Galileo Computing < openbook > Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.
Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Leitfaden für die Nutzung des Buchs und der beiliegenden DVDs
Das Terminal – sinnvoll oder überflüssig?
1 Die Wurzeln von Ubuntu
2 Was ist Ubuntu?
3 Die Versionen im Detail
4 Daten sichern, migrieren und synchronisieren
5 Die Installation
6 Erste Schritte
7 Kubuntu
8 Programme und Pakete installieren
9 Internet und E-Mail
10 Office
11 Grafik und Bildbearbeitung
12 Multimedia
13 Programmierung und Design
14 Software- und Paketverwaltung
15 Architektur
16 Backup und Sicherheit
17 Desktop-Virtualisierung
18 Serverinstallation
19 Administration und Monitoring
20 Netzwerke
21 LAN-Server – im Firmennetzwerk oder als Multimediazentrale
22 Der Server im Internet
23 Servervirtualisierung mit KVM
24 Servervirtualisierung mit Xen
25 Hilfe
26 Befehlsreferenz
A Mark Shuttleworth
Stichwort

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Ubuntu GNU/Linux von Marcus Fischer
Das umfassende Handbuch, aktuell zu Ubuntu 11.04 »Natty Narwhal«
Buch: Ubuntu GNU/Linux

Ubuntu GNU/Linux
geb., mit 2 DVDs
1118 S., 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 978-3-8362-1765-1
Pfeil Leitfaden für die Nutzung des Buchs und der beiliegenden DVDs

Leitfaden für die Nutzung des Buchs und der beiliegenden DVDs

In dieser Einleitung möchte ich Ihnen erläutern, worum es in diesem Buch geht, wer die Zielgruppe des Systems von Ubuntu ist und welche Konventionen Ihnen in diesem Buch begegnen. Im letzten Abschnitt erläutere ich Ihnen den Inhalt der beiliegenden Medien und wie Sie diese optimal nutzen können.

Ein umfassendes Handbuch?

Ich habe in diesem Buch den Anspruch, Ihnen ein umfassendes Anwenderbuch an die Hand zu geben, auch wenn Sie Einsteiger sind und noch nie ein anderes Betriebssystem als Windows bedient haben. Sie erhalten mit diesem Buch nicht nur eine einführende Lektüre, sondern auch eine umfassende Anleitung zu der Linux-Distribution Ubuntu sowie ein Nachschlagewerk, das Sie auch in Zukunft bei Fragen und Problemen immer wieder konsultieren können. Ich bin mir des Charakters einer »eierlegenden Wollmilchsau« (Synonym für die omnipotenten Fähigkeiten eines Produkts) bewusst, möchte aber dennoch diesen Spagat wagen. Dieses Buch soll Einsteigern und Fortgeschrittenen gleichzeitig dienen.

Linux-Distributionen

Ein Betriebssystem wie Ubuntu ist mehr als die Summe aus vielen einzelnen Softwareprodukten, die Sie brauchen, um Ihrem Computer Leben einzuhauchen. Eine solche Zusammenstellung nennt man »Distribution«. Es gibt viele Linux-Distributionen rund um den Erdball, und sie unterscheiden sich mehr oder weniger stark in Eigenschaften, die über die reine Zusammenstellung von Software hinausgehen:

  • Ausrichtung
    Viele Linux-Distributionen erfüllen spezielle Anforderungen und unterscheiden sich im Umfang der enthaltenen Programme. So gibt es beispielsweise Linux-Distributionen, die ohne grafische Oberfläche darauf optimiert sind, in einem unscheinbar wirkenden kleinen Kasten Aufgaben als Router (siehe Kasten) zu übernehmen.
  • Philosophie
    Die eben angesprochene Zusammenstellung der Software ist oftmals eine direkte Folge der »Philosophie« der für die Distribution zuständigen Entwickler. So gibt es neben den bereits erwähnten Spezial-Distributionen mit sehr eingeschränktem Funktionsumfang auch Distributionen, die möglichst umfassend sein möchten und dementsprechend viel Speicherplatz beanspruchen.
  • Anhänger
    Ähnlich wie bei Fußballvereinen haben auch Linux-Distributionen ihre Anhänger, die »ihr« Betriebssystem teilweise fanatisch verteidigen.

Sie erfahren mehr über die Geschichte von Linux und die Bedeutung einzelner Linux-Distributionen im Kapitel »Die Wurzeln von Ubuntu«.


Router: (WLAN-)Router sind Geräte, die mehrere eigentlich getrennte Rechnernetze miteinander verbinden, beispielsweise das weltweite Rechnernetz (das sogenannte Internet) und die Rechner in Ihrem Haushalt. Diese Verbindung kann über Kabel oder Funk (WLAN) geschehen. Router werden auch oftmals verwendet, um aus Sicherheitsgründen ein großes in mehrere kleine Netzwerke aufzuteilen. Dabei analysiert das Gerät ankommende Datenpakete nach ihrer Zieladresse, blockt diese oder leitet sie weiter. Man sagt auch, dass die Datenpakete »geroutet« werden und der Router somit als »Hardware-Firewall« dient.
Ein Router ist eine sehr bequeme Art, mehrere Rechner in einem Haushalt gleichzeitig mit dem Internet zu verbinden. Wie Sie dies unter Ubuntu bewerkstelligen, erfahren Sie im Abschnitt »DSL und Router«. Dabei wird die eigentliche Verbindung im Router konfiguriert und nicht auf den verbundenen Rechnern. Auf diese Weise ist es sogar möglich, dass Sie während der Installation im Hintergrund bereits die verfügbaren Aktualisierungen herunterladen können.


Auf den Schultern von Riesen

Ubuntu ist eine der faszinierendsten Linux-Distributionen der vergangenen Jahre. Und obwohl dieses System relativ neu ist, sind seine Wurzeln sehr alt – es steht auf den Schultern eines Giganten, der Debian GNU/Linux heißt. Debian ist eine der ältesten, anerkanntesten und stabilsten Linux-Distributionen. Einige große Fans und Entwickler des Debian-Systems taten sich 2004 zusammen und erschufen eine neue Distribution: Ubuntu. Ubuntu soll Tugenden in sich vereinigen, die vorher nur teilweise in der Linux-Welt verbreitet waren:

  • Simplizität
    Linux hatte lange Zeit den Ruf des Elitären. Nur einige »auserwählte« Benutzer tippten in dunklen Räumen kryptische Kommandos in Terminal-Fenster. Ubuntu räumt damit auf: Es soll für jeden Menschen bedienbar sein. Daher wird auf Eigenschaften wie Übersichtlichkeit und einfache Bedienung sehr viel Wert gelegt.
  • Sicherheit und Stabilität
    Linux ist seit jeher ein äußerst stabiles System, und Debian hat die Messlatte für Sicherheit und Stabilität noch einmal höher gelegt. Daher ist die Wahl der Ubuntu-Entwickler, Debian als Basis zu nehmen, verständlich.
  • Aktualität und Zuverlässigkeit
    Ubuntu erscheint alle sechs Monate in einer neuen Version – regelmäßig wie ein Uhrwerk. Durch diese Konstanz ist gewährleistet, dass Ubuntu immer die besten Treiber und aktuelle Software enthält. In diesem Zyklus erscheint alle zwei Jahre eine besondere Version, die LTS-Version (englisch: Long Term Support). Dies ist eine Ubuntu-Version, die über einen besonders langen Zeitraum mit Aktualisierungen unterstützt wird. Damit eignet sich diese Version für Unternehmen oder Privatpersonen, die höchsten Wert auf eine lange Laufzeit ihrer Software legen.
  • Humanität
    Das Wort »Ubuntu« bedeutet »Menschlichkeit gegenüber anderen« (siehe den Abschnitt »Die Bedeutung des Wortes Ubuntu«). Diese Bedeutung ist keine Floskel, sondern der Maßstab für den Umgang der Ubuntu-Nutzer untereinander. Sie werden wahrscheinlich keine hilfsbereitere Gemeinschaft von Anwendern finden als bei dieser Linux-Distribution.

Für wen ist dieses Buch?

Für wen aber lohnt sich die nähere Beschäftigung mit Ubuntu im Allgemeinen und mit dem vorliegenden Buch im Speziellen? Die Antwort ist keinesfalls so eindeutig wie bei den etablierten Distributionen à la SUSE, Red Hat, Mandriva und Debian. Lassen Sie es mich so ausdrücken: Ubuntu vereint alle positiven Eigenschaften der genannten Produkte und leistet sich darüber hinaus kaum Schwächen. Sie dürfen sich von Ubuntu und von diesem Buch angesprochen fühlen, wenn Sie zu einer der folgenden Anwendergruppen gehören:

  • Der enttäuschte Distributionskunde
    Sie haben die Nase voll von den zunehmend aufgeblähten klassischen Distributionen. Gerade Anfänger verlieren hier oftmals den Überblick, wenn es darum geht, das richtige Linux-Programm für den eigenen Zweck zu finden. Ubuntu liefert eine übersichtliche Vorauswahl von Software mit, getreu dem Motto: Für jeden Zweck nur ein Programm. Darüber hinaus können Sie auf ein schier endloses Softwarearchiv kostenlos zugreifen.
  • Der Windows-Umsteiger
    Herzlich willkommen bei Linux. Vergessen Sie die landläufige Meinung, nur SUSE-Linux sei für Umsteiger geeignet. Genießen Sie den schmerzlosen Umstieg, und erfreuen Sie sich an einer äußerst hilfsbereiten Gemeinschaft, die geduldig jedem Anfänger hilft. Ab sofort brauchen Sie für keine Software mehr extra zu zahlen (eine Office-Suite ist bereits integriert). Vergessen Sie umständliche Software- und Betriebssystem-Updates, und genießen Sie eine neue Form der Sicherheit ohne Viren und Würmer.
  • Der untypische Debian-Anwender
    Sie haben schon viel Gutes von Debian gehört, andererseits ist es Ihnen aber auch nicht entgangen, dass der Zahn der Zeit an dieser beliebten Distribution nagt. Oftmals ist es ein Kunststück oder gar unmöglich, moderne Hardware mit Debian zum Leben zu erwecken; verzweifelte Hilferufe in den Internet-Newsgroups sprechen da eine deutliche Sprache. Ubuntu basiert auf dem sehr stabilen Debian, ist dabei aber hochaktuell.
  • Der Administrator mit Sinn für Freizeit
    Hand aufs Herz, ihr Linux-Administratoren: Wie viele Wochenenden und Nächte haben Sie sich schon abgeplagt, um beim vermeintlich problemlos zu wartenden XY Linux Professional »mal eben« einen kleinen Dienst oder eine Serversoftware neu aufzusetzen? Ubuntu vermag auch im professionellen Umfeld durch seine leichte Handhabbarkeit zu punkten.

Ubuntu ist langweilig

Und für wen ist Ubuntu eher ungeeignet? Dazu möchte ich folgendes Posting aus dem Forum von ubuntuusers.de zitieren:

»Ubuntu ist langweilig! Seit ca. 3 Wochen läuft mein Notebook mit Ubuntu. Mit der Hilfe der Wiki läuft jetzt alles was ich so brauche. Und nun? Was mache ich nun? Wie ich vermute, besteht bei vielen der Spass am Betriebssystem an dessen Unzulänglichkeiten. Ich muss jetzt nix mehr defragmentieren, keine Anwendung zum Bereinigen der Registry ausprobieren, Viren und Spyware tauchen nicht auf etc. etc. Ich darf nicht mehr nach Fehlern suchen, weil der Rechner abstürzt. Es läuft ganz einfach. Wie öde!«

Wie Sie sehen: Man kann es nicht allen recht machen. Wer also sein Seelenheil im ständigen Basteln und Schrauben am Betriebssystem sucht, der ist bei Ubuntu mit Sicherheit an der falschen Adresse.

Konventionen

Im Folgenden werde ich einige Konventionen erläutern, die in diesem Buch benutzt werden. Beginnen werde ich mit Erläuterungen zum Terminal. Das soll allerdings nicht heißen, dass wir gänzlich auf den Komfort einer grafischen Umgebung verzichten, denn wie bei vielen Dingen im Leben gilt auch hier: Die Mischung macht's. Ich werde gerade in den ersten Kapiteln überwiegend auf die grafischen Hilfsmittel von Ubuntu eingehen.

Befehle eingeben

Für Kommandozeilenbefehle soll folgende Schreibweise verwendet werden: Im fließenden Text werden Konsolenbefehle durch die Verwendung von Nicht-Proportionalschrift gekennzeichnet, die Programmnamen selbst werden kursiv dargestellt. Beispiel: »Installieren Sie das Programm GIMP auf einer Konsole mit dem Befehl sudo apt-get install gimp«. Ist ein Befehl etwas länger, so setze ich ihn vom Fließtext ab und stelle ihn in eine eigene Zeile:

gedit /home/user/test.txt

Listings

Konsolenausgaben, Listings oder Konfigurationsdateien werden in Nicht-Proportionalschrift wiedergegeben. Am Kopf einer Konfigurationsdatei steht in der Regel deren vollständiger Pfad:

### BEGIN INFO
#
# Modified_by:  NetworkManager
# Process:      /usr/bin/NetworkManager
# Process_id:   5312
#
### END INFO
nameserver 192.168.1.1

Sie erfahren mehr über das Terminal im nächsten Abschnitt, »Das Terminal – sinnvoll oder überflüssig?«.

Des Kaisers neue Kleider – nicht für alle Benutzer sichtbar

Wie heißt es doch so schön: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wann immer es sinnvoll erscheint, soll daher ein Screenshot zur Erhellung des Sachverhalts beitragen. Die größte sichtbare Veränderung von Ubuntu vollzieht sich aber gerade an dieser Stelle: im Aussehen und in der Bedienung des Betriebssystems. Ubuntu bedient sich hierbei einer neuen Oberfläche namens Unity (siehe hierzu Kapitel »Erste Schritte«), die die Verwendung aktueller Grafikkartentreiber voraussetzt.

Auch wenn 99 % aller halbwegs modernen Rechner (nicht älter als 5 Jahre) keine Probleme mit den Anforderungen haben sollten, kann es in Einzelfällen zu Problemen kommen. Im Abschnitt »Grafikkarten einrichten« finden Sie zahlreiche Hilfestellungen, falls Sie Schwierigkeiten haben, die erforderliche 3D-Unterstützung zum Laufen zu kriegen. Die Verwendung der neuen Oberfläche ist auf nahezu jeder Hardware möglich. Wenn es bei Ihnen zu Problemen kommen sollte, wechselt das System automatisch zu einer klassischen Oberfläche, die auch in den älteren Ubuntu-Versionen verwendet wurde. Ich gehe im Kapitel »Erste Schritte« detailliert auf beide Oberflächenvarianten ein.

Übrigens können Sie bei Nichtgefallen von Unity und Einsatz der Ubuntu-Version 11.04 auch absichtlich die klassische Oberfläche verwenden. Es erscheinen dann anstelle der neuartigen Seitenleiste die herkömmlichen Menüs. Sie haben also zumindest bei der Ubuntu-Version 11.04 noch die Wahl, welche der beiden Oberflächen Sie verwenden möchten. Wie Sie bequem zwischen den beiden Oberflächen wechseln können, erläutere ich Ihnen im Abschnitt »Die Anmeldung«.

Wie finde und öffne ich Programme?

Bei der Beschreibung von Programmen auf der grafischen Oberfläche ist der Programmstart von der verwendeten Oberfläche abhängig. Der Startpfad wird durch Kapitälchen gekennzeichnet, die Untermenüs werden durch einen Punkt getrennt. Ich habe mich entschieden, bei der Beschreibung des jeweiligen Startpfades den Unity-Weg zu gehen, also eine funktionierende Unity-Oberfläche auf Ihrem System vorauszusetzen. Hierfür sprechen folgende Gründe:

  • Zukunft
    Ubuntu wird wahrscheinlich bereits in der nächsten Version 11.10, die im Oktober 2011 erscheinen wird, komplett auf die klassische Oberfläche verzichten. Etwaige Startpfade dieser Oberfläche wären dann überflüssig.
  • Ähnlichkeit
    Auch wenn die alte und neue Oberfläche auf den ersten Blick sehr verschieden aussehen, unterscheiden sich die Startpfade nur marginal:
    • Bei Verwendung der klassischen Oberfläche wird der Start eines Programms aus dem Startmenü heraus erläutert. Beispielsweise starten Sie das Outlook-Pendant Evolution grafisch über das obere Panel, indem Sie dem Pfad Anwendungen • Büro • Evolution-E-Mail und -Kalender folgen. Gemeinsamer Ursprung aller Menüpfade ist das Ubuntu-Symbol in der linken oberen Ecke.
    • Bei dem neuen Bedienkonzept mittels Unity befindet sich am linken Rand Ihres Bildschirms eine Seitenleiste, die zahlreiche Verknüpfungen bereitstellt. Bei der Erläuterung eines Programmstarts wird lediglich die Verknüpfung in der Seitenleiste genannt. So starten Sie das eben genannte Beispiel Evolution über das Unity-Menü Anwendungen.
  • Einfacher zu lesen
    Eine doppelte Beschreibung der Startpfade würde das Lesen des Buchs deutlich erschweren und der Text wäre damit mühsamer zu verstehen.

Veränderungen in der Optik

Selbstverständlich kann dieses Buch nie so aktuell wie das Internet sein. Es stellt lediglich einen Schnappschuss des Informationsstandes zu einem bestimmten Zeitpunkt dar. Die Entwicklung von Ubuntu schreitet aber kontinuierlich fort. Oft ändern sich allerdings nur Kleinigkeiten in der Benutzerführung oder im Aussehen. Sie halten also kein veraltetes Buch in den Händen, nur weil sich eventuell die Standardfarbe des Desktops in der Zwischenzeit verändert hat.

Gerade diesem Umstand ist es zu verdanken, dass ich Ihnen im Verlauf dieses Buches den Umgang mit dem Terminal bzw. der Shell näherbringen werde. Denn egal wie sehr sich die verschiedenen Ubuntu-Versionen unterscheiden – im Hintergrund verwenden sie meistens die gleiche Technik. Des Weiteren erhalten Sie durch den zusätzlichen Umgang mit dem Terminal eine direkte und sehr effektive Kontrolle über Ihren Computer. Die Zeiten, in denen Sie Ihrem Betriebssystem hilflos gegenüberstanden, sind mit Linux und Ubuntu vorbei. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass Sie durch Shell-Kenntnisse in die Lage versetzt werden, beliebige Linux-Distributionen – nicht nur Ubuntu – zu bedienen.

Veränderungen in der Handhabung

Aufgrund der Dynamik, mit der sich die verschiedenen Programmpakete weiterentwickeln, kann es allerdings schon vorkommen, dass sich die Gestalt sowie einige Funktionen der beschriebenen Programme geändert haben.

Ich brauche Ihnen wahrscheinlich nichts von den Vorzügen des Internets zu erzählen. In Sachen Aktualität kann ein Buch wie dieses natürlich nie mit dem weltumspannenden Netzwerk mithalten. Aus diesem Grund werde ich an geeigneten Stellen auf Internetadressen verweisen. Diese werden besonders ausgezeichnet, z. B. so: www.ubuntulinux.org.

Icons

In diesem Buch tauchen an vereinzelten Stellen an den Seitenrändern kleine Symbole auf. Diese kleinen Minibilder (neudeutsch auch »Icons« genannt) haben folgende Bedeutung:

Achtung Wann immer Sie das nebenstehende Symbol sehen, ist Vorsicht angeraten: Hier geht es um systemkritische Operationen, die bei unbedachter Anwendung Ihrer bestehenden Installation Schaden zufügen können.

Beispiel Nur durch Beispiele lernt man, und Beispiele werden im Buch durch nebenstehendes Symbol gekennzeichnet. Ich werde im Verlauf des Buchs so oft wie möglich versuchen, Ihr neues Wissen durch ein Beispiel zu festigen.

Tipp Mit diesem Symbol möchte ich auf weitergehende Informationen verweisen, die an einer anderen Stelle des Buchs zu finden sind.

Hinweis Linux ist zwar hervorragend dokumentiert, dennoch kann man die kleinen und größeren Probleme des Alltags mit einigen Insidertipps, die durch dieses Symbol gekennzeichnet sind, besser bewältigen.

Bug Ubuntu ist gut, aber natürlich nicht perfekt. Große und kleine Fehler, die bei Drucklegung des Buchs bekannt waren, werden durch diesen kleinen »Bug« gekennzeichnet. Wie allgemein üblich werden Fehler in der Software als »Bugs« (englisch für »Käfer«) bezeichnet.

DVD Mit diesem Icon möchte ich Sie auf den Inhalt der beiliegenden Medien hinweisen.

Besondere Textauszeichnungen

Als weitere strukturierende Elemente finden Sie an vielen Stellen dieses Buchs graue Kästen und Tipps, die beide im Folgenden dargestellt sind.


In diesen grauen Kästen finden Sie technische Details oder Erläuterungen zu Fachbegriffen, die im Text verwendet werden. Dabei werden die Begriffe möglichst an der Stelle erklärt, an denen sie zum ersten Mal in diesem Buch erwähnt werden. Sollte Ihnen im weiteren Verlauf eine Erklärung fehlen, schlagen Sie den Begriff bitte im Index am Ende dieses Buchs nach. Ein separates Glossar wird somit überflüssig.



[Tipps]

Das Ubuntu-Leben gestaltet sich noch viel einfacher, wenn Sie einige Kniffe kennen. Aus diesem Grund finden Sie im gesamten Buch Tipps, die durch einen grauen Seitenbalken hervorgehoben werden, in denen ich hilfreiche Empfehlungen oder auch Hintergrundwissen für Sie habe. In einigen dieser Tipps machen wir Gebrauch vom Terminal. Haben Sie keine Berührungsängste. Ich werde an den entsprechenden Stellen den korrekten Umgang mit der Kommandozeile erläutern.

Am Anfang dieses Buchs finden Sie eine Übersicht aller in diesem Buch enthaltenen Tipps.


Kapitelüberblick

Einsteiger werden vermutlich linear an dieses Buch herangehen und mit der Lektüre vorn beginnen. Dies habe ich berücksichtigt und die einführenden Kapitel über Geschichte, Hintergründe und Grundlagen von GNU/Linux und Ubuntu an den Anfang gestellt. Das bedeutet aber keinesfalls, dass die Kapitel am Ende dieses Buches für den Einsteiger nicht auch sofort zu verstehen wären – im Gegenteil.

Ausführlicher Index

Es gibt nichts Wichtigeres als das schnelle Auffinden von Informationen – erst recht, wenn man ein umfassendes Buch wie dieses vor sich liegen hat. Ein ausführlicher Index ist also Gold wert. Ich habe daher ein besonderes Augenmerk auf einen vollständigen und aussagekräftigen Index gelegt und hoffe, dass er ein wertvolles Hilfsmittel für Sie sein wird.

Inhalt der beiliegenden DVDs

Diesem Buch liegen zwei DVDs bei. Ich erläutere Ihnen an dieser Stelle, was Sie auf diesen Medien finden und wie Sie das Optimum aus den DVDs herausholen. Wenn Sie denken, dass Sie mit den beiliegenden DVDs lediglich Ubuntu installieren können – so wie Sie es vielleicht von anderen Betriebssystemen gewohnt sind –, so haben Sie weit gefehlt. Auf einer Ubuntu-CD/-DVD ist mehr vorhanden, als es der erste Blick erahnen lässt.

DVD Nr. 1: Ubuntu ohne Gefahr ausprobieren und installieren

Die erste DVD ist eine aktuelle 32-Bit-Installations-DVD von Ubuntu. Prinzipiell können Sie nach dem Einlegen der DVD zwischen zwei Arten der Nutzung wählen:

  • Live
    Wenn Sie die DVD in Ihr DVD-Laufwerk legen und Ihren Rechner von diesem Medium booten lassen, kommen Sie in den Genuss eines sogenannten »Live-Systems«. Das Wort Live bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sie sich das Betriebssystem unter realen Bedingungen auf Ihrem Computer ansehen können, – und jetzt halten Sie sich fest – ohne es installieren zu müssen! Das System läuft als Live-System komplett von der CD/DVD und aus dem Arbeitsspeicher; es wird nichts installiert. Das bedeutet, dass Sie bei Nichtgefallen die DVD wieder aus Ihrem Laufwerk nehmen können und nach einem Neustart Ihr gewohntes System vorfinden. Sie finden mehr Informationen über den Live-Betrieb im Abschnitt »Ubuntu ohne Installation nutzen«.
  • Installation
    Eine schon fast ordinäre Verwendung der DVD besteht darin, dass Sie mit ihr Ubuntu auf Ihrem Computer installieren. Hierbei ist es egal, ob Sie Ihr vorhandenes System während der Installation automatisch löschen oder verkleinern lassen. Die Ubuntu-DVD erledigt beide Aufgaben zuverlässig und installiert sich schnell als alleiniges System oder genügsam parallel zu Windows. Sie finden mehr Informationen über die Installation im Kapitel »Die Installation«.

DVD Nr. 2: Lesestoff und andere Ubuntu-Versionen ausprobieren

Auf der DVD Nr. 2 finden Sie die beiden Ordner

  • Openbook
    In diesem Verzeichnis finden Sie die elektronische Variante des Buchs »Linux, Ausgabe 2011« der Autoren Johannes Plötner und Steffen Wendzel. Hierbei sind die Inhalte des Buchs aus Darstellungsgründen auf viele Dateien aufgeteilt. Sie können dieses Buch am Bildschirm lesen, wenn Sie doppelt auf die Datei index.htm klicken. Sie können sich diesen Ordner auch auf Ihren Computer kopieren und sich hiermit unabhängig von der DVD machen. Klicken Sie hierzu mit der rechten Maustaste auf den Ordner und wählen im Kontextmenü den Punkt Kopieren aus. Nun suchen Sie sich auf Ihrem Computer den gewünschten Ort aus, beispielsweise den Ordner Dokumente, den Sie über die Verknüpfung Orte finden. In dem gewünschten Ordner klicken Sie mit der rechten Maustaste an einer freien Stelle und wählen aus dem Kontextmenü den Punkt Einfügen aus.
  • Abbilder
    In diesem Ordner finden Sie sogenannte »Images«. Dies sind Abbilder von Installation-CDs, die Sie für die folgenden Zwecke nutzen können:
    • Ein solches Abbild können Sie auf CD-Rohlinge brennen und damit für eine Installation verwenden. Kopieren Sie dafür das Abbild auf Ihren Rechner und schlagen Sie im Abschnitt »CDs und DVDs erstellen und brennen« eine Brennanleitung nach.
    • Eine weitere Möglichkeit besteht darin, diese Abbilder als virtuelle Maschinen zu nutzen (siehe beispielsweise Abschnitt »VirtualBox«).

    Im Einzelnen finden Sie folgende Images in diesem Ordner:

    • 64-Bit
      Unter diesen Images finden Sie auch eines einer unveränderten 64-Bit-Installations-CD von Ubuntu. Die Installation der 64-Bit-Version von Ubuntu verläuft analog zu der Vorgehensweise bei einem 32-Bit-System und ist auf den meisten modernen Computern problemlos möglich. Ob sich auf Ihrem Computer der Einsatz einer 64-Bit-Version lohnt und welche Vorteile dies mit sich bringen kann, erfahren Sie im Abschnitt »64-Bit: ja oder nein?«.
    • Server (32-Bit)
      Ubuntu gewinnt auch im Server-Bereich zunehmend an Verbreitung. Im Teil »Server« dreht sich alles um die ebenfalls kostenlose Server-Variante von Ubuntu. Damit Sie gleich Erfahrungen sammeln können, ist ein 32-Bit-Abbild der Ubuntu-LTS-Version 10.04.2 enthalten.
    • Kubuntu (32-Bit)
      Ubuntu wird von Millionen Menschen genutzt und unter anderem von vielen Freiwilligen entwickelt. Bei der großen Anzahl von Nutzern gibt es daher auch viele Wünsche und Bedürfnisse, die das Standard-Ubuntu nicht erfüllen kann. Die erste Variante von Ubuntu, die sich deutlich vom Standard unterschied, war Kubuntu. Inzwischen ist Kubuntu weitverbreitet und eine offizielle Version. Sie erfahren mehr über Kubuntu im Kapitel »Kubuntu«.
    • Xubuntu (32-Bit)
      Eine weitere Ubuntu-Variante ist Xubuntu, dessen Abbild Sie ebenfalls auf der beiliegenden DVD Nr. 2 finden. Xubuntu eignet sich hervorragend für die Installation auf älteren oder sehr leistungsschwachen Rechnern, da das System sehr bescheiden mit der vorhandenen Hardware umgeht.
    • Lubuntu (32-Bit)
      Eine relativ neue Variante, die in sehr kurzer Zeit eine beeindruckende Anzahl von Nutzern gewonnen hat, ist Lubuntu. Da Lubuntu im Herbst 2011 eine offizielle Ubuntu-Variante wird, hat dieses System sich ebenfalls einen Platz auf der DVD verdient.
    • Edubuntu (32-Bit)
      Edubuntu (Educational Ubuntu) ist eine Ubuntu-Variante, die speziell für die Verwendung von Kindern optimiert und ausgestattet wurde. Es sind viele Lernprogramme integriert. Um Ihnen den sehr umfangreichen Download dieser Variante zu ersparen, ist Edubuntu ebenfalls integriert.
    • UbuntuStudio (32-Bit)
      Mit UbuntuStudio haben Sie ein semiprofessionelles Ton- und Videoschnittstudio auf Ihrem Rechner. Sie haben hier einen Echtzeit-Kernel und viele Programme, die für den Hobbygebrauch mehr als ausreichend sind.


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