Galileo Computing < openbook >
Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger
Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger


PC-Netzwerke von Axel Schemberg, Martin Linten
Planen und sicheres Einrichten von LAN und WLAN
Buch : PC-Netzwerke (2. Aufl.)
gp Kapitel 2 Ein vielseitiger Linux-Server
  gp 2.1 Motivation – oder: Warum ausgerechnet Linux?
  gp 2.2 Aufgaben Ihres Netzwerkservers
  gp 2.3 Installation des Basissystems
    gp 2.3.1 Installation von SUSE Linux
    gp 2.3.2 siegfried
  gp 2.4 Erste Schritte mit dem Webmin
    gp 2.4.1 Die Kategorie Webmin
    gp 2.4.2 Die Kategorie System
    gp 2.4.3 Die Kategorie Server
    gp 2.4.4 Die Kategorie Netzwerk
    gp 2.4.5 Die Kategorie Hardware
    gp 2.4.6 Die Kategorie Cluster
    gp 2.4.7 Die Kategorie Sonstiges
  gp 2.5 DHCP-Server
  gp 2.6 Samba als Fileserver
    gp 2.6.1 Linux als Server
    gp 2.6.2 Windows als Client
    gp 2.6.3 Linux als Client
    gp 2.6.4 Windows als Server
  gp 2.7 Drucken im Netzwerk
    gp 2.7.1 Drucker am Server einrichten
    gp 2.7.2 PDF-Drucker einrichten
    gp 2.7.3 Netzwerkdrucker am Client einrichten
  gp 2.8 Mailserver
    gp 2.8.1 Mails mit Postfix verschicken
    gp 2.8.2 Mails mit Postfix empfangen
    gp 2.8.3 Mails mit Postfix über einen Provider verschicken
    gp 2.8.4 Postfächer aus dem Internet holen
    gp 2.8.5 Clients im LAN an den Server anbinden
  gp 2.9 Voicemails mit vbox
    gp 2.9.1 Vbox mit ISDN
    gp 2.9.2 Vbox mit einem analogen Modem
  gp 2.10 Groupwareserver
    gp 2.10.1 Vorbemerkungen
    gp 2.10.2 Installation
    gp 2.10.3 Konfiguration
    gp 2.10.4 PHProjekt benutzen
  gp 2.11 MLDonkey: Tauschbörsentalente
    gp 2.11.1 Tauschbörsen
    gp 2.11.2 MLDonkey einrichten
  gp 2.12 Timeserver
    gp 2.12.1 Zeitservice aufsetzen
    gp 2.12.2 Zeitsynchronisierung beim Systemstart
    gp 2.12.3 Clients an den Zeitserver anbinden
    gp 2.12.4 Andere Zeitdienste als NTP
  gp 2.13 Ein Backupkonzept für den Netzwerkserver
    gp 2.13.1 Wozu Backup?
    gp 2.13.2 Backup
    gp 2.13.3 Restore
    gp 2.13.4 Disaster Recovery


Galileo Computing

2.6 Samba als Fileserver  downtop

Samba ist ein sehr mächtiger Dienst mit vielfältigen Möglichkeiten. Sie können den Client über Samba-Netzwerkfreigaben anbieten oder eine ganze Windows-Domäne mit Samba abbilden. Ich konzentriere mich in diesem Kapitel auf die Eigenschaft von Samba als Dateiserver. In fast allen Fällen müssen sich die Benutzer gegenüber Samba authentifizieren. Das bedeutet, dass Sie dem Samba-Server mittels Benutzernamen und Kennwort glaubhaft machen, eine bestimmte Leistung des Servers in Anspruch nehmen zu dürfen. Dieses kann der Server selbst übernehmen oder aber an eine vertraute Instanz deligieren.

Erste Wahl für die Administration des Samba-Servers wäre eigentlich das Samba Web Administration Tool (SWAT). Aus Gründen der Einheitlichkeit beschränke ich mich aber auf den Webmin. Wenn Sie noch tiefer in das Thema Samba oder SWAT einsteigen möchten, finden Sie auf der Buch-DVD im Verzeichnis /dokumente/linux zusätzliche Dokumentationen. Bei der Konfiguration von Samba auf siegfried ist mir Anpassungsbedarf in der Perl-Bibliothek samba-lib.pl aufgefallen. Bei einem auf Debian basierenden Linux-System könnte der Webmin Probleme mit Samba (z. B. bei der Benutzerkonvertierung) bekommen. In diesem Fall können Sie versuchsweise die Bibliothek durch die Datei, die auf der Buch-DVD im Verzeichnis /software/administration/linux/webmin/perl liegt, ersetzen.

Sie finden auf den folgenden Seiten eine Anleitung, mit der es Ihnen gelingen wird, Ihren Netzwerkserver mit Samba zum Fileserver zu machen und die freigegebenen Verzeichnisse von Clients nutzen zu lassen.


Galileo Computing

2.6.1 Linux als Server  downtop

Im Modul Server • Windows Dateifreigabe erhalten Sie zunächst eine Übersicht über den Samba-Dienst. Vielleicht sind Sie überrascht, dass per default die Heimatverzeichnisse aller Benutzer freigegeben sind (vgl. Abbildung 14.50). Das bedeutet allerdings nicht, dass die Benutzer sich mit dieser Freigabe bereits verbinden können. Es scheitert noch an der Benutzerauthentifizierung. Für einen Benutzer auf Betriebssystemebene existiert nicht automatisch auch ein entsprechender Zugriff auf dessen Heimatverzeichnis über Samba.

Arbeitsgruppe und Domäne

Eventuell betreiben Sie in Ihrem LAN bereits eine Arbeitsgruppe oder Domäne? In diesem Fall empfiehlt es sich, den Namen als Arbeitsgruppe des Moduls Server • Windows Dateifreigabe • Windows Einstellungen einzutragen (vgl. Abbildung 14.49).


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.49   Globale Windows-Einstellungen



Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.50   Überblick über den Samba-Server


Die Seite der Samba-Freigabeverwaltung ist unterteilt in mehrere Bereiche, wie Sie es auch schon von anderen Modulen kennen. Im ersten Teil befinden sich sämtliche Samba-Freigaben. Der zweite Abschnitt beinhaltet die globale Konfiguration von Samba. Im dritten Bereich werden die Samba-Benutzer verwaltet. Ganz unten auf der Seite befinden sich die Schaltflächen Samba Server neu starten und Stop Samba Servers, mit denen der Dienst gestartet und angehalten werden kann. Änderungen der globalen Konfiguration von Samba müssen immer durch einen Neustart des Servers aktiviert werden.

Samba-Benutzer

Die Benutzer des Netzwerkservers können, müssen aber nicht zwangsläufig einen Samba-Zugriff haben. Sie richten zunächst Systembenutzer mit dem Modul System • Benutzer und Gruppen ein. Sollen sich diese Benutzer nicht per telnet oder secure shell (ssh) anmelden dürfen (also reine Samba-Benutzer), kann die Systemanmeldung mit der Einstellung Keine Anmeldung erlaubt verhindert werden. Mit Samba-Mitteln wird auf Wunsch zu einem Systembenutzer ein entsprechender Samba-Benutzer geschaffen. Der Samba-Benutzer erhält durch die Funktionalität Server • Windows-Dateifreigabe • Samba Benutzer und Passwörter bearbeiten ein Samba-Passwort.

Verschlüsselung

Mit einem Klick auf Authentifizierung gelangen Sie zu den Passworteinstellungen (vgl. Abbildung 14.51). Hier müssen Sie entscheiden, ob Samba ein verschlüsseltes Passwortverfahren verwenden soll. Ich empfehle Ihnen, diese Option zu aktivieren und beschreibe das weitere Vorgehen ausführlich. Der Nachteil dieses Sicherheitsgewinns besteht im Wesentlichen darin, dass Sie die Passwörter nach einer Konvertierung der Systembenutzer zu Samba-Benutzern einmal neu vergeben müssen. Windows verwendet die Verschlüsselung der Passwörter ab den Versionen Windows 95b, Windows 98 und Windows NT 4 Service Pack 3.


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.51   Einstellungen für das Samba-Passwort


Sie sollten die Systembenutzer und die Samba-Benutzer möglichst synchron halten. Der Vorteil einer besseren Übersichtlichkeit liegt auf der Hand. Mit einem Klick auf Unix Benutzer zu Samba Benutzern konvertieren werden alle aktuellen Systembenutzer auch als Samba-Benutzer eingerichtet (vgl. Abbildung 14.52). Dabei wird jedoch wegen der gewählten Verschlüsselung das Systempasswort nicht automatisch übernommen.


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.52   Samba-Benutzer aus dem System konvertieren


Sie sollten sich natürlich auch Gedanken um die Sicherheit machen und deshalb beim Passwort für neu erstellte Benutzer die Auswahl Benutzer gesperrt treffen. Wenn nicht, kann sich ein Fremder mit einem ihm bekannten Benutzernamen ohne Passwortabfrage über Samba am System anmelden.

Benutzer aktivieren

Mit einem Klick auf Samba Benutzer und Passwörter bearbeiten könnten Sie einen auf diese Weise konvertierten Benutzer aktivieren und ihm ein Samba-Passwort geben. Wenn Sie ein gemeinsames Passwort für den System- und den Samba-Benutzer vergeben möchten, sollten Sie zunächst die im Folgenden beschriebene Benutzersynchronisation einstellen und danach mit dem Modul System • Benutzer und Gruppen ein einheitliches Passwort für beide vergeben. Der Samba-Benutzer wird durch diesen Schritt aktiviert.

Automatik

Sie sollten den Webmin jetzt so einstellen, dass eine Aktion bei einem Systembenutzer mit dem Modul System • Benutzer und Gruppen automatisch auch eine Änderung des entsprechenden Samba-Benutzers mit sich bringt. Hierzu bedienen Sie sich des Links Automatische Unix und Samba Benutzer Synchronisation konfigurieren (vgl. Abbildung 14.53). Sollten Sie einen Systembenutzer mit dem Webmin anlegen oder vom System entfernen, dann passiert Entsprechendes automatisch mit dem Samba-Benutzer. Falls Sie andere Tools für die Benutzerverwaltung verwenden (z. B. den YaST2 von SUSE), greift dieser Mechanismus nicht.


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.53   Automatischer Abgleich der Benutzer


Heimatverzeichnisse

Jeder Benutzer kann sich nun bereits sein Heimatverzeichnis als Freigabe auf dem Netzwerkserver an seinen Arbeitsplatz holen. Er kann dort Dateien anlegen, modifizieren und löschen. Ich vermute, diese Freigabe wird Ihnen noch nicht genügen. Denn momentan kann ein Benutzer zwar sein Heimatverzeichnis nutzen, wirklich reizvoll wird Samba aber erst bei einer gemeinsamen Zugriffsmöglichkeit von zwei und mehr Benutzern auf eine Freigabe. Wie eine solche Freigabe den Benutzern bereitgestellt wird, möchte ich mit einem kleinen Beispiel veranschaulichen.

Die Benutzer klaus und marie sind bereits Samba-Benutzer und nutzen von ihren Windows-PCs alle Vorzüge der Freigabe ihrer Heimatverzeichnisse. Da die beiden beim Arbeiten gerne Musik hören, möchten sie nun zusätzlich eine Freigabe mit dem Namen mp3 erstellen. Auf diese soll von allen Benutzern im Netzwerk aus lesend zugegriffen werden können. Klaus soll außerdem neue Musikdateien hinzufügen und alte löschen können.

Freigabe erstellen

Die Freigabe wird durch einen Klick auf Neue Dateifreigabe erstellen möglich (vgl. Abbildung 14.54). Sie bestimmen den Freigabenamen und legen das Verzeichnis /daten/musik für die Freigabe fest. Dieses Verzeichnis erstellen Sie z. B. mit dem Modul Sonstiges • Dateimanager. Ein Klick auf das von Windows bekannte Ordnersymbol mit der Unterschrift Neu öffnet ein Fenster, in dem Sie zunächst das Verzeichnis /daten eintragen. Entsprechend legen Sie im Anschluss das Verzeichnis /daten/musik an.


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.54   Verzeichnisse mit Samba freigeben


Die Berechtigungen bei Samba-Freigaben sind eine mögliche Fehlerquelle. An zwei unabhängigen Stellen wird überprüft, ob der Nutzer einer Dateifreigabe Zugriff auf die Daten haben darf. Zunächst entscheidet Samba, welche Rechte ein Benutzer besitzt. Hinzu kommen die Mechanismen des Betriebssystems, die zusätzlich jeden Schreib- und Lesezugriff überwachen. Ich habe mich in meinem Beispiel für eine sehr einfache Konfiguration der Rechte entschieden. Zur Demonstration der Funktionalität ist das ausreichend; für einen professionellen Einsatz würden Sie sich um die Sicherheit sicherlich mehr Gedanken machen müssen.

Systemberechtigungen

Für ein vom Webmin neu angelegtes Verzeichnis wird in der Regel nur der Benutzer root eine Schreibberechtigung haben. Da zumindest Klaus Musikdateien anlegen möchte, benötigt er über Samba im System einen Schreibzugriff für das Verzeichnis. Es gibt mehrere Möglichkeiten, diesen Zugriff zu ermöglichen. Der einfachste und schnellste Weg dürfte sein, allen Systembenutzern Vollzugriff auf das Verzeichnis mit den Musikdateien zu gewähren. Dieses geschieht durch das Kommando chmod a+r+w+x /daten/mp3., das Sie im Modul Sonstiges • Kommandozeile eingeben mit einem Klick auf Führe Befehl aus im System absetzen (vgl. Abbildung 14.55).


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.55   Ein Kommando in der root-Shell ausführen


Wenn der Benutzer klaus neue Verzeichnisse für Musikdateien unterhalb von /daten/musik anlegt, sollten auch diese den Vollzugriff für andere Benutzer erlauben, denen Samba dieses gestattet. Ein Klick auf die neue Freigabe mp3 lässt Sie zunächst die Freigabedetails einsehen. Die Standardvorgaben für über Samba angelegte Dateien und Verzeichnisse sind über den Link Dateiberechtigungen einsehbar (vgl. Abbildung 14.56). Die Auswahl 777 jeweils für den Unix Datei- und Verzeichnismodus gewährt den Vollzugriff auf Systemebene.


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.56   Vorgaben für neue Dateien


Samba-Berechtigungen

Mit dem Link Sicherheit und Zugriffskontrolle richten Sie die gewünschten Zugriffsmöglichkeiten auf die Samba-Freigabe ein (vgl. Abbildung 14.57). Standardmäßig haben alle Benutzer nur Leseberechtigung. Der Benutzer klaus bekommt nun zusätzlich das Schreibrecht. Aus der Auswahl, die bei einem Klick auf die drei Punkte bei Lese-/Schreibberechtigung (Benutzer) erscheint, könnten neben klaus natürlich auch noch andere Benutzer ausgewählt werden. Ebenso hätten Sie an dieser Stelle mit der Option Beschreibbar die Möglichkeit, einen Schreibzugriff für alle Samba-Benutzer zu ermöglichen.


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.57   Sicherheitseinstellungen für die Samba-Freigabe



Galileo Computing

2.6.2 Windows als Client  downtop

Was nützt schon die schönste Samba-Freigabe auf Ihrem Netzwerkserver, wenn sie keiner in Anspruch nimmt? In diesem Abschnitt möchte ich beschreiben, wie Sie Windows-PCs als Samba-Clients an den Netzwerkserver anhängen.

Samba-Version

Es ist möglich, dass Ihr Server eine neuere Samba-Version hat als der Client und andersherum. Das ist grundsätzlich kein Problem. Der Mechanismus funktioniert so: Server und Client verständigen sich auf den größten gemeinsamen Nenner. Meiner Erfahrung nach funktioniert das reibungslos. Selten habe ich Fehler im Zusammenspiel von einem aktuellen Samba mit einer mehrere Jahre älteren Version beobachtet.

einfacher Zugriff

Wenn Sie nur kurz auf die Freigabe zugreifen möchten, geben Sie unter Start • Ausführen... den Freigabenamen in der Form \\<Server-Name>\<Freigabe> an. Sie werden ggf. nach einem gültigen Samba-Benutzernamen und dem dazugehörigen Passwort gefragt. Bei erfolgreicher Authentifizierung öffnet sich ein Fenster, das Sie wie unter Windows gewohnt für den Datenaustausch nutzen können.

Netzlaufwerke

Sie möchten vermutlich häufiger auf die Freigabe des Netzwerkservers zugreifen, aber nicht jedes Mal einen so großen Aufwand treiben. Sie sollten daher ein Netzlaufwerk einrichten. Beim Einbinden des Netzlaufwerkes können Sie bestimmen, ob beim nächsten Start die Verbindung wieder hergestellt werden soll. Um das Ganze nicht zu einfach zu machen, bietet Windows Ihnen diese Funktionalität gleich an drei verschiedenen Stellen an. Sie erhalten die Möglichkeit bei einem Klick mit der rechten Maustaste auf Arbeitsplatz oder auf die Netzwerkumgebung. Wenn Ihnen das noch nicht reicht, können Sie auch im Windows-Explorer unter Extras • Netzlaufwerk verbinden... zum gleichen Ziel gelangen. Ein Netzlaufwerk bekommt genauso wie ein lokales Laufwerk einen Laufwerksbuchstaben, z. B. z:\. Sie können bequem Ihre Dokumente auf das Laufwerk z:\ und damit letztlich auf dem Netzwerkserver speichern.


Galileo Computing

2.6.3 Linux als Client  downtop

Immer häufiger kommt auch zu Hause auf dem Desktop ein Linux-Betriebssystem zum Einsatz. Leistungsstarke Office-Produkte wie OpenOffice.org sind für viele Anwender Anreiz genug, diese Lösung dem lizenzpflichtigen Microsoft Office vorzuziehen. Natürlich sollen alle Textdateien sowohl bei der Arbeit mit Microsoft als auch bei der Arbeit mit einem Linux-PC zur Verfügung stehen. In diesem Fall verwenden Sie Linux als Samba-Client.

Konqueror

Ein sehr mächtiges Linux-Werkzeug kann aus der KDE heraus mit einem Klick auf die Weltkugel gestartet werden: der Konqueror. Er dient sowohl als Webbrowser als auch als Dateisystembrowser. Es hängt lediglich davon ab, was in der Adresszeile des Konqueror eingetragen wird. Mit file:/ erhalten Sie Zugriff auf das Dateisystem, mit http://<URL> können Sie im LAN oder im Internet surfen und mit smb://<Server>/<Freigabe> nutzen Sie den eingebauten Samba-Client (vgl. Abbildung 14.58). Der einzige Nachteil besteht darin, dass die Freigabe nicht als Filesystem eingehängt ist, sondern nur über den Konqueror einsehbar ist. Das Ablegen von OpenOffice-Dokumenten ist also nur über Umwege möglich. Für viele kleinere Anwendungen sollte das allerdings völlig ausreichen.

Samba-Filesystem

Filesysteme einzuhängen – egal ob lokal oder über das Netzwerk – ist unter Linux grundsätzlich Sache des Benutzers root. Falls Sie nicht mit dem vi arbeiten möchten, empfehle ich Ihnen, zuerst den Webmin auf dem Linux-PC zu installieren. Danach können Sie den benötigten Mountpoint mit dem Webmin-Modul Sonstiges • Datei-Manager oder anderenfalls mit dem Kommando mkdir -p <Verzeichnis-Name> leicht erstellen.

Im folgenden Beispiel möchte Marie an ihrem Linux-PC auf die Samba-Freigabe mp3 des Netzwerkservers zugreifen. Dazu muss sie auf ihrem Linux-PC als Benutzer root angemeldet sein. Sie legt zunächst einen Mountpoint an:

mkdir -p /mnt/musik

Im nächsten Schritt hängt sie die Netzwerkfreigabe in ihr lokales Dateisystem ein:

mount -t smbfs -o username=marie,password=<Samba-Passwort> 
//<Server-Name>/mp3 /mnt/musik

Nachdem Marie nun die Daten aus der Freigabe nicht mehr benötigt, hängt sie die Freigabe wieder aus:

umount /mnt/musik

Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.58   Konqueror als Samba-Client


Dieses Verfahren hat zwei wesentliche Nachteile. Es ist kompliziert, und die Linux-Benutzerin marie benötigt regelmäßig Rootrechte. Es geht aber auch anders. Sie geben mithilfe des Webmin-Moduls System • Lokale und Netzwerk-Dateisysteme Marie die Möglichkeit, ohne weitere Hilfe eines Administrators die Samba-Freigabe selbstständig einzuhängen. Dazu wählen Sie Windows Networking Filesystem (smbfs) und klicken auf Füge Mount hinzu. Im nun folgenden Dialog wählen Sie zunächst einen Mountpoint im Heimatverzeichnis der Benutzerin marie, z. B. /home/marie/jazz. Sie wählen Speichern, um einen Eintrag in der Datei /etc/fstab zu erzeugen. Treffen Sie die Auswahl Nicht mounten, denn der Zugriff auf die Freigabe soll später von der Benutzerin marie initiiert werden. Die Informationen Server-Name und Freigabename werden selbstverständlich benötigt. Entscheidend ist die Auswahl der Option Erlaube Nutzern das Mounten des Dateisystems. Damit gewährt root auch anderen Benutzern, genau diesen Mount in seinem Namen auszuführen (vgl. Abbildung 14.59).


Abbildung
Hier klicken, um das Bild zu Vergrößern

Abbildung 2.59   Linux-Clienteinstellungen für Samba


Den automatisch vom Webmin angelegten Mountpoint kann die Benutzerin marie so einfach nicht nutzen. Das Verzeichnis gehört noch dem Benutzer root. Um das Verzeichnis an marie zu verschenken, führt root folgendes Kommando aus:

chown marie:users /home/marie/jazz

Befindet sich die Benutzerin marie nun in ihrem Heimatverzeichnis /home/marie, kann sie auf die Netzwerkfreigabe mp3 mit dem Kommando mount jazz zugreifen. Mit dem Samba-Passwort der Samba-Benutzerin marie authentifiziert sie sich gegenüber dem Netzwerkserver.

mit dem Editor

Jetzt haben Sie mit dem Webmin einem Nicht-root-Benutzer die Möglichkeit geschaffen, auf Samba-Freigaben zuzugreifen. Wenn Sie mit dem vi vertraut sind, können Sie aber auch einfach eine einzelne Zeile an die Datei /etc/fstab anhängen, um dasselbe Ergebnis zu erzielen:

//siegfried/mp3  /home/marie/jazz  smbfs  user,noauto  0  0

Den Editor müssen Sie wegen eines Fehlers im Webmin auch immer dann verwenden, wenn Sie auf dem gleichen Linux-PC dieselbe Samba-Freigabe für zwei unterschiedliche Benutzer in der Datei /etc/fstab einrichten möchten.

Vielleicht fragen Sie sich, warum ich den Mount für die Freigabe mp3 nicht gleich mit der Option Speichern und Mounten beim Bootup ausführen lasse? Um das zu tun, müsste ich einen Anmeldungsnamen und ein Anmeldungskennwort speichern. Dieses möchte ich möglichst umgehen. Das Kennwort würde wie der Name in Klarschrift in der Datei /etc/fstab stehen. Aus diesem Grund sollten Sie abwägen, ob Sie auf den Komfort des Mountens von Samba-Freigaben beim Boot zu verzichten und lieber einmal häufiger das Samba-Passwort eintippen oder nicht.

LinNeighborhood

Wie man das Programm LinNeighborhood als Samba-Client verwendet, habe ich in Kapitel 10.1.4, Zusatzprogramme, beschrieben.


Galileo Computing

2.6.4 Windows als Server  toptop

Eine Beschreibung von Freigaben unter Windows-Betriebssystemen findet sich in Kapitel 11.2.4, Drucker- und Dateifreigaben. Da diese thematisch mit dem Netzwerkserver nur indirekt zu tun haben, soll an dieser Stelle auch ein Verweis auf dieses Kapitel genügen.






 

Einstieg in Linux

Einstieg in
PHP 5

Wie werde ich UNIX-Guru

Linux-/Unix-System-programmierung

Einstieg in Java

Einstieg in XML

Besser PHP programmieren




Copyright © Galileo Press GmbH 2004
Für Ihren privaten Gebrauch dürfen Sie die Online-Version natürlich ausdrucken. Ansonsten unterliegt das <openbook> denselben Bestimmungen, wie die gebundene Ausgabe: Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten einschließlich der Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


[Galileo Computing]

Galileo Press GmbH, Gartenstraße 24, 53229 Bonn, Tel.: 0228.42150.0, Fax 0228.42150.77, info@galileo-press.de