Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden für die Nutzung des Buchs und der beiliegenden DVDs
Das Terminal – sinnvoll oder überflüssig?
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Daten sichern, migrieren und synchronisieren
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Kubuntu
8 Programme und Pakete installieren
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia
13 Programmierung und Design
14 Software- und Paketverwaltung
15 Architektur
16 Backup und Sicherheit
17 Desktop-Virtualisierung
18 Serverinstallation
19 Administration und Monitoring
20 Netzwerke
21 LAN-Server – im Firmennetzwerk oder als Multimediazentrale
22 Der Server im Internet
23 Servervirtualisierung mit KVM
24 Servervirtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz
A Mark Shuttleworth
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 11.04 »Natty Narwhal«
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
geb., mit 2 DVDs
1118 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1765-1
Pfeil 12 Multimedia
  Pfeil 12.1 Codecs
    Pfeil 12.1.1 Rechtliche Aspekte
    Pfeil 12.1.2 Installation von fehlenden Codecs
    Pfeil 12.1.3 Medibuntu – eine Multimedia-Paketquelle
  Pfeil 12.2 CDs und DVDs erstellen und brennen
    Pfeil 12.2.1 Brasero
    Pfeil 12.2.2 K3b
  Pfeil 12.3 Audio
    Pfeil 12.3.1 Banshee – Vorbild iTunes
    Pfeil 12.3.2 Verwaltung einer Musiksammlung
    Pfeil 12.3.3 Austausch mit MP3-Playern – iPod
    Pfeil 12.3.4 Käuflicher Erwerb von Musik
    Pfeil 12.3.5 Wiedergabe von CDs
    Pfeil 12.3.6 Codieren von Audiomaterial
    Pfeil 12.3.7 Bearbeitung von Audiodateien
  Pfeil 12.4 Video
    Pfeil 12.4.1 Totem
    Pfeil 12.4.2 xine
    Pfeil 12.4.3 MPlayer
    Pfeil 12.4.4 Dragon Player
    Pfeil 12.4.5 Der PC als Fernseher
    Pfeil 12.4.6 DVDs ansehen
    Pfeil 12.4.7 Blu-rays ansehen
    Pfeil 12.4.8 Camcorder anschließen
  Pfeil 12.5 Live-Streams
    Pfeil 12.5.1 Flash
    Pfeil 12.5.2 RealPlayer
  Pfeil 12.6 Videoschnitt und -aufnahme
    Pfeil 12.6.1 PiTiVi
    Pfeil 12.6.2 DVBcut
    Pfeil 12.6.3 Kino
  Pfeil 12.7 Fotos und Videos mit der Webcam aufnehmen
    Pfeil 12.7.1 Cheese
    Pfeil 12.7.2 luvcview
  Pfeil 12.8 Spiele
    Pfeil 12.8.1 Windows-Spiele unter Ubuntu
    Pfeil 12.8.2 Enthaltene Programme
    Pfeil 12.8.3 Virtuelle Welten – SecondLife
    Pfeil 12.8.4 Beispiel für eine Wine-Installation: World of Warcraft
  Pfeil 12.9 Probleme mit der Hardware – Das Soundsystem einrichten
    Pfeil 12.9.1 Phonon für KDE – mehr als ein Soundserver
    Pfeil 12.9.2 ALSA und PulseAudio – das Soundsystem
  Pfeil 12.10 Digital-TV unter Ubuntu (DVB)
    Pfeil 12.10.1 Die TV-Karte einrichten
    Pfeil 12.10.2 Die Senderliste erstellen
    Pfeil 12.10.3 Analoge TV-Karten nutzen


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12.4 Video  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Auch für die Freunde der bewegten Bilder ist gesorgt: Unter Ubuntu lässt sich eine Vielzahl von Multimedia-Playern installieren, die fast alle gängigen Videoformate wiedergeben können. Ein wenig problematisch ist die Unterstützung sogenannter proprietärer Formate wie z. B. Windows Media oder Apple QuickTime. Aber auch hier finden sich Mittel und Wege.


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12.4.1 Totem  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Video-Player Totem ist die unter GNOME als Standard integrierte Lösung zur Wiedergabe einer Vielzahl multimedialer Materialien. Im Menü ist er übrigens schlicht als Video-Player geführt. Es bietet sich die Installation folgender Pakete an:

  • gstreamer0.10-plugins-ugly – Plug-ins, die wegen ihrer Lizenz nicht standardmäßig installiert sein dürfen
  • gstreamer0.10-plugins-ugly-multiverseUgly-Plug-ins, die außerdem nicht von den Ubuntu-Entwicklern gewartet werden
  • gstreamer0.10-plugins-bad – Plug-ins, die noch nicht ganz ausgereift sind
  • gstreamer0.10-plugins-bad-multiverseBad-Plug-ins, die außerdem nicht von den Ubuntu-Entwicklern gewartet werden
  • gstreamer0.10-ffmpeg – Plug-ins für über 40 Formate wie z. B. MPEG, DivX, MPEG4, AC3
  • gstreamer0.10-pitfdll – für die Nutzung der w32codecs mit GStreamer
  • libquicktime1 – Plug-in für QuickTime-Dateien (MOV und andere)

Eine besonders bequeme Möglichkeit, sämtliche Codecs »in einem Rutsch« zu installieren, bietet das Paket ubuntu-restricted-extras. Zur Wiedergabe von verschlüsselten DVDs sehen Sie bitte im Abschnitt »DVDs ansehen« nach.

Im Multimediabereich hat sich in den letzten Ubuntu-Versionen viel getan. So wurde beispielsweise die Unterstützung für digitales Fernsehen stark verbessert. Der Video-Player Totem ist nun in der Lage, mehrere DVB-Tuner gleichzeitig zu nutzen, und die Unterstützung zahlreicher Infrarot-Fernbedienungen (mit Hilfe von LIRC) wurde erweitert.


Tipp 165: Neue Visualisierungen für Totem

Das Programm Totem bietet genauso wie beispielsweise der Windows Media Player visuelle Effekte, die mehr oder weniger gelungene Animationen zur Musik einblenden. Allerdings ist die Auswahl bei einer Standardinstallation sehr eingeschränkt – Sie haben gerade die Wahl zwischen zwei verschiedenen Animationen. Sie können diesen Zustand ändern, indem Sie das Paket libvisual-0.4-plugins installieren.

Um in Totem die Art der Visualisierung auszuwählen, folgen Sie dem Menü Bearbeiten • Einstellungen. Unter dem Reiter Anzeige finden Sie den Punkt Visuelle Effekte. Hier haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Visualisierungstypen.


Außerdem beherrscht Totem jetzt auch die Darstellung von hochauflösenden YouTube-Videos und die Unterstützung von Untertiteln. Über die Seitenleiste können Sie per Dropdown-Menü zwischen den Ansichten Wiedergabeliste, Eigenschaften, BBC, Digital TV und YouTube wechseln. Auch das Suchen von YouTube-Videos ist direkt über Totem möglich. Zurzeit wird zumindest in Deutschland der Zugriff auf das BBC-Angebot noch nicht unterstützt.


Tipp 166: Totem mit Tastenkombinationen bedienen

Sie können den Video-Player Totem auch über die Tastatur bedienen. So öffnen Sie beispielsweise einen Dateibrowser über die Tastenkombination (Strg) + (O) . Mit (P) unterbrechen Sie die Wiedergabe eines Films oder Songs oder setzen diesen fort. Spulen können Sie mit den Pfeiltasten. Um zum nächsten Film oder Song vor- oder zurückzuspringen, tippen Sie (N) (next) und (B) (back). In den Vollbildmodus und zurück wechseln Sie mit (F) . Auch die Lautstärke regeln Sie über das Keyboard: () und (¯) .



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12.4.2 xine  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

xine ist ein unter der freien GPL-Lizenz stehender Multimedia-Player, der alle gängigen Containerformate (wie AVI, Ogg Media oder Matroska-Video) sowie viele verschiedene Video- und Audio-Codecs unterstützt. Selbstverständlich können auch Datenträger wie DVD oder CDs abgespielt werden. Neuerdings ist auch eine DVB-Wiedergabe möglich.

Abbildung 12.14  Der Multiformat-Player »xine« – hier mit Richard Stallman

Nie mehr asynchron

Besonders interessant an xine ist die Möglichkeit, den Ton während des Abspielens zu verschieben. So lassen sich mit wenig Aufwand auch missglückte Aufnahmen betrachten, bei denen Ton und Bild asynchron laufen (was bei Mitschnitten am PC leicht passiert, z. B. wenn Ton- und Bildquelle verschiedene Zeitgeber haben oder der PC durch andere Programme die ungepufferten Daten nicht rechtzeitig auslesen und verarbeiten kann). Codecs für xine sind in den Paketen libxine1-plugins und libxine1-all-plugins enthalten.


Tipp 167: Den xine-Player separat installieren

Der xine-Video-Player ist neben dem MPlayer die Standard-Videolösung unter den meisten anderen Linux-Distributionen. xine ähnelt den Programmen, die man von Windows her kennt, also z. B. PowerDVD. Sie installieren xine über das Paket xine-ui und starten es über Anwendungen • Multimedia • xine. Falls Sie nicht alle Plug-ins über das bereits erwähnte Paket libxine1-all-plugins installieren möchten, empfiehlt sich die Installation der zwei Pakete libxine1-plugins (MP3-Unterstützung) und libquicktime0 (QuickTime).

xine gliedert sich in ein Ansichtsfenster und eine Bedienleiste, die frei verschoben werden kann (siehe Abbildung). Einzelne Segmente von MPEG2-Videos können übrigens recht einfach auf der Kommandozeile über

cat film1.mpg film2.mpg ... > film.mpg

zusammengefügt werden.


Möglichkeiten der Integration

Sie haben prinzipiell mehrere Möglichkeiten, xine in Ihr System zu integrieren:

  • totem-xine
    Sollte es auf Ihrem System Probleme mit der GStreamer-Engine geben, so haben Sie die Möglichkeit, stattdessen das totem-xine-Modul einzusetzen. Dieses integriert die Funktionalität des xine-Video-Players in die Totem-Oberfläche. Achten Sie bei dieser Art der Installation darauf, dass Sie das Paket totem-sgstreamer deinstallieren, da es ansonsten zu Konfigurationsfehlern kommen kann.
  • Kaffeine
    Kaffeine ist eine grafische Oberfläche für xine, die die Bibliothek Qt nutzt.
  • GNOME-Integration
    Das Paket gxine bietet eine schöne Integration in die GNOME-Oberfläche. Es empfiehlt sich, die Plug-ins über das Paket gxineplugin zu installieren.
  • Separat
    Experten bevorzugen die oben bereits erwähnte Original-xine-Oberfläche (xine-ui), die Sie ebenso wie gxine im Menü Anwendungen • Unterhaltungsmedien finden. xine integriert sich ebenfalls gut in die KDE-Oberfläche.

Im Übrigen basiert auch der KDE-Vorzeige-Audio-Player Amarok auf xine.

Skins

Um das Aussehen des Players anzupassen, gibt es in dem Programm eine sehr nützliche Funktion. Durch einen Rechtsklick auf das Videofenster öffnet sich ein Popup-Fenster. Hier müssen Sie lediglich Settings • Skin Downloader anwählen, um neue Skins herunterzuladen. Ausgewählte Skins werden durch einen Klick auf Load installiert.


Tipp 168: Videos und Bilder auf dem iPod

Bekanntermaßen lässt sich ein iPod nicht nur zum Abspielen von Audiodateien nutzen. Auch wenn die integrierten Displays oftmals ziemlich klein sind, ist es dennoch kein Problem, auf ihnen auch Videos darzustellen. Videos werden hierbei im .mp4-Format übertragen. Am einfachsten gelingt dies mit dem KDE-Programm Amarok. Das Video müssen Sie lediglich per Drag & Drop in die Transfer-Queue ziehen und anschließend übertragen. Wenn Ihre Videos nicht im .mp4-Format vorliegen, können Sie sie vorher mit dem Programm Avidemux konvertieren.

Für Bilder eignet sich das Werkzeug GPixPod hervorragend. Das Modell Ihres iPods stellen Sie unter Edit • Preferences ein. Die Bedienung aller drei Programme, die in den Paketquellen enthalten sind, ist selbsterklärend.



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12.4.3 MPlayer  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Ein weiterer universeller Player ist die Software MPlayer (Paketname: mplayer), die sich insbesondere in Form eines Plug-ins (Paketname: gecko-mediaplayer) auch sehr gut in Verbindung mit der Wiedergabe von Videos in einem Browser nutzen lässt.


Tipp 169: DivX und XviD

Zur Wiedergabe von DivX-Material müssen Sie die kommerziellen Bibliotheken von www.divx.com installieren. Andererseits gibt es auch eine Open-Source-Alternative in Form des XviD-Codecs, der DivX in puncto Qualität und Leistungsfähigkeit in nichts nachsteht. Man beachte das Wortspiel DivX « XviD.

Den Original-DivX-Codec für Linux können Sie von www.divx.com/divx/linux herunterladen. Das Paket muss entpackt werden. Anschließend wechseln Sie in das entpackte Verzeichnis und führen den Installer via sudo ./install.sh aus. Dadurch werden die DivX-Bibliotheken in das System integriert. Für eine reversible Installation empfiehlt sich das Paket checkinstall. Für die Wiedergabe und Erzeugung von XviD-Material benötigen Sie das Paket libxvidcore4.


An GNOME angepasst

Außerdem ist das Paket gnome-mplayer verfügbar, das eine besser an den GNOME-Desktop angepasste Oberfläche bietet. Wenn Sie einen Video-Encoder benötigen, so können Sie auch noch das Paket mencoder installieren. Ob der Player korrekt als Plug-in in den Browser integriert wurde, erfahren Sie durch die Eingabe von about:plugins in der Eingabezeile des Browsers.


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12.4.4 Dragon Player  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der minimalistische Dragon Player ist der Standard-Video-Player unter Kubuntu. In ihm wurde auf viele Funktionen verzichtet, die nicht vorrangig dem Abspielen von Videodateien dienen. So ist es z. B. bei der Wiedergabe von DVDs nicht möglich, gezielt einzelne Kapitel anzuwählen.

Abbildung 12.15  Der »Dragon Player«, Kubuntus minimalistischer Standard-Video-Player


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12.4.5 Der PC als Fernseher  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Durch die Einführung der TV-Ergänzungskarte mutierte der PC vom braven Arbeitstier zur Multimediazentrale. Im Moment koexistieren in Deutschland das klassische analoge Fernsehen sowie die neue Digitaltechnik DVB (Digital Video Broadcasting). Beide Varianten lassen sich unter Ubuntu betreiben.

Jetzt auch Kanäle scannen

Sie können DVB-T-Kanäle unter Ubuntu mit dem Standard-Player Totem (hier muss unter Bearbeiten • Plugins der GNOME DVB Daemon aktiviert werden) sowie unter Kubuntu weiterhin mit dem zur Grundausstattung gehörenden Kaffeine scannen (siehe Abbildung). Der Vorteil von Totem und Kaffeine an dieser Stelle ist, dass Sie keine Kanalkonfigurationsdatei benötigen, sondern einfach nach allen empfangbaren Kanälen scannen können. Nach der Installation des Pakets totem-plugins-dvb-daemon starten Sie Totem neu. Über Datei • Watch TV starten Sie den Einrichtungsassistenten.

Im folgenden Dialogfenster haben Sie die Möglichkeit, das zu konfigurierende Gerät sowie die Region auszuwählen, in der Sie sich befinden. Nach erfolgreichem Scan (siehe Abbildung) können Sie die gewünschten Kanäle Ihrer Senderliste hinzufügen. Bisherige Totem-Versionen sowie der VLC-Player benötigen eine fertige Kanalliste.

Abbildung 12.16  Echtes Multitalent: »Kaffeine« – auch das Aufnehmen und Ansehen von DVB-T ist kein Problem.


Tipp 170: Kaffeine für DVB-T verwenden

Auch für GNOME-Nutzer ist Kaffeine interessant, da hiermit das Nutzen einer DVB-T-Karte sehr einfach ist. Es ist keine manuelle Konfiguration nötig. Unter dem Menüpunkt Fernsehen • Kanäle können Sie die DVB-T-Kanäle Ihrer Region scannen lassen. Die gefundenen Kanäle lassen sich dann auswählen und zu Ihrer Kanalliste hinzufügen. Diese finden Sie unter dem Reiter Fernsehen in der Kaffeine-Standardansicht. Dort gibt es auch den Button Sofortaufnahme, mit dem Sie das Programm eines ausgewählten Kanals aufnehmen können. Kaffeine beherrscht auch das Einrichten von Timern für die Aufnahme: Nutzen Sie hierfür die Verwaltung unter Fernsehen • Recording Schedule • Neu.


Abbildung 12.17  DVB-Kanäle mit »Totem« scannen


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12.4.6 DVDs ansehen  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Egal, ob auf dem Notebook im Zug oder zu Hause: Sicher wollen Sie hin und wieder eine DVD ansehen. Einige Dinge müssen Sie dabei jedoch beachten. Welche das sind, lesen Sie in den folgenden Abschnitten.

Unverschlüsselte DVDs sind problemlos abspielbar

Aus lizenzrechtlichen Gründen gibt es einige (überwindbare) Hürden beim Abspielen von DVDs unter Linux. Grundsätzlich besteht das Problem darin, dass mit den »Bordmitteln« lediglich das Abspielen von unverschlüsselten DVDs möglich ist. Das selbstgedrehte Urlaubsvideo, das von der Digitalkamera auf die DVD befördert wurde, entspricht allemal den rechtlichen Anforderungen. Und: Es gibt teilweise auch unverschlüsselte DVDs im Handel.

Gehen wir also davon aus, dass Sie über eine unverschlüsselte DVD verfügen. Legen Sie diese in das Laufwerk ein, und starten Sie xine über Multimedia • xine. Durch Anklicken der Schaltfläche DVD wird der DVD-Navigator gestartet, mit dem Sie durch das Menü der eingelegten DVD navigieren können. Prinzipiell ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, mit welcher der bereits vorgestellten Anwendungen Sie Ihre DVD anschauen – auch der spartanisch wirkende Totem ist zur DVD-Wiedergabe in der Lage.

Verschlüsselte DVDs

Um verschlüsselte DVDs (also die meisten handelsüblichen Filme) legal ansehen zu können, müssen Sie auf proprietäre, kostenpflichtige Software zurückgreifen. Inzwischen können Sie zwischen mehreren Alternativen wählen. Im Folgenden möchte ich Ihnen drei solcher Programme kurz vorstellen.


Tipp 171: Double-Layer-DVDs abspielen

Es kann vorkommen, dass Sie mit Ubuntu nicht in der Lage sind, doppelseitige DVDs abzuspielen. Dies liegt meistens daran, dass Sie die Datei libdvdcss2 nicht installiert haben. Der rechtliche Status dieses Codecs ist umstritten, so dass ich Ihnen den Gebrauch dieses Codecs nicht empfehlen kann. Wenn Sie sich dennoch dafür entscheiden, fügen Sie Ihrem System die Medibuntu-Paketquelle hinzu und installieren Sie den Code über den Befehl:

sudo apt-get install libdvdcss2

PowerDVD Linux

Zunächst einmal gibt es das unter Windows-Nutzern sehr beliebte und weitverbreitete Programm PowerDVD der Firma CyberLink nun auch in einer Linux-Variante. Diese können Sie (unter anderem) direkt über den Onlineshop auf der Canonical-Seite beziehen (http://shop.canonical.com). Der Wermutstropfen dieser Variante: Zurzeit funktioniert diese Lösung nur auf 32-Bit-Systemen.

Sie benötigen außerdem die OpenGL-Grafikunterstützung, die neuere Grafikkarten auf jeden Fall bieten. Für ATI- und NVIDIA-Grafikkarten müssen Sie noch den entsprechenden proprietären Grafiktreiber installieren (siehe Abschnitt »Grafikkarten einrichten«).

Dies erledigen Sie per Aufruf des Assistenten unter System • Systemverwaltung • Hardware-Treiber. Anschließend können Sie im Onlineshop die PowerDVD-Linux-Software herunterladen und installieren. Übrigens: Unter http://vault.canonical.com können Sie die Software noch einmal herunterladen, falls Sie z. B. Ubuntu erneut installieren müssen. Wenn Sie PowerDVD Linux auf einem weiteren Rechner nutzen möchten, müssen Sie dafür ebenfalls eine Lizenz erwerben.

Fluendo-DVD-Player

Eine Alternative, die auch Nutzern von 64-Bit-Systemen das rechtlich einwandfreie Abspielen kopiergeschützter DVDs erlaubt, ist der Fluendo-DVD-Player. Sie können den Player bequem über das Software-Center kaufen und installieren. Neben den – mit dem Kauf der Player-Software erworbenen – für das Abspielen von DVDs notwendigen Codecs können weitere Codecs über die Herstellerfirma erworben werden.

Die Bedienung ist weitgehend selbsterklärend, die gängigen Funktionen wurden bereits im Zusammenhang mit den Standard-Playern besprochen. Interessant, vor allem für die Fernreisenden, dürfte die Funktion zur Änderung des Regionalcodes sein. Diese erreichen Sie über den Menüpfad DVD Player • Preferences • Region.

Wenn Sie möchten, dass der Fluendo-DVD-Player automatisch gestartet wird, sobald Sie eine DVD einlegen, müssen Sie dies in den Nautilus-Einstellungen festlegen. Klicken Sie in Nautilus auf Bearbeiten • Einstellungen • Datenträger. Aus dem Dropdown-Menü unter Video-DVD wählen Sie die Option Mit anderer Anwendung öffnen... aus. In dem sich daraufhin öffnenden Dialogfenster klicken Sie auf das Kreuz neben Benutzerdefinierten Befehl benutzen und tragen im Textfeld »fluendo-dvd« ein. Nach einem Klick auf Hinzufügen und dann auf Schließen haben Sie die neue Einstellung gespeichert.

LinDVD

Das dritte Programm, das ich Ihnen vorstellen möchte, heißt LinDVD und kommt von der Firma Intervideo (gehört seit 2006 zu Corel), die auch das bekannte Windows-Programm WinDVD vertreibt. Zurzeit wird es in Deutschland nur über Reseller sowie in Verbindung mit Hardware vertrieben. Dies können beispielsweise Billiggrafikkarten sein, bei denen in der Bestellung darauf hingewiesen wird, dass diese möglicherweise defekt sind und Sie daher auch per Hinweis im Kommentarfeld auf die Mitlieferung der Grafikkarte verzichten können ;-).

Bevor Sie LinDVD nutzen können, müssen Sie das Paket libstdc++6 installieren. Die eigentliche Installation verläuft nicht über die Paketverwaltung, sondern manuell über das Verschieben des Programmordners und das Anlegen einiger Verknüpfungen. Außerdem muss eine Lizenzdatei nach /usr/lib/libivi$reseller.so verschoben werden, da LinDVD ansonsten nur als Demoversion startet. Achtung: Der Text $reseller hängt davon ab, bei welchem Reseller Sie Ihre LinDVD-Version gekauft haben, und muss daher von Ihnen angepasst werden. Den letzten Schritt, das Anlegen einer Verknüpfung auf dem Desktop, können Sie natürlich auch weglassen.

sudo mv lindvd /opt/LinDVD
sudo ln -s /opt/LinDVD/lindvd /usr/local/bin/lindvd
sudo ln -s /opt/LinDVD/libivi$reseller.so /usr/lib/libivi$reseller.so
sudo ldconfig
sudo cp /opt/LinDVD/skins/common/LinDVD.xpm /usr/share/pixmaps
ln -s /opt/LinDVD/skins/common/LinDVD.desktop ~/Desktop/LinDVD.desktop

Sie können sogar Skins, die Sie noch von WinDVD 3 besitzen, für LinDVD weiterverwenden.


Tipp 172: Eine große Datei in zwei kleine zerlegen

Mit dem Befehl split können Sie sehr große Dateien (z. B. Videodateien) in mehrere kleine aufteilen, so dass Sie diese dann beispielsweise auf mehrere CDs brennen können. Dies ist sinnvoll, wenn Sie beispielsweise eine 1,2 GB große Datei nicht auf eine DVD (Fassungsvermögen 4,4~GB) brennen möchten. Mit dem folgenden Befehl wird die Datei Datei in einzelne Dateien mit einer jeweiligen Größe von650 MB aufgeteilt:

split -b 650m <Datei>

Mit dem Befehl cat können Sie diese einzelnen Dateien wieder zusammenfügen:

cat x* ><großeDatei>


Tipp 173: Totem und DVDs

Mit dem Standard-Video-Player Totem ist es problemlos möglich, unverschlüsselte DVDs anzusehen. Bei verschlüsselten DVDs aber – dies betrifft die überwiegende Zahl aller DVDs – streikt das Programm und gibt eine Fehlermeldung aus. Dies bedeutet allerdings nicht, dass es unmöglich wäre, eine solche DVD zur Mitarbeit zu bewegen. Es fehlt lediglich der Codec libdvdcss, den Sie beispielsweise von der Seite des Projektes VideoLAN herunterladen können.

Unter der Adresse http://download.videolan.org/pub/libdvdcss/ finden Sie ein Debian-Paket, das Sie mittels Doppelklick installieren können. Zum Zeitpunkt der Drucklegung war dies die Version 1.2.10. Der rechtliche Status dieses Codecs ist umstritten, so dass ich Ihnen den Gebrauch dieses Codecs aus rechtlichen Gründen nicht empfehlen kann. Mit einem der eben genannten Programme (PowerDVD, Fluendo, LinDVD) sind Sie aber auf der sicheren Seite.


Korrekter Pfad bei xine

Sollte beim Betätigen des DVD-Buttons nichts passieren, so müssen Sie untersuchen, ob der Pfad zum Wiedergabegerät korrekt definiert wurde. xine verfügt über ein breites Spektrum von Konfigurationsmöglichkeiten, die Sie durch Anklicken des Schraubenschlüsselsymbols in der linken unteren Fensterhälfte erreichen.

Im Untermenü gui muss zunächst der Erfahrungslevel eingestellt werden. Wer vollen Zugriff auf sämtliche Optionen haben möchte, wählt an dieser Stelle den Modus Expert oder Master of the known universe aus und bestätigt die Auswahl mit Anwenden. Im Untermenü media kann dann schließlich der Pfad auf das korrekte Device gesetzt werden, beispielsweise /dev/dvd.


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12.4.7 Blu-rays ansehen  Zur nächsten ÜberschriftZur vorigen Überschrift

Der Umgang mit den vergleichsweise neuen Blu-rays erinnert in fataler Weise an die Einführung der DVD Mitte der 1990er Jahre. So verläuft auch dieses Mal die Verbreitung dieses neuartigen Mediums auf Linux-Systemen eher schleppend. Dennoch keimt so langsam Hoffnung auf:

  • Das Brennen von Blu-ray-Rohlingen ist inzwischen beispielsweise mit dem Programm K3b möglich (siehe Abschnitt »K3b«).
  • Das Ansehen von handelsüblichen Kauf-Blu-rays gelingt schon heute mit dem Programm lxBDPlayer (http://lxbdplayer.sourceforge.net/). Eine kleine, aber wichtige Einschränkung besteht hierbei allerdings: So ist es mit diesem Player lediglich möglich, Blu-rays abzuspielen, die nicht mit einem Kopierschutz versehen sind.
  • Leider sind die meisten Blu-rays mit einem solchen Schutz versehen. Um den Player auch für diese Blu-rays zu nutzen, müssen einige Plug-ins installiert werden, deren Nutzung rechtlich sehr umstritten ist. Daher verzichte ich an dieser Stelle auf eine Anleitung – mit Hilfe von Google können Sie sich weitere Informationen verschaffen.

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12.4.8 Camcorder anschließen  topZur vorigen Überschrift

Videos anzusehen ist die eine Sache – diese aber mit einem Camcorder aufzunehmen, auf den PC zu übertragen und dort zu schneiden ist eine ganze andere. Aus diesem Grund wollen wir uns jetzt kurz mit dem Anschluss eines Camcorders beschäftigen, bevor ich Ihnen die Möglichkeiten des Videoschnitts mit Ubuntu im Abschnitt »Videoschnitt und -aufnahme« erläutere.

Moderne digitale Camcorder verfügen über eine IEEE1394-Schnittstelle, auch FireWire genannt. Ubuntu entdeckt derartige Geräte unmittelbar nach dem Anschließen und Einschalten. Folgende Meldungen erscheinen im Syslog:

sudo tail -f /var/log/messages
ieee1394.agent[10196]:  raw1394: loaded successfully
ieee1394: raw1394:   /dev/raw1394 device initialized
ieee1394.agent[10196]:   dv1394: loaded successfully

Verbindung testen

Die Datenübertragung zwischen Kamera und PC kann mit dem Kommandozeilen-Tool dvgrab getestet werden. Installieren Sie zunächst das Paket dvgrab. Dadurch wird das zusätzliche Paket libquicktime installiert. Testen Sie den Transfer einer Videosequenz von der Kamera mit:

sudo dvgrab testfilm

Die Aufzeichnung wird durch Eingabe von (Strg) + (C) beendet. Nun sollte sich im aktuellen Verzeichnis ein Filmausschnitt mit dem Namen testfilm001.avi befinden. Diesen können Sie mit einem Standard-Video-Player begutachten, vorausgesetzt, dieser ist in der Lage, das Digital-Video-Format zu decodieren. Dies schaffen in jedem Fall Programme wie xine oder der MPlayer. Für den Schnitt von digitalem Video bietet sich das Programm Kino an.



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