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Galileo Computing - Professionelle Buecher. Auch fuer Einsteiger.
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Kompendium der Informationstechnik
 von Sascha Kersken
EDV-Grundlagen, Programmierung, Mediengestaltung
Buch: Kompendium der Informationstechnik
gp Kapitel 11 Datei- und Datenformate
  gp 11.1 Textdateien und Zeichensätze
    gp 11.1.1 Das Problem des Zeilenumbruchs
    gp 11.1.2 Zeichensätze
    gp 11.1.3 Textbasierte Dateiformate
  gp 11.2 Binäre Dateiformate
    gp 11.2.1 Bilddateiformate
    gp 11.2.2 Multimedia-Dateiformate
  gp 11.3 Zusammenfassung

gp

Prüfungsfragen zu diesem Kapitel (extern)


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11.2 Binäre Dateiformate  downtop

Einen grundsätzlich anderen Weg als die bisher besprochenen textbasierten Dateiformate gehen die Binärformate. Es handelt sich um Dateien mit numerischen Inhalten, wobei ohne Kenntnis der Spezifikation des jeweiligen Dateiformats nicht erkennbar ist, ob die gespeicherten Zahlen an bestimmten Stellen für Befehle oder für Nutzdaten stehen. Die meisten Formate nehmen nichtsdestotrotz eine klare Trennung vor: Sie schreiben die Verwaltungsinformationen zu Beginn der Datei in einen Header und hängen die Nutzdaten hinten an. Auf diese Weise wird einem Programm, das eine solche Datei öffnet, zuerst mitgeteilt, wie genau es mit den Daten verfahren soll, bevor diese Daten selbst gelesen werden.

Wenn Sie Binärdateien in einem Texteditor öffnen, bekommen Sie ein einziges Chaos seltsamer Sonderzeichen zu sehen, weil die Binärdaten irrtümlich als Zeichen eines Zeichensatzes interpretiert werden. Sollten Sie eine Binärdatei aus dem Texteditor heraus speichern, geht sie ziemlich sicher kaputt – der Editor wird versuchen, seine für Textdokumente gedachte Zeilenumbruchlogik auf die Binärdaten anzuwenden, wodurch sich die Bytes des Dokuments wahrscheinlich verschieben.

Wenn Sie eine Binärdatei überhaupt manuell und nicht mit dem zuständigen Programm öffnen möchten, können Sie das nur mit einem Hexadezimal-Editor tun, der die einzelnen Bytes des Dokuments als Hexwerte und manchmal zusätzlich als Text anzeigt. Abbildung 11.2 zeigt den Anfang einer TIFF-Bilddatei im Hex-Modus des Windows-Editors TextPad.


Abbildung 11.2   Der Beginn einer TIFF-Bilddatei in einem Hex-Editor

Abbildung
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Dass die Zeichendarstellung der Binärwerte rechts neben den Hexadezimalkolonnen zum Teil lesbaren Text enthält, ist übrigens kein Widerspruch zu der Aussage, dass Binärdokumente nur numerische Werte enthalten: Zufälligerweise wird Text, der im Dokument selbst oder – wie hier – für Verwaltungszwecke eingesetzt wird, numerisch in einem bestimmten Zeichencode abgelegt. Dies ist eine von vielen Varianten zur Speicherung von Text innerhalb von Binärdokumenten, die eben auch vielerlei andere Arten von Daten enthalten können.

Beachten Sie, dass Binärdaten als solche plattformabhängig sind. Es bestehen zwei verschiedene große Probleme:

gp  Verschiedene Plattformen verwenden unterschiedliche Wortbreiten wie 16, 32 oder 64 Bit.
gp  Es gibt zwei verschiedene Reihenfolgen für die Darstellung von Werten, die mehrere Bytes breit sind: So genannte Big-Endian-Architekturen wie Motorola 68K oder PowerPC speichern das hochwertigste Byte vorn, während Little-Edian-Systeme wie Intel und Kompatible oder die alten VAX-Maschinen das niederwertigste Byte nach vorn stellen.
    Dies lässt sich einfacher an einem Beispiel erläutern: Angenommen, der Wert 2003 (dezimal) soll als 32-Bit-Integer ohne Vorzeichen abgespeichert werden. Bei einer Big-Endian-Architektur hätten die vier Bytes von links nach rechts die Werte 00, 00, 07, D3 (hexadezimal). Eine Little-Endian-Architektur würde dagegen nacheinander die Werte D3, 07, 00, 00 abspeichern. Stellen Sie sich die Missverständnisse vor, die sich daraus ergeben können!
       

Deshalb verwenden konkrete Binärdateiformate einfach ein bestimmtes, festes Format und kümmern sich nicht um die zugrunde liegende Rechnerarchitektur. Von einem Programm, das ein solches Format lesen soll, muss also erwartet werden, dass es die Byte-Reihenfolge des Formats korrekt umsetzt.

Eine interessante Variante ergibt sich übrigens bei TIFF-Bildern: Hier können Sie selbst wählen, ob die Bilddaten im Big-Endian- oder im Little-Endian-Format gespeichert werden sollen; in Photoshop heißt die Auswahl »IBM PC« (Little Endian) oder »Macintosh« (Big Endian). Da das gewählte Format an einer festen Stelle im Dokument selbst vermerkt wird, kann jedes TIFF-fähige Programm mit beiden Varianten umgehen, sodass sich aus heutiger Sicht kein Unterschied ergibt.


Datenkomprimierung Eine bei Binärdateien häufig verwendete Option ist die Datenkomprimierung. Es handelt sich um mathematische Verfahren, die für eine Verringerung der Datenmenge sorgen sollen. Dies ist nützlich, weil komprimierte Daten weniger Platz auf Datenträgern belegen und schneller über das Internet übertragen werden können. Grundsätzlich lassen sich zwei Kompressionsverfahren voneinander unterscheiden:
Die verlustfreie Komprimierung rechnet die vorhandenen Daten durch geeignete mathematische Verfahren um, sodass sie weniger Speicherplatz beanspruchen, aber wieder genau in ihren ursprünglichen Zustand zurückgerechnet werden können. Verlustfreie Verfahren werden beispielsweise für Archivformate wie ZIP oder Stuffit verwendet, aber auch für manche Bilddateien. Ein bekanntes verlustfreies Kompressionsverfahren ist das LZW-Verfahren, benannt nach seinen Entwicklern Lempel, Ziv und Welch. Es wird unter anderem zur Komprimierung der Bildformate GIF und TIFF verwendet und funktioniert folgendermaßen: In der Datei wird nach wiederkehrenden Datenmustern gesucht. Diese Muster werden durchnummeriert und nur einmal abgespeichert. An den entsprechenden Stellen, an denen sie eigentlich vorkommen sollten, steht nur noch ein Verweis auf die entsprechende Nummer. Wie man sich leicht vorstellen kann, ist LZW besonders effizient, wenn ein Bild aus großen, einfarbigen Flächen besteht. Die grundsätzlich andere Methode ist die verlustbehaftete Komprimierung. Sie reduziert die Datenmenge, indem sie tatsächliche Daten aus der ursprünglichen Datei weglässt. Einfache verlustbehaftete Kompressionsmethoden wie die alte ADPCM-Komprimierung für Sound reduzieren die Datenmenge einfach ohne Unterschied mathematisch. Derartige Datenverluste fallen natürlich oft als extrem störend auf. Moderne verlustbehaftete Kompressionsverfahren fragen sich dagegen, auf welche Teile der Daten man am ehesten verzichten kann, ohne den Verlust allzu sehr zu bemerken. Dies führt zu Entwicklungen wie JPEG für die Komprimierung von Fotos, bei dem die meisten Farbtöne verworfen werden, weil Helligkeitsunterschiede stärker wahrgenommen werden. Ein anderes Beispiel ist MP3 für die Audiokomprimierung, das bevorzugt diejenigen Töne herausfiltert, die die meisten Menschen nicht oder nur unterschwellig hören.


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11.2.1 Bilddateiformate  downtop

In diesem Abschnitt finden Sie kurze Beschreibungen der wichtigsten Bilddateiformate. Zu Beginn zeigt Tabelle 11.4 eine kurze Übersicht über die Fähigkeiten der Formate; weiter unten im Text werden sie dann näher erläutert.


Tabelle 11.4   Übersicht über wichtige Bilddateiformate

Format Farbtiefe Farbmodi Komprimierung Weitere Daten
Photoshop
(.psd)
beliebig alle Optional alle, die Photoshop bietet
Photoshop 2.x (.psd) beliebig alle Keine Ebenen!
TIFF (.tif) beliebig alle LZW, verlustfrei Alphakanäle, Pfade
Encapsulated PostScript (.eps) beliebig alle Vektordaten, Text, Schriften
JPEG (.jpg) bis 24 Bit RGB, CMYK, Graustufen eigene, mit Verlust Pfade
GIF (.gif) 8 Bit indizierte Farben, Graustufen LZW, verlustfrei absolute Transparenz, Animation
PNG (.png) 8, 24 oder 32 Bit indizierte Farben, RGB eigene, verlustfrei bei 32 Bit Alphakanal
BMP (.bmp) beliebig RGB, Graustufen, Indizierte Farben RLE (ähnlich LZW) Alphakanäle
PICT (.pct) beliebig RGB, Graustufen, indizierte Farben JPEG möglich Vektordaten

Das Photoshop-Format

Der große Vorteil des Photoshop-Dateiformats (PSD für Photoshop Document) besteht darin, dass dieses Format sämtliche Daten der Programme Photoshop und ImageReady speichern kann, schließlich handelt es sich um das eigene Format dieser Anwendungen.

Wenn Sie mit Photoshop oder ImageReady arbeiten, sollten Sie stets eine Arbeitskopie Ihrer bearbeiteten Bilder im Photoshop-Format behalten, weil kein anderes Dateiformat alle Bilddaten mitspeichert.

Der einzige Nachteil des PSD-Formats (neben seiner recht stolzen Dateigrößen) ist die nicht vorhandene Unterstützung durch andere Programme. Das Einzige, was manchmal möglich ist, ist ein rudimentärer Import in andere Bildbearbeitungsprogramme. Die einzige bekannte Spzialanwendung außerhalb von Photoshop ist der ebenenweise Import in Macromedia Director (siehe Kapitel 10, Multimedia) mit dem XTra PhotoCaster.

PSD-Dateien können ansonsten weder als Teil von Layouts an Druckereien weitergegeben noch auf Webseiten dargestellt werden. Sie benötigen stets Dateien in anderen Formaten für diese Einsatzzwecke.

Die spezielle Variante Photoshop 2.0, die von einigen älteren Fremdanwendungen als Importformat eingesetzt werden kann, unterstützt nicht einmal die in Photoshop heutzutage fundamentalen Ebenen.

Das TIFF-Format

Das Tagged Image File Format (TIFF; Dateiendung .tif) ist das Standardformat für die Einbettung hochauflösender Pixelbilder in Layoutdokumente in der Druckvorstufe. Der Name bedeutet etwa »Bilddateiformat mit Marken«, wobei diese Marken (Tags) für spezielle Kennzeichnungen von Bildteilen und -inhalten stehen.

TIFF besitzt eine Reihe bedeutender Besonderheiten:

gp  Eine TIFF-Datei kann beliebig viele Farbkanäle enthalten. Diese können entweder für den Vierfarbdruck und zusätzliche Sonderfarben verwendet werden oder dienen in bestimmten Anwendungen als Alphakanäle, die die Transparenz bestimmen.
gp  In TIFF-Dateien können Sie neben den normalen Pixeldaten auch Vektorpfade speichern. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang die Beschneidungspfade, die für Transparenz in Layoutprogrammen sorgen.
gp  Die LZW-Komprimierung ist optional. Sie muss nicht verwendet werden; einige ältere Programme sind dazu inkompatibel. Normalerweise ist LZW auf 8 Bit (256 Farben) beschränkt. Da TIFF die Farbkanäle einzeln speichert, gilt diese Beschränkung hier nur pro Kanal, sodass insgesamt eine beliebige Farbtiefe möglich ist.
    In neueren TIFF-Varianten können Sie statt der LZW-Komprimierung auch eine ZIP- oder JPEG-Komprimierung wählen; ZIP komprimiert etwas stärker als LZW, während die verlustbehaftete JPEG-Komprimierung speziell für Fotos geeignet ist.
       
gp  In der aktuellen Photoshop-Version 7 wird eine TIFF-Version unterstützt, die Photoshop-Ebenen speichern kann. Sie werden einfach als zusätzliche Kanäle mit entsprechenden erweiterten Informationen angelegt und können von den meisten anderen Programmen außer Photoshop nicht gelesen werden.

Die »Internet-Formate« GIF, JPEG und PNG

Diese drei Bilddateiformate werden in Kapitel 17, Webdesign, ausführlicher behandelt, weil sie besonders häufig für die Präsentation von Bildern auf Webseiten eingesetzt werden. Hier finden Sie nur das Wichtigste in Kürze.

Das Dateiformat GIF (Graphics Interchange Format) wurde seit 1987 im Auftrag des Online-Dienstes CompuServe entwickelt. GIF-Bilder verwenden grundsätzlich die LZW-Komprimierung; sie ist nicht abschaltbar wie beim TIFF-Format. GIF besitzt die folgenden besonderen Eigenschaften:

gp  Die Farbtiefe beträgt höchstens 8 Bit; maximal können also 256 Farben dargestellt werden. Jedes GIF kann allerdings seine eigene Farbpalette besitzen, die entweder aus den Farben des ursprünglichen Bildes berechnet oder an eine Standardpalette angepasst werden kann.
gp  Seit der 1989 entwickelten erweiterten Fassung GIF 89a unterstützt das Format auch Transparenz, allerdings lediglich eine »Alles-oder-Nichts«-Variante davon: Bestimmte Pixel können als unsichtbar definiert werden.
gp  Eine GIF-Datei ist eigentlich ein Container für beliebig viele Bilder. Der GIF-Header kann Anweisungen enthalten, wie lange jedes dieser Bilder gezeigt werden soll, und ermöglicht auf diese Weise die GIF-Animation. Animierte GIFs sind das Standardformat für Werbebanner auf Webseiten.
gp  GIF-Bilder können »interlaced« abgespeichert werden. In diesem Fall werden sie stufen- statt zeilenweise aufgebaut.

Besonders gut geeignet ist GIF für flächige Grafiken mit wenigen Farben (Logos, Schmuckelemente, eigene Aufzählungszeichen und so weiter); nicht empfehlenswert ist das Format dagegen für Fotos.

Das Dateiformat JPEG ist nach der Joint Photographic Expert Group benannt, einer Expertenkommission, die sich Anfang der 90er-Jahre über die effiziente Komprimierung von Fotos Gedanken machte. Das Dateiformat selbst heißt eigentlich JFIF (JPEG File Interchange Format), benutzt aber üblicherweise die Dateiendung .jpg.

Das JPEG-Kompressionsverfahren basiert auf der Erkenntnis, dass Helligkeitsunterschiede erheblich stärker wahrgenommen werden als Farbtondifferenzen. Deshalb wird in einem quadratischen Bereich die Helligkeit jedes Pixels gespeichert, aber nur der Durchschnittswert der Farbtöne dieser Pixel. Bei starker Vergrößerung ist daher auch das »Schachbrettmuster« zu erkennen. Sie können bei JPEG-Bildern den Kompressionsfaktor frei wählen; je nach Anwendung werden 10 bis 100 verschiedene Stufen angeboten. Je stärker die Komprimierung, desto kleiner wird die resultierende Datei, aber es geht auch mehr Information verloren.

Besonders gut geeignet ist JPEG für die Komprimierung von Fotos und anderen Halbtonbildern. Aus diesem Grund ist JPEG beispielsweise das eingebaute Dateiformat der meisten Digitalkameras. Für flächige Grafiken ist das Format dagegen gar nicht geeignet, bei diesen kommt es an diagonalen oder kurvenförmigen Kontrastübergängen zu hässlichen Fehlern, den so genannten JPEG-Artefakten.

Zu beachten ist, dass Sie ein Bild nicht mehrmals hintereinander im JPEG-Format speichern dürfen, denn bei jeder Speicherung kommt es zu erneutem Verlust. Speichern Sie deshalb für eine zukünftige Nachbearbeitung stets eine Kopie in einem verlustfreien Format.

Das PNG-Format (Portable Network Graphics; gesprochen »PING«) wurde als möglicher Nachfolger von GIF entwickelt. Es vereint in gewisser Weise die besten Eigenschaften von GIF und JPEG: Wie GIF komprimiert es ohne Verlust (wenn auch etwas weniger effizient als LZW), aber mit bis zu 32 Bit Farbtiefe. Neben der vollen Foto-Farbtiefe von JPEG unterstützt es zusätzlich echte Alpha-Transparenz, also den stufenlosen Übergang der Deckkraft.

Trotz dieser unbestreitbaren Vorteile hat sich das PNG-Format bisher noch nicht allgemein durchsetzen können. Ein großer Nachteil ist sicherlich, dass es, anders als GIF und JPEG, noch nicht von allen Webbrowsern unterstützt wird.

Die Systemformate: BMP und PICT

Windows und Mac  OS können natürlich schon seit ihren frühesten Anfangstagen mit digitalen Bildern umgehen. Allerdings war es früher absolut nicht selbstverständlich, Bilder in plattformunabhängigen Formaten zu speichern. Microsoft und Apple entwickelten also unabhängige Lösungen.

Das BMP-Format (der Name steht einfach für Bitmap) existiert in zwei leicht unterschiedlichen Varianten, die Sie beispielsweise beim Speichern in Photoshop auswählen können: Es gibt eine Fassung für Microsoft Windows und eine modifizierte, die für IBMs System OS/2 entwickelt wurde. Die beiden Arten von BMP-Dateien unterscheiden sich nur bezüglich einiger Header-Informationen, aber die meisten Programme kommen mit der Windows-Variante besser zurecht.

BMP-Bilder können Farbtiefen von 8 bis 32 Bit enthalten. Bei 8 Bit wird genau wie beim GIF-Format eine indizierte Farbpalette angelegt. Bei 32 Bit dient der vierte Kanal als Alphakanal, der in manchen Anwendungsprogrammen den Transparenzgrad jedes Pixels bestimmen kann.

Optional beherrschen BMP-Bilder eine verlustfreie Komprimierung namens RLE (Run Length Encoding), die der LZW-Komprimierung stark ähnelt. Nicht RLE-komprimierte BMPs, die sich noch an einige weitere Vorgaben halten, werden auch als DIB (Device Independent Bitmap, also geräteunabhängiges Bitmap) bezeichnet.

Für die Speicherung von Bitmaps auf Macintosh-Rechnern wurde von Apple das PICT-Format entworfen (der Name steht einfach für Picture). Es ähnelt dem BMP-Format bezüglich der erlaubten Farbmodi und Farbtiefen. Dennoch gibt es zwei wichtige Besonderheiten: Die optional verfügbare Komprimierung benutzt das JPEG-Format, und PICT-Dateien können Vektordaten enthalten.


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11.2.2 Multimedia-Dateiformate  toptop

Zu guter Letzt soll noch kurz auf Audio- und Videodateiformate eingegangen werden. Einzelheiten über die Verwendung dieser Formate finden Sie in Kapitel 10, Multimedia. An dieser Stelle werden sie nur kurz mit ihren wichtigsten Eigenschaften voneinander unterschieden.

Audio-Dateiformate

Die traditionellen Audio-Dateiformate sind das von Apple entworfene AIFF (Audio Interchange File Format) und Microsofts WAV-Format (steht einfach für Wave, also Schallwelle). Beide sind einander, abgesehen von ihrem etwas unterschiedlichen Header-Aufbau, sehr ähnlich. Die Dateiendungen sind .aif oder .aiff sowie .wav.

Beide Dateiformate sind letztlich Hüllformate für Audiodaten, die in unterschiedlichen komprimierten oder unkomprimierten Formaten abgespeichert wurden. Für die Beschreibung der Komprimierungen sind so genannte Codecs erforderlich (Codec ist die Abkürzung für Coder/Decoder). Ein Sounddatei kann auf einem bestimmten Rechner nur dann abgespielt werden, wenn dort ein entsprechendes Codec installiert ist. Sowohl der Apple QuickTime Player als auch der Microsoft Windows Media Player, die wichtigsten Abspielprogramme für solche Audiodateien, können die meisten Codecs bei Bedarf aus dem Internet nachladen, oftmals sogar automatisch.

Die grundlegende Speicherung der Audiodaten in den ursprünglichen Versionen dieser beiden Dateiformate erfolgte übrigens unkomprimiert in einem Audio-CD-kompatiblen Format; im Grunde wurde lediglich der Datei-Header vor die Daten eines CD-Audio-Tracks gesetzt.

Die ersten verfügbaren Kompressionsverfahren für Sound waren die ADPCM-Verfahren (Adaptive Differential Pulse Code Modulation). Die Qualität dieser Formate ließ allerdings zu wünschen übrig, weil sie im Wesentlichen nach einem starren mathematischen Modell Originalinformationen entfernten.

Das erste am Hören selbst orientierte Audio-Kompressionsformat war das von der Fraunhofer Gesellschaft entwickelte MPEG 1 Audio Layer 3, also eigentlich ein Format für Soundtracks in MPEG-Videodateien. Besser bekannt ist dieses Format unter seinem Kurznamen MP3. Die MP3-Komprimierung filtert vornehmlich diejenigen Tonbestandteile heraus, die das menschliche Ohr in der Regel nicht wahrnimmt. Bei einer Datenrate von 128 kBit/s gelingt eine Komprimierung auf etwa /10 der Audio-CD-Datenmenge ohne nennenswerten Verlust.

MP3 kann übrigens sowohl als Codec für WAV- oder AIFF-Dateien verwendet werden als auch – was erheblich häufiger vorkommt – als eigenständiges Dateiformat mit der Endung .mp3. Letzteres ist das Format, das beispielsweise von tragbaren MP3-Playern eingesetzt wird.

Nach dem Vorbild von MP3 wurden inzwischen einige modernere Audio-Kompressionsverfahren entwickelt, beispielsweise OGG Vorbis oder MP4. Sie führen vor allem bei sehr starken Kompressionsraten, das heißt bei Datenraten von 64 kBit/s oder weniger, zu besseren Ergebnissen als MP3.

Video-Dateiformate

Es gibt drei wichtige Video-Dateiformate: Apple QuickTime, Microsoft AVI und die unabhängigen MPEG-Formate. Genau wie bei den Audiodateien dienen QuickTime und AVI (Video for Windows) der Speicherung unterschiedlich codierter Video- und Audiospuren, für die wiederum die bereits genannten Codecs verwendet werden. Es gibt zahllose Video-Codecs, die natürlich vom jeweiligen Videoschnittprogramm sowie von der verwendeten Abspielsoftware unterstützt werden müssen. Beispiele sind etwa der Klassiker Cinepak von Radius Software oder Sorensen Video, das unter anderem innerhalb von Macromedia Flash für die Videokomprimierung verwendet wird. Ein sehr modernes Codec, das häufig für die Speicherung von Spielfilmen auf beschreibbaren CDs oder die Bereitstellung von Videos im Internet eingesetzt wird, ist DivX, das eine sehr hohe Kompressionsrate bei guter Qualität erzielt.

Im Wesentlichen verwenden alle Video-Codecs eine Kombination aus zwei Kompressionsverfahren: Erstens werden die einzelnen Bilder (Frames) JPEG-komprimiert, und zwar umso stärker, je schneller die Bildwechsel innerhalb einer Sequenz sind. Zweitens werden zwischen zwei aufeinander folgenden Frames nur die Unterschiede gespeichert.

QuickTime-Filme (Dateiendung unter Windows .mov oder .qt) werden mit dem QuickTime-Player von Apple abgespielt, der sowohl für Mac  OS als auch für Windows verfügbar ist. AVI-Videos (Dateierweiterung .avi) werden dagegen mit dem ebenfalls für beide Plattformen erhältlichen Windows Media Player abgespielt. Inzwischen können beide Player aber auch das jeweilige Konkurrenzformat sowie diverse MPEG-Formate abspielen. AVI kann mit mehr verschiedenen Codecs umgehen, während QuickTime neben Audio und Video zusätzliche Datenspuren unterstützt, beispielsweise Macromedia Flash mitsamt Interaktivität.

Die MPEG-Formate der Motion Picture Expert Group wurden vor allem für Picture Discs und DVDs entwickelt und zunächst nicht für den Einsatz als Computerdateien. Verfügbar sind die Formate MPEG-1, MPEG-2 und MPEG-4. MPEG-1 wurde für frühere Picture Discs und MPEG-Dateien eingesetzt, MPEG-2 ist die Basis für Video-DVDs. Erst MPEG-4 wurde ausdrücklich als Online- und Mobilgeräte-Videoformat entwickelt, das oben erwähnte DivX basiert auf einer modifizierten MPEG-4-Version.

Alle MPEG-Versionen bestechen durch ihre vergleichsweise hohe Darstellungsqualität und effiziente Komprimierung. Sie können MPEG-Dateien übrigens leicht mit dem QuickTime- oder Windows Media Player abspielen; sämtliche innerhalb von MPEG-Filmen verwendeten Audio- und Video-Codecs werden von den aktuellen Versionen dieser Player unterstützt.






  

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