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Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Die Möglichkeiten der beiliegenden DVDs
5 Daten aus Windows sichern
6 Die Installation
7 Erste Schritte
8 Kubuntu und Xubuntu
9 Ubuntu mobil
10 Programme und Pakete installieren
11 Internet und E-Mail
12 Office
13 Grafik und Bildbearbeitung
14 Multimedia
15 Das Terminal
16 Programmierung und Design
17 Einrichtung der grundlegenden Hardware
18 Software- und Paketverwaltung
19 Architektur
20 Backup und Sicherheit
21 Desktop-Virtualisierung
22 Server-Installation
23 Sicherheit und Monitoring
24 Netzwerke
25 Server im Heim- und Firmennetzwerk
26 Der Server im Internet
27 Server-Virtualisierung mit KVM
28 Server-Virtualisierung mit Xen
29 Hilfe
30 Befehlsreferenz
Mark Shuttleworth
Glossar
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 10.04 LTS "Lucid Lynx"
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
5., aktualisierte und erweiterte Auflage, gebunden, mit 2 DVDs
1.104 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1654-8
Pfeil 2 Was ist Ubuntu?
Pfeil 2.1 Geschichte
Pfeil 2.1.1 Veröffentlichungspolitik
Pfeil 2.1.2 Canonical
Pfeil 2.1.3 Schwerpunkte und Philosophie
Pfeil 2.1.4 Quellen für Ubuntu
Pfeil 2.2 Ubuntu inside
Pfeil 2.2.1 Code of Conduct (CoC)
Pfeil 2.2.2 Die Ubuntu-Grundsätze
Pfeil 2.2.3 Das Ökosystem
Pfeil 2.2.4 Launchpad
Pfeil 2.2.5 Die Ubuntu Foundation
Pfeil 2.2.6 Wie lässt sich mit Ubuntu Geld verdienen?
Pfeil 2.3 Ubuntu One

»Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.« Albert Einstein (1879–1955), Physiker und Nobelpreisträger

2 Was ist Ubuntu?

Was Sie in diesem Kapitel erwartet

Ubuntu ist seit dem Erscheinen der ersten Version weltweit die beliebteste Linux-Distribution. Was sind die Gründe dieses steilen Aufstiegs? Wem haben wir Ubuntu zu verdanken, und wie ist diese ganze Lawine ins Rollen geraten? Was ist »Ubuntu« für ein merkwürdiges Wort, und was hat es auf meinem Computer zu suchen? All diese Fragen möchte ich in diesem Kapitel klären.

  • Orientierung für den Einsteiger
    Für die Einsteiger unter den Lesern habe ich dieses Kapitel als Orientierung vorgesehen. Es soll Ihnen einen Einblick in die Geschichte und Herkunft von Ubuntu geben. Sie lernen die Strukturen rund um Ubuntu kennen, aber auch die spezifischen Eigenschaften, die Ubuntu von anderen »Linux-Distributionen« unterscheidet.
  • Lesenswerte Hintergründe
    Die »fortgeschrittenen« Leser können dieses Kapitel selbstverständlich überspringen. Es wird Ihnen wahrscheinlich keine neuen Erkenntnisse bescheren, auch wenn es sich lohnt, mehr über die Wurzeln von Ubuntu zu erfahren.

Benötigtes Vorwissen

Es sind keine Vorkenntnisse nötig.


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2.1 Geschichte Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Sicherlich gab es kaum jemanden in der Linux-Szene, der große Erwartungen in die Ankündigung einer bis dato nicht in Erscheinung getretenen Firma namens Canonical setzte, die am 15. September 2004 in zahlreichen Newsgroups erschien:

From:"Benj. Mako Hill" <mako-AT-canonical.com>
To: ubuntu-announce-AT-lists.ubuntulinux.org
Subject: Announcing Ubuntu 4.10 Preview
Date: Wed, 15 Sep 2004 13:50:02 –0400
Most of you receiving this mail registered for
the low-traffic announcement list at no-name-
yet.com. This is our first announcement!
Before we get to the good stuff I'm pleased to
announce that we are nameless no more ...
the name of our distribution is "Ubuntu" (read
below for details) and the company supporting
the project is Canonical Ltd.
      Announcing Ubuntu 4.10 Preview
Ubuntu is a new Linux distribution that brings
together the breadth of Debian with a focused
selection of packages, regular releases (every
six months) and a commitment to security
updates with 18 months of security and
technical support for every release.

In dieser Nachricht wurde die erste Ubuntu-Version 4.10 angekündigt. Dies war die Geburtsstunde von Ubuntu. Inzwischen gibt es fast ein Dutzend Veröffentlichungen dieses Betriebssystems (siehe den Abschnitt »Übersicht der Veröffentlichungen« in Abschnitt 2.1.1).


Newsgroups: Virtuelle Diskussionsforen im Internet (früher auch abseits des Internets in selbstständigen [Mailbox-]Netzen), in denen zu einem umgrenzten Themenbereich Textbeiträge (auch Nachrichten, Artikel oder Postings genannt) ausgetauscht werden.


Distributionen

Es ist aus Gründen der Modularität möglich, sich ein Linux-System vollständig selbst zusammenzustellen. Allerdings ist es für die meisten von uns am einfachsten, sich eine Distribution zu kaufen, auszuleihen und zu kopieren oder sich die Wunsch-Distribution einfach herunterzuladen.


Distribution: Eine Distribution ist also eine »Komposition«, die aus dem originalen Linux-Kernel und anderer Software besteht. Die in den Distributionen enthaltenen Programme sind in der Regel ebenfalls frei erhältlich, auch wenn sie unter anderen Lizenzen stehen können. Allen diesen Lizenzen ist gemeinsam, dass sie sogenannte Open-Source-Lizenzen sind. Dies bedeutet, dass diese Programme kostenlos erhältlich sind und ihr Quellcode frei verfügbar ist.

Derartige Zusammenstellungen wurden schon früh in der Geschichte von Linux entworfen. So tauchten ab 1992 zunehmend mehr Distributionen auf, die jeden Geschmack zu bedienen versuchten. Schnell entwickelten sich auch Geschäftsmodelle rund um Linux und Open Source. Die geringe Bandbreite (Geschwindigkeit) der Internetnutzer – damals gab es noch kein DSL – führte dazu, dass sich viele an Linux Interessierte die Software auf CDs zuschicken ließen.


Ubuntu ist eine solche Distribution, und Canonical bzw. die Ubuntu Foundation erledigt die Arbeit, den Linux-Kernel mit vielen Programmen zusammenzustellen, das Artwork (Erscheinungsbild) anzupassen und Ihnen dies kostenlos zur Verfügung zu stellen.


Tabelle 2.1 Die beliebtesten Linux-Distributionen – Ubuntu ist zwar die beliebteste kostenlose Distribution, die Marktführerschaft im kommerziellen Bereich teilen sich aber die Firmen Red Hat und Novell.

Distribution Website Kommentar

Debian

www.debian.org

Eine sehr populäre und nichtkommerzielle Distribution, Ubuntu basiert auf Debian.

Sidux

www.sidux.org

Erweitertes Debian

Gentoo

www.gentoo.org

Quelltextbasierte Distribution – Nur für fortgeschrittene Benutzer zu empfehlen.

openSUSE

www.opensuse.org

Freie Version von SUSE Linux Enterprise

SUSE Linux Enterprise

www.novell.com/linux

Marktführer in Europa, kommerziell

Red Hat Enterprise

www.redhat.com

Marktführer in Nordamerika, kommerziell

CentOS

www.centos.org

Freie Version von Red Hat Enterprise

Fedora

www.fedoraproject.org

Freie Version von Red Hat Enterprise

Slackware

www.slackware.com

Sehr stabile und grundlegende Distribution

Mandriva

www.mandriva.com

Sehr einsteigerfreundliche Distribution

Knoppix

www.knoppix.com

Linux-Live-Distribution – Eignet sich hervorragend zur Live-Reparatur und Datenrettung.


Sie können sich übrigens Ubuntu auch kostenlos zusenden lassen. Mehr dazu erfahren Sie in Abschnitt 2.1.4, »Quellen für Ubuntu«.

Ranking der Linux-Distributionen

Distrowatch (www.distrowatch.org) informiert über aktuelle Veröffentlichungen von Hunderten von Distributionen und stellt ein Ranking der beliebtesten dieser Linux-Varianten auf.


Distrowatch: Linux ist nicht gleich Linux – es gibt eine unüberschaubare Anzahl von verschiedenen Linux-Distributionen. Genau diese Vielfalt ist Fluch und Segen zugleich, denn der Anwender kann hierbei schnell den Überblick verlieren.

Die Internetseite www.distrowatch.org listet zurzeit über 350 verschiedene Linux-Distributionen auf. Die Palette reicht hierbei von so bekannten Distributionen wie Ubuntu bis hin zu pQui, einer spanischen Distribution, die auf Slackware basiert.

Die Hitliste von Distrowatch wird durch Zugriffe und die damit verbundenen Informationen über das Betriebssystem erstellt. Diese Methode ist keineswegs perfekt und kann manipuliert werden, gibt aber dennoch einen ungefähren Eindruck von der Beliebtheit einer Linux-Distribution.


Ubuntu führt seit über fünf Jahren mit einigen kleinen Unterbrechungen die Hitparade der beliebtesten Distributionen an, seit die erste Version Ubuntu 4.10 »Warty Warthog« im Oktober 2004 erschien. Es ist die beliebteste Linux-Distribution weltweit.

Mark Shuttleworth

Der geistige Vater von Ubuntu ist Mark Shuttleworth (siehe Abbildung 2.1), vielen sicher auch bekannt als der zweite zivile, zahlungskräftige Raumfahrtpassagier, der als erster Mensch des afrikanischen Kontinents im Jahr 2002 den Weltraum besuchte. In der Ubuntu-Gemeinschaft wird er daher oft auch »Space Cowboy« genannt.

Mark Shuttleworth ist der Gründer der Software-Firma Thawte Consulting. Als diese von VeriSign in der Zeit der »New Economy« in den 1990er-Jahren übernommen wurde, wurde Shuttleworth über Nacht zum Millionär. Zwar weiß niemand, ob Shuttleworth im Weltraum die Erleuchtung zum Projekt Ubuntu gekommen ist. Fest steht, dass der Multimillionär seinerseits der Internetgemeinde etwas zurückgeben wollte, basierte doch sein Vermögen auf den Geschäften, die er in den seligen Zeiten der New Economy getätigt hatte.

Abbildung 2.1 Mark Shuttleworth auf dem Linux-Tag 2006. Er trug ein Shirt mit dem Logo von KDE als Aufdruck, um seine Verbundenheit mit dem KDE-Projekt zu demonstrieren. Im Vorwege dieser Veranstaltung gab es Vorwürfe, dass Ubuntu zu sehr auf GNOME fixiert sei. Er begegnete diesem Vorwurf mit einem Lachen.

Geld verdienen mit Ubuntu

Trotz allem handelt es sich bei Ubuntu nicht nur um ein rein wohltätiges Projekt. Wenn eine Distribution längerfristig am Markt bestehen will, benötigt sie eine kontinuierlich arbeitende Entwicklergemeinde und eine funktionierende Infrastruktur. Dies bedeutet unter anderem, dass die Server unterhalten werden müssen, aber auch das kostenlose Verschicken der Ubuntu-CDs muss auf Dauer gesichert sein. Dies alles kostet Geld. Sie erfahren mehr über CanonicalsVerdienstmöglichkeiten in Abschnitt 2.2.6, »Wie lässt sich mit Ubuntu Geld verdienen?«.


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2.1.1 Veröffentlichungspolitik Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ubuntu erscheint alle sechs Monate in einer erneuerten Version. Dies ist ein relativ kurzer Zeitraum, aber keine Angst: Sie müssen nicht jede neue Version sofort installieren. Prinzipiell gibt es zwei Varianten, wie Sie Ubuntu verwenden können:

  • Halbjährlich – stets aktuell
    Wie bereits erwähnt, erscheint Ubuntu regelmäßig alle sechs Monate (jeweils im April und im Oktober) in einer runderneuerten Version. Bei vielen Ubuntu-Benutzern ist der Wunsch nach einem stets aktuellen System sehr groß. Hier werden bereitwillig Abstriche in Bezug auf die Stabilität in Kauf genommen. Viele der Nutzer haben Linux und Ubuntu quasi als Hobby, sodass die intensive Beschäftigung mit Ubuntu für sie kein Hindernis darstellt.
  • LTS – Long Term Support
    Produktiv orientierte Anwender und Firmen haben allerdings kein Interesse an einer halbjährlich wiederkehrenden Umstellung des Systems. Bei diesen Anwendern liegt der Fokus auf größtmöglicher Stabilität, langen Support-Zeiten und Zertifizierungen. Daher münden die halbjährlichen Veröffentlichungen nach zwei Jahren in eine besonders ausgezeichnete Version, die sogenannte LTS-Version (LTS bedeutet Long Term Support – zu Deutsch »Langzeit-Unterstützung«). Jedes vierte Release von Ubuntu ist also eine solche Version, für die es einen besonders langen Unterstützungszeitraum gibt.

Beide Varianten haben ihre Vor- und Nachteile. Denn es kann z. B. bei einem Rechner, der über neuere Hardware verfügt, sinnvoll sein, eher zu dem jeweils neuesten Ubuntu zu greifen. Die Chance, dass hierbei die Unterstützung für die neue Hardware vorhanden ist, ist naturgemäß höher als bei einer maximal eineinhalb Jahre alten Version.

Welche Version für welchen Zweck?

Wir haben soeben festgestellt, dass Ubuntu in sogenannten Versionszyklen entwickelt wird und dass die mit »LTS« besonders ausgezeichneten Versionen jeweils das Ende eines solchen Zyklus darstellen. Am Beginn jedes Zyklus werden diejenigen Technologien in Ubuntu integriert, die einen großen Eingriff in das System darstellen. In den Folgeversionen innerhalb eines Zyklus werden diese Funktionen immer weiter verbessert, und der Fokus der Entwicklung verschiebt sich in Richtung Stabilität.

Facelifts

Sie können die Facelifts in etwa mit der Entwicklung von Automobilen vergleichen. Stellen Sie sich vor, dass ein Autohersteller alle zwei Jahre ein neues Modell auf den Markt bringt. In der Zeit zwischen diesen Veröffentlichungen werden die Modelle halbjährlichen »Facelifts« unterworfen. Diese Facelifts bringen kleine, aber kontinuierliche Verbesserungen am gesamten Auto mit sich. So ändert sich z. B. das Design nicht grundsätzlich, und auch an der Antriebstechnik werden nur geringfügige Modifizierungen vorgenommen. Aber insgesamt gewinnt das Auto durch jede der Schönheitsoperationen ein Stückchen mehr an Zuverlässigkeit.

Abbildung 2.2 Das Veröffentlichungsschema von Ubuntu (Quelle: Mark Shuttleworth)

Alle zwei Jahre gibt es dann von diesem Auto ein Sondermodell (bei Ubuntu mit der Zusatzbezeichnung »LTS«), in dessen Konstruktion alle Verbesserungen der vergangenen zwei Jahre eingeflossen sind und das für die Kunden dann besonders attraktiv ist. Ein halbes Jahr nach Erscheinen dieses Sondermodells betritt der Nachfolger dieses Erfolgsautos die Bühne, und die Abfolge aus halbjährlichen Facelifts beginnt von vorn.

Was bedeutet die Zahlenkombination?

Die Grundlage dieses Buchs ist Ubuntu 10.04 und ist im Übrigen wieder eine LTS-Version. Aus der Zahlenkombination können Sie herauslesen, wann diese Version erschienen ist, in diesem Fall im Jahr 2010 (10), Monat April (.04). Die nächste Version, die im Oktober 2010 erscheinen wird, trägt dann die Bezeichnung 10.10.

Sie können problemlos von einer Version auf die nächste aktualisieren, ohne dass Sie das gesamte System neu installieren müssen. Wie dies funktioniert, erkläre ich Ihnen in Abschnitt 6.3.1, »Aktualisierung des gesamten Systems«.

Übersicht der Veröffentlichungen

Zur Verdeutlichung der eben vorgestellten Zyklen soll Tabelle 2.2 dienen. Sie bietet eine Übersicht über alle zur Zeit der Drucklegung bekannten oder angekündigten Veröffentlichungen. Sie können darin die genaue Bezeichnung der Version, deren Erscheinungsdatum und den Unterstützungszeitraum herauslesen. Die Support-Dauer in der letzten Spalte bezieht sich auf die Desktop-Versionen – für die Server-Variante verlängert sich die Unterstützung um weitere zwei Jahre. Die LTS-Versionen werden durch sogenannte »Point-Releases« aktualisiert, bevor die nächste LTS-Version erscheint. Diese Point-Releases enthalten ausschließlich die regulären (Sicherheits-)Updates und sollen lediglich die Installation zu einem späteren Zeitpunkt beschleunigen.

Die Entwicklungsnamen der einzelnen Versionen sind immer zusammengesetzte Tierbezeichnungen. Zu Beginn erfolgten die Bezeichnungen noch recht willkürlich, die einzige Gemeinsamkeit bestand in der Endung -hogWarthog (Warzenschwein) und Hedgehog (Igel). Seit »Breezy Badger« werden die Releases alphabetisch fortlaufend benannt. Es entfallen allerdings Buchstaben, für die sich kein geeigneter Name findet.

Inzwischen sind die Entwickler dazu übergegangen, die Version, die sich aktuell in der Entwicklung befindet, scherzhaft mit dem Namen »Grumpy Groundhog« zu bezeichnen. Bei Fedora heißt so eine Version übrigens »Rawhide«.

Abbildung 2.3 So fröhlich wurden Sie im Oktober 2004 bei Ubuntu begrüßt.Sie sehen hier den alternativen Splash-Screen von »Warty Warthog« (Ubuntu 4.10).

Des Weiteren sollen die Bezeichnungen den Charakter der einzelnen Versionen widerspiegeln. Dies erläutere ich Ihnen anhand der einzelnen Versionen auf meiner Homepage unter www.marcus-fischer.com.


Tabelle 2.2 Übersicht der bisherigen und geplanten Ubuntu-Veröffentlichungen – sortiert nach Generation (G.) und dem Erscheinungsdatum. Die hervorgehobenen Versionen sind langzeitunterstützte Versionen, von denen es jeweils mehrere Aktualisierungen gibt.

G. Version Erschienen Bezeichnung Deutsche Übersetzung Support bis

1

4.10

20.10.2004

Warty Warthog

Warziges Warzenschwein

04.2006

5.04

08.04.2005

Hoary Hedgehog

Altersgrauer Igel

10.2006

5.10

13.10.2005

Breezy Badger

Flotter Dachs

04.2007

6.06 LTS

01.06.2006

Dapper Drake

Eleganter Erpel

06.2009

6.06.1 LTS

10.08.2006

1. aktualisierte Version

6.06.2 LTS

21.01.2008

2. aktualisierte Version

2

6.10

26.11.2006

Edgy Eft

Nervöser Molch

04.2008

7.04

19.04.2007

Feisty Fawn

Lebhaftes Reh

10.2008

7.10

18.10.2007

Gutsy Gibbon

Mutiger Gibbon

04.2009

8.04 LTS

24.04.2008

Hardy Heron

Kühner Reiher

04.2011

8.04.1 LTS

03.07.2008

1. aktualisierte Version

8.04.2 LTS

22.01.2009

2. aktualisierte Version

8.04.3 LTS

16.07.2009

3. aktualisierte Version

8.04.4 LTS

29.01.2010

4. aktualisierte Version

3

8.10

30.10.2008

Intrepid Ibex

Unerschrockener Steinbock

04.2010

9.04

23.04.2009

Jaunty Jackalope

Lebhafter Wolpertinger

10.2010

9.10

29.10.2009

Karmic Koala

Karmischer Koala

04.2011

10.04 LTS

29.04.2010

Lucid Lynx

Aufgeweckter Luchs

04.2013

10.04.1 LTS

1. aktualisierte Version

10.04.2 LTS

2. aktualisierte Version

10.04.3 LTS

3. aktualisierte Version

10.04.4 LTS

4. aktualisierte Version

4

10.10

28.10.2010

Maverick Meerkat

Eigenwilliges Erdmännchen

04.2012

11.04

10.2012

11.10

04.2013

12.04 LTS

04.2015


Grumpy Groundhog

Der Name »Grumpy Groundhog« sollte eigentlich für die dritte Version von Ubuntu verwendet werden, die im Oktober 2005 erschien. Man wählte hier ebenfalls die Endung -hog wie bei den ersten beiden Versionen, aber zwei Gründe sprachen gegen die Bezeichnung. Erstens assoziiert der Name »Mürrisches Murmeltier« nicht gerade ein stabiles Betriebssystem, zweitens wurde man sich der Tatsache bewusst, dass es nicht allzu viele Tiernamen mit der Endung -hog gibt und dass diese Bezeichnungen in naher Zukunft ausgehen würden. Daher änderte man die Bezeichnungsweise auf fortlaufende alphabetische Namen (s. o.). Es besteht seit Längerem die Überlegung, eine zusätzliche Ubuntu-Version mit dem Namen »Grumpy Groundhog« zu veröffentlichen, die ähnlich wie Debian Sid (Sid bedeutet Still in development – zu Deutsch »Noch in Entwicklung«) immer die neuesten Programmpakete enthält und dementsprechend nie als finale Version veröffentlicht wird. Bei diesem Projekt herrscht allerdings seit Längerem Stillstand.

Eine Übersicht der bisherigen Ubuntu-Versionen erhalten Sie in Kapitel 3, »Die Versionen im Detail«.


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2.1.2 Canonical Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der verlängerte wirtschaftliche Arm hinter Ubuntu ist die Firma Canonical, deren Geschäftsführer bis 28.02.2010 Mark Shuttleworth war. Von den damals bescheidenen Anfängen mit kaum 40 Mitarbeitern ist das Unternehmen mittlerweile auf 320 Mitarbeiter gewachsen. Seit dem 1. März 2010 ist Jane Silber Geschäftsführerin. Mark Shuttleworth, der Canonical gegründet hatte, um die Linux-Distribution Ubuntu zu entwickeln und zu veröffentlichen, zog sich vom Posten des Geschäftsführers des Unternehmens zurück, um sich auf Themen zu konzentrieren, die ihm am meisten Spaß machen und bei denen er nach seiner Einschätzung am wirksamsten den Einfluss von Ubuntu auf Open-Source-Software und den Technologiemarkt mitformen kann. Dies sind insbesondere Produktdesign und Qualität sowie der Kontakt mit Partnern und Kunden.

Canonical arbeitet noch nicht kostendeckend; noch finanziert Mark Shuttleworth das Unternehmen aus seinem Privatvermögen. Es gebe allerdings zahlreiche Möglichkeiten für Canonical, mit Dienstleistungen und Support Geld zu verdienen. Hauptsächlich soll dies über das Cloud Computing erreicht werden, weniger im traditionellen Serverbereich. So will das Unternehmen es vermeiden, zum direkten Konkurrenten von Red Hat zu werden.

Einnahmequellen für Canonical sind:

  • Support
    Firmen und Privatanwender können Support käuflich erwerben. Sie erfahren mehr über die verschiedenen Support-Angebote in Abschnitt 29.6, »Support«.
  • Landscape
    Dies ist ein Programm zur Verwaltung und Überwachung größerer Netze. Sie erfahren mehr in Abschnitt 23.3, »Landscape«.
  • Ubuntu One
    Damit wird ein Online-Dienst bezeichnet, bei dem neben kostenlosen auch erweiterte kostenpflichtige Dienste angeboten werden. Sie erfahren mehr in Abschnitt 2.3, »Ubuntu One«.
  • Ubuntu One Music Store
    Mit diesem langen Namen wird ein integriertes Musikportal – ähnlich wie iTunes von Apple –bezeichnet. Sie erfahren mehr in Abschnitt 14.3.4, »Käuflicher Erwerb von Musik«.

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2.1.3 Schwerpunkte und Philosophie Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ubuntu lässt sich durch einige Schwerpunkte charakterisieren:

  • Benutzerfreundlich
    Ubuntu ist kinderleicht zu installieren – und dies unter anderem auf zwei intelligente Weisen:
  • 1. Einfach nebenbei
    Sie können Ubuntu bequem von der Desktop-CD oder -DVD installieren (beiliegende DVD), während Sie im Internet surfen oder andere Tätigkeiten online erledigen (siehe Abschnitt 6.2.2, »Installation von einem Live-Medium (CD/DVD/USB)«).
    2. Wie ein Programm in Windows
    Relativ neu ist die Möglichkeit, Ubuntu wie ein Programm innerhalb von Windows zu installieren (siehe Abschnitt 6.2.1, »Als Anwendung unter Windows – Wubi«).
  • Stabil
    Ubuntu basiert auf der vielfach bewährten Debian GNU/Linux-Distribution.
  • Einfach und überschaubar
    Ubuntu ist so konzipiert, dass für jede Anwendungsaufgabe lediglich ein bewährtes Programm zum Einsatz kommt.
  • Aktuell
    Ubuntu lässt sich spielend leicht auf dem aktuellen Stand halten. Sie erfahren mehr dazu in Abschnitt 10.3.3, »Synaptic«.
  • International
    Ein anderes Ziel des Projekts ist eine verbesserte Internationalisierung, damit die Software so vielen Menschen wie möglich zur Verfügung steht.
  • Dokumentiert
    Ubuntu soll das am besten dokumentierte GNU/Linux werden. Hierzu sind viele Dokumente direkt ins System integriert. Sie finden diese Hilfe über das Menü System · Hilfe und Unterstützung.

Die Bedeutung des Wortes »Ubuntu«

Der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu umschreibt den Begriff »Ubuntu« so:

»Eine Person mit Ubuntu ist offen und greifbar für andere, bejaht andere in ihrer Andersartigkeit, fühlt sich nicht von der Stärke anderer bedroht, verfügt über ein angemessenes Selbstbewusstsein, das sich aus dem Wissen um die eigene Zugehörigkeit zu einem größeren Ganzen speist, und fühlt sich selbst herabgesetzt, wenn andere erniedrigt oder herabgesetzt, wenn andere gefoltert oder unterdrückt werden.«

Ubuntu ist eine afrikanische Lebensphilosophie, der die Idee der Menschlichkeit zugrunde liegt. Das Wort ist Teil des Zulu-Ausdrucks »umuntu ngumuntu ngabantu« aus der südafrikanischen Sprachfamilie »Nguni«, der in etwa bedeutet: »Ein Mensch wird zum Menschen durch andere Menschen«. Eine exakte Übersetzung existiert leider in keiner europäischen Sprache. Der Begriff beschreibt Menschlichkeit und gegenseitige Großzügigkeit ebenso wie die Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel. Es ist »der Glaube an etwas Universelles, das die gesamte Menschheit verbindet«.

Diese Sichtweise unterscheidet sich deutlich vom individualistischen Denkansatz. Verglichen mit Descartes Grundprinzip »Ich denke, also bin ich«, müsste das Ubuntu-Grundprinzip »Ich gehöre dazu, also bin ich« lauten – womit das Individuum sofort in einen gemeinschaftlichen Kontext gestellt wird.

Mehr über die Grundlagen der Zusammenarbeit können Sie in Abschnitt 2.2.1, »Code of Conduct«, nachlesen.

Kooperation als Basis

Die Schöpfer haben für die Linux-Distribution den Namen Ubuntu gewählt, weil sie glauben, dass er die Grundgedanken des Miteinander-Teilens und der Kooperation perfekt trifft, die für die Open-Source-Bewegung so wichtig sind. In der Welt der freien Software arbeitet man freiwillig zusammen, um Software zu schaffen, die allen nützt. Man verbessert die Arbeit anderer, die frei erhältlich ist, und man teilt die eigenen Erweiterungen auf der gleichen Basis mit anderen.

Abbildung 2.4 Das Logo von Ubuntu wird durch mehrere Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen nachgebildet. Dieser »circle of friends« symbolisiert den wesentlichen Charakterzug von Ubuntu – Linux for human beings. Die Abbildung zeigt das Cover der ersten Ubuntu-CD »Warty Warthog«.


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2.1.4 Quellen für Ubuntu topZur vorigen Überschrift

Es gibt viele verschiedene Arten, Ubuntu zu installieren. Im Vorfeld einer solchen Installation muss Ubuntu aber in Form einer CD, DVD oder auf einem USB-Stick vorliegen.

Begleit-DVD

Wenn Sie dieses Buch in den Händen halten, ist es sicherlich die einfachste Variante, die beiliegende DVD zur Installation zu benutzen. Auf dieser DVD befindet sich Ubuntu in der »32-Bit-Version für x86-Rechner«. Wenn Sie einen Standard-PC (dies ist mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 % bei Ihnen der Fall) besitzen, dann ist diese DVD das richtige Installationsmedium – Sie benötigen lediglich ein DVD-Laufwerk.

Wie Sie Ubuntu installieren, erfahren Sie detailliert in Kapitel 6, »Die Installation«. Mithilfe dieser DVD können Sie Ubuntu aber auch im Live-Betrieb starten. Dadurch können Sie sich Ubuntu erst einmal in Ruhe ansehen, ohne dass Sie es installieren müssen. Die Daten auf Ihrer Festplatte bleiben hiervon unberührt. Weitere Details zum Live-Betrieb schlagen Sie bitte in Abschnitt 4.2, »Live-Betrieb«, nach.

Download

Die einfachste Möglichkeit ist das Herunterladen über die offizielle Seite www.ubuntu.com. Dort finden Sie schnell die zugehörige Download-Seite www.ubuntu.com/download. Sie müssen lediglich angeben, welche Version Sie haben möchten und welchen sogenannten Mirror (Spiegel-Server) Sie verwenden wollen.


Mirror: Es empfiehlt sich, auf der Download-Seite einen Spiegelserver (engl.: mirror) auszuwählen, der sich möglichst in Ihrer geografischen Nähe befindet. Dies kann die Download-Geschwindigkeit deutlich erhöhen. Sie erhalten eine Übersicht aller Spiegelserver unter http://www.ubuntu.com/products/GetUbuntu/download, der deutsche Server hat die Adresse http://de.archive.ubuntu.com/.


Andere Versionen

Falls die offizielle Seite aber nicht verfügbar ist oder Sie spezielle Ubuntu-Versionen benötigen, bietet es sich an, den Server direkt aufzurufen:

  • Sie können sich die jeweils aktuell unterstützten Ubuntu-Versionen aus dem Internet von der Seite http://releases.ubuntu.com auf Ihren Rechner herunterladen. Hier finden Sie die Möglichkeiten zum Download, entweder direkt oder per BitTorrent. In den meisten Fällen sind Sie dort auf der Suche nach der Datei mit dem Namen ubuntu-10.04-desktop-i386.iso. Selbstverständlich erhalten Sie hier aber auch die 64-Bit-, die Server- und die Netbook-Variante.

Wenn Sie kein DVD-Laufwerk, sondern lediglich ein CD-Laufwerk zur Verfügung haben, kommen Sie nicht daran vorbei, sich ein sogenanntes »CD-Abbild« von Ubuntu herunterzuladen.

Image auf USB-Stick integrieren

Sie können Ubuntu auch auf einen USB-Stick transferieren, um diesen dann als Live-System oder zur Installation zu verwenden. Ich werde näher auf diese Integration in Abschnitt 6.2.3, »Installation mit einem USB-Stick«, eingehen.


Image und ISO: Sie laden grundsätzlich CD- oder DVD-Abbilder, sogenannte »Images« herunter (erkennbar an der Endung .iso). Die Norm ISO 9660 beschreibt den Standard eines Dateisystems für Wechselmedien (CDs und DVDs). Typische Merkmale sind z. B. Beschränkungen in der Länge von Dateinamen oder fehlende Informationen bezüglich der Dateieigentümer und der Rechte.

Die Images müssen im Anschluss korrekt auf eine CD oder DVD gebrannt werden. Es ist hierbei nicht ausreichend, eine normale Daten-CD/DVD zu brennen. Unter Ubuntu haben Sie die einfache Möglichkeit, mit dem Dateimanager Nautilus ein Image zu brennen. Dazu brauchen Sie nur mit der rechten Maustaste auf das zu brennende Image zu klicken und im darauf erscheinenden Auswahldialog die Option Auf CD/DVD schreiben auszuwählen.

Unter Windows erledigen Sie diese Arbeit mit einem Standardbrennprogramm wie z. B. Nero (Befehl in Version 8: Rekorder · Image brennen). Bei Linux-Systemen stehen Ihnen diverse Brenntools wie z. B. K3b oder Brasero zur Verfügung. Wie dies im Einzelnen funktioniert, ist in Abschnitt 14.2, »CDs und DVDs erstellen und brennen«, beschrieben.


BitTorrent

Freundliche Zeitgenossen bedienen sich beim Download des BitTorrent-Download-Werkzeugs, um Bandbreite zu sparen. Sie brauchen normalerweise nur die Torrent-Datei auf den DownloadSeiten anzuklicken (erkennbar an der geringen Dateigröße und der Endung .torrent). Es öffnet sich die Anwendung Transmission, mit der Sie die Installations-CD herunterladen können (siehe Abbildung 2.5).

Abbildung 2.5 Dies ist der BitTorent-Client, mit dem Sie Ubuntu herunterladen können.

Gerade zu Zeiten der Veröffentlichung einer neuen Version sind die Server von Canonical dem Ansturm der Benutzer kaum gewachsen. Ich ermuntere Sie an dieser Stelle ausdrücklich dazu, diese Art des Downloads bevorzugt zu wählen, da sie die Server deutlich entlastet und nebenbei dem Gemeinschaftssinn entspricht.


BitTorrent: Bei dem Download mittels BitTorrent werden von vielen verschiedenen Benutzern, die z. B. eine solche Installations-CD zur Verfügung stellen, nur einzelne kleine Dateien heruntergeladen und erst auf Ihrer Festplatte zu einer großen Datei zusammengesetzt. Dieser Download geschieht parallel, um den Datenverkehr auf viele Schultern zu verteilen. Nach dem Start dieses »verteilten Downloads« dauert es mitunter einige Zeit, bevor Ihr Client Kontakt zu anderen Clients aufgenommen hat und der Download startet.


Vorabversionen ausprobieren

Vorabversionen erkennen Sie an Bezeichnungen wie »Alpha«, »Beta« oder »RC« (Release Candidate). Sie können die jeweiligen Schnappschüsse der Entwicklung gern benutzen, aber diese werden ausdrücklich nicht für den produktiven Einsatz empfohlen, da in diesen Versionen garantiert noch Fehler stecken. Lassen Sie beim Ausprobieren große Vorsicht walten.


Alte Ubuntu-Versionen ausprobieren

Ältere Ubuntu-Versionen, die nicht mehr aktiv unterstützt werden, können nicht über das oben beschriebene Verzeichnis heruntergeladen werden. Stattdessen werden sie an den Ort http://oldreleases.ubuntu.com verschoben. Sie können die älteren Versionen von dort problemlos herunterladen und installieren. Beachten Sie aber, dass Sie für diese Versionen keine Updates mehr erhalten und keine zusätzlichen Pakete mehr installieren können.


Wenn Sie trotz dieser Einschränkungen neugierig sind, installieren Sie diese Versionen doch als virtuelle Maschine in einer virtuellen Umgebung, beispielsweise in Virtualbox oder VMware Server. So riskieren Sie keine Einschränkungen auf Ihrem produktiv eingesetzten System.

Alte Bezeichnungen

Bei den ersten Ubuntu-Versionen hatten die Vorabversionen von Ubuntu noch recht merkwürdig klingende Bezeichnungen, die in Analogie zu den Entwicklungsnamen gewählt wurden. Der »Dapper Drake« absolvierte Testflüge, und so hießen diese Versionen folgerichtig »Flight« mit einer fortlaufenden Nummer, während die Vorabversionen von Edgy »Knot« und von Feisty »Herd« hießen. Da diese Bezeichnungen aber zu viel Verwirrung stifteten und der Charakter einer Vorabversion dadurch nicht deutlich wurde, ist man jetzt zu den allgemein üblichen Bezeichnungen Alpha, Beta und RC übergegangen.

Kostenfreier Versand mit »ShipIt«

Schließlich gibt es bei Ubuntu eine einzigartige Möglichkeit, an Installationsmedien zu gelangen: Sie können diese auf der Ubuntu-Homepage unter shipit.ubuntu.com kostenlos bestellen. Es fallen nicht einmal Versandkosten an. Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich auf Launchpad registrieren (https://launchpad.net). Diese Login-Daten benötigen Sie dann wiederum für ShipIt.


Launchpad: Ein Portal, das eine Sammlung von Services für Open-Source-Projekte bietet. Launchpad wird von Canonical, der Firma hinter Ubuntu, betreut und steht allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Sie finden die Startrampe (dt. Übersetzung von Launchpad) unter der Adresse https://launchpad.net.


Lieferzeit

Die Lieferzeit kann laut Canonical 6 bis 10 Wochen betragen. Sie sollten also etwas Geduld haben. Eine weitere Einschränkung beim Versand besteht darin, dass Sie nur die jeweils aktuelle Version von Ubuntu bestellen können. Alle älteren Versionen sind aber weiterhin im Download verfügbar.

Beschränkungen

Von den ersten drei Ubuntu-Versionen wurden bisher insgesamt über 20 Millionen CDs kostenlos in ca. 200 verschiedene Länder verschickt. Mit diesem überwältigenden Erfolg und den damit verbundenen Kosten hatte man anscheinend nicht gerechnet. Es wurden teilweise sehr große Mengen an CDs bestellt, die dann leider ungenutzt im Müll verschwunden sind. Dies ist schon aus ökologischen Gründen unverantwortlich.

Aktuell können Sie nur noch eine CD für den Eigenbedarf bestellen. Sie haben hierbei die Wahl zwischen der normalen Desktop-Version, die Sie auf Ihrem PC installieren können, und der Server-Version, die spezielle Pakete für einen Daten- oder Webserver enthält. Bei beiden Versionen haben Sie wiederum die Wahl zwischen der 32- und der 64-Bit-Variante. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Architektur Ihrem PC zugrunde liegt, nehmen Sie die 32-Bit-x86-Variante. Mit einer individuellen Begründung können Sie unter Umständen auch größere Mengen an CDs bestellen.

Kubuntu und Edubuntu

Unter shipit.kubuntu.org und shipit.edubuntu.org können Sie auch kostenlos Kubuntu- bzw. Edubuntu-Versionen bestellen. Auch hierbei ist jeweils nur noch die Bestellung einer einzelnen CD für den Eigenbedarf möglich. Größere Mengen müssen individuell begründet werden. Sie können auf diesen Seiten die gleichen Account-Daten benutzen, da das ShipIt-System von einem einzigen Unternehmen mit Firmensitz in England organisiert und koordiniert wird. Die Bestellungen auf allen drei ShipIt-Plattformen werden addiert und gemeinsam versandt, sofern die Bestellungen in einem gemeinsamen Zeitfenster liegen.



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