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Galileo Computing - Professionelle Buecher. Auch fuer Einsteiger.
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Kompendium der Informationstechnik
 von Sascha Kersken
EDV-Grundlagen, Programmierung, Mediengestaltung
Buch: Kompendium der Informationstechnik
gp Kapitel 8 Bildbearbeitung und Grafik
  gp 8.1 Theoretische Grundlagen
    gp 8.1.1 Licht und Farbe
    gp 8.1.2 Bildgröße und Auflösung
  gp 8.2 Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop
    gp 8.2.1 Auflösung, Farbmodus und Farbtiefe einstellen
    gp 8.2.2 Auswahlwerkzeuge und -techniken
    gp 8.2.3 Malwerkzeuge und Malfunktionen
    gp 8.2.4 Arbeiten mit Ebenen
  gp 8.3 Bearbeiten von Vektorgrafik mit Adobe Illustrator
    gp 8.3.1 Mit Pfaden arbeiten
    gp 8.3.2 Transformationen und andere Änderungen
  gp 8.4 Zusammenfassung

gp

Prüfungsfragen zu diesem Kapitel (extern)


Galileo Computing

8.3 Bearbeiten von Vektorgrafik mit Adobe Illustrator  downtop

Adobe Illustrator ist ein Programm zur Erstellung professioneller Zeichnungen und Illustrationen. Es bietet eine Reihe nützlicher Werkzeuge und Hilfsmittel für das Zeichnen von Vektorgrafiken. Abbildung 8.5 zeigt eine Übersicht über die Arbeitsoberfläche des Programms mit einem geöffneten Dokument und den wichtigsten Paletten.


Abbildung 8.5   Übersicht über die Arbeitsoberfläche von Illustrator mit den wichtigsten Paletten und einigen Zeichnungen

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CMYK oder RGB

Wenn Sie ein neues Dokument erstellen, fragt Illustrator Sie zunächst nach der Dokumentgröße (Papiergröße), der gewünschten Maßeinheit für die Lineale und den Farbmodus. Wählen Sie CMYK für Print-Projekte und RGB für Web- oder Multimedia-Produktionen.


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8.3.1 Mit Pfaden arbeiten  downtop

Vektorgrafiken bestehen grundsätzlich aus so genannten Pfaden. Ein Pfad ist eine Ansammlung von Punkten, die durch Linien oder Kurven miteinander verbunden sind. Ein Punkt, der zwei gerade Linien oder zwei getrennte Kurven voneinander trennt, wird Eckpunkt genannt. Ein Punkt, durch den eine Kurve verläuft, heißt dagegen Wendepunkt. Die allgemeine Bezeichnung für beide Arten von Punkten ist Ankerpunkt.

Pfade werden alternativ auch als Bézierkurven bezeichnet. Pierre Bézier war ein französischer Ingenieur, der eine spezielle Geometrie der Kurven erfunden hat; diese Kurvenbeschreibungen wurden zunächst für den Entwurf von Autos und Flugzeugen verwendet, bevor man bemerkte, dass sie sich auch für Computergrafik einsetzen lassen.

Mit dem Zeichenstift arbeiten

Das wichtigste Werkzeug für die Erstellung von Pfaden ist der Zeichenstift (Taste (P)). Die Bezeichnung »Stift« ist ein wenig unglücklich gewählt, denn das Werkzeug sieht eher wie eine Schreibfeder aus. Wenn Sie mit diesem Werkzeug in ein Dokument klicken, entsteht ein neuer Eckpunkt. Ziehen mit der Maus fügt dagegen einen Kurvenwendepunkt ein.

Klicken oder Ziehen am Ursprungspunkt (mit kleinem Kreis am Cursor) erstellt dabei einen geschlossenen Pfad, also ein vollständig umhülltes Objekt, das beispielsweise mit einer Farbfüllung versehen werden kann.

Abbildung 8.6 zeigt, wie Sie durch fortgesetztes Klicken ein Fünfeck und durch fortgesetztes Ziehen ein abgerundetes Quadrat erstellen können.


Abbildung 8.6   Die Einzelschritte beim Zeichnen von Kurven beziehungsweise Linien mit dem Zeichenstift

Abbildung
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Die Punkte in der Abbildung zeigen an, wo der Stift jeweils angesetzt werden muss. Beim abgerundeten Rechteck müssen Sie den Stift sofort beim Aufsetzen ein Stück in die jeweilige Zeichenrichtung ziehen, beim Fünfeck brauchen Sie einfach nur zu klicken. Machen Sie sich keine Sorgen, falls ein Punkt nicht genau an der passenden Stelle sitzt oder eine Linie nicht exakt den richtigen Winkel erhält, all dies können Sie nachträglich ändern.

Zeichenstift-Funktionen

Es folgt eine kurze Übersicht über die wichtigsten Funktionen und Optionen des Zeichenstifts:

gp  Wie bereits erwähnt fügt ein einzelner Klick ins Leere einen Eckpunkt hinzu.
gp  Aufsetzen und Ziehen erzeugt einen Kurvenwendepunkt; die Tangente mit den beiden Anfassern, die dabei zu sehen ist, bestimmt den Kurvenverlauf.
gp  Wenn Sie sich dem Ursprungspunkt Ihres Pfads nähern, sehen Sie am Mauszeiger einen kleinen Kreis und können den Pfad damit schließen. Eine solche geschlossene geometrische Figur kann beispielsweise mit einer Füllung oder einem speziellen Stil versehen werden.

Wichtige Auswahlwerkzeuge

Das zweite wichtige Werkzeug zum Bearbeiten von Pfaden, das mit dem Zeichenstift zusammenarbeitet, ist das Direktauswahl-Werkzeug (Taste (A)), der weiße Mauszeiger oben rechts in der Werkzeugpalette. Er besitzt die folgenden Funktionen:

gp  Ein Klick auf eine Linie oder Kurve eines Pfads wählt diese Linie mit den beiden angrenzenden Eck- oder Wendepunkten aus. So kann eine einzelne Linie beispielsweise gelöscht oder verschoben werden.
gp  Ein Klick auf einen Eckpunkt oder Kurvenwendepunkt und anschließendes Ziehen verschiebt diesen Punkt einzeln und verformt auf diese Weise eine Zeichnung.
gp  Wenn Sie einen Kurvenwendepunkt markiert haben, können Sie an den Anfasserpunkten seiner Tangente ziehen, um den Kurvenverlauf nachträglich zu ändern.
gp  Wenn Sie mit gedrückter (ALT)-Taste an der Tangente ziehen, wird sie in zwei getrennte Linien unterteilt: Der Wendepunkt wird zum Eckpunkt, der zwei unabhängige Kurven voneinander trennt.

Neben dem Direktauswahl-Werkzeug existiert übrigens noch der normale Auswahlpfeil (schwarzer Mauszeiger links oben; Taste (V)). Mit Hilfe dieses Werkzeugs können Sie per Klick oder durch Aufziehen eines Auswahlrahmens ganze Objekte auswählen.

Gruppierungen

Eine interessante Variante des Direktauswahl-Werkzeugs ist das Gruppenauswahl-Werkzeug, das im selben Feld der Werkzeugpalette zu finden ist. Es ermöglicht die Auswahl einzelner Elemente aus Gruppen. Die Funktion Objekt • Gruppieren (STRG + G) wird häufig eingesetzt, um Objekte zusammenzuhalten, die in einer bestimmten Kombination benötigt werden. Falls nachträglich eine Änderung an einer der gruppierten Komponenten erforderlich werden sollte, müssten Sie normalerweise die Gruppierung aufheben (Objekt • Gruppierung aufheben oder (STRG) + (Shift) + (G)). Da dies jedoch umständlich und fehlerträchtig ist, bietet die Gruppenauswahl eine interessante Alternative: Sie können einzelne Elemente von Gruppen auswählen und bearbeiten, während die Gruppierung nach außen hin bestehen bleibt.

Um Pfade nachträglich zu manipulieren, gibt es auf dem Werkzeugpalettenfeld des Zeichenstifts einige weitere Werkzeuge, die erscheinen, wenn Sie die Maustaste länger gedrückt halten:

gp  Das Ankerpunkt-hinzufügen-Werkzeug (Taste (+)) ermöglicht es, nachträglich Punkte zu einem Pfad hinzuzufügen, um beispielsweise aus einfachen Kurvenverläufen komplexere zu machen. Dieselbe Funktion erfüllt übrigens auch das normale Zeichenstift-Werkzeug, wenn Sie nachträglich auf einen markierten Pfad klicken.
gp  Das Ankerpunkt-löschen-Werkzeug (Taste (-)) entfernt einen angeklickten Ankerpunkt. Auf diese Weise können Sie unerwünschte Kurvenverläufe oder Winkel aus Ihrer Zeichnung entfernen. Dasselbe geschieht übrigens auch, wenn Sie einen Ankerpunkt auf einem markierten Pfad mit dem normalen Zeichenstift anklicken.
gp  Das Ankerpunkt-konvertieren-Werkzeug ((Shift) + (C)) wandelt einen Kurvenwendepunkt durch Klick in einen Eckpunkt um. Ein Eckpunkt kann dagegen durch Ziehen in einen Wendepunkt konvertiert werden. Auf diese Weise werden aus Kurven nachträglich Winkel und umgekehrt.

Zeichnen mit Pfaden trainieren

Die Arbeit mit diesen Werkzeugen erfordert sehr viel Übung. Aber wenn Sie erst einmal verstanden haben, wie man damit umgeht, können Sie sie in vielen Programmen auf dieselbe Weise einsetzen wie in Illustrator; beispielsweise funktionieren die Pfadwerkzeuge in Photoshop oder in dem Layoutprogramm Adobe InDesign, das im nächsten Kapitel vorgestellt wird, genauso.

Eine gute Hilfe beim Erlernen der Arbeit mit diesen Werkzeugen ist es, über Datei • Platzieren ein Bitmap zu importieren und zu versuchen, es mit Hilfe der Pfadwerkzeuge nachzuzeichnen. Dazu sollten Sie das Bitmap auf eine eigene Ebene legen und diese mit Hilfe des Knopfes neben dem Auge sperren (Ebenen funktionieren ähnlich wie in Photoshop).

Andere Zeichenwerkzeuge

Einige grundlegende Formen lassen sich einfacher mit den anderen Illustrator-Zeichenwerkzeugen bearbeiten als mit den Pfadwerkzeugen. Erfreulicherweise können Sie sie nachträglich trotzdem mit den Pfadwerkzeugen manipulieren.

Es folgt eine Auswahl der wichtigsten zusätzlichen Zeichenwerkzeuge:

gp  Mit dem Linienwerkzeug (Taste (#)) können Sie durch Ziehen mit der Maus Linien zeichnen. (Shift) beschränkt die Richtung dieser Linien auf Vielfache von 45°.
gp  Mit dem Bogenwerkzeug (im gleichen Feld wie das Linienwerkzeug; kein Tastaturzugriff) wird jeweils genau eine Viertelellipse aufgezogen. Die Richtung orientiert sich daran, wohin Sie die Maus ziehen. (Shift) beschränkt die möglichen Zeichnungen auf Viertelkreise.
gp  Das Rechteck-Werkzeug (Taste (M)) zeichnet Rechtecke oder mit (Shift) Quadrate. Im gleichen Feld finden Sie das Werkzeug für abgerundete Rechtecke, dessen Eckradius Sie einstellen können, indem Sie das Rechteck nicht mit der Maus aufziehen, sondern lediglich an die gewünschte Stelle klicken. Ein solcher Klick mit einem Werkzeug ermöglicht die Eingabe der Parameter in einen Dialog.
gp  Das Ellipsen-Werkzeug (Taste (L)), im gleichen Feld wie das Rechteck, zeichnet Ellipsen oder – mit (Shift) – Kreise. Wenn Sie die (ALT)-Taste festhalten, wird die Ellipse beziehungsweise der Kreis vom Mittelpunkt aus aufgezogen.
gp  Das Polygon-Werkzeug (im Feld von Rechteck und Ellipse; kein Tastenzugriff) zeichnet regelmäßige Vielecke. Die Anzahl der Ecken wird wiederum per Klick festgelegt. Wenn Sie danach weitere Polygone aufziehen, behalten diese die eingestellte Eckenanzahl bei. Dasselbe gilt für das daneben befindliche Stern-Werkzeug.
gp  Mit dem Pinsel (Taste (B)) und dem Buntstift (Taste (N)) können Sie Pfade völlig freihändig zeichnen, der Unterschied zwischen den beiden Werkzeugen liegt in der verschieden voreingestellten Konturstärke.

Farben, Konturen und Stile zuweisen

Pfade können in Illustrator grundsätzlich aus zwei Komponenten bestehen: Kontur und Füllung. Per Voreinstellung wird jeder Pfad zunächst nur als dünne Konturlinie gezeichnet. Mit entsprechenden Funktionen können Sie die Konturfarbe und -form ändern und Flächen mit einer Farbe, einem Verlauf oder einem Muster füllen.

Farben auswählen

Die Palette Farben (Fenster • Farbe oder (F6)) ermöglicht das Einstellen der Kontur- und Füllfarbe. Links oben in der Palette finden Sie ein Feld aus zwei Farbquadraten, mit dessen Hilfe Sie bestimmen können, ob Sie die Kontur- oder die Füllfarbe einstellen möchten. Anschließend können Sie die passende Farbe über die Regler oder das Farbfeld unten auswählen. Die Farben werden ausgewählten Objekten sofort zugewiesen. Um sie anderen Objekten zuzuweisen, können Sie sie einfach mit der Maus auf diese Objekte ziehen. Außerdem werden die eingestellten Farben automatisch allen Objekten zugewiesen, die Sie neu zeichnen.


Abbildung 8.7   Vier verschiedene Beispiele grundlegender Konturstile

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Die Form von Konturen können Sie sehr vielfältig variieren, indem Sie entsprechende Einstellungen in der Palette Kontur (Fenster • Kontur oder (F10)) vornehmen. Zunächst einmal können Sie selbstverständlich unterschiedliche Linienstärken auswählen. Interessant ist außerdem die Wahlmöglichkeit verschiedener Abrundungsstile für Ecken. Abgesehen davon lassen sich gestrichelte Linien realisieren; Sie können in den Feldern unten die Längen aufeinander folgender Liniensegmente und Lücken angeben. Abbildung 8.7 zeigt viermal dasselbe Rechteck mit unterschiedlichen Linienstilen:

gp  Stärke 3 Punkt
gp  Stärke 6 Punkt mit runden Ecken
gp  Stärke 6 Punkt gestrichelt (10 Punkt Strich, 5 Punkt Lücke, 5 Punkt Strich, 5 Punkt Lücke)
gp  Stärke 4 Punkt gestrichelt (4 Punkt Strich, 6 Punkt Lücke) mit abgerundeten Enden.

Verläufe

Statt einer einfachen Füllfarbe können Sie übrigens auch einen Farbverlauf verwenden. Dazu dient die Palette Verlauf ((F9)). Voreingestellt ist ein linearer Verlauf von Schwarz nach Weiß. In der Palette können Sie zwischen einem linearen und einem kreisförmigen Verlauf wählen. Die Farben des Verlaufs ändern Sie, indem Sie die Markierungen unter dem Verlaufsbalken anklicken und in der Farben-Palette eine entsprechende Farbe auswählen. Durch Klick können Sie weitere Markierungen hinzufügen, um Verläufe über mehr Farben zu erstellen; wenn Sie eine Markierung nicht mehr benötigen, können Sie sie einfach nach unten wegziehen.

Die Palette Transparenz ((Shift) + (F10)) ermöglicht es, für jedes Objekt einen beliebigen Transparenzgrad einzustellen und zu bestimmen, wie eine Zeichnung auf darunter liegende Objekte wirken soll – die entsprechenden Modi entsprechen den Pinsel- und Ebenenmodi in Photoshop.


Abbildung 8.8   Verschiedene Effekte, alle auf das gleiche Rechteck angewandt

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Weitere Optionen für die Gestaltung Ihrer Zeichnungen finden Sie in dem umfangreichen Menü Effekte, mit dem Sie ausgiebig experimentieren sollten. Abbildung 8.8 zeigt Beispiele dafür, was sich mit diesen Optionen aus einem einfachen Rechteck mit einem kreisförmigen Farbverlauf machen lässt. Die Einstellungen für die sechs Varianten sind:

gp  Oben links: Effekt • Verkrümmen • Flagge mit Standardeinstellungen
gp  Oben Mitte: Effekt • Verzerren und transformieren • Aufrauen mit Größe 5% (relativ), Unterteilungen 10%, Punkt: Ecken
gp  Oben rechts: Effekt • Verkrümmen • Aufblasen mit Biegung 30%; Verzerrung horizontal –15%
gp  Unten links: Effekt • Verzerren und transformieren • Wirbel mit 50°
gp  Unten Mitte: Effekt • Verzerren und transformieren • Zickzack mit Größe 5% (relativ), 6 Wellen pro Segment, Punkt: Glätten
gp  Unten rechts: Effekt • Verzerren und transformieren • Zusammenziehen und aufblasen mit 80% (positive Werte bedeuten »Aufblasen«, negative »Zusammenziehen«)

Beachten Sie, dass viele dieser Einstellungsmöglichkeiten nicht nur als Dialoge im Effekte-Menü zur Verfügung stehen, sondern auch als interaktive, durch Ziehen mit der Maus verwendbare Werkzeuge in der Werkzeugpalette.

Alle Einstellungen, die Sie an Kontur und Füllung oder im Menü Effekte eingestellt haben, werden übrigens automatisch der Palette Aussehen (Fenster • Aussehen oder (Shift) + (F6)) hinzugefügt. Im Übrigen lassen sich alle Einstellungen und Effekte auch mit der Pipette übertragen (Taste (I)).

Stile speichern

Wenn Ihnen die Einstellungen eines Objekts besonders gut gefallen, können Sie es auch in die Palette Stile (Fenster • Stile oder (Shift) + (F5)) ziehen. Hier werden die Einstellungen des Objekts als neues Feld zu den bereits vorhandenen Stilen hinzugefügt und können einer Zeichnung auf Knopfdruck zugewiesen werden.


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8.3.2 Transformationen und andere Änderungen  toptop

Neben den bereits besprochenen Werkzeugen und Funktionen zum Erstellen von Zeichnungen und zum Ändern ihrer Eigenschaften bietet Illustrator auch eine Reihe wichtiger Werkzeuge, Funktionen und Optionen an, um Objekte zu transformieren, zu duplizieren oder Ähnliches.

Transformation

Am einfachsten lassen sich die Größe und die Drehrichtung einer Zeichnung mit Hilfe der Frei-Transformieren-Werkzeugs (Taste (E)) ändern. Beachten Sie, dass ein Objekt bereits ausgewählt sein muss, bevor Sie es mit diesem Werkzeug bearbeiten können. Falls Sie dies vergessen haben, können Sie das Objekt auch kurz mit gedrückter (STRG)-Taste anklicken ((STRG) schaltet von vielen Werkzeugen aus vorübergehend auf den Standard-Auswahlpfeil um). Nun können Sie dieselben Operationen mit der Auswahl durchführen wie bei der weiter oben besprochenen Frei-Transformieren-Funktion in Photoshop: Durch Ziehen an unterschiedlichen Stellen lassen sich verschiedene Änderungen des Objekts vornehmen.

Alternativ stehen Ihnen in der Werkzeugpalette auch separate Werkzeuge für das Drehen, Verzerren und so weiter zur Verfügung. Die präziseste Art der Transformation bietet allerdings die Palette Transformieren (Fenster • Transformieren oder (Shift) + (F8)), in der Sie alle entsprechenden Einstellungen per Eingabe vornehmen können.

Weitere Transformationsoptionen wie Spiegelungen oder erweiterte Drehungen und Verzerrungen finden Sie im Menü Objekt • Transformieren.

Objekte verschieben und duplizieren

Ausgewählte Objekte können Sie zunächst ganz normal mit dem Standard-Auswahlwerkzeug verschieben. Wenn Sie dabei die (ALT)-Taste gedrückt halten, erzeugt Illustrator automatisch ein Duplikat des ursprünglichen Objekts.

Zwischenablagen-Spezialitäten

Darüber hinaus funktioniert auch in Illustrator die normale Anwendung der Zwischenablage. Bearbeiten • Kopieren ((STRG) + (C)) kopiert ein Objekt in die Zwischenablage, während Bearbeiten • Ausschneiden ((STRG) + (X)) es dorthin verschiebt. Interessant wird es dagegen beim Einfügen eines kopierten Objekts: Bearbeiten • Einfügen ((STRG) + (V)) fügt den Inhalt der Zwischenablage völlig normal ein, und zwar an einer beliebigen Stelle. Bearbeiten • Davor einfügen ((STRG) + (F)) beziehungsweise Bearbeiten • Dahinter einfügen ((STRG) + (B)) fügen die Auswahl dagegen genau an der ursprünglichen Stelle ein, und zwar je nach Befehl im Vorder- oder Hintergrund.

Die Palette Ausrichten ((STRG) + (F7)) ermöglicht es, mehrere ausgewählte Objekte an einer bestimmten gemeinsamen Achse auszurichten oder ihre Abstände zueinander genau zu verteilen.

Im Zusammenhang mit dem Duplizieren von Objekten ist zu guter Letzt das Angleichen-Werkzeug (Taste (W)) von Interesse, das zum Beispiel für den Übergang vom Stern zum abgerundeten Quadrat in Abbildung 8.1 verwendet wurde. Ein Doppelklick auf das Werkzeug selbst ermöglicht es Ihnen, Einstellungen dafür vorzunehmen. Wenn Sie Festgelegte Stufen wählen, wird beispielsweise eine bestimmte Anzahl von Übergangsobjekten verwendet; Festgelegter Abstand legt dagegen einen verbindlichen Abstand zwischen den einzelnen Objekten fest. Nachdem Sie die gewünschten Einstellungen vorgenommen haben, können Sie zunächst das Start- und anschließend das Zielobjekt anklicken.

Die Stapelreihenfolge von Objekten

Als typisches Vektorgrafikprogramm ermöglicht es Illustrator, auch innerhalb einer Ebene beliebig viele Zeichnungen aufeinander zu platzieren, ohne dass sie sich gegenseitig vernichten (bei Bitmap-Programmen wie Photoshop ist dies natürlich völlig anders: Wenn Sie mit einem Malwerkzeug auf eine Ebene malen, werden eventuell dort vorhandene Pixel automatisch ersetzt).

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Sie die Stapelreihenfolge von Objekten beeinflussen können: Die Optionen im Menü Objekt • Anordnen ermöglichen es, Zeichnungen auf der aktuellen Ebene weiter nach vorn oder nach hinten zu stellen. Die Befehle Schrittweise vorwärts ((STRG) + (Ö)) oder Schrittweise rückwärts ((STRG) + (Ä)) verschieben ein Objekt dabei um jeweils eine Stufe nach vorn oder nach hinten, während Nach vorne bringen ((STRG) + (Shift) + (Ö)) und Nach hinten stellen ((STRG) + (Shift) + (Ä)) die Auswahl als vorderstes beziehungsweise hinterstes Objekt auf der Ebene einsetzen.

Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Befehle in den Menüs Objekt • Fixieren beziehungsweise Objekt • Ausblenden, die die aktuelle Auswahl unabhängig von der ganzen Ebene vor Änderungen schützen beziehungsweise vorübergehend verbergen können.






  

Einstieg in PHP 5

Einstieg in Java

C von A bis Z

Einstieg in C++

Einstieg in Linux

Einstieg in XML

Apache 2




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