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Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger
Galileo Computing - Professionelle Bücher. Auch für Einsteiger


PC-Netzwerke von Axel Schemberg, Martin Linten
Planen und sicheres Einrichten von LAN und WLAN
Buch : PC-Netzwerke (2. Aufl.)
gp Kapitel 2Ein vielseitiger Linux-Server
  gp 2.1 Motivation – oder: Warum ausgerechnet Linux?
  gp 2.2 Aufgaben Ihres Netzwerkservers
  gp 2.3 Installation des Basissystems
    gp 2.3.1 Installation von SUSE Linux
    gp 2.3.2 siegfried
  gp 2.4 Erste Schritte mit dem Webmin
    gp 2.4.1 Die Kategorie Webmin
    gp 2.4.2 Die Kategorie System
    gp 2.4.3 Die Kategorie Server
    gp 2.4.4 Die Kategorie Netzwerk
    gp 2.4.5 Die Kategorie Hardware
    gp 2.4.6 Die Kategorie Cluster
    gp 2.4.7 Die Kategorie Sonstiges
  gp 2.5 DHCP-Server
  gp 2.6 Samba als Fileserver
    gp 2.6.1 Linux als Server
    gp 2.6.2 Windows als Client
    gp 2.6.3 Linux als Client
    gp 2.6.4 Windows als Server
  gp 2.7 Drucken im Netzwerk
    gp 2.7.1 Drucker am Server einrichten
    gp 2.7.2 PDF-Drucker einrichten
    gp 2.7.3 Netzwerkdrucker am Client einrichten
  gp 2.8 Mailserver
    gp 2.8.1 Mails mit Postfix verschicken
    gp 2.8.2 Mails mit Postfix empfangen
    gp 2.8.3 Mails mit Postfix über einen Provider verschicken
    gp 2.8.4 Postfächer aus dem Internet holen
    gp 2.8.5 Clients im LAN an den Server anbinden
  gp 2.9 Voicemails mit vbox
    gp 2.9.1 Vbox mit ISDN
    gp 2.9.2 Vbox mit einem analogen Modem
    gp 2.9.3 Alternativen
  gp 2.10 Groupwareserver
    gp 2.10.1 Vorbemerkungen
    gp 2.10.2 Installation
    gp 2.10.3 Konfiguration
    gp 2.10.4 PHProjekt benutzen
  gp 2.11 MLDonkey: Tauschbörsentalente
    gp 2.11.1 Tauschbörsen
    gp 2.11.2 MLDonkey einrichten
  gp 2.12 Timeserver
    gp 2.12.1 Zeitservice aufsetzen
    gp 2.12.2 Zeitsynchronisierung beim Systemstart
    gp 2.12.3 Clients an den Zeitserver anbinden
    gp 2.12.4 Andere Zeitdienste als NTP
  gp 2.13 Ein Backupkonzept für den Netzwerkserver
    gp 2.13.1 Wozu Backup?
    gp 2.13.2 Backup
    gp 2.13.3 Restore
    gp 2.13.4 Disaster Recovery


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2.3 Installation des Basissystems  downtop

Bevor Sie mit der Installation loslegen, sollten Sie sich noch kurz Zeit für einige wenige Überlegungen nehmen.

Bootlaufwerk

Ihr Rechner sollte über ein bootfähiges Laufwerk verfügen. Sie benötigen für KNOPPIX und siegfried ein DVD-Laufwerk. Sollten Sie über entsprechenden Hardware nicht verfügen, müssen Sie mithilfe eines CD-Brenners das entprechende Image aus dem Verzeichnis /iso-images der Buch-DVD jeweils auf eine CD brennen. Bei nicht bootfähigen CD-Laufwerken finden Sie Hilfe auf der DVD im Verzeichnis KNOPPIX. Mit dem Programm mkfloppy.bat erzeugen Sie eine Bootdiskette. SUSE braucht ein CD- oder DVD-Laufwerk. Die Hilfe bei nicht bootfähigen CD-Laufwerken finden Sie auf der ersten CD in der Textdatei /boot/LIESMICH. Wenn die Installation von SUSE über das Netzwerk erfolgen soll, reicht ein Diskettenlaufwerk aus.

Festplattenkapazität

Im Wesentlichen muss genügend freier Festplattenplatz vorhanden sein. Ob dieser Platz bereits als Partition organisiert ist oder es sich um freien Speicherbereich am Ende des Datenträgers handelt, ist nicht wichtig. Wie viel Platz tatsächlich benötigt wird, hängt stark von der vorgesehenen Verwendung des Systems ab. Wichtig ist auch, welchen Bustyp Sie verwenden. IDE-Festplatten sind zwar kostengünstig, jedoch für den Dauerbetrieb ungeeignet. Bei einem Einsatz des Servers von deutlich mehr als acht Stunden am Tag sollten Sie auf SCSI-Festplatten setzen (vgl. http://www.tecchannel.de/hardware/964). Diese sind allerdings teurer, und Sie benötigen außerdem einen SCSI-Controller, der im Gegensatz zu einem IDE-Controller gewöhnlich nicht auf dem Motherboard vorhanden ist.

Aufteilung und Verwendung der Festplatten

Sie werden die Festplatte für die Linux-Installation in Partitionen unterteilen müssen. Dieses ist ein entscheidender Schritt, für den Sie sich genügend Zeit nehmen sollten. Andere Entscheidungen – wie z. B. die Softwareauswahl – sind natürlich auch wichtig, doch kann man sie später leichter korrigieren als die Partitionierung. Ich möchte Ihnen zwei anspruchsvolle Möglichkeiten vorstellen. Es handelt sich einerseits um ein RAID und andererseits um den Logical Volume Manager (LVM). Beide kommen ursprünglich aus professionellen Anwendungsbereichen, sind aber mit Linux jetzt sogar in einige Privathaushalte eingezogen. Sowohl der Software-RAID als auch der LVM sind völlig optional. Ich beschreibe Sie nur, weil ich Ihnen den Weg zu einem möglichst ausfallsicheren und performanten Server aufzeigen möchte.

RAID

Sie sollten den vorhandenen Festplattenplatz möglichst effektiv nutzen. Mit einem RAID halten Sie alle Daten gespiegelt auf zwei oder mehreren Festplatten vor und haben so eine höhere Datensicherheit und eventuell auch eine bessere Performance. Ein Hardware-RAID-Controller übernimmt diese Aufgabe. Falls Sie einen solchen nicht besitzen, können Sie diese Vorteile ebenso gut auch mit einem Software-RAID nutzen. Sie binden dazu Partitionen zu Mirror Devices. Es existieren verschiedene RAID-Techniken. Am gebräuchlichsten sind RAID0, RAID1 und RAID5. RAID0 (Striping) verteilt die Datenblöcke (Chunks) auf zwei Festplatten. Dadurch hat man keinerlei Fehlertoleranz. RAID1 (Mirroring) bedeutet, dass alle Datenblöcke gespiegelt in mindestens zwei Partitionen vorgehalten werden. RAID5 ist vereinfacht dargestellt der Versuch, die Geschwindigkeitsvorteile von RAID0 und die Sicherheit von RAID1 zu vereinen. RAID5 benötigt mindestens drei Partitionen auf verschiedenen Festplatten und ist schwer zu administrieren. Ich beschränke mich in diesem Buch auf das RAID1. Den Zustand des RAIDs können Sie mit dem Webmin oder dem Kommando cat /proc/mdstat jederzeit überprüfen.

Ein RAID ist erst ab zwei Festplatten sinnvoll. Spiegeln Sie zwei Partitionen auf einer Festplatte, haben Sie nicht nur keinen Gewinn, Sie verlieren sogar Performance, und wegen doppelter Schreibzugriffe verkürzt sich die Lebensdauer Ihrer Festplatte. Mit einer Festplatte können Sie aber trotzdem den Logical Volume Manager nutzen.

LVM

Sie haben außerdem die Möglichkeit, Ihre Partitionen oder Mirror Devices mit dem LVM flexibler zu verwalten. Der LVM wurde nach dem Vorbild des Logical Volume Managers von Hewlett Packard’s HP-UX entwickelt. Er stellt eine Volume Group (VG) als Speicherplatzpool zur Verfügung, aus der nach Belieben Logical Volumes (Lvols) geschnitten werden können. Die Logical Volumes ersetzen aus Sicht des Filesystems die Partition. Sie können diese logischen Bereiche im laufenden Betrieb vergrößern und verkleinern. Wenn Sie dann noch ein entsprechendes Dateisystem einsetzen, können Sie ohne großen Aufwand einen zu klein gewordenen Datenbereich anpassen. Aber auch und gerade dann gilt: Niemals ohne Backup arbeiten!

Hauptspeicher und Prozessor

Mir ist völlig klar, dass Sie sich nicht extra einen Computer für den Netzwerkserver anschaffen werden. Allerdings dürfen Prozessor und Hauptspeicher auch nicht zu klein gewählt werden. Ich empfehle für den Netzwerkserver einen Pentium mit mindestens 64 MByte Hauptspeicher. Sollten Sie auf den Luxus einer grafischen Konsole nicht verzichten wollen, sollten es mindestens 128 MByte sein. Ich persönlich nutze zu Hause noch einen Pentium mit 90 Mz und 32 MByte Hauptspeicher als Fileserver. Das Tower-Gehäuse dient nebenbei als eine Sammelstelle für alte Festplatten. Bei der Installation von SUSE Linux auf diesem System waren enorme Anstrengungen nötig, da die Installation mit so wenig Hauptspeicher nur über Umwege zu schaffen ist. Und der Aufruf des YaST2-Moduls für das Softwaremanagement erinnert mich dann an meinen Wahlspruch: In der Ruhe liegt die Kraft!

Anforderungen

Es macht selbstverständlich einen Unterschied, ob Sie nur Ihre mp3-Musikdateien oder aber sensible Daten vieler Kollegen aus Ihrem Büro auf dem Server ablegen wollen. Abhängig von Aufgaben des Servers und Ihren persönlichen Ansprüchen an die Verfügbarkeit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit müssen Sie sich mehr oder weniger Gedanken zu folgenden Fragen machen:

gp  Wie hoch sind meine Ansprüche und die Ansprüche der anderen Nutzer an die Performance und die Kapazität eines Fileservers? Wo könnte ein Engpass entstehen? Lohnt sich eventuell eine Investition in SCSI-Festplatten und eine schnellere Netzwerkinfrastruktur oder reicht meine alte Hardware?
gp  Was passiert und wie gehe ich vor, wenn der Server aufgrund eines Hardwaredefekts ausfällt?
gp  Wie hoch darf die Ausfallzeit maximal sein und wer kümmert sich, wenn ich nicht da bin, um die Behebung des Fehlers?
gp  Reicht mir eine Wiederherstellung der Daten aus einem Backup bei einem Plattenausfall oder lohnt es sich, die Daten mittels teurem Hardwareraid oder günstigerem Softwareraid auf zwei Festplatten gespiegelt vorzuhalten?
gp  Ist der physikalische Standort des Servers gut gewählt?

entweder ...

Sollten Sie einen sehr professionellen Server aufbauen wollen, dann empfehle ich Ihnen, SUSE Linux und nicht siegfried einzusetzen. Die Möglichkeiten, mit dem YaST2 schon bei der Installation tief in das Betriebssystem einzugreifen und die Rootpartition zu spiegeln oder den LVM zu verwenden, sind bei siegfried nicht gegeben. Sie erhalten dann ein von Grund auf selbst konzipiertes System.

... oder

Dafür ist siegfried auf der Buch-DVD bereits von mir etwas vorkonfiguriert, und Sie brauchen sich um die Installation und primäre Konfiguration verschiedener Softwarepakete wie dem Webmin nicht zu kümmern. Software-RAID und Logical Volume Manager können Sie für den Datenbereich auch nutzen und bequem mit dem Webmin administrieren. Die Installation ist allerdings nicht so sauber wie die von SUSE Linux. Über den »Umweg« des ISO-Filesystems auf der CD sind einige Feinheiten, zum Beispiel auf der Ebene der Dateiberechtigungen, verloren gegangen. Für einen privaten Netzwerkserver zu Hause sollte das allerdings nicht von Belang sein.

Partitionsnamen

Die von Windows bekannten Laufwerksbuchstaben gibt es unter Linux nicht. Sämtliche Hardwarekomponenten sind über Gerätedateien ansprechbar. Diese geben an, über welchen Controller und welche Festplatte die einzelne Partition erreichbar ist. Die Namen der IDE-Festplatten und Laufwerke beginnen mit hd, die der SCSI-Festplatten gewöhnlich mit sd. Danach folgt ein kleiner Buchstabe, der fortlaufend vergeben wird und bei IDE-Systemen den Master /dev/hda und den Slave /dev/hdb am primären IDE-Bus sowie den Master /dev/hdc und den Slave /dev/hdd am sekundären IDE-Bus beschreibt. Am Schluss steht die Partitionsnummer, wobei für primäre Partitionen und die erweiterte Partition die 1 bis 4, für logische Laufwerke Zahlen ab 5 vergeben werden.

Linux erkennt auch Windows-Partitionen. Es ist ohne großen Aufwand möglich, Festplatten mit Daten in einer NTFS- oder FAT16/32-formatierten Partition in einem Linux-System ohne neue Formatierung in das Dateisystem zu integrieren und die Daten so zu übernehmen. Der LILO (Linux Loader) kann auf Wunsch auch ein bereits installiertes Windows Betriebssystem starten.

Möchten Sie einzelne bestehende Partitionen oder ganze Festplatten unversehrt in Ihr neues System übernehmen, seien Sie besonders achtsam! Machen Sie unter allen Umständen vorher eine Datensicherung!

Mountpoint

Sie entscheiden, wo neue oder bereits vorhandene Filesysteme ins Dateisystem eingehängt (gemountet) werden. Dabei gehen Sie immer von einer Wurzel (engl. root) im Dateisystem aus, die durch ein / symbolisiert wird.

Swap

Neben den einzelnen Filesystemen für das Betriebssystem oder für Ihre eigenen Daten müssen Sie außerdem ein Swap-Filesystem einrichten. Diesen Platz nutzt Linux, um bei Bedarf Speicherseiten auszulagern. Windows-Betriebssysteme bedienen sich dafür der Auslagerungsdatei.

Aufteilung

Eine Serverkonfiguration umfasst regelmäßig mehrere Partitionen. Die richtige Größe der Partitionen hängt von vielen Faktoren ab. Eine mögliche Partitionierung für eine 20 GByte große Festplatte zeigt die folgende Tabelle:


Tabelle 2.1   Mögliche Verteilung der Filesysteme auf einer Festplatte

Mountpoint Größe Verwendung
/boot 20 MByte Kernel und wichtige Dateien für den Bootvorgang
swap 2 GByte Filesystem zum Auslagern von Speicherseiten
/ 4 GByte Betriebssystem und Programme
/var 2 GByte Druckerwarteschlangen, Protokolldateien. E-Mails, VBox-Nachrichten u. v. m.
/tmp 0,5 GByte vorübergehend verwendete Dateien
/home 11,5 GByte Heimatverzeichnisse der Benutzer

Hardwareunterstützung

Linux unterstützt einen riesigen Hardwarezoo. Es gibt Linux-Derivate für Ihren Handheld (http://familiar.handhelds.org/) genauso wie für Computer mit einem PA-RISC Prozessor von Hewlett Packard (http://www.parisc-linux.org/). Dennoch ist es nicht ganz auszuschließen, dass einige Hardwarekomponenten im Zusammenspiel mit Linux schlicht nicht funktionieren oder nicht ihre volle Leistung entfalten. Dies kann insbesondere auf sehr neue Komponenten zutreffen. Achten Sie also bereits bei der Anschaffung darauf, ob die jeweilige Hardware unterstützt wird. Dabei können Testberichte aus Computerzeitschriften und die Suchmaschine im Internet eine wichtige Informationsquelle sein.

SUSE

SUSE bietet auf der Internetseite http://hardwaredb.suse.de eine Hardwaredatenbank an. Sollte Ihre Komponente dort nicht vertreten sein, könnte Sie trotzdem unterstützt werden. Eine Auflistung in der Hardwaredatenbank gibt lediglich einen Hinweis darauf, ob der Betrieb der Hardware mit SUSE Linux getestet wurde.

KNOPPIX – und damit auch der Ableger siegfried – haben beim Booten von der CD/DVD ein völlig anderes Bootkonzept als SUSE Linux. KNOPPIX erkennt während der Bootphase die Hardware automatisch und holt die entsprechenden Treiber in den Speicher. Ist Ihr RAID-Controller nicht dabei, haben Sie Pech gehabt. Sie können durch Booten von der DVD jederzeit gefahrlos ausprobieren, ob und wie siegfried mit Ihrer Hardware zurechtkommt. Hilfe und Ansprechpartner findet man im Internet auf den Seiten http://www.linuxtag.org/forum und http://www.knoppix.net Stellen Sie aber bitte nur dann Fragen an die Foren, wenn KNOPPIX Ihre Hardware nicht erkennt. Sollte die Hardware nur mit siegfried ein Problem haben (und mit KNOPPIX nicht), ist natürlich das Buchforum diesem Buch auf der Seite http://www.galileo-computing.de der richtige Platz, um Probleme loszuwerden.

Logbuch

Es ist manchmal schwierig für Dritte zu erkennen, wie man selbst ein System eingerichtet hat. Im Idealfall läuft Ihr Netzwerkserver auch längere Zeit ohne Eingriffe von außen. Wenn Sie nach einiger Zeit dann einen Fehler beheben müssen, können Sie sich bestimmt nicht mehr genau daran erinnern, wie Sie das System usprünglich eingerichtet haben.


In jedem Fall sollten Sie die von Ihnen ausgeführten Konfigurationsschritte möglichst genau dokumentieren. So können Sie später beispielsweise die Partitionierung der Festplatten und die Konfiguration der einzelnen Hardwarekomponenten leicht nachvollziehen.


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2.3.1 Installation von SUSE Linux  downtop

Jeder, der früher einmal ein SUSE-Linux-Betriebssystem mit dem YaST1 aufgespielt hat, wird mir zustimmen, dass die Installation mit dem YaST2 erheblich benutzerfreundlicher geworden ist.

Durch Booten von der ersten CD oder DVD gelangen Sie in das Installationsmenü (vgl. Abbildung 14.2).


Abbildung
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Abbildung 2.2   Installationsmenü von SUSE Linux


Sie benötigen den Menüpunkt Manual Installation nur dann, wenn Sie ein Kernelmodul (Treiber) für einen SCSI-Controller oder andere für die Installation benötigte Hardware laden müssen. Mit Auswahl von Installation hingegen geht es direkt los.

Sprachauswahl

Die erste Frage, mit der sich der YaST2 an Sie wendet, ist die Frage nach Ihrer Muttersprache. Diese wird dann zugleich die Sprache für die weitere Installation. Außerdem orientieren sich später viele grafische Anwendungen wie die Benutzeroberfläche KDE daran, was Sie hier auswählen.

Tastatur
und Maus

Ihre Maus und ihre Tastatur werden im Normalfall erkannt. Es kann aber passieren, dass die Maus falsch oder gar nicht erkannt wird und manuell konfiguriert werden muss. Sie müssen dann vorerst mit (ÿ__) innerhalb des YaST2 navigieren.

Sie erhalten eine Übersicht mit Vorschlägen des YaST2 betreffend der Konfiguration von Tastatur, Maus, Partitionierung, Software, Systemstart und Zeitzone. Im Prinzip könnten Sie die Vorschläge einfach akzeptieren und den YaST2 die restliche Arbeit machen lassen. Wenn Sie die Vorschläge optimieren möchten, dann sollten Sie auf Ändern klicken und ein Themenfeld wählen (vgl. Abbildung 14.3).

Partitionierung

Partitionieren heißt, den freien Festplattenplatz oder bereits bestehende Partitionen in einzelne Linux-Partitionen aufzuteilen oder umzuwandeln. Den gut gemeinten Vorschlag des YaST2 werden Sie Ihren eigenen Vorstellungen anpassen wollen. Sie dürfen sich dabei ruhig einmal verklicken, da zunächst noch keine Ihrer Änderungen auf die Festplatte geschrieben wird. Seien Sie trotzdem vorsichtig und nehmen Sie sich Zeit! Bei einem versehentlichen Überschreiben der Partitionstabelle einer Festplatte können Daten verloren gehen.


Abbildung
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Abbildung 2.3   Konfiguration der Installation mit dem YaST2


Software-RAID und Logical Volume Manager

An dieser Stelle können Sie ein Software RAID einrichten, wenn Sie über mehr als eine Festplatte in Ihrem Server verfügen und Ihre Daten nicht von der Gesundheit einer einzelnen Festplatte abhängig machen wollen. Das Einrichten von Mirror Devices und der Umgang mit dem LVM erfordert selbst bei Verwendung des YaST2 etwas Übung. Wenn Sie schon erfahren im Umgang mit Betriebssystemen sind, finden Sie sich bestimmt schnell zurecht. Ich verzichte bewusst auf eine detaillierte Beschreibung, da zum Paket von SUSE Professional 9.0 ein Handbuch gehört, in dem Sie auf den Seiten 25 ff. genauere Informationen finden. Nach der Installation bieten sowohl YaST2 als auch Webmin einen guten Überblick über die RAID-Konfiguration und das Volume-Management (vgl. Abschnitt 14.4.5, Die Kategorie Hardware). In diesem Buch möchte ich das Einrichten nur anhand von zwei Beispielen erläutern.

Filesysteme

Die verwendbaren Filesysteme sind überaus zahlreich. Unter anderem bietet YaST2 neben dem bewährten ext2-Filesystem auch neuere wie zum Beispiel xfs. Ich benutze meistens ext2 in der /boot-Partition und empfehle reiserfs oder xfs für alle anderen Partitionen. Auf den Seiten 560 ff. im SUSE-Linux-Administrationshandbuch sind die wichtigsten Dateisysteme unter Linux beschrieben. Auch wenn Sie jetzt vielleicht enttäuscht sind, kann ich Ihnen keinen Vorschlag für eine immer gute Partitionierung und ein besonders gutes Filesystem machen, da das stark von Ihrer Hardware und den Anforderungen an den Server abhängt. Allerdings steht außer Frage, dass Sie ein etwa 20 MByte großes /boot- und ein ausreichend großes Swap-Filesystem einrichten sollten. Früher hat man sich bei der Größe des Swap-Filesystems in etwa an der doppelten Größe des Hauptspeichers orientiert. Das ist nicht immer richtig, reicht aber für unseren Netzwerkserver als Daumenwert aus. Mindestens sollten Sie dem System 512 MByte gönnen. Im Zweifel können Sie sich auch am Vorschlag des YaST2 orientieren. Mit vier GByte für die Rootpartition sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite. Dann richten Sie mindestens ein großes Filesystem für Daten ein, wenn der Server als Dateiserver dienen soll. Hier können Sie das Dateisystem /home verwenden, das die Heimatverzeichnisse der Benutzer beinhaltet. Ich persönlich lege bei meinen Systemen Wert darauf, daß die Dateisysteme /var und /tmp wegen relativ häufiger Schreibzugriffe verschiedenster Prozesse des Betriebssystems ebenfalls existieren. Dabei sollten Sie an das Druckerspooling denken, wenn Sie den Server zum Druckserver machen wollen. Die zu druckenden Dateien werden vom Druckerspooler im /var-Filesystem zwischengespeichert. Ein einzelner Druckauftrag kann leicht 100 MByte groß werden. Auch die PDF-Dateien des PDF-Druckers (Kapitel 14.7, Drucken im Netzwerk) landen wie die Nachrichten des Anrufbeantworters (Kapitel 14.9, Voicemails mit vbox) im /var-Filesystem.

Beispiel für Einsteiger

Sie haben eine IDE-Fesplatte (18 GByte groß) und möchten ein Filesystem für einen Fileserver zu Hause anlegen. Die Vorschläge des YaST2 möchten Sie weitestgehend übernehmen und nach Ihren eigenen Vorstellungen leicht ergänzen.

Sie klicken auf Partitionierung • Den Vorschlag für die Partitionierung abändern. In der Übersicht wird Ihnen auffallen, dass der Vorschlag von SUSE auf eine separate /boot-Partition verzichtet. Das ist meiner Meinung nach nicht ideal, aber auch nicht tragisch. Der gesamte Festplattenplatz ist mit einer Root- und einer Swappartition belegt. Wenn Sie also einzelne andere Partitionen anlegen möchten, dann müssen Sie zunächst diese Partition verkleinern. Dazu markieren Sie die durch den Mountpoint / erkennbare Partition und klicken auf Bearbeiten. Unter der Überschrift Größe tragen Sie im Feld Ende die Größe der Rootpartition ein, z. B. +4G für eine vier GByte große Rootpartition. Für weitere Partitionen sollten Sie nun zunächst eine erweiterte Partition anlegen. Das ist empfehlenswert, da die Anzahl der primären Partitionen auf einer Festplatte begrenzt ist. Dazu klicken Sie auf Anlegen • Erweiterte Partition und bestätigen danach zweimal mit OK. In der erweiterten Partition legen Sie nun die logischen Partitionen für das /var-Filesystem, das /temp-Filesystem und das /home-Filesystem an. Das können Sie jeweils durch einen Klick auf Anlegen erreichen. Zunächst wählen Sie den Mountpoint /var aus der Liste und tragen die gewünschte Größe der Partition ein, z. B. +2G. Danach klicken Sie auf OK. Bei der /tmp-Partition ist als Besonderheit zu beachten, dass Sie den Eintrag /tmp nicht aus der Liste der Mountpoints auswählen können. Sie müssen den Mountpoint von Hand eintragen. Als Größe können Sie z. B. +512MB eintragen. Die Partition für das /home-Filesystem erstellen Sie entsprechend. Wenn Sie den Eintrag für die Größe dieser als vorerst letzten angelegten Partition nicht verändern, wird automatisch der restliche noch freie Plattenplatz belegt.

Beispiel für Profis

Sie haben zwei SCSI-Festplatten (je 18 GByte groß) und möchten ein Filesystem für einen Fileserver in Ihrer Firma anlegen. Damit Sie keinen Ärger mit dem Chef bekommen, wollen Sie die Daten spiegeln. Und um für die stetig wachsende Datenmenge gewappnet zu sein, werden Sie den Logical Volume Manager einsetzen. Jeder der fünf Kollegen und Nutzer des Fileservers soll etwa zwei GByte Platz in seinem Heimatverzeichnis nutzen können.

Partitionierung für RAID1 und LVM

Sie klicken auf Partitionierung • Partitionen nach eigenen Vorstellungen anlegen • Weiter • Erweiterte Einstellungen • Manuelle Aufteilung (Partitionierung) • Weiter. Sie gelangen zu einer Übersicht Ihrer beiden Festplatten. Da Sie die beiden Festplatten komplett für Linux nutzen wollen, markieren Sie jeweils die Festplatten /dev/sda und /dev/sdb und benutzen dann die Schaltfläche Löschen, um sämtliche Einträge in den Partitionstabellen zu entfernen. Dann klicken Sie auf Anlegen • /dev/sda • OK • Primäre Partition • OK. Sie ändern das Dateisystem dieser Partition auf ext2 und tragen im Feld Ende +20M ein, um eine zwanzig MByte große Partition zu erstellen. Als Mountpoint wählen Sie /boot. Dann bestätigen Sie mit OK und legen nach diesem Vorbild eine Partition gleicher Größe auf der Festplatte /dev/sdb an. Sie entscheiden sich bei dieser Partition allerdings für Nicht formatieren und löschen außerdem den Mountpoint. Auf diese Art haben Sie eine Backup-Partition für Ihre /boot-Partition erstellt. Das Spiegeln der /boot-Partition ist genauso wie die Integration in den Logical Volume Manager mit dem YaST2 nicht möglich. Im nächsten Schritt partitionieren Sie den restlichen Plattenplatz, indem Sie zwei Partitionen für das Software-RAID anlegen. Dazu klicken Sie auf Anlegen • /dev/sda • OK • Primäre Partition • OK • Nicht formatieren. In der Auswahl Dateisystem-ID nehmen Sie 0xFD Linux RAID. Die gleiche Prozedur wiederholen Sie mit der anderen Festplatte. Alle notwendigen physikalischen Partitionen sind damit bereits angelegt.

RAID1

Die Partitionen werden nun zu einem logischen Mirror Device verbunden. Dazu klicken Sie auf Raid • Raid anlegen • Raid 1 • Weiter und fügen die Partitionen /dev/sda2 und /dev/sdb2 zu Ihrem RAID-Verbund hinzu. In der nächsten Maske klicken Sie wieder Nicht formatieren. Andere Einstellungen sollten Sie nur ändern, wenn Sie genau wissen, was Sie tun. Mit OK bestätigen Sie und gelangen zurück zur Übersicht. Der Spiegel ist damit fertig.

LVM

Dieses Mirror Device soll nun dem LVM übergeben werden. Durch einen Klick auf LVM gelangen Sie in die Konfiguration des Logical Volume Managers. Sie geben Ihrer Volume-Gruppe einen Namen und fügen zu ihr das Mirror Device /dev/md0 hinzu. Mit einem Klick auf Weiter • Hinzufügen erreichen Sie den Ort, an dem Sie zuerst ein Logical Volume für das Swap-Filesystem einrichten (vgl. Abbildung 14.4). Sie taufen das Logical Volume z. B. auf den Namen lvolswap, wählen als Dateisystem Swap aus und klicken auf OK. Das nächste Logical Volume ist für die Rootpartition – Sie ahnen es bereits: Der Name lautet lvolroot. Der Mountpoint des vier GByte großen Root-Filesystems ist /. Die vom YaST2 getroffene Vorauswahl für reiserfs als Filesystem ist in Ordnung. Auf gleiche Weise legen Sie dann noch die anderen Logical Volumes an (512 MByte für /var, 256 MByte für /tmp). Das Logical Volume für die Daten der Benutzer /home sollten Sie sich für den Schluss aufbewahren. Sie müssen dann nicht rechnen, sondern können einfach auf max klicken, um sämtlichen verbliebenen Platz in der Volume-Gruppe zu belegen.


Abbildung
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Abbildung 2.4   Logical Volume Management mit dem Yast2


Bei Bedarf können Sie später weitere Festplatten einbauen, sie partitionieren, spiegeln und die Volume-Gruppe dann mit dem Webmin um ein weiteres Mirror Device erweitern (vgl. Kapitel 14.4.5, Die Kategorie Hardware).

Software

Sie können jetzt oder später die Software anpassen, die YaST2 installieren soll. Falls Sie es gleich jetzt erledigen wollen, wählen Sie bitte zusätzlich zur Standardsoftware über einen Klick auf Software • Standard-System • Erweiterte Auswahl... • Filter • Selektionen die folgenden Punkte aus:

gp  einfacher Webserver
gp  Netzwerk/Server
gp  C/C++ Compiler und -Werkzeuge

Über die Suchfunktion Filter • Suche (vgl. Abbildung 14.5) finden Sie nun noch die folgenden zusätzlichen Pakete und wählen sie aus:

gp  dhcp-client
gp  courier-imap
gp  mgetty
gp  mldonkey
gp  kmldonkey
gp  sox
gp  glame
gp  metamail

Auf die gleiche Art und Weise wählen Sie nun noch Pakete ab, die mit anderen in Konflikt stehen:

gp  imap
gp  imap-lib
gp  Nach einem Klick auf Akzeptieren werden Sie vom YaST2 über eventuelle automatische Anpassungen der Softwareauswahl informiert.

Abbildung
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Abbildung 2.5   Paketsuche mit dem YaST2

Systemstart

Beim Punkt Systemstart kann der Bootloader eingerichtet werden. Der YaST2 schlägt im Allgemeinen vor, den Bootloader GRUB in den Master Boot Record (MBR) der ersten Festplatte zu schreiben. Der GRUB ist im Vergleich zum LILO (Linux Loader) mächtiger und bietet beim Booten noch mehr Eingriffsmöglichkeiten. Nur wenn Sie – aus welchem Grund auch immer – mehrere Betriebssysteme auf dem Rechner installiert haben, sollten Sie GRUB oder LILO zunächst nicht in den MBR sondern auf Diskette /dev/fd0 schreiben. Wenn Sie den Bootvorgang dann getestet haben, können Sie den GRUB bzw. LILO mit dem Webmin in den MBR kopieren (vgl. Kapitel 14.4.5, Die Kategorie Hardware).

Zeitzone

Sollte die automatische Einstellung der Zeitzone falsch sein, wählen Sie einfach eine andere aus. Eine nicht korrekte Zeitzone ist kein Beinbruch, sie kann später leicht korrigiert werden. Nach diesen ganzen Schritten kann nun der Installationsvorgang angestoßen werden.

Installation starten

Nachdem alle Einstellungen Ihren Vorstellungen entsprechen, klicken Sie einfach auf Weiter. Bevor Sie jedoch die nun folgende Frage beantworten, sollten Sie kurz in sich gehen. Die grün unterlegte Warnung ist der letztmögliche Zeitpunkt, die Installation ohne weitere Auswirkungen zu verlassen. Erst wenn Sie diese übergehen, beginnt die Installation. Sie können jetzt in Ruhe einen Kaffee trinken oder dabei zusehen, wie der YaST2 die ihm aufgetragene Arbeit ausführt.

Während der Installation wird das System einmal durchgestartet, und YaST2 bittet Sie kurz darauf, Benutzer anzulegen und eventuell vorhandene weitere Hardwarekomponenten zu konfigurieren.

Benutzer und Passwörter

Zunächst wird ein Passwort für den Benutzer root vergeben. Dieser ist der Adminstrator des Betriebssystems und verfügt über alle Rechte. Außerdem muss noch ein normaler Benutzer angelegt werden. Mit diesem sollten Sie vorsichtshalber immer arbeiten, wenn Sie nicht gerade Änderungen am System vornehmen wollen.

weitere Hardwarekomponenten

An dieser Stelle erledigen Sie unter anderem die Netzwerkkonfiguration Ihres Servers (vgl. Abbildung 14.6). Die genaue Handhabung des YaST2 bei der Einrichtung der Netzwerkadapter wird in Kapitel 9.3, Linux einrichten, beschrieben.

Sie können an dieser Stelle auch bestimmen, ob automatisch während des Bootvorganges ein VNC-Server gestartet werden soll. Mehr zu VNC erfahren Sie in Kapitel 10.3.3, Virtual Network Computing VNC.


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Abbildung 2.6   Das Netzwerk wird erstmalig eingerichtet.


Vorsicht, Falle

Achten Sie unbedingt darauf, dass externe Geräte eingeschaltet sind!

Internetverbindung

Den nun folgenden Test der Internetverbindung können Sie entweder ablehnen oder durchführen lassen (vgl. Abbildung 14.7). Wenn Sie akzeptieren und alles richtig konfiguriert ist, lädt der YaST2 Softwareupdates aus dem Internet und installiert diese auf Ihrem System. Das Online-Update des YaST2 hat meiner Erfahrung nach aber auch ein paar Macken: In seltenen Fällen kann es mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.


Abbildung
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Abbildung 2.7   Die Online-Update-Funktion des YaST2


Benutzerauthentifizierung

Danach bestimmen Sie die Methode der Benutzerauthentifizierung. Wenn Sie nicht über einen NIS-, NIS+- oder LDAP-Server verfügen – und davon gehe ich aus – wählen Sie den Einzelplatzrechner (vgl. Abbildung 14.8).


Abbildung
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Abbildung 2.8   Wahl des Authentifizierungsverfahrens


Im letzten von mir dokumentierten Schritt werden Sie gebeten, die Daten eines »normalen« Benutzers einzugeben (vgl. Abbildung 14.9). Mit diesem Benutzer können Sie sich später erstmalig am System anmelden. Die Option Automatische Anmeldung sollten Sie unbedingt deaktivieren. Sie können dafür die Option Systemmail empfangen aktivieren. In diesem Fall empfangen Sie E-Mails vom Betriebssystem, die ansonsten im Postfach des Benutzers root eventuell über einen längeren Zeitraum nicht gelesen würden.


Glückwunsch! Sie haben die SUSE-Linux-Installation überstanden!

Webmin

Jetzt installieren Sie den Webmin. Sie finden den Webmin in der Version 1.130 für SUSE Linux auf der Buch-DVD im Verzeichnis /software/administration/linux/webmin. Für die Installation kopieren Sie den Webmin zunächst ins Verzeichnis /tmp. Danach können Sie mit dem Kommando (Achtung, großes »U«!) rpm -U /tmp/webmin-1.130-1.noarch.rpm den Webmin installieren. Von jedem PC im LAN können Sie nun über die URL http://<NetzwerkserverIP>:10000 auf den Netzwerkserver zugreifen.


Abbildung
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Abbildung 2.9   Ein erster Benutzer wird angelegt.


Der Webmin merkt sich bei seiner Installation das Passwort des Benutzers root zu diesem Zeitpunkt. Eine Änderung des Passwortes für den Linux-Benutzer root hat keinen Einfluss auf das Passwort des Webmin-Benutzers root.

SSL

Wenn Sie mit SSL-Verschlüsselung arbeiten möchten, finden Sie unter http://www.webmin.com/ssl.html Informationen dazu, welche Schritte nötig sind.


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2.3.2 siegfrietoptop

Bei der Installation von siegfried auf der Festplatte werden Sie große Unterschiede zu der Installation von SUSE Linux feststellen. Das liegt daran, dass KNOPPIX/siegfried nicht im klassischen Sinne installiert, sondern eher ausgepackt und kopiert wird. Das tut der Qualität des Systems allerdings keinen Abbruch. Das Herzstück von KNOPPIX ist eine gute Hardwareerkennung. Damit kann KNOPPIX während des Bootens von der Buch-DVD die vorhandene Hardware scannen und lädt in Abhängigkeit davon die entsprechenden Kernelmodule. Nach der Installation auf die Festplatte verzichtet KNOPPIX/siegfried auf diesen umständlichen Weg. Die für den Bootvorgang notwendigen Dateien, insbesondere die boot loader initialized RAM disk (/boot/initrd), in der für den Bootvorgang wichtige Kernelmodule und Programme liegen, werden beim Installieren passend erzeugt.

Software

Die bei KNOPPIX 3.3 bereits enthaltene Software ist sehr umfangreich. Ich habe für siegfried noch folgende Softwarepakete hinzugefügt:

gp  webmin
gp  cups-pdf
gp  phprojekt
gp  phpsysinfo
gp  ntop
gp  courier-imap
gp  mgetty
gp  mgetty-voice
gp  postfix
gp  postfix-tls
gp  libsasl-modules
gp  libsasl2-modules
gp  sasl-bin
gp  sasl2-bin
gp  ntp-simple
gp  iputils-tracepath
gp  vnc-java
gp  netio
gp  metamail
gp  lame
gp  mldonkey-gui
gp  mldonkey-server
gp  gnudip
gp  vlc

Das Paket OpenOffice habe ich entfernt, um mehr Platz für siegfried zu bekommen. siegfried sollte wie KNOPPIX komplett auf eine CD passen.

Legen Sie einfach die Buch-DVD in Ihr Laufwerk und booten Sie von der DVD. Nach einiger Zeit sehen Sie den Bootprompt boot:.

Sie erhalten mit den Funktionstasten (F2) und (F3) Hilfe zum Booten von KNOPPIX oder siegfried. Mit der Eingabe von siegfried bootet siegfried automatisch, und Sie sehen nach dem Bootvorgang eine grafische Oberfläche, wie Sie sie ähnlich auch von anderen Betriebssystemen kennen (vgl. Abbildung 14.10).


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Abbildung 2.10   Die KDE unter siegfried


kein DVD-Laufwerk?

Auf der Buch-DVD liegen im Verzeichnis /iso-images die Dateien knoppix.iso und siegfried.iso. Diese Dateien können Sie an einem anderen Computer mit jedem gängigen Brennprogramm auf eine CD brennen.

Webmin

Der Webmin ist installiert und von mir so konfiguriert, dass Sie von jedem PC im LAN darauf zugreifen können. Sie müssen dem Server wie in Kapitel 9.3, Linux einrichten, beschrieben eine Netzwerkkonfiguration verpassen, dann können Sie mit der URL http://<NetzwerkserverIP>:10000 direkt loslegen und sich mit dem Benutzer admin und dem Passwort $admin anmelden.

... überzeugt?

Sie haben siegfried von der Buch-DVD getestet und wollen es auf der Festplatte installieren? Zuerst öffnen Sie eine Shell. Mit dem Kommando su root /usr/local/bin/knx-hdinstall führen Sie das Kommando zum Installieren von siegfried auf der Festplatte mit den Rechten des Superusers root aus. Von nun an sorgt ein kleines Skript für den weiteren Verlauf der Installation. Sie werden zunächst informiert, dass sich das Skript noch im Entwicklungsstadium befindet. Dieses ist für Projekte im Rahmen der GPL allerdings völlig normal und sollte Sie an dieser Stelle nicht beunruhigen: Im Gegensatz zu den Entwicklern vieler kommerzieller Produkte überlegen es sich Entwickler der Open Source-Gemeinde gewöhnlich lieber dreimal, bevor sie ihr Produkt als fehlerfrei bezeichnen. Trotzdem sind Sie letztlich natürlich immer selbst dafür verantwortlich, was Sie tun!

Im nächsten Schritt wählen Sie die Festplatte aus, auf der Sie siegfried installieren möchten (vgl. Abbildung 14.11)


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Abbildung 2.11   Die Festplatte für die Installation (hier: Maxtor IDE)


cfdisk

Für die von Ihnen ausgewählte Festplatte wird nun das Utility cfdisk gestartet. Dieses ist der schwierigste Teil der Installation. Sie müssen zwei Partitionen anlegen. Eine Swap- und eine Rootpartition. Dabei navigieren Sie mit (¼) und (½) zwischen den Partitionen und noch freiem Bereich auf der Festplatte. Mit (Pfeil_Æ) und (Pfeil_æ) wechseln Sie zwischen den ausführbaren Kommandos. Dabei bezieht sich das ausgewählte Kommando immer auf den grau unterlegten Bereich der Festplatte (vgl. Abbildung 14.12).


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Abbildung 2.12   cfdisk partitioniert die SCSI-Festplatte /dev/sda


Sie haben eine Festplatte, die Sie komplett für Siegfried verwenden möchten. Zunächst entfernen Sie alle vorhandenen Partitionen, indem Sie [Löschen] auswählen und danach mit (¼) die nächste Partition auswählen. Diesen Vorgang wiederholen Sie, bis alle Partitionen gelöscht sind. Im Anschluss legen Sie im freien Bereich mit Neue • Primäre eine neue Partition an, die etwa doppelt so groß ist wie Ihr Hauptspeicher. Sie entscheiden sich mit Anfang, die Partition an den Anfang der Festplatte zu legen. Das ist sinnvoll, da der Zugriff auf die ersten Blöcke einer Festplatte schneller sein kann. Nun wählen Sie Typ und geben als Dateisystemtyp 82 für Linux swap ein. Danach gehen Sie mit (¼) wieder in den freien Bereich und legen schließlich eine Partition an, die mindestens zwei GByte groß sein sollte, und geben ihr mit Bootbar ein Bootflag. Mit Schreib. speichern Sie die neue Partitionstabelle, und mit Ende verlassen Sie cfdisk. Wenn Sie möchten, können Sie weitere Partitionen nach der Installation komfortabel mit dem Webmin anlegen.

Swap

Im nächsten Dialog bestätigen Sie die Verwendung einer Swappartition. Daraufhin erhalten Sie eine Liste der vorhandenen Partitionen vom Typ Linux swap. Die von Ihnen eingerichtete wählen Sie aus (vgl. Abbildung 14.13). Im Anschluss schreibt cfdisk ein Filesystem auf diese Partition.


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Abbildung 2.13   Die swap-Partition für siegfried (hier: SCSI)


... und die Rootpartition

Danach wählen Sie als Rootpartition die zweite mit dem cfdisk eingerichtete Partition und wählen im darauf folgenden Schritt ein Filesystem für diese Partition aus (vgl. Abbildung 14.14). Hier sollten Sie reiserfs oder das modernere xfs wählen.

Display Manager

Nach Abschluss des Kopiervorganges müssen Sie entscheiden, ob Sie an der Konsole grafisch arbeiten wollen oder lieber auf der Kommandozeile. Ich empfehle Ihnen, den Display Manager nicht automatisch während des Bootvorganges starten zu lassen, da er nicht unerheblich Ressourcen verbraucht und üblicherweise nicht benötigt wird. Abhängig von Ihrer Auswahl startet der siegfried-Netzwerkserver nach dem Booten automatisch im Runlevel 5 (mit Display Manager) oder im Runlevel 3 (ohne Display Manager). Sie können dann allerdings als root mit dem Kommando init 5 oder über Webmin-Modul System • System-Start und -Stop in den Runlevel 5 wechseln und den Display Manager starten.


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Abbildung 2.14   Das Filesystem für die Rootpartition


Netzwerk

Weiterhin ist der Hostname zu bestimmen, und die Netzwerkkonfiguration wird Ihren Angaben entsprechend vorgenommen. Das dafür notwendige Grundwissen wird im ersten Teil des Buches vermittelt (vgl. Kapitel 9.3, Linux einrichten).

root

Danach legen Sie das Passwort für den Superuser root fest. Dieser Vorgang ändert nicht automatisch das Passwort des Benutzers root für den Webmin. Dieses müssen Sie im Webmin selber ändern.

LILO

Schließlich werden Sie gefragt, ob der Bootloader LILO in den Master Boot Record (MBR) der Festplatte geschrieben werden soll. Das ist erforderlich, damit siegfried von der Festplatte gebootet werden kann.

Falls Sie sich unsicher sind, können Sie hier auch ablehnen. Das Installationsskript bietet im nächsten Schritt an, eine Bootdiskette zu erstellen, von der Sie dann Siegfried booten können. Wenn das problemlos klappt, dann schreiben Sie später mit dem Komando lilo als Benutzer root die erforderlichen Informationen in den Bootbereich der Festplatte.






 

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