Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden für die Nutzung des Buchs und der beiliegenden DVDs
Das Terminal – sinnvoll oder überflüssig?
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Daten sichern, migrieren und synchronisieren
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Kubuntu
8 Programme und Pakete installieren
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia
13 Programmierung und Design
14 Software- und Paketverwaltung
15 Architektur
16 Backup und Sicherheit
17 Desktop-Virtualisierung
18 Serverinstallation
19 Administration und Monitoring
20 Netzwerke
21 LAN-Server – im Firmennetzwerk oder als Multimediazentrale
22 Der Server im Internet
23 Servervirtualisierung mit KVM
24 Servervirtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz
A Mark Shuttleworth
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 11.04 »Natty Narwhal«
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
geb., mit 2 DVDs
1118 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1765-1
Pfeil 26 Befehlsreferenz
  Pfeil 26.1 Dateiorientierte Kommandos
    Pfeil 26.1.1 bzcat – Ausgabe von bzip2-komprimierten Dateien
    Pfeil 26.1.2 cat – Dateien nacheinander ausgeben
    Pfeil 26.1.3 chgrp – Gruppe ändern
    Pfeil 26.1.4 cksum/md5sum/sum – Prüfsummen ermitteln
    Pfeil 26.1.5 chmod – Zugriffsrechte ändern
    Pfeil 26.1.6 chown – Eigentümer ändern
    Pfeil 26.1.7 cmp – Dateien miteinander vergleichen
    Pfeil 26.1.8 comm – zwei sortierte Textdateien vergleichen
    Pfeil 26.1.9 cp – Dateien kopieren
    Pfeil 26.1.10 csplit – Zerteilen von Dateien
    Pfeil 26.1.11 cut – Zeichen oder Felder aus Dateien schneiden
    Pfeil 26.1.12 diff – Vergleichen zweier Dateien
    Pfeil 26.1.13 diff3 – Vergleich von drei Dateien
    Pfeil 26.1.14 dos2unix – Dateien umwandeln
    Pfeil 26.1.15 expand – Tabulatoren in Leerzeichen umwandeln
    Pfeil 26.1.16 file – den Inhalt von Dateien analysieren
    Pfeil 26.1.17 find – Suche nach Dateien
    Pfeil 26.1.18 fold – einfaches Formatieren von Dateien
    Pfeil 26.1.19 head – Anfang einer Datei ausgeben
    Pfeil 26.1.20 less – Datei(en) seitenweise ausgeben
    Pfeil 26.1.21 ln – Links auf eine Datei erzeugen
    Pfeil 26.1.22 ls – Verzeichnisinhalt auflisten
    Pfeil 26.1.23 more – Datei(en) seitenweise ausgeben
    Pfeil 26.1.24 mv – Datei(en) verschieben oder umbenennen
    Pfeil 26.1.25 nl – Datei mit Zeilennummer ausgeben
    Pfeil 26.1.26 od – Datei(en) hexadezimal oder oktal ausgeben
    Pfeil 26.1.27 rm – Dateien und Verzeichnisse löschen
    Pfeil 26.1.28 sort – Dateien sortieren
    Pfeil 26.1.29 split – Dateien in mehrere Teile zerlegen
    Pfeil 26.1.30 tac – Dateien rückwärts ausgeben
    Pfeil 26.1.31 tail – Ende einer Datei ausgeben
    Pfeil 26.1.32 tee – Ausgabe duplizieren
    Pfeil 26.1.33 touch – Zeitstempel verändern
    Pfeil 26.1.34 tr – Zeichen ersetzen
    Pfeil 26.1.35 type – Kommandos klassifizieren
    Pfeil 26.1.36 umask – Datei-Erstellungsmaske ändern
    Pfeil 26.1.37 uniq – doppelte Zeilen nur einmal ausgeben
    Pfeil 26.1.38 wc – Zeilen, Wörter und Zeichen zählen
    Pfeil 26.1.39 whereis – Suche nach Dateien
    Pfeil 26.1.40 zcat, zless, zmore – Ausgabe von zip-Dateien
  Pfeil 26.2 Verzeichnisorientierte Kommandos
    Pfeil 26.2.1 basename – Dateianteil eines Pfadnamens
    Pfeil 26.2.2 cd – Verzeichnis wechseln
    Pfeil 26.2.3 dirname – Verzeichnisanteil eines Pfadnamens
    Pfeil 26.2.4 mkdir – ein Verzeichnis anlegen
    Pfeil 26.2.5 pwd – aktuelles Arbeitsverzeichnis ausgeben
    Pfeil 26.2.6 rmdir – ein leeres Verzeichnis löschen
  Pfeil 26.3 Verwaltung von Benutzern und Gruppen
    Pfeil 26.3.1 exit, logout – eine Session oder Sitzung beenden
    Pfeil 26.3.2 finger – Informationen zu Benutzern abfragen
    Pfeil 26.3.3 groupadd etc. – Gruppenverwaltung
    Pfeil 26.3.4 groups – Gruppenzugehörigkeit ausgeben
    Pfeil 26.3.5 id – eigene Benutzer- und Gruppen-ID ermitteln
    Pfeil 26.3.6 last – An- und Abmeldezeit eines Benutzers
    Pfeil 26.3.7 logname – Name des aktuellen Benutzers
    Pfeil 26.3.8 newgrp – Gruppenzugehörigkeit wechseln
    Pfeil 26.3.9 passwd – Passwort ändern oder vergeben
    Pfeil 26.3.10 useradd/adduser etc. – Benutzerverwaltung
    Pfeil 26.3.11 who – eingeloggte Benutzer anzeigen
    Pfeil 26.3.12 whoami – Namen des aktuellen Benutzers anzeigen
  Pfeil 26.4 Programm- und Prozessverwaltung
    Pfeil 26.4.1 at – Zeitpunkt für ein Kommando festlegen
    Pfeil 26.4.2 batch – ein Kommando später ausführen lassen
    Pfeil 26.4.3 bg – einen Prozess im Hintergrund fortsetzen
    Pfeil 26.4.4 cron/crontab – Programme zeitgesteuert ausführen
    Pfeil 26.4.5 fg – Prozesse im Vordergrund fortsetzen
    Pfeil 26.4.6 jobs – Anzeigen von im Hintergrund laufenden Prozessen
    Pfeil 26.4.7 kill – Signale an Prozesse mit Nummer senden
    Pfeil 26.4.8 killall – Signale an Prozesse mit Namen senden
    Pfeil 26.4.9 nice – Prozesse mit anderer Priorität ausführen
    Pfeil 26.4.10 nohup – Prozesse nach dem Abmelden fortsetzen
    Pfeil 26.4.11 ps – Prozessinformationen anzeigen
    Pfeil 26.4.12 pgrep – Prozesse über ihren Namen finden
    Pfeil 26.4.13 pstree – Prozesshierarchie in Baumform ausgeben
    Pfeil 26.4.14 renice – Priorität laufender Prozesse verändern
    Pfeil 26.4.15 sleep – Prozesse schlafen legen
    Pfeil 26.4.16 su – Ändern der Benutzerkennung
    Pfeil 26.4.17 sudo – Programme als anderer Benutzer ausführen
    Pfeil 26.4.18 time – Zeitmessung für Prozesse
    Pfeil 26.4.19 top – Prozesse nach CPU-Auslastung anzeigen
  Pfeil 26.5 Speicherplatzinformationen
    Pfeil 26.5.1 df – Abfrage des Speicherplatzes für Dateisysteme
    Pfeil 26.5.2 du – Größe eines Verzeichnisbaums ermitteln
    Pfeil 26.5.3 free – verfügbaren Speicherplatz anzeigen
  Pfeil 26.6 Dateisystem-Kommandos
    Pfeil 26.6.1 badblocks – überprüft defekte Sektoren
    Pfeil 26.6.2 cfdisk – Partitionieren von Festplatten
    Pfeil 26.6.3 dd – Datenblöcke zwischen Devices kopieren
    Pfeil 26.6.4 dd_rescue – fehlertolerantes Kopieren
    Pfeil 26.6.5 dumpe2fs – Analyse von ext2/ext3-Systemen
    Pfeil 26.6.6 e2fsck – ein ext2/ext3-Dateisystem reparieren
    Pfeil 26.6.7 fdformat – eine Diskette formatieren
    Pfeil 26.6.8 fdisk – Partitionieren von Speichermedien
    Pfeil 26.6.9 fsck – Reparieren und Überprüfen
    Pfeil 26.6.10 mkfs – Dateisystem einrichten
    Pfeil 26.6.11 mkswap – eine Swap-Partition einrichten
    Pfeil 26.6.12 mount, umount – Dateisysteme an- oder abhängen
    Pfeil 26.6.13 parted – Partitionen anlegen etc.
    Pfeil 26.6.14 swapon, swapoff – Swap-Speicher (de-)aktivieren
    Pfeil 26.6.15 sync – gepufferte Schreiboperationen ausführen
  Pfeil 26.7 Archivierung und Backup
    Pfeil 26.7.1 bzip2/bunzip2 – (De-)Komprimieren von Dateien
    Pfeil 26.7.2 cpio, afio – Dateien archivieren
    Pfeil 26.7.3 ccrypt – Dateien verschlüsseln
    Pfeil 26.7.4 gzip/gunzip – (De-)Komprimieren von Dateien
    Pfeil 26.7.5 mt – Streamer steuern
    Pfeil 26.7.6 tar – Dateien und Verzeichnisse archivieren
    Pfeil 26.7.7 zip/unzip – (De-)Komprimieren von Dateien
    Pfeil 26.7.8 Übersicht zu den Packprogrammen
  Pfeil 26.8 Systeminformationen
    Pfeil 26.8.1 cal – zeigt einen Kalender an
    Pfeil 26.8.2 date – Datum und Uhrzeit
    Pfeil 26.8.3 uname – Rechnername, Architektur und OS
    Pfeil 26.8.4 uptime – Laufzeit des Rechners
  Pfeil 26.9 Systemkommandos
    Pfeil 26.9.1 dmesg – letzte Kernel-Boot-Meldungen
    Pfeil 26.9.2 halt – alle laufenden Prozesse beenden
    Pfeil 26.9.3 reboot – System neu starten
    Pfeil 26.9.4 shutdown – System herunterfahren
  Pfeil 26.10 Druckeradministration und Netzwerkbefehle
    Pfeil 26.10.1 arp – Ausgeben von MAC-Adressen
    Pfeil 26.10.2 ftp – Dateien übertragen
    Pfeil 26.10.3 hostname – Rechnername ermitteln
    Pfeil 26.10.4 ifconfig – Netzwerkzugang konfigurieren
    Pfeil 26.10.5 mail/mailx – E-Mails schreiben und empfangen
    Pfeil 26.10.6 netstat – Statusinformationen über das Netzwerk
    Pfeil 26.10.7 nslookup (host/dig) – DNS-Server abfragen
    Pfeil 26.10.8 ping – Verbindung zu einem anderen Rechner testen
    Pfeil 26.10.9 Die r-Kommandos (rcp, rlogin, rsh)
    Pfeil 26.10.10 ssh – sichere Shell auf einem anderen Rechner starten
    Pfeil 26.10.11 scp – Dateien per ssh kopieren
    Pfeil 26.10.12 rsync – Replizieren von Dateien und Verzeichnissen
    Pfeil 26.10.13 traceroute – Route zu einem Rechner verfolgen
  Pfeil 26.11 Benutzerkommunikation
    Pfeil 26.11.1 wall – Nachrichten an alle Benutzer verschicken
    Pfeil 26.11.2 write – Nachrichten an Benutzer verschicken
    Pfeil 26.11.3 mesg – Nachrichten zulassen oder unterbinden
  Pfeil 26.12 Bildschirm- und Terminalkommandos
    Pfeil 26.12.1 clear – Löschen des Bildschirms
    Pfeil 26.12.2 reset – Zeichensatz wiederherstellen
    Pfeil 26.12.3 setterm – Terminaleinstellung verändern
    Pfeil 26.12.4 stty – Terminaleinstellung abfragen oder setzen
    Pfeil 26.12.5 tty – Terminalnamen erfragen
  Pfeil 26.13 Onlinehilfen
    Pfeil 26.13.1 apropos – nach Schlüsselwörtern suchen
    Pfeil 26.13.2 info – GNU-Online-Manual
    Pfeil 26.13.3 man – die traditionelle Onlinehilfe
    Pfeil 26.13.4 whatis – Kurzbeschreibung zu einem Kommando
  Pfeil 26.14 Sonstige Kommandos
    Pfeil 26.14.1 alias/unalias – Kurznamen für Kommandos
    Pfeil 26.14.2 bc – Taschenrechner
    Pfeil 26.14.3 printenv/env – Umgebungsvariablen anzeigen


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26.7 Archivierung und Backup  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift


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26.7.1 bzip2/bunzip2 – (De-)Komprimieren von Dateien  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das Kommando bzip2 ist dem Kommando gzip nicht unähnlich, erreicht aber einen besseren Komprimierungsgrad als gzip. bzip arbeitet mit der Huffmann-Codierung und dem Burrows-Wheeler-Block-Sorting-Algorithmus, der den Text zwar nicht komprimiert, aber leichter komprimierbar macht. Die Kompression mit bzip2 ist zwar erheblich besser, aber dafür auch erheblich langsamer. Alle Dateien, die mit bzip2 komprimiert werden, erhalten automatisch die Dateiendung .bz2. TAR-Dateien, die mit bzip2 komprimiert werden, erhalten üblicherweise die Endung .tbz. Die »2« bei bzip2 und bunzip2 geht auf den Vorgänger bzip zurück, der allerdings aus patentrechtlichen Gründen nicht mehr weiterentwickelt wurde.

Komprimieren können Sie Dateien mit bzip2 folgendermaßen:

bzip2 file.txt

Sie entpacken die komprimierte Datei wieder mit der Option -d und bzip2 oder mit bunzip2:

bzip2 -d file.txt.bz2

oder:

bunzip2 file.txt.bz2

Sie können gern bzip2 mit der Option -d bevorzugen, weil bunzip2 nichts anderes ist als ein Link auf bzip2, wobei allerdings automatisch die Option -d verwendet wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Kommando bzcat, mit dem Sie bzip2-komprimierte Dateien lesen können, ohne diese vorher zu dekomprimieren.

bzcat file.txt.bz2

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26.7.2 cpio, afio – Dateien archivieren  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

cpio

cpio (copy in and out) eignet sich hervorragend, um ganze Verzeichnisbäume zu archivieren. Etwas ungewöhnlich auf den ersten Blick ist, dass cpio die zu archivierenden Dateien nicht von der Kommandozeile, sondern von der Standardeingabe liest. Häufig wird daher cpio in Verbindung mit den Kommandos ls oder find und einer Pipe verwendet. Damit ist es möglich, ein spezielles Archiv zu erzeugen, das Eigentümer, Zugriffsrechte, Erzeugungszeit, Dateigröße usw. berücksichtigt. Gewöhnlich wird cpio auf drei verschiedene Arten aufgerufen.

  • copy out
    Diese Art wird mit der Option -o bzw. ---create verwendet. So werden die Pfadnamen der zu kopierenden Dateien von der Standardeingabe eingelesen und auf die Standardausgabe kopiert. Es können z. B. der Eigentümer, die Zugriffsrechte und die Dateigröße ausgegeben werden. Gewöhnlich verwendet man copy out mit einer Pipe und einer Umlenkung:
cd meinbuch
ls
Kap001.txt  Kap002.txt
...
ls *.txt | cpio -o > meinbuch.cpio
1243 blocks
    • In diesem Beispiel wurden alle Textdateien im Verzeichnis meinbuch zu einem cpio-Archiv (meinbuch.cpio) gepackt. Allerdings konnten hier nur bestimmte Dateien erfasst werden. Wollen Sie ganze Verzeichnisbäume archivieren, so verwenden Sie das Kommando find:
find $HOME/meinbuch -print | cpio -o > meinbuch.cpio
    • Natürlich können Sie mit find-üblichen Anweisungen nur bestimmte Dateien archivieren. Ebenso lassen sich Dateien auch auf ein anderes Laufwerk archivieren:
ls -a | cpio -o > /dev/fd0
    • Hier wurden beispielsweise alle Dateien des aktuellen Verzeichnisses auf die Diskette kopiert. Dabei können Sie genauso gut einen Streamer, eine andere Festplatte oder sogar einen anderen Rechner verwenden.
  • copy in
    Wollen Sie das mit cpio -o erzeugte Archiv wieder entpacken oder zurückspielen, so wird cpio mit dem Schalter -i bzw. ---extract verwendet. Damit liest cpio die archivierten Dateien von der Standardeingabe ein. Es ist sogar möglich, hierbei reguläre Ausdrücke zu verwenden. Mit folgender Befehlsausführung entpacken Sie das Archiv wieder:
cpio -i < meinbuch.cpio
    • Um nur bestimmte Dateien zu entpacken, nutzen Sie folgenden Befehl:
cpio -i "*.txt" < meinbuch.cpio
    • Hier entpacken Sie nur Textdateien mit der Endung .txt. Natürlich funktioniert das Ganze auch mit den verschiedensten Speichermedien:
cpio -i "*.txt" < /dev/fd0
    • Hier werden alle Textdateien von einer Diskette entpackt. Allerdings werden die Dateien immer in das aktuelle Arbeitsverzeichnis zurückgespielt, so dass Sie den Zielort schon zuvor angeben müssen, zum Beispiel:
cd $HOME/meinbuch/testdir ; \
> cpio -i < /archive/meinbuch.cpio
    • Hier wechseln Sie zunächst in ein entsprechendes Verzeichnis, in dem Sie anschließend das Archiv entpacken wollen. Wollen Sie außerdem erst wissen, was Sie entpacken, also was für Dateien sich in einem cpio-Archiv befinden, so verwenden Sie cpio nur mit der Option -t:
cpio -t < meinbuch.cpio
...
  • copy pass
    Mit copy pass werden die Dateien von der Standardeingabe gelesen und in ein entsprechendes Verzeichnis kopiert, ohne dass ein Archiv erzeugt wird. Hierzu wird die Option -p eingesetzt. Voraussetzung ist natürlich, dass ein entsprechendes Verzeichnis existiert. Anderenfalls können Sie zusätzlich die Option -d verwenden, die ein solches Verzeichnis erzeugt.
ls *.txt | cpio -pd /archive/testdir2
    • Hiermit werden aus dem aktuellen Verzeichnis alle Textdateien in das Verzeichnis testdir2 kopiert:
cp *.txt /archive/testdir2
    • Einen ganzen Verzeichnisbaum des aktuellen Arbeitsverzeichnisses könnten Sie somit mit folgendem Aufruf kopieren:
find . -print | cpio -pd /archiv/testdir3

afio

afio bietet im Gegensatz zu cpio die Möglichkeit, die einzelnen Dateien zu komprimieren. Somit stellt afio eine

interessante tar-Alternative dar (für alle, die tar mit seinen typischen Optionsparametern nicht mögen). afio komprimiert die einzelnen Dateien, noch bevor sie in einem Archiv zusammengefasst werden. Unter Ubuntu muss afio allerdings zunächst mit dem gleichnamigen Paket nachinstalliert werden.

Hier sehen Sie ein einfaches Beispiel zur Anwendung von

afio:

ls *.txt | afio -o -Z meinbuch.afio

Sie komprimieren zunächst alle Textdateien im aktuellen Verzeichnis und fassen dieses Verzeichnis dann in dem Archiv meinbuch.afio zusammen. Die

Platzeinsparung im Vergleich zu cpio ist beachtlich:

ls -l Shellbook*
-rw-------  1 tot users 209920 meinbuch.afio
-rw-------  1 tot users 640512 meinbuch.cpio

Entpacken können Sie das Archiv wieder – wie bei cpio – mit dem Schalter -i:

afio -i -Z Shellbook.afio

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26.7.3 ccrypt – Dateien verschlüsseln  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit dem Kommando ccrypt wird ein zu ver-/entschlüsselnder Text von der Standardeingabe gelesen, um diesen wieder ver-/entschlüsselt auf die Standardausgabe auszugeben. ccrypt wird unter Ubuntu mit Hilfe des gleichnamigen Pakets installiert. Ein Anwendungsbeispiel:

ccrypt file.txt
Enter encryption key:
Enter encryption key: (repeat)

Wie Sie oben sehen, ist die Eingabe eines Schlüssels erforderlich, der zusätzlich zu bestätigen ist. Es wird eine Binärdatei file.txt.cpt erzeugt. Diese lässt sich mit der Option -d dechiffrieren:

ccrypt -d file.txt.cpt
Enter encryption key:

Beachten Sie bitte die Gesetzeslage zur Verschlüsselung in Ihrem Heimatland. Kryptografie ist inzwischen in einigen Ländern verboten.


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26.7.4 gzip/gunzip – (De-)Komprimieren von Dateien  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das Kommando gzip komprimiert Dateien und fügt ihnen die Dateiendung .gz an. Die Originaldatei wird hierbei durch die komprimierte Datei ersetzt. gzip basiert auf dem Deflate-Algorithmus, der eine Kombination aus LZ77 und Huffman-Codierung ist. Der Zeitstempel einer Datei sowie die Zugriffsrechte bleiben beim Komprimieren und auch beim Entpacken mit gunzip erhalten.

Sofern Sie Softwareentwickler in C sind und Datenkompression verwenden wollen, sollten Sie sich die Bibliothek zlib ansehen. Diese Bibliothek unterstützt das gzip-Dateiformat. Sie komprimieren eine oder mehrere Datei(en) ganz einfach mit:

gzip file1.txt

Zur Dekomprimierung verwenden Sie entweder gzip und die Option -d:

gzip -d file1.txt.gz

oder gunzip file1.txt.gz. gunzip ist hier kein symbolischer Link, sondern ein echtes Kommando. gunzip kann neben gzip-Dateien auch Dateien dekomprimieren, die mit zip, compress oder pack komprimiert wurden. Wollen Sie, dass beim (De-)Komprimieren nicht die Originaldatei berührt wird, so müssen Sie die Option -c verwenden:

gzip -c file1.txt > file1.txt.gz

Diese Option können Sie ebenso mit gunzip anwenden:

gunzip -c file1.txt.gz > file1_neu.txt

Auf diese Weise lassen Sie die gzip-komprimierte Datei file1.txt.gz unberührt und erzeugen eine neue dekomprimierte Datei file1_neu.txt. Denselben Vorgang können Sie auch mit zcat erledigen:

zcat file1.txt.gz > file1_neu.txt

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26.7.5 mt – Streamer steuern  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit mt können Magnetbänder vor- oder zurückgespult, positioniert und gelöscht werden. mt wird häufig in Shell-Skripten in Verbindung mit tar, cpio oder afio verwendet, weil jedes der Kommandos zwar auf Magnetbänder schreiben, diese aber nicht steuern kann. In der Praxis wird mt wie folgt verwendet: mt -f Tape Befehl [Nummer].

Mit Tape geben Sie den Pfad zu Ihrem Bandlaufwerk an, und mit Nummer legen Sie fest, wie oft der Befehl ausgeführt werden soll. In der folgenden Tabelle finden Sie die gängigsten Befehle.


Befehl Bedeutung

eom

Band bis zum Ende der letzten Datei spulen. Ab hier kann mit tar, cpio und afio ein Backup aufgespielt werden.

fsf Anzahl

Band um eine Anzahl Archive (Dateiendemarken) vorspulen. Nicht gleichzusetzen mit der letzten Datei (eom).

nbsf Anzahl

Band um Anzahl Archive (Dateiendemarken) zurückspulen

rewind

das Band an den Anfang zurückspulen

status

Statusinformationen vom Magnetlaufwerk ermitteln und ausgeben (z. B.: Ist ein Band eingelegt oder nicht?)

erase

Band löschen und initialisieren

retension

Band einmal ans Ende spulen und wieder zum Anfang zurück, um es neu zu »spannen«

offline

Band zum Anfang zurückspulen und auswerfen



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26.7.6 tar – Dateien und Verzeichnisse archivieren  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Das Kommando tar (tape archiver) wurde ursprünglich zur Verwaltung von Bandarchiven verwendet. Mittlerweile wird tar aber auch auf Disketten oder für normale Dateien oder Verzeichnisse angewendet. Das Kommando wird zur Erstellung und zum Zurückladen von Sicherungen oder Archiven genutzt. Die Syntax lautet:

tar Funktion [Optionen] [Datei(en)]

Sehr umfangreich

Mit Funktion geben Sie an, wie die Erstellung oder das Zurückladen von Archiven erfolgen soll. Mit Datei(en) bestimmen Sie, welche Dateien oder Dateibäume herausgeschrieben oder wieder eingelesen werden sollen. Geben Sie hierbei ein Verzeichnis an, so wird der gesamte darin enthaltene Dateibaum verwendet.

Gewöhnlich werden Archive mittels tar nicht komprimiert, aber auch hier können Sie mit tar die Ein- und Ausgabe durch einen Kompressor leiten. Neuere Versionen unterstützen sowohl compress als auch gzip und bzip2, das inzwischen einen recht hohen Stellenwert hat. Das gilt auch nicht nur für GNU-tar.

Das Kommando tar (besonders GNU-tar) hat besonders viele Funktionen und Optionen. Da tar eigentlich zu einem sehr beliebten Archivierungswerkzeug gehört, sollen im Folgenden mehrere Optionen und Funktionen erwähnt werden.

In der folgenden Tabelle sind die Optionen aufgelistet, mit denen Sie die Funktion von tar festlegen. (Sie dürfen bei den Ein-Zeichen-Funktionen auch das führende – weglassen.)


Option Bedeutung

-A

Hängt ein komplettes Archiv an ein zweites vorhandenes Archiv an (oder fügt es auf dem Band hinten an).

-c

Erzeugt ein neues Archiv.

-d

Vergleicht die im Archiv abgelegten Dateien mit den angegebenen Dateien.

---delete Datei(en)

Löscht die angegebenen »Datei(en)« aus dem Archiv (nicht für Magnetbänder).

-r

Erwähnte Dateien werden an das Ende eines bereits existierenden Archivs angehängt (nicht für Magnetbänder).

-t

Zeigt den Inhalt eines Archivs an.

-u

Genannte Dateien werden nur dann ins Archiv aufgenommen, wenn sie neuer als die bereits archivierten Versionen oder noch gar nicht im Archiv vorhanden sind (nicht für Magnetbänder).

-x

Bestimmte Dateien sollen aus einem Archiv gelesen werden; werden keine Dateien erwähnt, werden alle Dateien aus dem Archiv extrahiert.


Darüber hinaus gibt es einige Zusatzoptionen. Die gängigsten sind:


Option Bedeutung

-f Datei

Benutzt Datei oder das damit verbundene Gerät als Archiv; die Datei darf auch Teil von einem anderen Rechner sein.

-l

Geht beim Archivieren nicht über die Dateisystemgrenze hinaus.

-v

tar gibt gewöhnlich keine speziellen Meldungen aus; mit dieser Option wird jede Aktion von tar gemeldet.

-w

Schaltet tar in einen interaktiven Modus, in dem zu jeder Aktion eine Bestätigung erfolgen muss.

-y

Komprimiert oder dekomprimiert die Dateien bei einer tar-Operation mit bzip2.

-z

Komprimiert oder dekomprimiert die Dateien bei einer tar-Operation mit gzip oder gunzip.

-Z

Komprimiert oder dekomprimiert die Dateien bei einer tar-Operation mit compress bzw. uncompress.


Neben diesen zusätzlichen Optionen bietet tar noch mehr an. Weitere Informationen entnehmen Sie der man-Seite zu tar. Allerdings dürften Sie mit den genannten Optionen bereits sehr weit kommen. Am häufigsten wird tar wohl in folgender Grundform verwendet:

tar cf Archiv_Name Verzeichnis

Damit wird aus dem Verzeichniszweig Verzeichnis ein Archiv mit dem Namen Archiv_Name erstellt. In der Praxis sieht dies folgendermaßen aus: tar cf home_jan06 $HOME. Aus dem kompletten Heimatverzeichnis des Benutzers wird das Archiv home_jan06 erstellt.

Damit Sie beim Zurückspielen der Daten flexibler sind, sollten Sie einen relativen Verzeichnispfad angeben:

cd Verzeichnis ; tar cf Archiv_Name .

Im Beispiel:

cd ; tar cf home_jan06 .

Hierfür steht Ihnen für das relative Verzeichnis auch die Option -C Verzeichnis zur Verfügung:

tar cf Archiv_Name -C Verzeichnis .

Wollen Sie die Dateien und Verzeichnisse des Archivs wiederherstellen, so lautet der gängige Befehl hierzu wie folgt:

tar xf Archiv_Name

Kommen wir auf unser Beispiel zurück:

tar xf home_jan06

Wollen Sie einzelne Dateien aus einem Archiv wiederherstellen, so ist auch dies kein allzu großer Aufwand:

tar xf home_jan06 datei1 datei2 ...

Beachten Sie allerdings, wie Sie die Datei ins Archiv gesichert haben (relativer oder absoluter Pfad). Wollen Sie die Datei meinbuch.cpio mit dem relativen Pfad wiederherstellen, so können Sie dies wie folgt tun:

tar xf meinbuch_jan06 ./meinbuch.cpio

Wenn etwas mit tar nicht klappt, so ist der Fehler häufig eine falsche Pfadangabe. Sie sollten daher immer überlegen: Wo liegt das Archiv, wo soll rückgesichert werden, und wie wurden die Dateien ins Archiv aufgenommen (absoluter oder relativer Pfad)?

Wollen Sie außerdem mitverfolgen, was beim Erstellen oder Auspacken eines Archivs alles passiert, sollten Sie die Option v verwenden. Hierbei können Sie außerdem gleich erkennen, ob Sie die Dateien mit dem absoluten oder dem relativen Pfad gesichert haben.

# neues Archiv erzeugen, mit Ausgabe aller Aktionen
tar cvf Archiv_Name Verzeichnis
# Archiv zurückspielen, mit Ausgabe aller Aktionen
tar xvf Archiv_Name

Den Inhalt eines Archivs können Sie mit der Option t ansehen:

tar tf Archiv_Name

In unserem Beispiel sieht das so aus:

tar tf home_jun08
./
./Ubuntubuch
./Ubuntubuch/kapitel_1.tex
...

Hier wurde also der relative Pfadname verwendet. Wollen Sie ein ganzes Verzeichnis auf Diskette sichern, so erledigen Sie dies folgendermaßen:

tar cf /dev/fd0 Ubuntubuch

Zurückspielen können Sie das Ganze wieder wie folgt:

tar xvf /dev/fd0 Ubuntubuch

Wollen Sie einen kompletten Verzeichnisbaum mit Kompression archivieren (z. B. mit gzip), gehen Sie folgendermaßen vor:

tar czvf Ubuntubuch_jun08.tgz Ubuntubuch

Dank der Option z wird jetzt das ganze Archiv auch noch komprimiert. Ansehen können Sie sich das komprimierte Archiv mit der Option t:

tar tzf Ubuntubuch_jun08.tgz Ubuntubuch
Ubuntuch/
Ubuntubuch/kapitel_1.tex
...

Hier wurde also der absolute Pfadname verwendet. Entpacken und wieder einspielen können Sie das komprimierte Archiv anschließend erneut mit:

tar xzvf Ubuntubuch_jun08.tgz Ubuntubuch

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26.7.7 zip/unzip – (De-)Komprimieren von Dateien  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Mit zip können Sie einzelne Dateien bis hin zu ganzen Verzeichnissen komprimieren und archivieren. Besonders gern werden zip und unzip allerdings verwendet, weil diese mit den Versionen von Windows und DOS voll kompatibel sind. Wer sich also immer schon darüber geärgert hat, dass sein E-Mail-Anhang wieder einmal etwas im ZIP-Format enthält, der kann hier auf unzip zurückgreifen. Ein ZIP-Archiv aus mehreren Dateien erstellen Sie wie folgt:

zip files.zip file1.txt file2.txt file3.txt
  adding: file1.txt (deflated 56  %)
  adding: file2.txt (deflated 46  %)
  adding: file3.txt (deflated 24  %)

Hier packen und komprimieren Sie die Dateien zu einem Archiv namens files.zip. Wollen Sie eine neue Datei zum Archiv hinzufügen? Nichts einfacher als das: zip files.zip hallo.c. Möchten Sie alle Dateien des Archivs in das aktuelle Arbeitsverzeichnis entpacken, so gehen Sie wie folgt vor:

unzip files.zip
Archive:  files.zip
  inflating: file1.txt
  inflating: file2.txt
...

Wenn Sie eine ganze Verzeichnishierarchie packen und komprimieren wollen, so müssen Sie die Option -r (rekursive) verwenden: zip -r Ubuntubuch.zip $HOME/Ubuntubuch. Entpacken können Sie das Archiv wieder wie gewohnt mittels unzip.


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26.7.8 Übersicht zu den Packprogrammen  topZur vorigen Überschrift

Die folgende Tabelle gibt eine kurze Übersicht über die Dateiendungen und die zugehörigen (De-)Komprimierungsprogramme.


Endung gepackt mit entpackt mit

*.bz und *.bz2

bzip2

bzip2

*.gz

gzip

gzip, gunzip oder zcat

*.zip

Info-Zip, PKZip, zip

Info-Unzip, PKUnzip, unzip, gunzip (eine Datei)

*.tar

tar

tar

*.tbz

tar und bzip2

tar und bzip2

*.tgz; *.tar.gz

tar und gzip

tar und g(un)zip

*.Z

compress

uncompress, gunzip

*.tar.Z

tar und compress

tar und uncompress

*.pak

pack

unpack, gunzip




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