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JavaScript und AJAX von Christian Wenz
Das umfassende Handbuch
Buch: JavaScript und AJAX

JavaScript und AJAX
839 S., mit DVD, 39,90 Euro
Galileo Computing
ISBN 3-89842-859-1
gp Kapitel 2 Webbrowser
  gp 2.1 Netscape Navigator (und Konsorten)
  gp 2.2 Microsoft Internet Explorer
  gp 2.3 Opera
  gp 2.4 Konqueror
  gp 2.5 Safari
  gp 2.6 Marktanteile
  gp 2.7 Testsystem

Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt. – Mahatma Gandhi

Kapitel 2 Webbrowser

JavaScript ist eine so genannte clientseitige Programmiersprache. Das heißt, JavaScript-Programme werden im Webbrowser ausgeführt. Dies wird dadurch möglich, dass JavaScript in HTML eingebettet wird. HTML-Dateien können also JavaScript-Code enthalten. Wenn Sie im World Wide Web unterwegs sind, ist auf der Mehrheit der Seiten, die Sie aufsuchen, JavaScript enthalten.

Nicht jeder Browser unterstützt JavaScript, aber die meisten gebräuchlichen Browser tun es. Zunächst ist es interessant zu wissen, welche Webbrowser überhaupt zurzeit gebräuchlich sind.


Galileo Computing

2.1 Netscape Navigator (und Konsorten)  toptop

Der wohl erste weithin bekannte Webbrowser ist der Netscape Navigator, der seit Mitte der 90er Jahre für verschiedenste Plattformen verfügbar ist. Als Nachfolger des Mosaic, des Urvaters aller grafischen Webbrowser, war er der erste Webbrowser mit JavaScript-Unterstützung, denn Netscape selbst hat JavaScript erfunden und geschaffen, um die (beschränkten) Möglichkeiten von HTML zu erweitern. Anfangs hieß die Programmiersprache noch LiveScript, was aber die Marketingabteilung von Netscape nicht sonderlich schick fand. Die »Rettung« kam in Form der Firma Sun, die mit ihrer als plattformunabhängig konzipierten Programmiersprache Java Furore machte. Der clevere Schachzug von Net-scape bestand darin, den Namen »Java« zu lizenzieren, und schon hieß die Programmiersprache JavaScript. Zugegeben, die Sprachsyntax (Vorschriften, wie ein Programm auszusehen hat, Namen von Kommandos etc.) ist ähnlich, aber ansonsten haben die Sprachen Java und JavaScript nichts, aber auch gar nichts miteinander gemeinsam. Das ist leider auch heute, fast zehn Jahre später, noch nicht überall bekannt, und »Fachleute« reden von Java, meinen aber JavaScript. Die Namensgleichheit ist also eine Marketingmaßnahme und hat keinen technischen Grund.

Dennoch gibt es Möglichkeiten, Java und JavaScript zusammenarbeiten zu lassen. In Kapitel 24 wird verraten, wie.

Aber zurück zur Historie des Netscape-Browsers: Version 2 führte JavaScript ein, Version 3 erweiterte die Möglichkeiten. Beispielsweise wurden Rollover-Effekte (auch Mouseover-Effekte genannt) möglich (siehe Kapitel 11). Version 3 gab es zudem als »Gold«-Version, in der auch ein Mailprogramm enthalten war. Netscape hatte damals erkannt, dass eine Kundenbindung an den Browser auch dadurch erzielt werden kann, dass Browser und Mailsoftware untrennbar miteinander verbunden sind. So öffnen sich Links in Mails direkt im zugehörigen Browser.

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Abbildung 2.1     Lang’ ist’s her: Netscape 0.9 beta (nicht JavaScript-fähig)

Version 4 führte zunächst eine Namensänderung ein: Der Browser als Standalone-Produkt hieß weiterhin »Netscape Navigator«; das gesamte Paket inklusive Mailprogramm, Adressbuch und (eine Zeit lang) Terminverwaltung wurde »Netscape Communicator« getauft. Die Entwicklung des Navigator-Produkts, also ohne kundenbindende Zusatzkomponenten, wurde allerdings bald eingestellt; Version 4.08 war die letzte ihrer Art. Das Communicator-Paket dagegen erfuhr auch im Jahre 2003 noch ein Update, wenngleich auch vermutlich das allerletzte: Mit Version 4.8 dürfte die Entwicklung ihr Ende gefunden haben, auch wenn einige Bugs seit Jahren bekannt und unbehoben sind.

Für den JavaScript-Programmierer ist der Netscape 4 insbesondere in Hinblick auf die JavaScript-Unterstützung häufig ärgerlich. Netscape hat in dieser Version einige neue, proprietäre (eigene) Erweiterungen eingeführt. Diese fanden teilweise so wenig Zustimmung, dass sie in keinem anderen Browser und auch in keiner neuen Netscape-Version weitergeführt wurden. Häufig bedurfte es einiger Kraftakte, JavaScript-Programme auch auf dem Netscape 4 zum Laufen zu bringen. Anfangs war das noch kein Problem – Netscape 4 war der Marktführer. Das sollte sich jedoch bald ändern, und ab diesem Zeitpunkt wurde es ein Problem.

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Abbildung 2.2     Ursache vielen (JavaScript-)Übels: Netscape 4

In der Folgezeit ist einiges passiert. Die Firma Netscape wurde von AOL gekauft, und die Entwicklung des Netscape-Browsers wurde zunächst eingestellt. Allerdings wurde ein neuer, zu dieser Zeit noch als revolutionär zu bezeichnender Ansatz gewählt: Das Open-Source-Projekt Mozilla (http://www.mozilla.org/) wurde aus dem Boden gestampft. Sein Ziel sollte es sein, einen neuen Netscape-Browser zu entwickeln. Das Wörtchen »Netscape« taucht auf den Mozilla-Seiten selten auf, allerdings sind es größtenteils Netscape- bzw. AOL-Mitarbeiter, die sich an der Entwicklung beteiligen. Als schließlich die ersten Mozilla-Versionen erschienen, war der Marktanteil des Netscape bereits im einstelligen Bereich, denn zu lange hatte sich bei diesem Browser nichts getan. In ihrer Verzweiflung veröffentlichten die AOL-Verantwortlichen eine »Netscape«-Version des Mozilla. Um mit der damals aktuellen Version des Internet Explorer gleichzuziehen, erhielt dieser Netscape die Versionsnummer 6. In Hinblick auf die Produktqualität war diese Version leider ein totaler Reinfall: Die JavaScript-Unterstützung wies zahlreiche Fehler auf, und der Browser war langsam, schwerfällig und stürzte zudem häufig ab. Der Image-Verlust war enorm, und auch Netscape-Enthusiasten geben heute unverwunden zu, dass Version 6 wirklich schlecht war (was sie nicht daran gehindert hatte, Jahre zuvor jede und jeden zu verteufeln, sollte ein böses Wort gegen den Netscape 6 gesagt werden). Version 7, die einige Zeit später erschien, war deutlich besser, und die nächste Version 7.1 war wirklich gut. Eine wenig veränderte Version 7.2 folge kurze Zeit später. Doch sie kam vermutlich zu spät. Der Marktanteil ist weiter stetig gesunken, und AOL hat sich außerdem von einer Reihe von Netscape-Mitarbeitern getrennt. Der vorerst letzte Akt in diesem Trauerspiel: Es wurde eine »Mozilla Foundation« gegründet, die sich um die weitere Entwicklung des Open-Source-Projekts kümmern soll. Für den Netscape jedoch hat wohl die letzte Stunde geschlagen: Zwar erschien noch eine Version 8 (mit kontrovers farbigem Layout), doch das ist aller Voraussicht nach die letzte des einstigen Klassenprimus (und sie besitzt einige empfindliche Sicherheitslücken). Schade, denn die neuen Versionen sind in Hinblick auf die JavaScript-Unterstützung vorbildlich, und der Browser ist auch nicht mehr so langsam wie früher. Allmählich werden auch die Horden von Bugs unter Kontrolle gebracht. Die Zukunft wird zeigen, ob und wie die Weiterentwicklung ohne größere AOL-Unterstützung laufen wird.

Still und heimlich hat sich jedoch eine wahre Nummer 2 auf dem Browsermarkt etabliert. Nachdem die Kritik über das große und unübersichtliche Mozilla-Projekt lauter wurde, hat ein separates Projekt einen eigenen Webbrowser erstellt, ebenfalls unter dem Dach von Mozilla. Seine Basis ist die Gecko-Engine, also das Herz von Mozilla, das für das Rendern von HTML (und auch für das Ausführen von JavaScript-Code) zuständig ist. Die Oberfläche allerdings ist eine eigene. Der Browser ist dadurch (relativ) schlank und erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit. Die Aktion »Spread Firefox« hatte so viele Spenden gesammelt, dass ganzseitige Anzeigen für den Browser in der New York Times und in der Frankfurter Allgemeinen geschaltet werden konnten. Mittlerweile ist der Firefox von allen Mozilla-basierten Browsern der erfolgreichste und jagt dem Marktführer Marktanteile ab. Bis zur Weltherrschaft ist es freilich noch ein langer Weg, denn einige der Schwächen von Mozilla, etwa dass einige Bugs schon seit Jahren auf Behebung warten, hat der Firefox-Browser auch geerbt.

Mozilla und Firefox gibt es für die wichtigsten Betriebssysteme. Für den Mac gibt es jedoch ein eigenes Mozilla-Subprojekt, das speziell auf diese Plattform optimiert ist: Camino, erhältlich unter http://www. mozilla.org/products/camino/. Wer auf Linux setzt und dabei Gnome als Fenster-Manager einsetzt, wird möglicherweise mit Galeon (http://galeon.sf.net/) glücklich, einer auf dieses System optimierten Mozilla-Variante. Egal, welche dieser Varianten Sie einsetzen: Wenn in diesem Buch von »Mozilla« die Rede ist, ist in der Regel ein beliebiger Mozilla-Browser gemeint. Gleiches gilt für Ihr Testsystem: Ein halbwegs aktuelles Mozilla-Derivat genügt.

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Abbildung 2.3     Die möglicherweise letzte Version: Netscape 8

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Abbildung 2.4     Mozilla speziell für Gnome: Der Galeon-Browser

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Abbildung 2.5     Mozilla für Mac: Camino

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