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Galileo Computing - Professionelle Buecher. Auch fuer Einsteiger.
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Kompendium der Informationstechnik
 von Sascha Kersken
EDV-Grundlagen, Programmierung, Mediengestaltung
Buch: Kompendium der Informationstechnik
gp Kapitel 8 Bildbearbeitung und Grafik
  gp 8.1 Theoretische Grundlagen
    gp 8.1.1 Licht und Farbe
    gp 8.1.2 Bildgröße und Auflösung
  gp 8.2 Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop
    gp 8.2.1 Auflösung, Farbmodus und Farbtiefe einstellen
    gp 8.2.2 Auswahlwerkzeuge und -techniken
    gp 8.2.3 Malwerkzeuge und Malfunktionen
    gp 8.2.4 Arbeiten mit Ebenen
  gp 8.3 Bearbeiten von Vektorgrafik mit Adobe Illustrator
    gp 8.3.1 Mit Pfaden arbeiten
    gp 8.3.2 Transformationen und andere Änderungen
  gp 8.4 Zusammenfassung

gp

Prüfungsfragen zu diesem Kapitel (extern)


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8.2 Bildbearbeitung mit Adobe Photoshop  downtop

In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Funktionen des Bildbearbeitungsprogramms Adobe Photoshop. Natürlich kann in diesem Rahmen nicht einmal ein Bruchteil der Funktionsvielfalt dieser Anwendung dargestellt werden.

Abbildung 8.1 zeigt zunächst einen Überblick über die gesamte Arbeitsoberfläche von Photoshop. Links oben sehen Sie die Werkzeugpalette mit ihren Unmengen von Auswahl-, Mal- und Vektorwerkzeugen, daneben befindet sich ein Dokumentfenster mit aktivierten Linealen und Hilfslinien, rechts sind einige wichtige Paletten zu erkennen und am oberen Rand, unmittelbar unter dem Menü, befinden sich die Werkzeugoptionen.


Abbildung 8.1   Übersicht über die Arbeitsoberfläche von Adobe Photoshop

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Nachdem Sie eine Bilddatei geöffnet, eine Vorlage eingescannt oder Bilddaten von einer Digitalkamera importiert haben, befindet sich das zu bearbeitende Bild in einem Dokumentfenster. In Photoshop können Sie beliebig viele Dokumente zur gleichen Zeit bearbeiten; die Inhalte der meisten Paletten beziehen sich dabei jeweils auf das aktivierte Dokument.


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8.2.1 Auflösung, Farbmodus und Farbtiefe einstellen  downtop

Die weiter oben besprochenen Bildeigenschaften Auflösung, Farbmodelle und Farbtiefe spielen auch bei der Arbeit in Photoshop eine wichtige Rolle. Deshalb ist es üblich, sie als Erstes einzustellen, bevor andere Arbeiten ausgeführt werden.

Bildgröße und Auflösung

Die Bildgröße und die Auflösung werden im Dialog Bild • Bildgröße eingestellt, der in Abbildung 8.2 zu sehen ist. Zu beachten ist, dass in diesem Dialogfeld im Grunde zwei verschiedene Einstellungen vorgenommen werden können: die tatsächliche Bildgröße in Pixeln und die auflösungsabhängige Ausgabegröße, meist in cm oder Inch.


Abbildung 8.2   Der Photoshop-Dialog »Bild • Bildgröße«

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Im oberen Teil des Dialogs wird die tatsächliche Pixelgröße angezeigt. Veränderbar ist sie nur, wenn ganz unten Bild neu berechnen angekreuzt ist. Bequemerweise können Sie von Pixeln auf Prozent umschalten.

Im unteren Teil werden die Ausgabegröße und die mit ihr zusammenhängende Auflösung eingestellt – die Bezeichnung »Dateigröße« basiert wohl auf einer unkorrekten Übersetzung. Wenn Sie das Neuberechnen ausschalten und die Bildgröße erhöhen, verringert sich entsprechend die Auflösung und umgekehrt. Für die Größe können Sie viele verschiedene Maßeinheiten wählen. Die typographischen Einheiten Punkt und Pica werden im nächsten Kapitel, DTP und digitale Druckvorstufe, genau erläutert, alle anderen sollten Ihnen geläufig sein.

Recht nützlich ist die Einstellung Proportionen beibehalten: Sie dient dazu, Änderungen der Breite und der Höhe aufeinander abzustimmen und betrifft beide Arten von Größenangaben.

Interpolationsverfahren für Skalierungen

Für die Neuberechnung stehen drei verschiedene mathematische Verfahren zur Verfügung, die je nach Bildart unterschiedlich gut geeignet sind:

gp  Die Pixelwiederholung fügt einfach die benötigte Anzahl von Pixeln hinzu oder entfernt sie. Geeignet ist dieses Verfahren besonders für grafische Darstellungen mit wenigen, flächigen Farben und klaren Konturen.
gp  Die bilineare Interpolation betrachtet vor der Vergrößerung oder Verkleinerung die Farben der beiden oben und unten beziehungsweise links oder rechts vom aktuellen Pixel befindlichen Nachbarpixel. Sie ist glatter als die Pixelwiederholung.
gp  Bei der bikubischen Interpolation werden sogar die Farben aller acht umgebenden Pixel miteinbezogen. Das Ergebnis ist ein besonders stark geglättetes Bild; das Verfahren ist besonders gut für Fotos und andere halbtonreiche Bilder geeignet.

Beachten Sie, dass keines der drei Rechenverfahren bei einer Vergrößerung Details hinzuerfinden kann, die im ursprünglichen Bild nicht enthalten waren. Deshalb ist von einer Vergrößerung, die mehr als etwa das Doppelte ausmacht, in den meisten Fällen dringend abzuraten.


Abbildung 8.3   Die verschiedenen Interpolationsmethoden beim Vergrößern am Beispiel eines Fotos und einer Zeichnung. Von links nach rechts: Originalgröße, bikubisch, bilinear, Pixelwiederholung.

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Abbildung 8.3 zeigt zur Verdeutlichung untereinander einen Fotoausschnitt und einen einfarbigen Kreis mit nicht geglättetem Rand, die beide (von links nach rechts) mit den Interpolationsmethoden bikubisch, bilinear und mit Pixelwiederholung achtfach vergrößert wurden.

Übrigens werden die drei Interpolationsmethoden nicht nur für die Änderung der gesamten Bildgröße verwendet, sondern auch für die Transformation (Skalierung, Rotation, Verzerrung) von Auswahlen oder Ebenen. Innerhalb der Transformationsdialoge kann die Art der Interpolation allerdings nicht ausgewählt werden; zuständig ist in diesem Fall die Voreinstellung Interpolation unter Bearbeiten • Voreinstellungen • Allgemeine beziehungsweise (STRG) + (K).

Falls Sie lediglich die Größe Ihres Bildes, aber nicht die Größe der dargestellten Objekte ändern möchten, funktioniert dies unter Bild • Arbeitsfläche. Sie können hier in unterschiedlichen Maßeinheiten eine neue Breite und Höhe angeben; mit den Auswahlfeldern darunter können Sie bestimmen, wo das bisherige Bild in die neue Arbeitsfläche eingesetzt werden soll. Falls die neue Arbeitsfläche kleiner sein sollte als die bisherige, erhalten Sie zunächst eine entsprechende Warnmeldung.

Zu unterscheiden sind diese Einstellungen übrigens von Änderungen der Ansichtsgröße oder des Zoomfaktors, die das Bild selbst nicht ändern. Mit dem Lupenwerkzeug (Taste (Z)) können Sie die Bildansicht mit jedem Klick um eine Stufe vergrößern; (ALT) + Klick verkleinert wieder um eine Stufe. Dasselbe erledigen die Tastenkombinationen (STRG) + (+) beziehungsweise (STRG) + (-). Ein Doppelklick auf das Lupenwerkzeug selbst oder (STRG) + (ALT) + (0) stellt die Originalgröße (100%) wieder her; (STRG) + (0) stellt die Größe dagegen so ein, dass das Dokumentfenster mit dem ganzen Bild genau in den Arbeitsbereich von Photoshop passt.

Farbmodus und Farbtiefe

Die weiter oben bereits theoretisch besprochenen Farbmodelle lassen sich in Photoshop durch verschiedene Farbmodi darstellen. Im Menü Bild • Modus können Sie die folgenden Farbeinstellungen vornehmen:

gp  Der Modus Bitmap ist ein »Bitmap« im engeren Sinne, da für jeden Pixel nur noch ein einziges Bit verwendet wird. Die einzelnen Pixel sind also entweder weiß oder schwarz. Dieser Modus lässt sich nur aus dem Graustufenmodus heraus erstellen und ist beispielsweise als Fotokopier- oder Faxvorlage geeignet. Die konkrete Art der Umrechnung der Graustufen in schwarze und weiße Pixel kann unter Methode verwenden eingestellt werden.
    Beispielsweise stellt Schwellenwert einfach alle Pixel, die dunkler sind als ein bestimmter Grauton, schwarz und alle anderen weiß. Diffusion-Dither beziehungsweise Muster-Dither erstellen dagegen aus den verschieden hellen Graustufen ein unregelmäßiges beziehungsweise regelmäßiges Muster, das umso mehr schwarze Pixel enthält, je dunkler eine bestimmte Stelle ist.
       
gp  Graustufen sind zur Erstellung von Schwarzweißabbildungen aus Farbfotos gedacht. Sie können auch die Option Bild • Einstellungen • Sättigung verringern zum Entfärben verwenden, wodurch der ursprüngliche Farbmodus des Bildes bestehen bleibt. Allerdings besitzt der Wechsel in den offiziellen Graustufenmodus einen Vorteil: Die Farben werden »gewichtet« in Graustufen umgewandelt, was der Realität entspricht, weil bestimmte Farben heller empfunden werden als andere – beispielsweise erscheint Rot erheblich dunkler als Grün trotz desselben rechnerischen Helligkeitswertes. Bei der Funktion »Sättigung verringern« wird dagegen einfach der HSB-Sättigungswert auf 0 gestellt; die mathematischen Helligkeiten bleiben erhalten.
gp  Duplex dient dem Drucken mit Sonderfarben. Statt der Graustufen können eine oder mehrere spezielle Druckfarben eingestellt werden. Sie können eine bis vier Farben (Sonderfarbe, Duplex, Triplex, Quadruplex) und ihre jeweiligen Helligkeitsverteilungen wählen, für die Auswahl jeder einzelnen Farbe steht der gewöhnliche Photoshop-Farbwähler zur Verfügung.
gp  Indizierte Farben sind für Bilder mit insgesamt nur 8 Bit Farbtiefe gedacht. Bei der Konvertierung in diesen Modus müssen Sie eine Farbtabelle auswählen, auf die die Farben des Bildes gekürzt beziehungsweise verteilt werden sollen. Sie können sich entweder für eine an das Bild angepasste Palette (selektiv, perzeptiv oder adaptiv) oder eine vorgegebene Palette (Web, Betriebssystem) entscheiden. Da das Thema indizierte Farben für das Screendesign in den Bereichen Multimedia und Webdesign besonders wichtig ist, wird es in Kapitel 17, Webdesign, ausführlich am Beispiel von Macromedia Fireworks behandelt.
gp  RGB wurde weiter oben bereits ausführlich besprochen – es handelt sich um den Standardmodus für Bildschirmbilder. Beachten Sie, dass eine Reihe spezieller Photoshop-Funktionen nur für RGB-Bilder zur Verfügung stehen, sodass der Wechsel in einen anderen Modus oft erst als letzter Schritt erfolgt.
gp  Auch CMYK wurde bereits diskutiert. Die Farbseparation, also die Konvertierung von RGB in CMYK, sollte zunächst mittels Bearbeiten • Farbeinstellungen angepasst werden. Da für den Druck nicht alle RGB-Farben zur Verfügung stehen und sich die Druckfarben verschiedener Geräte voneinander unterscheiden, ist die richtige Gewichtung der Farben bei der Umwandlung sehr wichtig.
gp  Der Wechsel zur Lab-Farbe von RGB oder CMYK aus ist dagegen vollkommen unproblematisch: Der Lab-Farbraum enthält sowohl den vollständigen RGB- als auch den kompletten CMYK-Farbraum als Teilmengen. Lab-Bilder erhalten Sie oft als Ergebnis, wenn Sie Bilder mit hochwertiger Scansoftware einscannen.
gp  Der Modus Mehrkanal ähnelt dem Duplex-Modus, er dient ebenfalls dem Drucken mit mehreren Sonderfarben. Allerdings kann jeder Farbkanal über einen individuellen Inhalt verfügen. Dies macht den Mehrkanalmodus erheblich flexibler als den Duplex-Modus.

Die restlichen Einstellungen im Menü Bild • Modus dienen beispielsweise der Auswahl zwischen 8 und 16 Bit pro Farbkanal (Letzteres wird nur extrem selten eingesetzt) oder der direkten Wahl eines Farbprofils für die CMYK-Konvertierung (Bild • Modus • In Profil konvertieren).

Je nachdem, welchen Modus Sie eingestellt haben, können Sie in der Kanäle-Palette (Fenster • Kanäle) unterschiedliche einzelne Farbkanäle sehen. Durch Anklicken der einzelnen Kanäle oder die Tastenkombinationen (STRG) + (1), (STRG) + (2) und so weiter können Sie die Inhalte der Kanäle einzeln betrachten; mit (STRG) + (<) kommen Sie zurück zum »Gesamtkanal«. Kanäle werden im folgenden Unterabschnitt genauer besprochen, in dem es um diverse Auswahlmöglichkeiten geht.


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8.2.2 Auswahlwerkzeuge und -techniken  downtop

Bei einer so umfangreichen Werkzeugpalette, wie Photoshop sie zu bieten hat, ist es nicht ratsam, die Funktionen sämtlicher Werkzeuge in einer einzigen Liste zu beschreiben, wie es in diesem Buch bei anderen Programmen wie InDesign oder Flash getan wird. Stattdessen wird die Photoshop-Werkzeugleiste hier nach einzelnen Funktionsgruppen getrennt behandelt, und zwar jeweils zusammen mit den passenden Menübefehlen und Optionen.

Den obersten Abschnitt der Werkzeugpalette bilden die diversen Arten von Pixel-Auswahlwerkzeugen. Das Auswählen von Bildteilen ist wahrscheinlich die wichtigste Funktion in der Bildbearbeitung, weil nur sie es Ihnen ermöglicht, Bildcomposings herzustellen, unerwünschte Hintergründe zu entfernen oder Bildausschnitte zu verwenden.

In der folgenden Aufzählung werden die Auswahlwerkzeuge in der Werkzeugpalette beschrieben. Allerdings wird nicht für jedes einzelne Werkzeug ein eigener Aufzählungspunkt verwendet, sondern für jedes Feld in der Palette. Diejenigen Felder, die rechts unten einen kleinen Pfeil aufweisen, enthalten mehrere Werkzeuge, die Sie erreichen können, wenn Sie die Maustaste länger gedrückt halten.

gp  Auswahlrechteck (Taste (M)), Auswahlellipse (ebenfalls (M)), Einzelne Zeile und Einzelne Spalte: Mit Hilfe dieser Werkzeuge können Sie einen regelmäßigen Pixelbereich auswählen.
    Das Auswahlrechteck wählt einen rechteckigen Bereich aus. Wenn Sie beim ersten Auswählen die (Shift)-Taste festhalten, wird ein Quadrat aufgezogen; mit gedrückter (ALT)-Taste wird das Rechteck oder Quadrat von der Mitte aus erzeugt. Wenn Sie das Werkzeug mehrmals verwenden, fügt (Shift) dagegen weitere Bereiche zur Auswahl hinzu, (ALT) entfernt sie von der Auswahl. Die Ellipse funktioniert genauso.
       
    Die beiden anderen Auswahlwerkzeuge wählen, wie die Bezeichnung vermuten lässt, eine einzelne Pixelzeile oder -spalte aus. Dies kann nützlich sein, um unsaubere Ränder auszubessern.
       
    In der Optionsleiste können Sie weitere Einstellungen für die Auswahl vornehmen: Bei allen vier Werkzeugen können Sie eine Weiche Auswahlkante hinzufügen – um die eigentliche Auswahl herum entsteht ein Rand mit der angegebenen Anzahl von Pixeln, in dem die Auswahl allmählich ausläuft. Die Pixel innerhalb dieses Bereichs sind also nicht mit voller Deckkraft ausgewählt, sondern nur teilweise – Malwerkzeuge und andere Änderungen wirken nur zu einem bestimmten Prozentsatz auf sie.
       
    Bei der Ellipse können Sie zusätzlich die Option Glätten aktivieren – ähnlich wie bei der weichen Kante werden die Pixel am Rand der Ellipse mit unterschiedlicher Deckkraft ausgewählt. Die Art der Kantenglättung mit einem allmählichen Übergang zur Hintergrundfarbe, die durch eine solche Auswahl entsteht, wird als Anti-Alias bezeichnet. Sie ist für eine glatte Bildschirmdarstellung notwendig, weil Pixel quadratisch sind, sodass diagonale Linien oder Kurven sonst treppenförmig wirken.
       
gp  Das Verschiebewerkzeug (Taste (V)) verschiebt die aktuelle Auswahl oder – falls nichts ausgewählt ist – die aktuelle Ebene. Das Verschieben kann mit der Maus oder präziser mit den Pfeiltasten geschehen. Ziehen bei gedrückter (Shift)-Taste beschränkt die Bewegungsfreiheit auf eine geradlinige Richtung; (ALT) dupliziert die Auswahl, statt sie nur zu verschieben.
gp  Die verschiedenen Lasso-Werkzeuge (jeweils Taste (L)) dienen der Erstellung nichtgeradliniger Auswahlen. Mit dem normalen Lasso können Sie eine beliebige Freihandauswahl aufziehen, das Polygon-Lasso erstellt bei jedem Klick eine weitere Kante eines beliebigen Vielecks und das Magnetische Lasso orientiert sich automatisch an Konturen beziehungsweise Farbkontrasten, an denen Sie es entlangziehen. Die Auswahl mit dem normalen Lasso kann einfach durch Loslassen der Maustaste abgeschlossen werden, die beiden anderen Arten der Lasso-Auswahl werden per Doppelklick beendet.
gp  Der Zauberstab (Taste (W)) wählt Pixel aus, die eine ähnliche Farbe besitzen wie der gerade angeklickte. Die wichtigste Option ist die Toleranz, die bestimmt, wie ähnlich sich Farben sehen müssen, um durch den Zauberstab ausgewählt zu werden. Der Wert 0 lässt nur exakt dieselbe Farbe zu; 255 wählt alle Pixel ohne Unterschied aus. Die dazwischen liegenden Werte repräsentieren entsprechend verschieden große Farbunterschiede.
    Die Option Benachbart beschränkt die Auswahl auf jeden Fall auf zusammenhängende Pixel. Wenn Sie sie ausschalten, werden Pixel auf der gesamten Ebene oder – falls die Option Alle Ebenen einbeziehen ebenfalls aktiviert wird – im gesamten Bild ausgewählt, die der angeklickten Farbe entsprechen. Wenn Sie nur benachbarte Pixel ausgewählt haben, es sich dann aber anders überlegen, können Sie nachträglich den Menübefehl Auswahl • Ähnliches Auswählen ausführen.
       
gp  Das Freistellungswerkzeug (Taste (C)) ermöglicht es, einen rechteckigen Bereich auszuwählen (und mit Randanfassern beliebig zu verschieben), der anschließend per Doppelklick oder mit Hilfe des Bestätigungs-Buttons in der Optionsleiste zur neuen Arbeitsfläche gemacht werden kann. Bei einer normalen Rechteckauswahl erfüllt Bild • Freistellen dieselbe Aufgabe.
gp  Das Slice-Werkzeug (Taste (K)) ermöglicht ebenfalls eine rechteckige Auswahl. Das Ergebnis dieser Auswahl sind nummerierte Bereiche, die einzeln als Dateien exportiert und mit aktiven Funktionen für Websites versehen werden können. Das auf derselben Taste befindliche Slice-Auswahl-Werkzeug ermöglicht das Anwählen der einzelnen erstellten Slices, um ihre Optionen einzustellen. In Kapitel 17, Webdesign, werden die entsprechenden Werkzeuge von Macromedia Fireworks besprochen.

Auswahlbefehle

Neben diesen Werkzeugen gibt es eine Reihe von Menüoptionen und weitere Möglichkeiten, Auswahlen zu erstellen. Die wichtigsten von ihnen befinden sich im Menü Auswahl. Alles auswählen ((STRG) + (A)) wählt das gesamte Bild beziehungsweise sämtlichen Inhalt der aktuellen Ebene aus, Auswahl aufheben ((STRG) + (D)) hebt jegliche Auswahl auf. Sehr nützlich ist oft auch die Option Auswahl umkehren ((STRG) + (Shift) + (I)), die die aktuelle Auswahl inklusive einer eventuellen weichen Auswahlkante in ihr genaues Gegenteil verkehrt.

Der Befehl Auswahl • Farbbereich auswählen ermöglicht ein ähnliches Auswahlverfahren wie der Zauberstab, allerdings in einem kompakten Dialog mit Vorschau und mehr Optionen.

Weiche Auswahlkante ermöglicht auch noch nachträglich das Erstellen der bereits angesprochenen weichen Kante. Die Optionen unter Auswahl verändern ermöglichen das Vergrößern oder Verkleinern der Auswahl, das Erstellen eines abgerundeten Bereichs sowie einer Umrandung.

Auswahl vergrößern und Ähnliches auswählen ermöglichen das Auswählen benachbarter beziehungsweise über das Bild verteilter farbähnlicher Pixel. Ausschlaggebend ist die Toleranzeinstellung des Zauberstabwerkzeugs.

Mit Hilfe von Auswahl transformieren können Sie die weiter unten für Ebenen besprochenen Transformationsoptionen mit einer Auswahl durchführen.

Mit Farb- und Alphakanälen arbeiten

Es ist zunächst einmal eine interessante Frage, was Farbkanäle und Auswahlen miteinander zu tun haben. Dafür ist es erforderlich, zu verstehen, was eigentlich genau ein Kanal ist: Es handelt sich im Grunde um ein eigenständiges Graustufenbild. Der Grauwert eines Pixels innerhalb eines Kanals bestimmt die Intensität der Farbe dieses Kanals an der entsprechenden Stelle. Die Wirkung der Kanäle können Sie folgendermaßen leicht nachvollziehen:

1. Erstellen Sie mittels Datei • Neu eine neue Bilddatei. Wählen Sie den Modus RGB, eine Bildgröße von beispielsweise 500 x 500 Pixeln und die rechnerische Bildschirmauflösung von 72 Pixeln pro Inch.
       
2. Wählen Sie als Vordergrundfarbe (linkes oberes Quadrat im Farbbereich der Werkzeugpalette) Schwarz aus.
       
3. Wählen Sie das Pinselwerkzeug aus und stellen Sie in der Optionsleiste eine einigermaßen dicke Werkzeugspitze (zum Beispiel 13 Pixel) ein.
       
4. Schalten Sie nun in der Kanäle-Palette durch einen Klick auf den Palettennamen nacheinander auf die drei einzelnen Farbkanäle Rot, Grün und Blau um, und malen Sie mit dem Pinsel jeweils einige Striche hinein.
       
5. Aktivieren Sie nun wieder die RGB-Ansicht. Wie Sie feststellen werden, sind die in den Rot-Kanal gemalten Striche cyan, die in den Grün-Kanal gesetzten magenta und die in den Blau-Kanal gezeichneten gelb. Die Striche erscheinen also in der Komplementärfarbe des jeweiligen Kanals.
       

Dieses Phänomen ist leicht zu erklären: Weiß bedeutet beim RGB-Schema, dass alle drei Grundfarben ihre volle Intensität besitzen – weißes Licht ist das hellste, das es gibt. Beim Erstellen eines neuen, weißen Bildes sind also alle Pixel in den drei Kanälen mit dem höchsten denkbaren Farbwert gefüllt. Wenn Sie nun beispielsweise in den Rot-Kanal Schwarz malen, bleibt die völlige Abwesenheit von Rot übrig: die Komplementärfarbe Cyan.

Wenn Sie dieselbe Übung mit einem CMYK-Bild wiederholen, geschieht interessanterweise das Gegenteil: Malen in den Cyan-Kanal erzeugt tatsächlich einen cyanfarbenen Bereich. Bei Magenta und Gelb funktioniert es entsprechend: Die subtraktive Farbmischung sieht Weiß als Nichtvorhandensein von Farbe an, wenn Sie nun einen der vier CMYK-Kanäle mit Schwarz füllen, besitzt seine jeweilige Farbe an den entsprechenden Stellen die volle Intensität.

Eine Auswahl ist nichts anderes als ein auf spezielle Art und Weise dargestellter Kanal, bei dem Weiß für vollständig ausgewählt und Schwarz für gar nicht ausgewählt steht. Die Graustufen dazwischen sind für Auswahlen mit geringerer Intensität geeignet, beispielsweise für die bereits erwähnten weichen Auswahlkanten.

Auswahl speichern/laden

Ganz unten in der Kanäle-Palette gibt es deshalb zwei Buttons, um den aktuellen Kanal als Auswahl zu laden beziehungsweise die bestehende Auswahl als neuen Kanal zu speichern. Alternativ können Sie auch die Funktionen Auswahl • Auswahl laden beziehungsweise Auswahl speichern aus dem Menü verwenden.

Wenn Sie eine Auswahl als Kanal speichern, wird dieser neue Kanal als Alphakanal gespeichert. Sie können einen Alphakanal in der Kanäle-Palette aktivieren und ganz normal mit schwarzer oder weißer Farbe und beliebigen Malwerkzeugen hineinzeichnen, um die entsprechende Auswahl zu modifizieren.

Ebenso kann es sich lohnen, einen bestehenden Farbkanal zu duplizieren, um ihn als Auswahl zu verwenden. Ziehen Sie ihn dazu in der Kanäle-Palette auf den Button für einen neuen Kanal (das weiße Dokumentsymbol) und wandeln Sie ihn anschließend wie beschrieben in eine Auswahl um. Natürlich können Sie auch Helligkeit oder Kontrast des Kanals ändern oder ihn mit Malwerkzeugen bearbeiten, um die Auswahl zu perfektionieren.

Maskierungsmodus

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Arbeit mit dem Maskierungsmodus: Wenn Sie in der Werkzeugpalette auf den rechten Button unter den Farboptionen klicken, dienen die weiter unten besprochenen gewöhnlichen Malwerkzeuge nicht mehr dem Farbauftrag, sondern der Maskierung. Nach dem Zurückschalten in den Standardmodus durch Klick auf den linken Button sind die nicht maskierten Bereiche ausgewählt.

Transformationen

Nachdem Sie eine Auswahl erstellt haben, besteht eine der wichtigsten Aufgaben in der Erstellung von Transformationen, also Änderungen der Größe, des Winkels oder der Verzerrung.

Frei transformieren

Die einfachste Art und Weise, eine Transformation einzuleiten, besteht darin, die Option Bearbeiten • Frei Transformieren zu wählen beziehungsweise (STRG) + (T) auszuwählen. Die Auswahl oder die aktuelle Ebene wird mit einem Rahmen versehen, der verschiedene Anfasser enthält: Ziehen an den Außenanfassern selbst ermöglicht die Skalierung in die jeweilige Richtung, Ziehen außerhalb der Anfasser dreht die Auswahl um den gewählten Winkel. Für die Drehung ist der Mittelpunkt relevant, den Sie ebenfalls verschieben können.

In der Optionen-Leiste können Sie die einzelnen Transformationsschritte alternativ per Eingabe vornehmen. Ein Klick auf den dort befindlichen Bestätigungs-Button, (Enter) oder ein Doppelklick auf die Auswahl bestätigt die Transformation und führt sie mit der zuvor eingestellten Interpolation durch.

Im Menü Bearbeiten • Transformieren finden Sie darüber hinaus weitere Optionen wie Spiegeln, Drehen um bestimmte, häufig benötigte Winkel oder Perspektivisch Verzerren (ein Bild in eine bestimmte Richtung verwerfen, um es in eine bestimmte Perspektive eines anderen Bildes einzupassen).

Farbkorrekturen

Auswahlen werden auch häufig verwendet, um Farbkorrekturen und ähnliche Anpassungen durchzuführen. Die meisten dieser Optionen finden Sie im Menü Bild • Einstellungen. Es folgt eine Übersicht über die wichtigsten von ihnen:

gp  Die Tonwertkorrektur ((STRG) + (L)) ermöglicht die genaue Regelung des Farbbereichs eines Bildes. In der oberen Hälfte des Dialogs können Sie die Tonwertspreizung einstellen, das heißt das Spektrum der im Bild vorhandenen Tonwerte – und zwar sowohl für die gesamte RGB-Mischung als auch für jeden Farbkanal einzeln. Wenn Sie den linken Anfasser (Schwarz) nach rechts bewegen, werden alle links davon liegenden Farben schwarz, das Bild wird insgesamt dunkler. Ebenso wird die Auswahl heller und besteht aus insgesamt weniger verschiedenen Farben, wenn Sie den rechten Anfasser (Weiß) nach links verschieben. Der mittlere Anfasser regelt schließlich die Position des 50%-Grau-Punkts.
    Alternativ können Sie die drei Punkte auch festlegen, indem Sie die entsprechenden Pipetten-Schaltflächen aktivieren und anschließend passende Bereiche im Bild selbst anklicken.
       
    Die Häufigkeitsverteilung der Farben wird übrigens als Histogramm angegeben; dieses können Sie auch separat mittels Bild • Histogramm ansehen. Bei Fotos sollte sich hier eine harmonische Kurve befinden; bei Grafiken oder anderen Bildern mit wenigen Farben werden Sie eher vereinzelte Säulen sehen.
       
    Der Tonwertumfang bestimmt, welche Tonwerte absolut gesehen im Bild vorkommen. Wenn Sie also an einem der beiden Enden Töne wegnehmen, besitzt die Auswahl beziehungsweise der entsprechende Kanal kein völliges Schwarz oder absolutes Weiß mehr.
       
gp  Die Auto-Tonwertkorrektur versucht, ein über- oder unterbelichtetes Foto oder eine Abbildung schlecht beleuchteter Gegenstände automatisch auszugleichen. Bei einem guten Foto dürfte sich durch diese Option keine Änderung ergeben.
gp  Mit Hilfe der Gradationskurven ((STRG) + (M)) können Sie die Tonwertverteilung noch genauer einstellen.
gp  Die Farbbalance ((STRG) + (B)) ermöglicht einen Ausgleich von Farbstichen, indem sie die getrennte Gewichtung der Tiefen, Mitteltöne und Lichter der Auswahl zwischen den Komplementärfarben Rot und Cyan, Grün und Magenta sowie Blau und Gelb ermöglicht.
gp  Die Option Farbton/Sättigung ((STRG) + (U)) bietet Gelegenheit, die einzelnen Aspekte des Lab-Farbaufbaus einzeln einzustellen. Über Farbton, Farbsättigung und Lab-Helligkeit können Sie versuchen, aus blassen, stichigen oder sonst wie minderwertigen Bildern mehr herauszuholen.
gp  Über die Einstellung Umkehren werden alle Farben eines Bildes in ihr Gegenteil verkehrt. Nützlich ist dies beispielsweise für eingescannte Negative.
gp  Mit Hilfe von Variationen können Sie schrittweise Farbton-, Helligkeits- und Kontraständerungen eines Bildes beziehungsweise einer Auswahl ausprobieren.

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8.2.3 Malwerkzeuge und Malfunktionen  downtop

Photoshop verfügt über eine Reihe verschiedener Malwerkzeuge und -funktionen. Sie werden an dieser Stelle nicht in der Reihenfolge behandelt, in der sie in der Werkzeugpalette vorkommen, sondern nach ihrer Wichtigkeit. Speziellere Malwerkzeuge werden hier nicht behandelt.

gp  Der Pinsel (Taste (B)) und der auf demselben Feld der Werkzeug-Palette befindliche Buntstift (ebenfalls (B)) dienen dem Auftragen von Farbe auf die aktuelle Ebene. Der einzige wichtige Unterschied zwischen ihnen besteht darin, dass der Pinsel eine weiche Kante besitzen kann, während beim Buntstift stets ein harter Übergang von den bemalten zu den nicht bemalten Pixeln gebildet wird.
    In der Optionen-Leiste gibt es eine Reihe interessanter Einstellungen, die Sie für die beiden Werkzeuge vornehmen können. Als Erstes wird der Werkzeugdurchmesser eingestellt, er bezieht sich auf die im Feld ganz rechts konkret ausgewählte Werkzeugspitze.
       
    Die Einstellung Modus bezeichnet die Art und Weise, wie die Farbe auf den Untergrund aufgetragen wird:
       
Normal trägt die gewählte Farbe einfach gleichmäßig auf den Untergrund auf. Sprenkeln ergibt nur mit verringerter Deckkraft einen Sinn: Statt den gesamten Bereich gleichmäßig mit weniger stark deckender Farbe zu füllen, werden immer weniger einzelne Pixel mit voller Deckkraft gestreut. Dahinter auftragen bemalt nur die transparenten Bereiche einer Ebene. Dies funktioniert nicht bei Hintergrundebenen oder bei fixierter Transparenz (siehe unten). Löschen fügt statt der Farbe Transparenz hinzu. Auch dies funktioniert nicht bei Hintergrundebenen. Abdunkeln trägt die Malfarbe nur an den Stellen auf, die bisher mit einer helleren Farbe bedeckt sind. Multiplizieren multipliziert die vorhandene Farbe mit der aufgetragenen, sodass das Ergebnis bei jedem Malstrich dunkler wird. Farbig nachbelichten dunkelt die vorhandene Farbe durch Erhöhen des Kontrastes ab. Linear nachbelichten dunkelt dagegen durch Verringern der Helligkeit ab. Aufhellen trägt die Malfarbe nur an den Stellen auf, die bisher mit einer dunkleren Farbe bedeckt sind. Negativ multiplizieren multipliziert die vorhandene Farbe mit dem Kehrwert der aufgetragenen, sodass das Ergebnis bei jedem Malstrich heller wird. Farbig abwedeln hellt die vorhandene Farbe durch Vermindern des Kontrastes auf. Linear abwedeln hellt dagegen durch Erhöhen der Helligkeit auf. Ineinanderkopieren mischt die Ausgangs- und die Malfarbe gleichmäßig miteinander, sodass Struktur, Tiefen und Lichter des Originals beim Übermalen erhalten bleiben. Weiches Licht multipliziert helle Füllfarben (über 50% Grau) negativ und dunkle normal. Der Effekt entspricht dem Anstrahlen mit diffusem Licht, zum Beispiel Tageslicht. Hartes Licht entspricht dem Anstrahlen des Bildes mit einem direkten Spot oder Strahler, die Wirkung gleicht im Prinzip dem weichen Licht, betont aber die Kontraste stärker. Strahlendes Licht besitzt ebenfalls dasselbe Wirkungsprinzip wie die anderen Lichtarten, funktioniert aber allein durch Vermindern beziehungsweise Erhöhen der Kontraste. Lineares Licht erzielt die Lichtwirkung durch Erhöhen oder Vermindern der Helligkeit. Lichtpunkte ersetzt dunkle Untergrundfarben durch die Füllfarbe, falls sie heller als 50% Grau ist, oder helle Untergrundfarben, falls die Füllfarbe dunkler als 50% ist. Differenz subtrahiert jeweils die hellere Farbe von der dunkleren und sorgt auf diese Weise für einen Negativeffekt. Ausschluss ist eine Variante der Differenz mit geringerem Kontrast. Farbton behält die Helligkeit und die Sättigung des Originals bei und ersetzt lediglich den Farbton durch die Füllfarbe. Dies ist ideal zum Kolorieren von Zeichnungen. Sättigung ersetzt lediglich die Farbsättigung des Untergrundes durch die der Füllfarbe, macht den Untergrund also jeweils »bunter« oder »blasser«. Farbe ersetzt den Farbton und die Sättigung des Untergrundes durch die entsprechenden Werte der Füllfarbe, behält aber deren Helligkeit bei. Dies ist ideal zum Kolorieren von Fotos. Luminanz lässt den Farbton und die Sättigung des Untergrundes bestehen und ersetzt lediglich die Helligkeit durch die der Füllfarbe.
    Diese kurz gefassten Angaben können natürlich ein ausführliches Ausprobieren mit verschiedenen Bildern und Füllfarben nicht ersetzen. Übrigens gelten die hier vorgestellten Modi nicht nur für die Malwerkzeuge, sondern auch für das Überblenden aufeinander folgender Ebenen.
       
    Die Einstellung der Deckkraft bestimmt, wie stark die Farbe auf den Untergrund aufgetragen werden soll. Die Option Airbrush sorgt im Übrigen für einen etwas ungleichmäßigen Farbauftrag.
       
gp  Der Kopierstempel (Taste (S)) ist das ideale Werkzeug für die Reparatur beschädigter oder die Retusche unerwünschter Bildinhalte. Mit gedrückter (ALT)-Taste können Sie zunächst den Quellbereich auswählen; normales Ziehen kopiert anschließend Pixel vom Quellbereich ans Ziel. Die Option Ausger. (ausgerichtet) sorgt dafür, dass der relative Abstand von der Quelle zum Ziel bei jedem neuen Ansatz bestehen bleibt. Wenn Sie die Option deaktivieren, werden die Pixel bei jedem Ansatz wieder neu von der absoluten Quelle kopiert.
    Beim Kopieren diffuser Oberflächen ist es wichtig, eine Werkzeugspitze mit weicher Kante zu verwenden, um den Übergang nicht zu abrupt zu machen.
       
    Moderne Erweiterungen dieses Werkzeugs, die in Photoshop 7 neu eingeführt wurden, sind der Reparaturpinsel und das Ausbessern-Werkzeug (jeweils Taste (J)), die nicht einfach stur Pixel kopieren, sondern die Struktur und Farbe des ursprünglichen Untergrundes berücksichtigen. Diese Werkzeuge sind ideal für die Reparatur beschädigter Vorlagen geeignet, zum Beispiel für sehr alte Fotos.
       
gp  Das Füllwerkzeug (Taste (G)) füllt den Bereich, an dem Sie klicken, mit der aktuellen Vordergrundfarbe. Die Auswahl der Pixel basiert auf der Einstellung der Toleranz, die bereits beim Zauberstab besprochen wurde. Falls Sie bereits eine Auswahl erstellt haben, können Sie sie übrigens flexibler mit der Option Bearbeiten • Fläche füllen bearbeiten. Am schnellsten funktioniert das Füllen der aktuellen Auswahl mit der Tastenkombination (STRG) + (Entf) (Vordergrundfarbe) beziehungsweise (ALT) + (Entf) (Hintergrundfarbe).
    Auf demselben Feld der Palette befindet sich das Verlaufswerkzeug (ebenfalls Taste (G)). Im Gegensatz zum Füllwerkzeug füllt es die gesamte Fläche der Ebene; um den Verlauf auf einen bestimmten Bereich zu beschränken, müssen Sie vorher eine Auswahl erstellen.
       
    Das Verlaufsmuster in der Optionen-Leiste besitzt ein Popup-Menü, um einen anderen Farbverlauf auszuwählen. Per Klick auf das Muster selbst können Sie den aktuellen Verlauf auch manuell bearbeiten. Rechts neben dem Muster können Sie fünf verschiedene Verlaufsformen wählen: Linear, Radial, Winkel, Reflektiert (Linear hin und zurück) und Raute.
       
gp  Der Protokollpinsel (Taste (Y)) ermöglicht es Ihnen, selektiv an bestimmten Stellen einen früheren Zustand des Bildes wiederherzustellen: Sämtliche Bearbeitungsschritte, die Sie an einem Bild vornehmen, werden in der Protokoll-Palette (Fenster • Protokoll) gespeichert. Während die normale Option Bearbeiten • Rückgängig ((STRG) + (Z)) nur einen Schritt zurücknimmt, können Sie durch Klicken auf frühere Zustände im Protokoll oder (STRG) + (ALT) + (Z) sämtliche Arbeitsschritte rückgängig machen.
    Um den Protokollpinsel zu verwenden, müssen Sie das Feld links neben dem gewünschten Protokolleintrag anklicken.
       
    Eine Erweiterung stellt der Kunstprotokollpinsel dar: Er ermöglicht das Auftragen eines früheren Protokollzustandes mit einer Reihe von Effekten.
       
gp  Ebenfalls zu den Malwerkzeugen zählen Radiergummi, Hintergrund-Radiergummi und magischer Radiergummi (jeweils Taste (E)). Der normale Radiergummi entfernt Pixel an den bearbeiteten Stellen. Der Hintergrund-Radiergummi orientiert sich an Konturen: Innerhalb des bearbeiteten Bereichs befindet sich ein Ankerpunkt, die Farbe an dieser Position bestimmt, welcher Teil radiert wird. Der magische Radiergummi ist schließlich eine Kurzfassung für die Auswahl mit dem Zauberstab und anschließendes Löschen.

Speziellere Malwerkzeuge wie Schwamm, Abwedler, Nachbelichter oder Wischfinger sind im Grunde lediglich schnelle Zugriffsmöglichkeiten für besondere Modi der gewöhnlichen Pinsel.


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8.2.4 Arbeiten mit Ebenen  toptop

Ebenen sind eines der wichtigsten Arbeitshilfsmittel in Photoshop: Sie können ein Bild aus beliebig vielen übereinander liegenden Ebenen zusammensetzen; jede Ebene ist zunächst transparent (durch ein Schachbrettmuster gekennzeichnet) und kann beliebig große Inhalte aufnehmen.

Hintergrundebenen

Ein neu geöffnetes Bild in einem klassischen »flachen« Dateiformat wie JPEG, BMP oder TIFF besteht zunächst lediglich aus einer so genannten Hintergrundebene. Für diese spezielle Art der Ebene gilt eine Reihe von Einschränkungen. Hintergrundebenen können unter anderem keine Transparenz enthalten und nicht verschoben oder transformiert werden.


Abbildung 8.4   Die Ebenen-Palette eines Bildes mit verschiedenen Ebenen

Abbildung
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Aus diesem Grund ist es nützlich, dass Sie die Hintergrundebene in eine normale Ebene umwandeln können: Doppelklicken Sie einfach auf die Bezeichnung »Hintergrundebene«, geben Sie einen beliebigen Namen für die neue Ebene ein und drücken Sie OK.

Die Einstellungen oben in der Palette betreffen jeweils die ausgewählte Ebene; hier können Sie die folgenden Optionen einstellen:

gp  Die Füllmethode regelt, wie die Pixel der aktuellen Ebene auf die darunter liegenden wirken sollen. Die Auswahlmöglichkeiten entsprechen den Malmodi der Pinselwerkzeuge.
gp  Die Deckkraft kennen Sie ebenfalls bereits von den Malwerkzeugen. Sie bestimmt, wie stark transparent oder deckend die Ebene gezeichnet wird.
gp  In der nächsten Zeile können Sie verschiedene Bestandteile der Ebene fixieren: Die erste Option schützt die enthaltenen transparenten Pixel. Der zweite Button fixiert sämtliche Bildpixel – Sie können die Ebene nur noch transformieren, aber nicht mehr darauf malen. Das dritte Feld fixiert die Position der Ebene – sie kann nicht mehr transformiert oder verschoben werden. Der vierte Knopf fixiert die Ebene schließlich ganz.
    Bei einer Hintergrundebene ist die Position immer fixiert; Transparenzen gibt es nicht und das Bemalen ist stets gestattet.
       

Eine einzelne Ebene, die in einer Zeile der Palette angezeigt wird, besitzt ebenfalls einige Steueroptionen:

gp  Das Augensymbol zeigt an, dass die Ebene sichtbar geschaltet ist. Klicken Sie darauf, um sie auszublenden (das Auge verschwindet), und erneut, um sie wieder anzuzeigen.
gp  Das zweite Feld zeigt durch ein Pinselsymbol an, dass dies die aktive Ebene ist, auf die Befehle zurzeit wirken. Ein Kettensymbol zeigt an, dass die Ebene mit einer anderen verkettet ist und deshalb beispielsweise mit ihr zusammen transformiert wird. Die Verkettung können Sie durch Klick an dieser Stelle ein- oder ausschalten, während eine andere Ebene aktiv ist.
gp  Die Miniatur zeigt eine Übersicht über den Inhalt der Ebene an. Im Popup-Menü der Ebenen-Palette rechts oben können Sie unter Paletten-Optionen die Größe der Miniaturen einstellen.
gp  Per Doppelklick auf den Ebenennamen können Sie die Ebene umbenennen. Indem Sie sie an dieser Stelle nach oben oder nach unten ziehen, können Sie sie weiter in den Vordergrund beziehungsweise in den Hintergrund verschieben. Beachten Sie, dass eine Ebene natürlich nicht hinter die Hintergrundebene gezogen werden kann.

Neue Ebenen erstellen

Sie können eine neue Ebene erstellen, indem Sie rechts unten in der Palette auf den Papier-Button klicken. Wenn Sie eine Ebene darauf ziehen, wird sie sogar dupliziert.

Mit duplizierten Ebenen können Sie eine Reihe interessanter Effekte erzielen, beispielsweise folgende:

gp  Duplizieren Sie eine Ebene, tragen Sie sie mit geringerer Deckkraft (zum Beispiel 50%) auf und verschieben Sie sie um einige Pixel nach rechts oder links und nach oben oder unten. Das Ergebnis sieht aus wie eine verwackelte Fotografie oder ist gut geeignet, um bei Montagen die Unschärfe von Bildteilen anzudeuten, die im »Hintergrund« liegen.
gp  Wiederholen Sie den vorigen Punkt und wählen Sie zusätzlich die Füllmethode Sprenkeln aus: Das Bild sieht aus wie durch ein regennasses Fenster fotografiert.
gp  Setzen Sie die duplizierte Ebene wieder versetzt ein, diesmal aber mit 100% Deckkraft und der Füllmethode Differenz: Sie sehen nur noch Konturen, ähnlich wie bei dem Filter Leuchtende Konturen.

Ebenen löschen

Um eine Ebene zu löschen, können Sie sie aktivieren und auf den kleinen Mülleimer klicken oder sie sofort hineinziehen – im letzteren Fall unterbleibt die lästige Nachfrage.

Ebenenmasken

Eine Ebenenmaske ist eine Zusatzinformation zu einer Ebene, die ähnlich einem Alphakanal den Transparenzgrad der einzelnen Pixel der Ebene bestimmt. Ebenenmasken sind flexibler als Alphakanäle, da sie jeweils eine einzelne Ebene betreffen, und sehr praktisch, weil Sie Inhalte nicht völlig entfernen oder auf andere Ebenen auslagern müssen, um sie auszublenden.

Die Maske wird als zweite Miniatur neben der eigentlichen Ebenenminiatur angezeigt. An den Stellen, an denen die Ebenenmaske weiß ist, wird die Ebene voll deckend gezeichnet, wo sie schwarz ist, wird die Ebene unsichtbar, Graustufen bilden Zwischenwerte.

Um eine Ebenenmaske zur aktiven Ebene hinzuzufügen, können Sie einfach auf den zweiten Knopf von links am Fuß der Palette klicken. Die erstellte Maske ist zunächst vollkommen weiß, die Ebene ist also absolut sichtbar. Das Menü Ebene • Ebenenmaske hinzufügen ermöglicht differenziertere Einstellungen:

gp  Nichts maskiert: Die Maske ist weiß; alle Inhalte sind voll deckend.
gp  Alles maskiert: Die Maske ist schwarz; die Ebene ist zunächst vollkommen unsichtbar.
gp  Außerhalb der Auswahl maskieren: Die bestehende Auswahl wird weiß und damit deckend.
gp  Auswahl maskieren: Die bestehende Auswahl wird schwarz; die entsprechenden Inhalte der Ebene werden unsichtbar.

Sie können mit sämtlichen Malwerkzeugen auf die Ebenenmaske malen. Die Malfarbe ist dabei natürlich auf Graustufen beschränkt. Achten Sie darauf, dass Sie tatsächlich die Maske und nicht die eigentliche Ebene bemalen; gegebenenfalls müssen Sie die Miniatur nochmals anklicken.

Durch Klick auf das Verkettungssymbol zwischen der Maske und ihrer Ebene können Sie die Verknüpfung lösen, dadurch kann die Maske beispielsweise von der Ebene getrennt verschoben werden, um an einer anderen Stelle zu wirken.

(ALT) + Klick auf die Ebenenmasken-Miniatur blendet die eigentliche Ebene aus, erneutes (ALT) + Klick macht sie wieder sichtbar. (Shift) + Klick auf die Miniatur macht dagegen die Ebenenmaske selbst unsichtbar und wieder sichtbar.

Wenn Sie eine Ebenenmaske löschen, indem Sie sie auf den Papierkorb ziehen, werden Sie gefragt, ob die Maske angewendet werden soll. Falls Sie mit Ja antworten, verschwinden die maskierten Inhalte endgültig, bei Nein wird dagegen einfach die Maske selbst verworfen.

Füll- und Einstellungsebenen

Mit dem vierten Button von links am unteren Rand der Ebenen-Palette, einem Popup-Menü, können Sie spezielle Arten von Ebenen einfügen:

gp  Die ersten drei sind Füllebenen, das heißt Ebenen, die komplett mit einer bestimmten Farbe, einem Verlauf oder einem Muster gefüllt sind. Sie enthalten automatisch eine Ebenenmaske, zunächst ist allerdings noch nichts maskiert, sodass die Ebene vollständig sichtbar ist.
gp  Alle anderen Auswahlmöglichkeiten sind Einstellungsebenen. Sie ermöglichen die flexible Anwendung der meisten Funktionen aus dem weiter oben besprochenen Menü Bild • Einstellungen.

Beschnittgruppen

Gerade bei Einstellungsebenen ist es manchmal wichtig, dass sie nicht auf alle darunter liegenden Ebenen wirken, sondern beispielsweise nur auf die unmittelbar folgende. Zu diesem Zweck und aus vielen anderen Gründen können Sie eine Beschnittgruppe aus zwei oder mehr Ebenen bilden: Die unterste von ihnen ist die Basisebene und bestimmt Füllmethode und Deckkraft. Außerdem sind die abhängigen Ebenen nur an den Stellen sichtbar, an denen die Basisebene Inhalte besitzt.

Um eine Beschnittgruppe zu erstellen, können Sie folgendermaßen vorgehen: Klicken Sie mit gedrückter (ALT)-Taste genau auf die Trennlinie zwischen den beiden Ebenen. Wie Sie bemerken, ist der Name der Basisebene nun unterstrichen, die Miniatur der gruppierten Ebene ist eingerückt. Alternativ können Sie auch die obere der beiden Ebenen anklicken und Ebene • Mit darunter liegender Ebene gruppieren auswählen oder (STRG) + (G) klicken.

Wenn Sie eine Beschnittgruppe wieder entfernen möchten, können Sie erneut mit (ALT) auf die Trennlinie klicken, Ebene • Gruppierung aufheben auswählen oder (STRG) + (Shift) + (G) drücken.


Ausblick auf weitere Funktionen Wie Sie schon in dieser kurzen Einführung und Übersicht bemerkt haben werden, ist Photoshop mit Unmengen von Funktionen ausgestattet. Es ist vollkommen aussichtslos, in einem Buch wie diesem auch nur einen Bruchteil von ihnen behandeln zu wollen. Deshalb finden Sie hier eine Aufzählung wichtiger Bestandteile des Programms, die aus Platzgründen nicht vertieft werden können. Einige von ihnen – beispielsweise die Filter – sind ideal für Experimente. Einige Themen werden an anderen Stellen in diesem Buch näher behandelt. Photoshop verfügt über Möglichkeiten zum Erstellen von Vektorformen und Pfaden. Letztere werden häufig eingesetzt, um geometrisch geformte Objekte auszuwählen, und dienen als so genannte Beschneidungspfade zum formgenauen Umfließen von Bildern in Layoutprogrammen. Pfade und andere Vektorformen in Photoshop funktionieren im Grunde genau wie Vektorgrafiken in Illustrator, die im nächsten Abschnitt behandelt werden. Das Arbeiten mit Text wurde hier nicht besprochen. Wenn Sie das Textwerkzeug (Taste (T)) verwenden, wird eine spezielle Textebene eingefügt, auf die Sie unmittelbar schreiben können. Die unendliche Fülle der Filter wurde hier gar nicht behandelt. Es ist empfehlenswert, dass Sie sich hier selbst auf Entdeckungsreise begeben und die zahlreichen Filter mit ihren vielen Optionen ausprobieren. Der gesamte Themenkomplex der Bilddateiformate wurde bisher völlig ausgeklammert. Da es sehr wichtig ist, zu wissen, welches Format für welchen Verwendungszweck genutzt werden kann, wird diese Thematik zentral in Kapitel 11, Datei- und Datenformate, behandelt. Spezielle Funktionen zur Bildbearbeitung für Websites wurden von Adobe in dem mit Photoshop gelieferten Programm ImageReady gesammelt. Die Webbildbearbeitung wird ausführlich in Kapitel 17, Webdesign, vorgestellt, allerdings am Beispiel des Programms Fireworks von Macromedia, das ImageReady ähnelt.

  

Einstieg in PHP 5

Einstieg in Java

C von A bis Z

Einstieg in C++

Einstieg in Linux

Einstieg in XML

Apache 2




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