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Galileo Computing - Professionelle Buecher. Auch fuer Einsteiger.
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Kompendium der Informationstechnik
 von Sascha Kersken
EDV-Grundlagen, Programmierung, Mediengestaltung
Buch: Kompendium der Informationstechnik
gp Kapitel 10 Multimedia
  gp 10.1 Einführung
  gp 10.2 Audio-Bearbeitung mit Sound Forge
    gp 10.2.1 Bedienelemente von Sound Forge
    gp 10.2.2 Sound aufnehmen oder beschaffen
    gp 10.2.3 Berechnungen und Effekte
  gp 10.3 Videoschnitt mit Adobe Premiere
    gp 10.3.1 Die Arbeitsmittel von Premiere
    gp 10.3.2 Einen Film schneiden und erstellen
  gp 10.4 3-D-Grafik und -Animation
    gp 10.4.1 3ds max
    gp 10.4.2 Cinema 4D
  gp 10.5 Das Autorensystem Macromedia Director
    gp 10.5.1 Director-Grundlagen
    gp 10.5.2 Darsteller erstellen und bearbeiten
    gp 10.5.3 Lingo-Grundlagen
    gp 10.5.4 Export und Veröffentlichung von Director-Filmen
  gp 10.6 Zusammenfassung

gp

Prüfungsfragen zu diesem Kapitel (extern)


Galileo Computing

10.3 Videoschnitt mit Adobe Premiere  downtop

Die Bearbeitung digitalisierter Videofilme ist eine der aufwändigsten Computeranwendungen überhaupt. Sie benötigen dafür also eine Maschine mit einem schnellen Prozessor, möglichst viel Arbeitsspeicher und einer großen Festplatte.

Video aufnehmen oder importieren

Um Videomaterial zunächst vom Film in den Computer zu bekommen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

gp  Am einfachsten funktioniert die Arbeit mit einem modernen, digitalen Camcorder: Das Gerät wird über die DV-Schnittstelle (IEEE 1394 oder FireWire) an den Rechner angeschlossen. Alle modernen Videoschnittprogramme unterstützen auf einfache Art und Weise die Aufnahme von Filmen aus DV-Geräten. Bei etwas älteren Rechnern, die keinen eingebauten FireWire-Anschluss besitzen, können Sie ihn als PCI-Steckkarte nachrüsten – oft werden solche Karten bereits im Bundle mit einer einfachen Videoschnittsoftware angeboten. Bedenken Sie aber, dass alte Computer sich für die rechenintensive Technik des digitalen Videoschnitts nicht eignen.
gp  Wenn Sie einen herkömmlichen analogen Videorekorder oder Camcorder auf VHS-Basis besitzen, benötigen Sie eine analoge Videoschnittkarte. Solche PCI-Karten werden beispielsweise von Pinnacle angeboten; ein brauchbares und nicht zu teures Modell ist etwa die MiroVideo DC-10. Auch diese Karten werden zusammen mit Schnittsoftware verkauft; das Programm Pinnacle Studio ist ein benutzerfreundliches, gut verständliches Einsteigerprogramm.
gp  Viele aktuelle PCs sind von Haus aus mit einem Analog-Videoeingang, aber nicht mit einem Ausgang ausgestattet. Das bedeutet, dass Sie damit zwar Daten von solchen Geräten importieren, aber nicht wieder auf Video ausgeben können.
gp  Wenn Sie eine TV-Karte oder einen in den PC eingebauten TV-Tuner besitzen, können Sie die empfangenen Fernseh- oder Analog-Videosignale ebenfalls digital aufnehmen und als Videodatei abspeichern. Das Interessante an neueren digitalen Videorekorderprogrammen ist das Time Shifting: Wenn Sie gerade eine Sendung aufzeichnen, können Sie gleichzeitig ein früheres Stadium davon abspielen.
gp  Schließlich gibt es eine Reihe von Programmen, mit denen sich der Inhalt einer Video-DVD »rippen«, also digital kopieren lässt. Beachten Sie in diesem Zusammenhang genau wie bei Musik, dass Sie Videomaterial, das Sie von einer kommerziellen DVD kopiert haben, nicht in einer öffentlich zugänglichen Produktion verwenden dürfen.

Digitale Schnittsoftware

Wenn das Videomaterial erst einmal in Form von Dateien im Computer vorliegt, können Sie ein digitales Videoschnittprogramm verwenden, um die gewünschten Ausschnitte der Filme zusammenzustellen, Überblendungen, Effekte und Titel hinzuzufügen und das Ergebnis schließlich je nach Verwendungszweck in einem passenden Dateiformat zu speichern oder wieder zurück auf Video auszugeben.

Es werden zahlreiche Schnittprogramme angeboten, die von der günstigen Einsteigerlösung bis zum hochprofessionellen High-End-Produkt reichen. Dazu gehört beispielsweise das bereits erwähnte Pinnacle Studio. Apple bietet für den Mac gleich zwei entsprechende Programme an: das kostenlose iMovie und das professionelle Final Cut Pro. Das hier vorgestellte Programm Adobe Premiere bildet gewissermaßen die gehobene Mittelklasse der Videoschnittsoftware, während die Produkte von Avid (zusammen mit dem erwähnten Final Cut Pro) zur Profiliga gehören.


Galileo Computing

10.3.1 Die Arbeitsmittel von Premiere  downtop

In diesem Abschnitt wird Adobe Premiere in der aktuellen Version 6.5 vorgestellt. Wenn Sie das Programm starten, wird ein neues Projekt angelegt. Ein Projekt besteht aus seinen einzelnen importierten oder neu erstellten Bestandteilen wie Titeln und Farbflächen, aus den Schnitteinstellungen und gewählten Effekten sowie aus einer Reihe von Formatvorgaben. Projekte werden in Dateien mit der Endung .ppj gespeichert. Denken Sie daran, dass diese Datei niemals den eigentlichen Datenbestand des Projekts enthält, sondern lediglich Verweise auf die Daten. Aus diesem Grund sollten Sie Dateien zuerst in den Ordner kopieren, in dem die Projektdatei liegt, bevor Sie sie importieren.

Projektvorgaben

Zunächst müssen Sie je nach Verwendungszweck des Projekts Video-, Audio- und Kompressionseinstellungen vornehmen. Wenn Sie für die Ausgabe auf irgendeine Art von Videoband (analog oder DV) arbeiten, ist die korrekte Auswahl die deutsche Fernsehfarbnorm PAL oder die amerikanische Fernsehfarbnorm NTSC – je nachdem, für welches Land Sie ein Video erstellen möchten. Für Multimedia-Produktionen können Sie dagegen das Grundformat Multimedia auswählen. Für die meisten Arten der Weiterverarbeitung ist das passende konkrete Dateiformat QuickTime oder Video for Windows (AVI). Wenn Sie auf Benutzerdefiniert klicken, können Sie alle Einstellungen manuell vornehmen. Näheres über Audio- und Video-Dateiformate finden Sie in Kapitel 11, Datei- und Datenformate.

In Abbildung 10.2 sehen Sie die wichtigsten Arbeitsfenster von Premiere im Überblick: In der oberen Reihe befinden sich von links nach rechts das Projektfenster, das Monitorfenster, die Effektpalette sowie (untereinander) der Navigator und die Überblendungen. Im unteren Bereich befindet sich das Schnittfenster, in dem Sie sämtliche Videoclips, Sound, Überblendungen, Titel und sonstigen Elemente arrangieren können.


Abbildung 10.2   Übersicht über die Arbeitsoberfläche von Adobe Premiere

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Im Monitorfenster erscheint jeweils die Vorschau des Films, wie er gerade zusammengestellt wurde. Um eine Vorschau zu erzeugen, können Sie Schnittfenster • Vorschau wählen oder einfach (Enter) drücken. Es werden jeweils die Teile neu berechnet, die geändert beziehungsweise hinzugefügt wurden. Allerdings muss die Projektdatei zunächst gespeichert werden. Erst in den 6er-Versionen von Premiere wurde endlich eine Echtzeit-Vorschau eingeführt, die bei der Verwendung von ausreichend schneller Hardware ohne vorheriges Ausrechnen auskommt.

Im Projektfenster finden Sie eine Sammlung aller Elemente, der so genannten Assets, die importiert oder erstellt wurden und im Film verwendet werden sollen. Eine Vorschau beziehungsweise ein Bearbeitungsfenster für ein solches Asset erhalten Sie, wenn Sie darauf doppelklicken. Bei Audio- oder Videoclips, die importiert wurden, öffnet sich beispielsweise das Clip-Fenster; bei Titeln oder Farbflächen öffnet sich die jeweilige Komponente, mit deren Hilfe sie bearbeitet werden können.

Das Schnittfenster ist das komplexeste aller Fenster in Premiere und das zentrale Arbeitswerkzeug. Hier werden die einzelnen Bestandteile zum vollständigen Film montiert. Dazu können Sie sie einfach aus dem Projektfenster auf die gewünschte Schnittfensterspur ziehen. In den Videospuren können sich vorhandene Videoclips, Bilder, Farbflächen und Titel befinden; Sound wird in die Audiospuren gezogen.

Horizontal finden Sie eine Einteilung durch eine Zeitleiste, die standardmäßig die Zeit im SMPTE-Format (Stunde:Minute:Sekunde:Frame) anzeigt. Vertikal untereinander liegen verschiedene Spuren, die sich in die beiden Hauptbereiche Video und Audio unterteilen lassen. Beachten Sie, dass die Videospur 1 eine Besonderheit gegenüber allen anderen Spuren aufweist: Hier können Sie Überblendungseffekte zwischen aufeinander folgenden Elementen erstellen. Dies geht am einfachsten, wenn Sie unter Fenster • Arbeitsbereich die Option A/B-Bearbeitung aktivieren. Dadurch wird die Spur 1 nämlich in die beiden Teilspuren A und B und eine dazwischen liegende Spezialspur für die Überblendungen unterteilt. So lässt sich der Übergang sehr exakt positionieren.

Unter Schnittfenster • Spuroptionen können Sie jederzeit weitere Audio- oder Videospuren hinzufügen oder wieder entfernen. Videospuren, die weiter oben im Schnittfenster liegen, befinden sich weiter im Vordergrund. Da Überblendungen nur auf Spur 1 stattfinden können, sind weitere Spuren nur dann sinnvoll, wenn Sie die weiter unten gezeigten Transparenzoptionen verwenden.

Video-Deckkraft und Audio-Volumen

Außer der speziellen Videospur 1 besitzen alle Audio- und Videospuren unter der eigentlichen Spur einen aufklappbaren Bereich. Dort wird eine waagerechte Linie angezeigt. Sie können darauf klicken, um Anfasser hinzuzufügen, mit denen sich die Deckkraft der Video- beziehungsweise das Volumen der Audiospuren regulieren lässt. Es finden automatisch entsprechende Übergänge (Fadings) statt.

Sie können an eine beliebige Stelle in der Zeitleiste klicken, um auszuwählen, wo sich der Abspielkopf befinden soll, also die Markierung der Stelle, an der zum Beispiel die Vorschau angezeigt werden soll. Die gelbe Linie ganz oben mit den nach innen weisenden Pfeilen an den Enden markiert den aktuellen »Arbeitsbereich«. Von diesem Bereich wird automatisch die Vorschau angezeigt. Dies hilft Ihnen, bei einem umfangreichen Projekt nur die Vorschau eines Teilbereichs anzusehen. Die Pfeile können verschoben werden, um den In-Point (Anfang) oder Out-Point (Ende) des Bereichs zu setzen. Alternativ können Sie auch mit den beiden »Klammer-Werkzeugen« arbeiten: Links oben im Schnittfenster finden Sie zwei Reihen mit jeweils vier Werkzeugfeldern; das Feld ganz rechts unten enthält zwei Werkzeuge, mit deren Hilfe Sie den Anfangs- und den Endpunkt durch einen einfachen Klick setzen können.

Die Werkzeugleiste

Diese Werkzeuge besitzen ansonsten die folgenden unterschiedlichen Bedeutungen:

gp  Der normale Mauszeiger (ganz links oben) dient dem Markieren von Clips durch Anklicken. Wenn ein Clip markiert ist, reagiert er auf Befehle aus dem Menü Clip. Außerdem kann ein markierter Clip durch Ziehen verschoben oder mit der (Entf)-Taste gelöscht werden.
gp  Das zweite Feld enthält mehrere Werkzeuge, die durch längeres Gedrückthalten ausgewählt werden können. Es handelt sich um verschiedene Auswahlwerkzeuge: Clips durch Auswahlrahmen auswählen, zeitlichen (horizontalen) Bereich auswählen, ganze Spur verschieben, alle Spuren verschieben.
gp  Im dritten Feld finden Sie diverse Optionen zum Verschieben oder Modifizieren des aktuellen Clips. Beispielsweise ermöglicht die Option »Rate ausdehnen« (vorletzter Button im Feld) das Verlängern oder Stauchen der Dauer eines Clips.
gp  Mit den Rasierklingen auf dem vierten Feld können Sie den aktuellen Clip an der Stelle, an der Sie klicken, zerschneiden: Die einfache Rasierklinge zerlegt nur den aktuellen Clip, während die doppelte alle Spuren an der aktuellen Stelle teilt. Dieses Zerteilen ist sehr nützlich für die Mischung von Filmbestandteilen oder das Verwenden einer Überblendung zwischen zwei Szenen, die sich ursprünglich im selben Clip befanden.
gp  Die zweite Reihe beginnt links mit der Hand, die dem Verschieben der aktuellen Ansicht im Schnittfenster dient.
gp  Mit Hilfe der Lupe lässt sich die aktuelle Ansicht durch Klick vergrößern oder (mit gedrückter (ALT)-Taste) verkleinern. Dieselbe Einstellung können Sie auch im Popup ganz unten links im Schnittfenster vornehmen.
gp  Das vorletzte Feld enthält Funktionen zum Einstellen einer Überblendung beziehungsweise des Überblendungsbereichs sowie zum Verbinden und Trennen von Spuren.
gp  Die bereits erwähnten »Klammern«, das letzte Feld, ermöglichen das Einstellen des In- und Out-Points für den gesamten Film, aber auch für einzelne Clips im Schnittfenster.

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10.3.2 Einen Film schneiden und erstellen  toptop

Die Komposition eines Films besteht im Grunde immer aus denselben Schritten, die in diesem Unterabschnitt erläutert werden. Es handelt sich im Einzelnen um die folgenden Arbeitsabläufe:

1. Assets zusammenstellen
       
2. Elemente im Schnittfenster arrangieren
       
3. Übergänge und Effekte hinzufügen
       
4. Den eigentlichen Film erstellen
       

Da die Bestandteile und Funktionen des Schnittfensters bereits weiter oben erklärt wurden, wird Punkt 2 im Folgenden nicht weiter erläutert.

Assets zusammenstellen

Die meisten Arten von Assets, nämlich Audio- und Videoclips oder Bitmaps, werden als externe Dateien in Premiere importiert. Andere können dagegen innerhalb des Programms neu erstellt werden, beispielsweise Titel oder Farbflächen. Wie bereits erwähnt, werden diese Daten nicht innerhalb der Premiere-Projektdatei gespeichert, sondern bleiben eigenständig. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, sie zunächst in den Ordner zu kopieren, in dem sich diese Projektdatei befindet.

Dateien importieren

Das Importieren von Dateien funktioniert ganz einfach. Wählen Sie Datei • Importieren; dieser Befehl bietet die folgenden Unteroptionen:

gp  Datei. Sie können aus einem bestimmten Ordner eine Datei oder – mit (STRG) – mehrere auswählen und importieren. Sie erscheint im Projektfenster.
gp  Ordner. Sie können einen Ordner wählen, dessen gesamter Inhalt importiert wird.
gp  Projekt. Sie können eine andere Premiere-Projektdatei auswählen, deren vollständiger Datenbestand importiert wird.

Assets, die innerhalb von Premiere erstellt werden können, lassen sich dagegen über das Menü Datei • Neu erzeugen. Die wichtigsten Beispiele sind Titel und Farbflächen. Wenn Sie einen Titel erzeugen, wird der Adobe Title Designer angezeigt (siehe Abbildung 10.3).


Abbildung 10.3   Filmtitel erstellen mit dem Adobe Title Designer

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Titel erstellen

In diesem Fenster können Sie Text, geometrische Formen und Vektorgrafiken erstellen, die zusammen die Titel Ihres Films bilden sollen. Über Titeltyp können Sie sich zwischen einem statischen und einem animierten Titel entscheiden. Die Option Video anzeigen lässt im Hintergrund den Film an der aktuellen Position des Abspielkopfes durchscheinen, damit Sie sich ein Bild von der Wirkung machen können. Wenn Sie mit dem erstellten Titel zufrieden sind, können Sie ihn speichern und schließen – er erscheint automatisch im Projektfenster.

Ein anderer interessanter Typ von Assets sind Farbflächen, die sich über die gleichnamige Funktion im Dialog Datei • Neu erstellen lassen. Sie können sie zum Beispiel als halbtransparente »Farbfilter« oder als Beginn, Zwischenzustand oder Ziel eines Übergangs verwenden.

Übergänge und Effekte hinzufügen

Das Erstellen einer Überblendung ist im Grunde recht einfach: Der erste Clip muss auf einer der beiden Spuren 1A oder 1B liegen, der zweite auf der anderen. Sie müssen dafür sorgen, dass sie sich ein Stück überlappen. Genau auf diese überlappende Stelle wird die gewünschte Überblendung aus dem Fenster Überblendungen gezogen. Anschließend können Sie auf das Übergangsfeld im Schnittfenster doppelklicken, um erweiterte Einstellungen vorzunehmen. Hier können Sie unter anderem einstellen, ob der Effekt ganz am Anfang beginnen und bis zum Ende abgespielt werden oder ob nur ein Stück aus der Mitte wirken soll. Manche Effekte besitzen auch noch spezielle Zusatzeinstellungen.

Transparenzoptionen

Ein weiterer wichtiger Effekt ist die Transparenz. Bekannt dürfte in diesem Zusammenhang das Bluescreen-Verfahren sein: Schauspieler und Objekte werden vor einem blauen Hintergrund aufgenommen, der später herausgefiltert wird. Dies ist nur die häufigste Variante einer Methode, die allgemeiner als Chroma-Keying bezeichnet wird. Statt Blau können nämlich auch andere Farben verwendet werden – Hauptsache, sie kommen im Film selbst nicht vor.

Der entsprechende Videoclip oder das Bitmap, bei dem Sie Transparenz einstellen möchten, darf in jedem beliebigen Videokanal außer dem Kanal 1 liegen (dort macht Transparenz ohnehin keinen Sinn, weil es sich um den »Hintergrundkanal« handelt). Unter Clip • Video-Optionen • Transparenz können die Transparenzoptionen eingestellt werden. Die wichtigste Option ist der Key-Typ. Er bestimmt, wodurch die Transparenz geregelt werden soll – neben dem eben beschriebenen Chroma Keying stehen verschiedene Alpha-Optionen zur Auswahl, die besonders für Titel interessant sind.


Abbildung 10.4   Einstellung des Video-Effekts »Bewegung«

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Ein weiterer interessanter Effekt ist die Bewegung, die sich über Clip • Video-Optionen • Bewegung einstellen lässt: Beliebige Clips können auf vielfältige Weise ins Bild hinein- und wieder hinausgefahren werden (Abbildung 10.4). Dafür müssen Sie lediglich den gewünschten Clip im Schnittfenster anklicken und diese Option aktivieren. Rechts oben können Sie den Anfang oder das Ende auswählen oder durch Klick weitere Schlüsselbilder hinzufügen. Unten lassen sich die einzelnen Optionen einstellen: Drehung, Zoom und Verzerrung dürften selbsterklärend sein; Verzögerung bedeutet, dass der Clip an der entsprechenden Stelle eine Zeitlang als Standbild stehen bleiben soll. Links oben sehen Sie eine Vorschau, die Sie mit den daneben liegenden Buttons ein- und ausschalten können.

Filme exportieren

Nachdem Sie den Schnitt fertig gestellt und die Effekte zugewiesen haben, geht es daran, den Film im gewünschten Format zu exportieren. Grundsätzlich befinden sich alle entsprechenden Funktionen unter Datei • Schnittfenster exportieren. Die Grundoption ist Film; damit können Sie Ihre Datei als AVI- oder QuickTime-Videofilm abspeichern. Eine weitere Option ist Auf Video ausgeben; sie überträgt den fertigen Film über den gewünschten Video-Ausgabekanal (DV-Anschluss oder Analog-Schnittkarte). Ganz unten im Dialog finden Sie einige Formate, die besonders gut für das Internet geeignet sind: Windows Media- und RealPlayer-Format sind so genannte Streaming-Formate, die bereits während des Ladens über das Netz abgespielt werden. Wenn Sie eine Video-CD oder DVD erstellen möchten, müssen Sie dagegen den ebenfalls verfügbaren Adobe MPEG Encoder verwenden.

Exportvorgaben

Wenn Sie die Standardoption Film wählen, können Sie eine Reihe von Einstellungen vornehmen: Unter Allgemein wird zunächst das Dateiformat ausgewählt. Neben dem in den Vorgaben gewählten Grundformat können Sie auch eine Sequenz einzelner, durchnummerierter Bitmaps in verschiedenen Dateiformaten exportieren, die sich in manchen Programmen speziell weiterverarbeiten lassen. Beispielsweise könnten Sie die einzelnen Bilder in Photoshop mit einer Stapelverarbeitungsfunktion automatisch mit einem speziellen Effekt versehen.

Unter Videofilter können Sie jedes auf Ihrem Rechner installierte Codec (Videokompressor) auswählen, mit der Einstellung Audio verhält es sich ähnlich. Keyframe und Rendern ermöglicht verschiedene Einstellungen für Schlüsselbilder und Interlacing (Halbbildverfahren), die je nach Format unterschiedlich eingestellt werden sollten. Spezielle Effekte ermöglicht schließlich das Einstellen einer Gammakorrektur (Weißabgleich), eines Weichzeichners zur Störungsverminderung sowie die beliebig einstellbare Beschneidung aller vier Ränder.






  

Einstieg in PHP 5

Einstieg in Java

C von A bis Z

Einstieg in C++

Einstieg in Linux

Einstieg in XML

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