetretenen Veränderungen. Ein grüner Haken bei dem Icon zeigt hier an, dass alle Daten mit denen auf dem Server synchronisiert worden sind. Bei Bedarf stoppen Sie den Daemon durch Anklicken von Stop Dropbox. Die Daten werden daraufhin nicht mehr abgeglichen. Ein Linksklick auf das Symbol öffnet jederzeit den Dropbox-Ordner in Ihrem Home-Verzeichnis.

Um Daten auf Dropbox zu kopieren, verschieben Sie diese lediglich in den Ordner Dropbox. Das grüne Emblem mit einem Haken zeigt wieder, dass der Ordner oder die Datei erfolgreich synchronisiert worden ist. Verzeichnisse oder Daten, die noch nicht synchronisiert wurden, erhalten ein blaues Emblem mit zwei rotierenden Pfeilen.

Abbildung 5.23 Das »Dropbox«-Menü erreichen Sie über einen Rechtsklick.


Abkürzungen erstellen

Im täglichen Umgang kann die Sortierung von Dateien in Ordnern und Verzeichnissen hinderlich sein, beispielsweise, wenn Sie lange Zeit an einem Dokument arbeiten, das sich in den Tiefen Ihres Systems verbirgt und dessen Speicherort Sie jedes Mal umständlich ansteuern müssen. Hier helfen die sogenannten Links. Das sind Abkürzungen zu bestimmten Ordnern oder Dateien Ihres Computers. Auf diese Art und Weise können Sie auch Daten mit dem Dropbox-Ordner (siehe oben) verbinden, ohne dass diese innerhalb von Dropbox liegen müssen.

Man unterscheidet zwei Arten von Links: die symbolischen Links, auch Softlinks genannt, und die Hardlinks. Während die Hardlinks mit Vorsicht zu genießen sind, da sie bei unvorsichtiger Anwendung den Dateiinhalt selbst beeinflussen können, verwenden wir an dieser Stelle lieber Softlinks. Diese erstellen Sie auf der Kommandozeile im Terminal. Wir wollen in diesem Beispiel einen Link auf dem Desktop hinterlegen, der auf einen bestimmten Ordner im /home-Verzeichnis verweist:

cd Desktop
ln -s /home/user/Dokumente/Briefwechsel

Dieser Befehl erzeugt auf dem Desktop einen symbolischen Link auf den Ordner Briefwechsel, den man jetzt durch Doppelklicken auf den neu erstellten Ordner direkt auf dem Desktop aufrufen kann. Sie löschen den Softlink wieder, wenn Sie im Terminal rm briefwechsel eingeben. Der Befehl ln prüft übrigens nicht, ob der eingegebene Pfad überhaupt existiert. Daher können Softlinks mitunter auch ins Leere führen. Im Terminal erkennen Sie diese toten Links daran, dass sie rot eingefärbt sind. Gültige erscheinen hingegen in türkiser Farbe.


In der Grundinstallation liegen im Dropbox-Ordner zwei weitere Ordner:

  • Public
    Der öffentliche Ordner ist für jeden sichtbar, der die Adresse kennt. Um etwa Dateien anderen Benutzern öffentlich zur Verfügung zu stellen, reicht es, sie dorthin zu kopieren. Die genaue Adresse stellen Sie dem Empfänger zur Verfügung, indem Sie im Kontextmenü den Punkt copy public link auswählen und die URL beispielsweise in eine E-Mail einfügen. Dies funktioniert unabhängig davon, ob der Empfänger ebenfalls Dropbox verwendet oder nicht.
  • Photos
    Dieser Ordner bietet ein ganz besonderes Bonbon. Auch wenn Sie selbstverständlich überall in Ihrer Dropbox Dateien ablegen können, werden aus den Bildern, die Sie in diesem speziellen Ordner anlegen, automatisch Fotoalben generiert. Diese Fotoalben können Sie dann mit einem Webbrowser überall betrachten. Im Kontextmenü wählen Sie dazu Browse via web interface und im Webbrowser die Gallery view aus.

Abbildung 5.24 »Nautilus« verziert synchronisierte Dateien mit einem grünen Emblem.

Technische Highlights

Wenn Sie lokal eine Datei bearbeiten, die bereits auf dem Server liegt, wird jeweils nur die Änderung dieser Datei übertragen. Dadurch wird die Menge an übertragenen Dateien auf ein Minimum reduziert und ein Revisionssystem integriert. Ältere Dateiversionen restaurieren Sie so im Handumdrehen. Klicken Sie zu diesem Zweck in Nautilus mit der rechten Maustaste auf die Datei innerhalb von ~/Dropbox, und wählen Sie den Menüpunkt Revisions aus.

Um Daten zwischen mehreren Rechnern zu synchronisieren, müssen die Computer entsprechend im Dropbox-Konto angemeldet sein. Hierfür muss Dropbox auf dem relevanten PC installiert und die Registrierung jeweils mit den gleichen Benutzerdaten ausgefüllt sein. Selbst wenn Sie gelegentlich offline arbeiten, werden die Daten sofort synchronisiert, sobald Sie den PC wieder an das Netzwerk anschließen.

Daten mit anderen Nutzern teilen

Sie können ausgewählte Daten Ihrer Dropbox mit anderen Nutzern dieses Dienstes teilen. Hierzu wählen Sie bei den gewünschten Verzeichnissen im Kontextmenü den Punkt Share... Der Eingeladene bekommt eine E-Mail-Benachrichtigung und hat die Möglichkeit, die Einladung zu akzeptieren oder abzulehnen.


Dropbox-Daten selbst verschlüsseln

Bei dem Gedanken, die privaten Daten auf einem fremden Server abzulegen, haben einige Benutzer ein ungutes Gefühl. Wie ich am Anfang bereits erwähnt habe, ist es aber recht einfach, sensible Daten wirkungsvoll so zu verschlüsseln, dass ein Fremder sie nicht oder nur unter großem Aufwand lesen kann.

Wir werden zu diesem Zweck eine Software verwenden, die den Namen encfs (encrypted file system) trägt. Dabei handelt es sich um einen im Userspace laufenden Dateisystem-Container, der auf Fuse (Filesystem in USErspace) beruht. Sie rüsten die Software durch die Pakete encfs und fuse-utils nach. Im Anschluss müssen Sie durch modprobe fuse das Kernel-Modul laden und den betreffenden Benutzer zur Gruppe fuse hinzufügen: adduser USER fuse. Nun gilt es, den Dropbox-Ordner zu verschlüsseln. Dazu erstellen Sie ein Verzeichnis, das später die nicht verschlüsselten Daten enthält:

mkdir /home/USER/Privat

Anschließend erstellen Sie das verschlüsselte Dateisystem und hängen es ein:

encfs /home/USER/Dropbox/Privat /home/USER/Privat

Encfs fragt zunächst nach dem Verschlüsselungsverfahren. Hier genügt in der Regel der Standardmodus. Bei ganz sensiblen Daten können Sie den Paranoia-Modus wählen. Achtung: Das Passwort sollten Sie sich gut merken. Wenn Sie dieses Passwort vergessen, ist eine Rekonstruktion der ursprünglichen Daten nicht mehr möglich.

Dateien und Verzeichnisse, die sich vor der Verschlüsselung unter /home/USER/Dropbox/Privat befanden, verschlüsselt encfs nachträglich nicht. Daher ist es sinnvoll, wichtige Ordner von Beginn an zu schützen. Ab sofort überträgt Dropbox die Daten nur noch verschlüsselt auf den Server. Die unverschlüsselte Version befindet sich zukünftig unter /home/USER/Privat.



Galileo Computing - Zum Seitenanfang

5.6.2 Dateiaustausch mit Windows topZur vorigen Überschrift

Ubuntu kann von Haus aus auf NTFS-formatierten Partitionen lesen und schreiben. Existierende NTFS-Partitionen werden bereits bei der Installation automatisch erkannt und eingebunden.


Von Windows aus auf Linux-Partitionen zugreifen

Aber auch umgekehrt können Sie von Windows auf Linux-Partitionen zugreifen, Daten lesen und schreiben. Die einzigen Voraussetzungen dafür sind, dass Sie Windows 2000/XP/Vista benutzen und dass die Linux-Partitionen mit ext3 (oder ext2) formatiert sind. Dies müssen Sie bei der Installation von Ubuntu bedenken, da standardmäßig ext4 verwendet wird. Den kostenlosen Treiber bekommen Sie unter www.fs-driver.org.

Nach der Installation können Sie jeder Linux-Partition einen Laufwerksbuchstaben zuordnen und die Partitionen ohne den üblichen Neustart nutzen.


Nicht erreichbar

Wenn Ihre Windows-Partition manchmal unter Ubuntu nicht korrekt eingebunden werden kann, erhalten Sie folgende Fehlermeldung:

Cannot mount volume

Dieses Problem taucht für gewöhnlich dann auf, wenn Windows nicht korrekt heruntergefahren wurde, d. h., wenn es im vorherigen Betrieb abgestürzt ist oder der Shutdown des Betriebssystems nicht vollendet wurde. Ubuntu hat in diesem Fall Schwierigkeiten beim Mounten. Falls Sie diese Fehlerquellen ausschließen können, sollten Sie das Dateisystem von Windows überprüfen. Dies erledigen Sie unter Windows mit dem Befehl chkdsk.


Werkzeuge für fremde Dateisysteme

Viele fremde Dateisysteme werden vom Linux-Kernel unterstützt, sodass man durch einfaches Einbinden der Geräte auf diese zugreifen kann. Für bestimmte Dateisysteme gibt es auch ein paar spezielle Werkzeuge zum Zugriff auf Dateisysteme, ohne die Geräte einzubinden. Dies wird durch User-Space-Programme erreicht, sodass keine Kernel-Unterstützung für diese Dateisysteme benötigt wird:

    mtools – für MS-DOS-Dateisysteme (MS-DOS, Windows)
    cpmtools – für CP/M-Dateisysteme
    hfsutils – für HFS-Dateisysteme (nativer Macintosh)
    hfsplus – für HFS+-Dateisysteme (moderner Macintosh)

Um MS-DOS-FAT-Dateisysteme zu erzeugen und zu überprüfen, ist das Paket dosfstools nützlich.


Probleme mit NTFS

Wenn Sie Probleme mit der vorangegangenen Lösung haben, sollten Sie eine spezielle Partition verwenden, die Sie mit FAT32 formatieren. FAT32 hat zwar einige Nachteile, wie die Neigung zur Defragmentierung und die Beschränkung der maximalen Dateigröße auf maximal 4 Gigabyte, aber es kann dafür von beiden Betriebssystemen problemlos gelesen und beschrieben werden. Wenn Sie, wie in Abschnitt 6.3.2, »Textbasierte Installation«, vorgeschlagen, eine solche Partition bereits bei der Installation von Ubuntu angelegt oder eine FAT32-Partition unter Windows genutzt haben, dann finden Sie wahrscheinlich schon ein Icon mit der Partitionsbezeichnung (beispielsweise hda4) auf dem Desktop. In Ubuntu werden Windows-Partitionen bei der Installation automatisch eingebunden.

Im Folgenden werde ich kurz darauf eingehen, wie Sie eine solche Partition erstellen und in Ihr System einbinden. Am einfachsten ist es, wenn Sie noch freien Festplattenplatz haben, den Sie einfach mit FAT32 formatieren und dann einbinden. Wenn Sie Ihre Windows-Partition zu diesem Zweck verkleinern müssen, bietet sich dafür entweder das (sehr gute) Windows-Tool Partition Magic an, oder Sie nutzen das auf der Live-CD vorhandene GParted (siehe Abbildung 5.25).

Abbildung 5.25 Überblick über die vorhandenen Festplattenpartitionen mit »GParted«

Nachdem Sie Ihre neue FAT-Partition erstellt haben, müssen Sie diese in Ihr Ubuntu einbinden. Zunächst müssen Sie die genaue Gerätebezeichnung angeben (beispielsweise /dev/hda5 für IDE-Platten und /dev/sda5 für SATA-Platten). Dies ermöglicht folgender Befehl:

sudo fdisk -l
Gerät Boot   Start         End      Blocks   Id  System
/dev/sda1         1         243     1951866   82  Linux swap
/dev/sda2       244        1459     9767520   83  Linux
/dev/sda3      4345       10423    48829567+  83  W95 FAT32
/dev/sda4     10424       19456    72557572+   5  Extended
/dev/sda5     10424       19456    72557541   83  Linux

Die richtige Partition finden

Interessant sind hier die Einträge unter Gerät (dies ist die Bezeichnung der Partition, die Sie zum Einbinden benötigen) und unter System (diese Einträge helfen Ihnen, die richtige Partition herauszufinden). Im obigen Beispiel wäre die richtige Partition /dev/sda3.

Als Nächstes erstellen Sie das Verzeichnis, in das Ihre Datenaustauschpartition eingebunden werden soll. Wenn Sie dieses unter /media erstellen, erhalten Sie ein Icon auf dem Desktop, aber wenn Sie das Verzeichnis in /mnt erstellen, erscheint das Icon nicht. Sie können natürlich die Partition auch in Ihr Home-Verzeichnis einbinden.

Das Erstellen des Verzeichnisses und das Einbinden (nur lesbar) in dieses Verzeichnis erfolgt mit folgenden Befehlen:

sudo mkdir /mnt/windows_f
sudo mount -t vfat /dev/sda3 /mnt/windows_f

Nun müssen Sie die Partition noch bei jedem Systemstart und schreibbar einbinden. Dazu bearbeiten Sie die Datei /etc/fstab in einem Editor mit Root-Rechten. Dort fügen Sie Folgendes als letzte Zeile hinzu:

#Auszug aus /etc/fstab
/dev/sda3       /mnt/windows_f      vfat    defaults   0   0

Speichern und schließen Sie die Datei. Jetzt ist es an der Zeit, einen der wenigen notwendigen Neustarts durchzuführen.

Wenn Sie zum Erstellen der neuen Partition das Windows-Programm Partition Magic genutzt haben, dann sind Sie bereits zu diesem Zeitpunkt nach der gewünschten Laufwerksbezeichnung gefragt worden. Haben Sie die Partition von der Live-CD aus mit GParted erstellt, dann sollte diese ebenfalls ohne weiteres Eingreifen bei dem nächsten Windows-Start im Explorer auftauchen.

Bei Problemen schauen Sie bitte unter Start · Systemsteuerung · Leistung und Wartung · Verwaltung · Computerverwaltung · Datenspeicher · Datenträgerverwaltung nach. Dort können Sie unter Aktion den gesamten Datenträger neu einlesen und unter Alle Tasks die Laufwerksbezeichnung ändern.



Ihr Kommentar

Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen? Wir freuen uns immer über Ihre freundlichen und kritischen Rückmeldungen.






<< zurück
  Zum Katalog
Zum Katalog: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
Jetzt bestellen


 Ihre Meinung?
Wie hat Ihnen das <openbook> gefallen?
Ihre Meinung

 Buchempfehlungen
Zum Katalog: Linux






 Linux


Zum Katalog: OpenVPN






 OpenVPN


Zum Katalog: LPIC-1






 LPIC-1


Zum Katalog: Debian GNU/Linux






 Debian GNU/Linux


Zum Katalog: Shell-Programmierung






 Shell-Programmierung


Zum Katalog: Webserver einrichten und administrieren






 Webserver einrichten
 und administrieren


Zum Katalog: VirtualBox






 VirtualBox


Zum Katalog: IT-Handbuch für Fachinformatiker






 IT-Handbuch für
 Fachinformatiker


 Shopping
Versandkostenfrei bestellen in Deutschland und Österreich
InfoInfo




Copyright © Galileo Press 2010
Für Ihren privaten Gebrauch dürfen Sie die Online-Version natürlich ausdrucken. Ansonsten unterliegt das <openbook> denselben Bestimmungen, wie die gebundene Ausgabe: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


[Galileo Computing]

Galileo Press, Rheinwerkallee 4, 53227 Bonn, Tel.: 0228.42150.0, Fax 0228.42150.77, info@galileo-press.de