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Galileo Computing - Professionelle Buecher. Auch fuer Einsteiger.
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Kompendium der Informationstechnik
 von Sascha Kersken
EDV-Grundlagen, Programmierung, Mediengestaltung
Buch: Kompendium der Informationstechnik
gp Kapitel 4 Betriebssysteme
  gp 4.1 Entwicklung der Betriebssysteme
    gp 4.1.1 Die Geschichte von UNIX
    gp 4.1.2 PC-Betriebssysteme
  gp 4.2 Aufgaben und Konzepte
    gp 4.2.1 Allgemeiner Aufbau von Betriebssystemen
    gp 4.2.2 Prozessverwaltung
    gp 4.2.3 Speicherverwaltung
    gp 4.2.4 Dateisysteme
  gp 4.3 Linux
    gp 4.3.1 Arbeiten mit der Shell
    gp 4.3.2 Wichtige Systembefehle
    gp 4.3.3 Editoren
    gp 4.3.4 Grafische Benutzeroberflächen
    gp 4.3.5 Linux-Installation und -Konfiguration
  gp 4.4 Mac  OS X
    gp 4.4.1 Mit Aqua arbeiten
    gp 4.4.2 Systemkonfiguration
  gp 4.5 Mac  OS 9
    gp 4.5.1 Die Oberfläche von Mac  OS 9
    gp 4.5.2 Systemkonfiguration
  gp 4.6 Windows
    gp 4.6.1 Die verschiedenen Windows-Versionen
    gp 4.6.2 Die Windows-Benutzeroberfläche
    gp 4.6.3 Die Windows-Konsole
    gp 4.6.4 Windows-Konfiguration
  gp 4.7 Zusammenfassung

gp

Prüfungsfragen zu diesem Kapitel (extern)


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4.6 Windows  downtop

Microsoft Windows ist das am häufigsten eingesetzte PC-Betriebssystem überhaupt, vor allem, weil fast jeder neue PC mit einer OEM-Version von Windows verkauft wird. Die Geschichte dieses Systems wurde weiter oben bereits skizziert. In diesem Abschnitt wird vornehmlich das aktuelle Windows XP behandelt, die meisten Informationen gelten allerdings auch für andere Windows-Versionen.


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4.6.1 Die verschiedenen Windows-Versionen  downtop

Es lassen sich insgesamt vier verschiedene Arten von Windows-Systemen unterscheiden:

gp  Das ursprüngliche Windows, von der in den 80er-Jahren erschienenen Version 1.0 bis zur letzten derartigen Version 3.11, war kein eigenständiges Betriebssystem, sondern erforderte ein separat installiertes MS-DOS und bildete lediglich dessen grafische Benutzeroberfläche. In der ersten Hälfte der 90er-Jahre erschienen allerdings nach und nach immer weniger Programme für DOS, die meiste Software lief nur noch unter Windows.
    Wegen ihrer 16-Bit-Architektur werden diese Versionen von Windows zusammenfassend als Win16 bezeichnet, alle anderen sind dagegen Spielarten von Win32.
       
gp  Die direkten Nachfolger der klassischen DOS/Windows-Kombination sind Windows 95, Windows 98 und Windows Me. Nach langen Jahren der Ankündigung hat Microsoft die Weiterentwicklung dieser Produktreihe nun endgültig eingestellt. Sie alle bringen ihr zugrunde liegendes DOS selbst mit, funktionieren aber technisch gesehen – mit einigen Verbesserungen – ähnlich wie DOS mit aufgesetztem Windows 3.11.
gp  Die seit 1993 neu konzipierte Windows-NT-Familie bietet dagegen echte 32-Bit-Betriebssysteme, die nicht mehr auf DOS basieren. Allerdings enthalten sie alle neben der grafischen Benutzeroberfläche noch immer eine Konsole, deren Befehle weitgehend kompatibel zu DOS sind. Zu dieser Familie gehören Windows NT, Windows 2000 und Windows XP. Letzteres wird in einer Home- und einer Professional-Version angeboten; Windows XP Home ersetzt die bisherigen DOS-basierten Versionen für Privatkunden.
gp  Ein weiterer Zweig der NT-Produktreihe sind die Serverbetriebssysteme. Sie werden auf speziellen Serverrechnern installiert, die in Netzwerken und im Internet Ressourcen zur Verfügung stellen oder zentrale Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Zu dieser speziellen Reihe gehören Windows NT Server, Windows 2000 Server und der neue Windows Server 2003. Da sämtliche Netzwerkthemen in separaten Kapiteln besprochen werden, finden Sie einige Informationen zu Windows 2000 Server und Windows Server 2003 in Kapitel 14, Netzwerkanwendung.

Die diversen Windows-Betriebssysteme unterscheiden sich nicht nur darin, ob sie zum DOS- oder zum NT-Entwicklungszweig gehören. Weitere wichtige Unterschiede sind die unterstützten Dateisysteme, der Umgang mit dem Multitasking zwischen den Windows-Anwendungen und die jeweils verwendete grafische Benutzeroberfläche. Tabelle 4.4 zeigt diese Eigenschaften der meisten Versionen auf einen Blick.


Tabelle 4.4   Eigenschaften der wichtigsten Windows-Versionen

Jahr System Familie GUI Dateisysteme Multitasking
vor 1995 Windows 3.11 DOS Programm-Manager FAT 16 kooperativ
  Windows NT 3.x NT Programm-Manager NTFS,
FAT 16
präemptiv
1995 Windows 95 DOS neu entwickelt FAT 16 präemptiv; 16-Bit-Programme: kooperativ
1996 Windows NT 4.0 NT Win 95 NTFS,
FAT 16
präemptiv
1998 Windows 98 DOS weiterentwickelte Win95-GUI FAT 16,
FAT 32
siehe Win95
1999 Windows 2000 NT weiterentwickelte Win95-GUI NTFS,
FAT 16,
FAT 32
präemptiv
2000 Windows Me DOS weiterentwickelte Win98-GUI FAT 16,
FAT 32
siehe Win 95
2001 Windows XP NT Luna NTFS,
FAT 16,
FAT 32
präemptiv

 

16-Bit-Anwendungen

Da bei Windows 95 und seinen Nachfolgern ein 32-Bit-Windows auf ein leicht modifiziertes MS-DOS aufsetzt, werden alte 16-Bit-Anwendungen für DOS oder Windows 3.11 dort an diese DOS-Ebene weitergereicht. Diese Ebene des Betriebssystems verhält sich genau wie das alte MS-DOS, sie verwendet beispielsweise nur kooperatives Multitasking. Diese Eigenschaft macht das System potenziell instabil.

Die Windows-NT-Familie führt DOS- und Win16-Anwendungen dagegen auf einer virtuellen 16-Bit-Maschine aus. Sie können sogar wählen, ob Sie ein bestimmtes altes Programm auf einer eigenen virtuellen Maschine ausführen möchten (rechte Maustaste, Menü »Eigenschaften«, »getrennter Speicherbereich« ankreuzen) oder ob es mit anderen zusammen in einem gemeinsamen Speicherbereich für 16-Bit-Programme laufen soll. In jedem Fall sind 16-Bit-Anwendungen in ihrer sicheren Umgebung von allen anderen Programmen abgetrennt und können auf diese Weise nicht das System in Mitleidenschaft ziehen.

Windows-Dateisysteme

Weiter oben im Unterabschnitt Das virtuelle Windows-Dateisystem wurden die wichtigsten Informationen über Windows-Dateisysteme bereits besprochen. Hier finden Sie nur noch die bedeutendsten Besonderheiten der drei konkreten Dateisysteme, die von den verschiedenen Windows-Versionen verwendet werden:

gp  FAT 16 ist das ursprüngliche Dateisystem von MS-DOS und Windows 3.11 – früher gab es sogar eine noch eingeschränktere Variante namens FAT 12. »FAT« ist die Abkürzung für File Allocation Table – Dateizuordnungstabelle. In Form einer solchen Tabelle speichert dieses Dateisystem jeweils die Nummer des ersten Clusters, bei dem eine bestimmte Datei beginnt.
    Jede Zuordnungseinheit enthält einen Verweis auf das nächste Cluster der Datei. Dateien liegen nämlich nicht unbedingt als zusammenhängende Kette von Clustern auf der Festplatte, sondern sind bisweilen ziemlich weit verstreut – sie fragmentieren im Laufe der Zeit, weil die Lücken, die durch das Löschen kleiner Dateien entstehen, mit einzelnen Teilen größerer Dateien gefüllt werden. Dies ist bei moderneren Dateisystemen zwar auch der Fall, aber diese verwenden intelligentere Verfahren zur Verwaltung der einzelnen Zuordnungseinheiten und räumen das Dateisystem im Hintergrund ständig auf. Bei FAT-Dateisystemen ist es wichtig, die Datenträger regelmäßig mit geeigneter Software zu defragmentieren, weil sie sonst immer langsamer werden.
       
    Da es sich bei FAT 16 um ein 16-Bit-Dateisystem handelt, beträgt die maximale Anzahl von Zuordnungseinheiten auf einer Partition 65.536. Dies macht große Datenträger sehr ineffizient, da jede Datei immer ganze Zuordnungseinheiten belegt. Darüber hinaus ist die Größe einer FAT 16-Partition auf 2 Gigabyte begrenzt.
       
gp  FAT 32 wurde zum ersten Mal mit der zweiten Windows 95-Neuauflage ausgeliefert, Windows 95 B. Das Dateisystem besitzt exakt dieselbe Funktionsweise wie FAT 16. Durch die 32-Bit-Adressierung wurde allerdings die Anzahl der Cluster pro Partition auf über 4 Milliarden erhöht, die Gesamtgröße einer Partition kann theoretisch 4 Terabyte betragen.
gp  NTFS, das New Technology File System, existiert in verschiedenen, leicht unterschiedlichen Versionen. Die Zuordnungseinheiten werden nicht mehr in einer einfachen Tabelle verwaltet, sondern in einer komplexen Baumstruktur, die erheblich schnellere Zugriffe ermöglicht und mehr Schutz vor Fehlern bietet. Des Weiteren bietet das Dateisystem eine UNIX-ähnliche Verwaltung von Benutzerrechten für den Eigentümer, die Gruppe und sonstige Benutzer. Diese Rechte stellen Sie übrigens unter den Dateieigenschaften ein: Klicken Sie die Datei oder den Ordner mit der rechten Maustaste an und wählen Sie Eigenschaften.
    Der einzige Nachteil von NTFS besteht darin, dass es für viele Betriebssysteme nicht zugänglich ist. Linux kann NTFS nur lesen und nicht beschreiben; Windows 95, 98 und Me können gar nicht darauf zugreifen. Wenn Sie also mehrere Betriebssysteme auf demselben Rechner installiert haben, müssen Sie sich genau überlegen, welches dieser Systeme auf welche Daten zugreifen können soll, bevor Sie sich für die Verteilung der Dateisysteme auf die verschiedenen Partitionen entscheiden.
       
    Windows NT und seine Nachfolger bieten die Möglichkeit, FAT-Dateisysteme nachträglich in NTFS zu konvertieren – eine umgekehrte Möglichkeit besteht dagegen nicht.
       

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4.6.2 Die Windows-Benutzeroberfläche  downtop

Im Laufe der Versionen hat sich die Oberfläche von Windows immer weiter entwickelt. Die klassischen DOS-Ergänzungen und die ersten Versionen von Windows NT verwendeten eine Anwendung namens Programm-Manager als Oberfläche. Er bestand im Wesentlichen aus einer Sammlung so genannter Programmgruppen, die per Doppelklick jeweils ein Fenster mit Verknüpfungen verschiedener Anwendungsprogramme öffneten. Die Gruppen und Verknüpfungen des Programm-Managers wurden in neueren Windows-Versionen durch das Menü Programme im Startmenü ersetzt.

Die Dateiverwaltung wurde mit einem ähnlich spartanischen Programm durchgeführt, dem Datei-Manager. Im Gegensatz zu späteren Windows-Versionen unterstützte er keine verschiedenen Icons für unterschiedliche Dateitypen. Statt des Datei-Managers wird heute der erheblich komfortablere Explorer eingesetzt.

Windows 95

Die Oberfläche, die mit Windows 95 eingeführt wurde, war erheblich komfortabler als die alte und sehr stark von Mac  OS inspiriert. Echte eigene Ideen – die Apple wiederum für spätere Mac  OS-Versionen übernommen beziehungsweise variiert hat – waren die Taskleiste mit dem Startmenü und die Arbeit mit Kontextmenüs: Wenn Sie unter Windows ein beliebiges Objekt oder eine Markierung mit der rechten Maustaste anklicken, finden Sie die wichtigsten Befehle für die aktuelle Auswahl auf einen Blick.

Spätere Versionen von Windows brachten nach und nach weitere Verbesserungen der Benutzeroberfläche. In Windows 98 wurde der Windows-Explorer, also der Datei-Manager, mit dem Internet Explorer, dem Webbrowser, verknüpft. Das ist für die Anwender relativ komfortabel, brachte Microsoft aber wegen seiner Monopolstellung vor Gericht.

Windows XP ist mit einer erweiterten Benutzeroberfläche ausgestattet, die Luna genannt wird. Mit ihren abgerundeten und zum Teil halbtransparenten Elementen erinnert sie ein wenig an Apples Aqua-Oberfläche, ist aber erheblich bunter als diese. Alternativ lässt sich das nüchternere Aussehen der alten Windows-Oberflächen wieder einschalten; die verbesserten Funktionen wie zum Beispiel das erweiterte Startmenü bleiben in diesem Fall erhalten. Abbildung 4.4 zeigt eine Übersicht über den Windows-XP-Desktop mit einigen Fenstern und aufgeklapptem Startmenü.


Abbildung 4.4   Die Arbeitsoberfläche von Windows XP

Abbildung
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Fenster und Menüs

Jedes Fenster besitzt rechts oben bis zu drei Bedienelemente, sie dienen dem Minimieren, dem Umschalten zwischen Vollbild und benutzerdefinierter Größe sowie dem Schließen. Anders als unter Mac  OS können Sie bei einem Windows-Fenster an allen vier Seiten und allen vier Ecken ziehen, um es in die entsprechende Richtung zu vergrößern oder zu verkleinern.

SDI- und MDI-Anwendungen

Windows-Anwendungsprogramme gibt es in zwei verschiedenen Formen. Einige Anwendungen sind mit einem Single Document Interface (SDI) ausgestattet – Sie können innerhalb einer solchen Anwendung nur ein Dokument auf einmal bearbeiten. Das Programmfenster ist gleichzeitig das Dokumentfenster, durch Schließen des Fensters wird das gesamte Programm beendet. Das Multi Document Interface (MDI) bietet dagegen ein Hauptfenster für das eigentliche Programm, in diesem Rahmen können beliebig viele Dokumentfenster geöffnet werden. Das Schließen des Hauptfensters beendet das Programm, Sie können aber auch die einzelnen Dokumentfenster schließen, ohne das eigentliche Programm zu beenden.

Noch vor einigen Jahren galten MDI-Anwendungen als fortschrittlichste Form von Windows-Programmen und wurden allgemein eingesetzt, inzwischen verwenden viele Programme stattdessen eine Art intelligente SDI-Technologie: Wenn Sie aus einem Fenster heraus eine neue Datei öffnen, wird diese in einem weiteren unabhängigen Fenster geöffnet; das Schließen des letzten dieser Fenster beendet das Programm. Diese Technologie wird beispielsweise von Microsoft Office und von den meisten Web-Browsern verwendet. Der Vorteil ist eigentlich klar: Wenn jedes Dokument ein eigenes Hauptfenster bildet, können Sie über die Taskleiste zwischen ihnen hin- und herwechseln, Anwender brauchen sich nicht an eine programminterne Art und Weise des Umschaltens zwischen verschiedenen Fenstern zu gewöhnen.

Taskleiste und Startmenü

Das wichtigste Bedienelement der Windows-Oberfläche ist die Taskleiste, vor allem das integrierte Startmenü. Hier wird die Version in Windows XP beschrieben; in älteren Versionen verhalten sich diese Bedienelemente ein wenig anders.

Zwischen Programmen wechseln

Auf der Taskleiste befindet sich für jedes unabhängig geöffnete Fenster eine Schaltfläche. Sie können durch Klick auf diese Schaltflächen zwischen den einzelnen Fenstern umschalten. Schneller funktioniert dies allerdings über die Tastatur: Wenn Sie die (ALT)-Taste gedrückt halten, können Sie mit (TAB) bequem durch die Liste der offenen Fenster blättern; das Loslassen von (ALT) schaltet schließlich zum gewählten Fenster um. Mit der rechten Maustaste können Sie außerdem ein Kontextmenü für jedes Element in der Taskleiste öffnen, beispielsweise, um das Fenster schnell zu schließen.

Das Startmenü enthält folgende wichtige Einträge:

gp  Links finden Sie eine Liste der zuletzt geöffneten Programme.
gp  Unter Alle Programme befindet sich ein verschachteltes Menü, das Zugang zu fast allen auf Ihrem System installierten Programmen bietet. Mit der rechten Maustaste können Sie darin Ordner anlegen oder Objekte löschen, außerdem können Sie beliebige Verknüpfungen hineinziehen.
gp  Rechts oben werden einige häufig verwendete Ordner eingeblendet: Eigene Dateien ist ein wenig mit dem Home-Verzeichnis in UNIX-Systemen vergleichbar, der Ordner enthält die persönlichen Dokumente des aktuellen Benutzers. Unter dem Arbeitsplatz finden Sie alle Laufwerke, die in Ihrem Computer installiert sind. Netzwerkumgebung dient dem Zugriff auf Ressourcen im lokalen Netzwerk.
gp  Die Systemsteuerung enthält eine Reihe kleiner Programme, die der Konfiguration des Betriebssystems dienen. Einige von ihnen werden weiter unten besprochen.
gp  Hilfe und Support bietet Zugang zu einem umfangreichen Hilfesystem, das Ihnen fast alle Fragen zu Windows bearbeiten kann.
gp  Suchen öffnet einen umfangreichen Dialog zur Suche nach Dateien und Ordnern, Multimedia-Dokumenten, Computern im Netzwerk und anderen Ressourcen.
gp  Ausführen bietet die Möglichkeit, den Namen eines Programms einzugeben oder aus einem Ordnermenü auszuwählen, das ausgeführt werden soll.
gp  Abmelden enthält die beiden Befehle Abmelden und Benutzer wechseln. Wenn Sie sich abmelden, werden alle laufenden Programme beendet und ein anderer Benutzer kann sich anmelden. Die Auswahl »Benutzer wechseln« blendet dagegen Ihren persönlichen Desktop mit allen laufenden Programmen aus und ermöglicht einem anderen Benutzer die gleichzeitige Anmeldung. Diese Option ist außerdem nützlich, wenn Sie Ihren Arbeitsplatz kurz verlassen, weil Sie je nach Konfiguration ein Passwort eingeben müssen, um weiterzuarbeiten.
gp  Ausschalten enthält Befehle zum Ausschalten und zum Neustarten des Rechners sowie zum Aktivieren des Ruhezustands.

Je nachdem, wie Ihr System konfiguriert ist, befinden sich eventuell noch weitere Elemente im Startmenü.

Ganz rechts in der Taskleiste befindet sich der Systray. In diesem Bereich werden von einigen Anwendungen Schnellzugriffs-Icons abgelegt. Unter anderem können Sie hier oft auf Knopfdruck die Lautstärke regeln oder die Darstellungsoptionen Ihrer Grafikkarte ändern. Außerdem wird an dieser Stelle die aktuelle Uhrzeit angezeigt. Wenn Sie darauf doppelklicken, können Sie Datum und Uhrzeit einstellen.

Der Explorer

Der Datei-Manager unter Windows heißt Explorer. Hier werden die Ordnerinhalte angezeigt und sämtliche Dateioperationen durchgeführt. Wenn Sie ein Laufwerk im Arbeitsplatz oder einen Ordner auf dem Desktop doppelklicken, öffnet sich ein Explorer-Fenster. Anders als in älteren Windows-Versionen gibt es unter XP keinen Unterschied mehr zwischen Ordner-Ansichtsfenstern und »richtigen« Explorer-Fenstern. Wenn Sie per Doppelklick ein Ordner-Fenster geöffnet haben, können Sie den Verzeichnisbaum des Explorers mit Hilfe des Menübefehls Ansicht • Explorer-Leiste • Ordner nachträglich einblenden. Alternativ können Sie jeden Ordner mit der rechten Maustaste anklicken und den Befehl Explorer aus dem Kontextmenü wählen.

Wenn Sie im Explorer eine Datei oder einen Ordner ziehen, werden je nach Ziel unterschiedliche Befehle ausgeführt: Lassen Sie das Objekt im gleichen Ordner los, dann wird eine Kopie mit dem Namenszusatz Kopie von... erstellt. Wenn Sie einen anderen Ordner auf demselben Laufwerk als Ziel wählen, wird die Datei automatisch dorthin verschoben. Bei einem anderen Laufwerk oder einer Netzwerkfreigabe wird sie dorthin kopiert.

All diese Regeln gelten nicht, wenn es sich bei dem gezogenen Objekt um ein Programm – erkennbar an der Dateiendung .exe – handelt. In diesem Fall wird eine Verknüpfung mit diesem Programm erstellt. Verknüpfungen sind Verweise auf beliebige Dateien, Ordner oder Programme – beispielsweise sind die Einträge im Menü Alle Programme des Startmenüs Verknüpfungen. Wenn Sie explizit eine Verknüpfung erstellen möchten, können Sie dies mit der rechten Maustaste erledigen.

Es ist empfehlenswert, Dateien, Ordner und andere Explorer-Auswahlen mit der rechten Maustaste zu ziehen statt mit der linken – dies bewirkt, dass nach dem Loslassen das Kontextmenü eingeblendet wird. Sie können dann jeweils im Einzelfall entscheiden, ob Sie die Auswahl kopieren oder verschieben möchten oder eine Verknüpfung erstellt werden soll.

Ordner-Ansichtsmodi

Im Menü Ansicht oder in der Symbolleiste eines Explorer-Fensters können Sie sich eine von fünf möglichen Ansichten der enthaltenen Dateien und Ordner aussuchen:

gp  Symbole zeigt jedes Objekt als Icon mit Beschriftung darunter an; die Symbole können frei verschoben werden.
gp  Kacheln verwendet ebenfalls Icons, die Beschriftung mit einigen Details steht bei dieser Option daneben. Auch diese Ansicht ermöglicht das freie Verschieben der einzelnen Icons.
gp  Die Liste zeigt die kleinen Symbole in einer bestimmten Reihenfolge untereinander an, es werden mehrere Spalten gebildet. Wenn Sie sie verschieben, wird zwar ihre Reihenfolge geändert, aber sie können nicht frei positioniert werden.
gp  Details verwendet für jeden einzelnen Eintrag eine gesamte Zeile, für jedes Element werden Informationen wie Größe, Dateityp oder Datum und Uhrzeit der letzten Änderung angezeigt. Wenn Sie auf eine der Spaltenbeschriftungen klicken, wird die Liste nach dieser Kategorie sortiert – beim ersten Klick aufsteigend, beim nächsten absteigend.
gp  Die Miniaturansicht ist erst in Windows XP neu eingeführt worden: Jede Datei wird in einer kleinen Box angezeigt; für alle Bilder, mit deren Dateiformat das Betriebssystem selbst umgehen kann, zeigt es eine Vorschau.

Unabhängig von der konkreten Ansicht, die Sie gewählt haben, können Sie die Inhalte auch über das Menü Ansicht • Symbole anordnen nach verschiedenen Schlüsseln sortieren. Die Option Am Raster ausrichten sortiert dagegen gar nichts, sondern ordnet die Icons lediglich genau unter- und nebeneinander an.

Auf dem Desktop werden immer große Symbole angezeigt. Die Optionen zum Sortieren dieser Symbole finden Sie, wenn Sie mit der rechten Maustaste auf den Desktop klicken. In diesem Kontextmenü finden Sie übrigens auch den Befehl Neu, der dem Anlegen neuer Ordner und verschiedener Arten von Dateien dient.

Auswählen können Sie Objekte durch einfaches Anklicken. Wenn Sie die (STRG)-Taste gedrückt halten, können Sie weitere Objekte zur Auswahl hinzufügen oder wieder abwählen. (Shift) dient dagegen dem Auswählen zusammenhängender Blöcke.


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4.6.3 Die Windows-Konsole  downtop

Gewissermaßen als Erbe des Betriebssystems MS-DOS enthalten alle Windows-Versionen eine Konsole oder Eingabeaufforderung. Verglichen mit dem Komfort einer UNIX-Shell ist sie ziemlich spartanisch, ermöglicht aber dennoch den schnellen Zugriff auf einige Systemfunktionen.

Windows 95, 98 und Me verwenden die Original-Shell der eingebauten MS-DOS-Variante, COMMAND.COM. Die NT-basierten Systeme benutzen dagegen eine erweiterte Version namens Cmd.exe. In ihrer neuesten Fassung unterstützt diese Anwendung History und Befehlsvervollständigung, beide funktionieren genau wie bei den weiter oben beschriebenen UNIX-Shells. Die History-Funktion wurde in früheren Versionen durch ein Zusatzprogramm namens DOSKEY bereitgestellt, das separat gestartet werden musste; die Vervollständigung gab es vor Windows XP gar nicht.

Bereits in sehr alten DOS-Versionen wurden dagegen die von UNIX übernommenen Ein- und Ausgabeumleitungen sowie Pipes unterstützt. Sie funktionieren unter Windows genau wie unter Linux – mit der Ausnahme, dass Windows keine HIER-Dokumente kennt.

Muster für Dateinamen

Die Windows-Konsole verwendet darüber hinaus eine abgespeckte Version der Mustererkennung: Ein * im Dateinamen steht für beliebig viele Zeichen; ein ? für genau ein beliebiges Zeichen. Die Dateiendung wird getrennt vom eigentlichen Dateinamen betrachtet. Aus diesem Grund müssen Sie *.* schreiben, wenn Sie alle Dateien meinen.

Ein wichtiger Unterschied zwischen Windows und UNIX betrifft die Suche nach dem Verzeichnis, in dem sich eine auszuführende Datei befindet: Wenn Sie an der Eingabeaufforderung einen bestimmten Dateinamen eingeben, wird als Erstes im aktuellen Arbeitsverzeichnis danach gesucht. Erst danach werden die Verzeichnisse in der Umgebungsvariablen PATH überprüft.

Umgebungsvariablen wie PATH können Sie in Windows XP übrigens einfach über die grafische Benutzeroberfläche einstellen: Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Arbeitsplatz und wählen Sie Eigenschaften. Klicken Sie auf der Registerkarte Erweitert auf die Schaltfläche Umgebungsvariablen, um PATH und andere Variablen einzustellen. Die Variablen in diesem Dialog werden in zwei Kategorien unterteilt: Systemvariablen gelten unabhängig vom angemeldeten Benutzer für das gesamte System, Benutzervariablen dagegen nur für den aktuellen Benutzer.

Sie öffnen das Konsolenprogramm unter Windows XP über Start • Alle Programme • Zubehör • Systemprogramme • Eingabeaufforderung. Wenn Sie die Konsole häufig benötigen, lohnt es sich also, eine Verknüpfung auf dem Desktop oder weniger tief verschachtelt im Programme-Menü anzulegen.

Der Prompt besteht in der Windows-Konsole standardmäßig aus dem aktuellen Pfad, der mit dem Laufwerksbuchstaben des aktiven Laufwerks beginnt, dahinter steht ein >-Zeichen. Wenn Sie sich beispielsweise auf der Festplatte C: befinden und Ihr Arbeitsverzeichnis Dokumente ist, sieht der Prompt folgendermaßen aus:

C:\Dokumente>

Das aktuelle Laufwerk wechseln Sie einfach, indem Sie seinen Laufwerksbuchstaben (gefolgt von dem üblichen Doppelpunkt) eintippen.

Windows-Konsolenbefehle

Im Folgenden werden die wichtigsten Konsolenbefehle aufgelistet. Bei den traditionellen DOS-Befehlen werden Optionen typischerweise durch einen vorangestellten / statt durch ein – angegeben. Da das Pfadtrennzeichen unter Windows der Backslash (\) ist, hat der Slash ansonsten keine besondere Bedeutung.

gp  dir (directory) listet den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses auf. Die Option /p zeigt den Inhalt seitenweise an, /w lässt die ausführlichen Informationen weg und verwendet dafür mehrere Spalten für Dateien. Die Option /s zeigt zusätzlich die Inhalte aller verschachtelten Unterverzeichnisse an. Sie können ein Dateimuster angeben, damit nur bestimmte Dateien angezeigt werden.
gp  cd wechselt das Verzeichnis. Der Befehl funktioniert im Grunde genau wie seine UNIX-Version. Beachten Sie lediglich das bereits erwähnte unterschiedliche Pfadtrennzeichen.
gp  mkdir oder md legt ein neues Verzeichnis an.
gp  del löscht die angegebene Datei beziehungsweise alle Dateien, die dem angegebenen Muster entsprechen. Die Option /s löscht zusätzlich alle Unterverzeichnisse des aktuellen Verzeichnisses.
gp  rmdir oder rd löscht das angegebene Verzeichnis. Standardmäßig muss das Verzeichnis leer sein, es sei denn, Sie verwenden die Option /s.
gp  copy kopiert Dateien. Die genaue Syntax ist copy Quelle Ziel. Die Quelle ist ein beliebiges Dateimuster, das Ziel ist bei einer einzelnen Datei ein nicht existierender Dateiname, bei mehreren Dateien ein Ordnername.
gp  move verschiebt Dateien. Die Quelle ist ein beliebiges Dateimuster, das Ziel muss dagegen ein Verzeichnis sein.
gp  rename benennt Dateien um. Die Syntax lautet rename AlterName NeuerName. Der angegebene Name darf kein Muster sein, sondern muss eine einzelne Datei sein.
gp  attrib ändert die bereits weiter oben besprochenen Windows-Dateiattribute Sie können einem Attribut eines der Zeichen + oder – voranstellen, um es ein- beziehungsweise auszuschalten; die einzelnen Attribute sind R für »Readonly« (schreibgeschützt), S für eine Systemdatei, H für »Hidden« (versteckt) und A für Archiv (nicht geändert). Die Option /s verarbeitet auch Unterverzeichnisse.
gp  Bis auf das Attribut »Systemdatei« können alle auch in der grafischen Oberfläche geändert werden: Klicken Sie dazu die gewünschte Datei mit der rechten Maustaste an und wählen Sie die Option Eigenschaften. In diesem Dialog erhalten Sie eine Reihe von Informationen über die Datei und können ihre Attribute durch einfaches Ankreuzen oder Deaktivieren ändern.
gp  type zeigt den Inhalt einer Textdatei an. Das Argument ist ein Dateiname.

Einige weitere Konsolenbefehle beschäftigen sich mit der Netzwerkkonfiguration und -anwendung. Diese Befehle werden in Kapitel 14, Netzwerkanwendung, angesprochen.

Batch-Dateien

Ähnlich wie bei einem UNIX-Shell-Skript können Sie eine Abfolge von DOS-Befehlen in eine Datei schreiben, um diese Befehle nacheinander auszuführen. Eine solche Datei benötigt die Dateiendung .bat und wird als Batch-Datei (Stapelverarbeitungsdatei) bezeichnet. Sie wird einfach durch Eingabe ihres Namens gestartet, wobei Sie die Endung weglassen können.


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4.6.4 Windows-Konfiguration  toptop

Das Betriebssystem Windows verfügt über verschiedene Dialoge zur Systemkonfiguration. Die wichtigsten von ihnen befinden sich in der Systemsteuerung. Einige Einstellmöglichkeiten werden hier kurz besprochen, andere lernen Sie in Kapitel 14, Netzwerkanwendung, kennen.

Wählen Sie zunächst Start • Systemsteuerung, um die im Folgenden genannten Konfigurationsprogramme zu finden. Unter Windows kann die Systemsteuerung in zwei verschiedenen Ansichten angezeigt werden. Voreingestellt ist die Kategorienansicht, die Anfängern die Orientierung erleichtert. Leistungsfähiger ist dagegen die klassische Ansicht, die für jeden verfügbaren Konfigurationsdialog ein eigenes Icon anzeigt. Die einzelnen Punkte in dieser Übersicht beziehen sich auf die klassische Ansicht.

gp  Anzeige steuert das Erscheinungsbild der grafischen Oberfläche. Auf der Registerkarte Designs können Sie zwischen dem Luna-Layout und der klassischen Windows-Ansicht wechseln. Weitere Designs können aus dem Internet heruntergeladen und alternativ installiert werden.
    Unter Desktop können Sie ein Hintergrundbild auswählen. Es folgen die Konfigurationsdialoge für den Bildschirmschoner und die Darstellung, die das Ändern von Farben und Effekten ermöglicht. Unter Einstellungen können Sie zuletzt den Bildschirm und die Grafikkarte konfigurieren.
       
    Dieser Dialog lässt sich schneller aufrufen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine freie Stelle auf dem Desktop klicken und Eigenschaften auswählen.
       
gp  Hardware ermöglicht die Installation von Treibern für neu angeschlossene Geräte beziehungsweise das Aktualisieren von Treibern, die Probleme bereiten. Da Windows XP mit der Plug & Play-Funktion ausgestattet ist, wird neue Hardware aber in der Regel automatisch beim Start erkannt und Sie werden gebeten, eine Treiber-CD einzulegen.
gp  Software bietet Ihnen drei verschiedene wichtige Optionen. Unter Programme ändern oder entfernen können Sie jedes installierte und registrierte Anwendungsprogramm deinstallieren oder seine Installationsoptionen ändern. Die Funktion verlässt sich dabei auf die Deinstallationsprogramme, die zusammen mit den Anwendungen installiert wurden.
    Neue Programme hinzufügen ist die bevorzugte Art der Softwareinstallation. Nachdem Sie diesen Punkt aufgerufen haben, müssen Sie den gewünschten Installationsdatenträger auswählen. In der Regel wird das darauf befindliche Installationsprogramm automatisch gefunden. Die Option Windows-Update stellt eine Internetverbindung her und sucht nach aktualisierten Systemkomponenten oder Sicherheits-Updates.
       
    Windows-Komponenten hinzufügen/entfernen listet schließlich sämtliche installierten Windows-Bestandteile auf und ermöglicht die Installation weiterer Komponenten von der Windows-CD.
       
gp  Benutzerkonten ermöglicht die Einrichtung und Verwaltung mehrerer Benutzer. Es gibt zwei verschiedene Arten von Benutzern. Computeradministratoren sind mit dem UNIX-Benutzer root vergleichbar. Sie sind berechtigt, Verwaltungsaufgaben wie die hier beschriebenen zu übernehmen. Eingeschränkte Benutzer haben dieses Recht nicht, sie dürfen nur normale Anwendungsprogramme und Systemfunktionen benutzen.
gp  System stellt auf verschiedenen Registerkarten die wichtigsten technischen Betriebssystemeinstellungen zur Verfügung. Schneller wird dieser Dialog durch einen Rechtsklick auf den Arbeitsplatz und die Auswahl von Eigenschaften aufgerufen. Im Einzelnen können Sie hier die folgenden Optionen einstellen:
Die Systemwiederherstellung ermöglicht die Überwachung verschiedener Laufwerke und Ordner, um unberechtigte Änderungen rückgängig machen zu können. Wichtig ist dies zum Beispiel für den Systemordner (häufig C:\Windows). Diese Option bietet nicht etwa Schutz vor Viren, sondern lediglich vor Programmen, die bei der Installation versehentlich bestimmte Systemkomponenten durch ältere Versionen ersetzen. Automatische Updates ist der Dialog zur Konfiguration der automatischen Aktualisierung von Windows. Sie können Updates vollautomatisch installieren lassen, Windows zum Nachfragen auffordern oder auf manuelle Updates umschalten. Allgemein liefert Informationen über den Computer und die installierte Betriebssystemversion. Computername zeigt die Bezeichnung des Computers an. In einem Netzwerk benötigt jeder Rechner einen eindeutigen Namen – siehe Kapitel 14, Netzwerkanwendung. Hardware bietet Zugriff auf verschiedene Aspekte der Hardware-Konfiguration. Der Hardware-Assistent entspricht dem Symbol »Hardware« in der Systemsteuerung (siehe oben). Der Geräte-Manager zeigt eine Übersicht über alle bereits installierten Hardwarekomponenten. Hardwareprofile ermöglichen die Einrichtung verschiedener Konfigurationen, in denen jeweils unterschiedliche Geräte aktiviert beziehungsweise deaktiviert sind. Erweitert erlaubt die Einstellung verschiedener spezieller Optionen: Unter Systemleistung können je nach Leistungsfähigkeit des Rechners verschiedene visuelle Effekte ein- und ausgeschaltet werden, im Übrigen können Sie bestimmen, ob die Ressourcen eher der Anwendung im Vordergrund zur Verfügung gestellt werden sollen oder eher den Hintergrundprogrammen – Letzteres ist typisch für Serverrechner. Starten und Wiederherstellen ermöglicht die Konfiguration des XP-Boot-Managers; die Umgebungsvariablen wurden bereits weiter oben angesprochen. Remote schaltet die Remote-Unterstützung ein: Ein berechtigter Benutzer kann über ein Netzwerk auf Ihrem Rechner arbeiten, als säße er davor.

Ein vollkommen anderer Dialog mit zahlreichen Unteroptionen wird geöffnet, wenn Sie das Icon Verwaltung doppelklicken. Die meisten dort angebotenen Programme werden von einer Anwendung namens Microsoft Management Console (MMC) bereitgestellt, sodass sie relativ einheitlich zu bedienen sind.

Beispielsweise stellt die Computerverwaltung die wichtigsten Konfigurationseinstellungen in einer bequemen hierarchischen Baumansicht zur Verfügung. In diesem Menü gibt es unter anderem die folgenden Einstellungen:

gp  Die Ereignisanzeige verwaltet Erfolgs-, Warn- und Fehlermeldungen aus den verschiedensten Ereignisquellen in den drei Kategorien Anwendung (den Anwendungsprogrammen), Sicherheit (Überwachung von Anmeldungen und Netzwerkzugriffen) sowie System (Meldungen des Betriebssystems selbst).
gp  Die Datenträgerverwaltung ermöglicht die Partitionierung und Verwaltung der verschiedenen Festplatten.
gp  Dienste zeigt eine Liste aller Prozesse, die permanente Hintergrundfunktionen bereitstellen, beispielsweise Netzwerk-Clients und -Server, das Ereignisprotokoll oder installierte Virenwächter.

Die Registry

In alten Windows-Versionen besaß jede Systemkomponente und jedes Programm seine eigenen Konfigurationsdateien, meist im Textformat, die über die ganze Festplatte verstreut und oft inkompatibel zueinander waren. Aus diesem Grund wurde in Windows 95 ein völlig neues Modell der Konfigurationsdatenverwaltung eingeführt: die Registrierdatenbank oder Registry. Das Betriebssystem selbst nutzt diese Datenbank konsequent. Darüber hinaus steht allen Anwendungsentwicklern die Option zur Verfügung, die Einstellungen ihrer Programme hier abzulegen – die meisten gängigen Anwendungen nutzen diesen Service.

Die Registry ist eine verschachtelte Datenbank in Baumform. Da es normalerweise nicht vorgesehen ist, dass Endanwender die Inhalte der Registry manuell ändern, sind die dafür erforderlichen Programme nirgendwo im Startmenü eingebunden. Wählen Sie Start • Ausführen und geben Sie dort regedit ein, um den Registrierungseditor zu starten.

Im linken Bereich des Fensters finden Sie die hierarchische Struktur der Registrierungsschlüssel, die sich aufklappen lässt wie die Ordner im Explorer. Manche Schlüssel besitzen nur Unterschlüssel, andere enthalten mehrere Name/Wert-Paare, die im rechten Bereich des Fensters angezeigt werden. Wenn Sie dort auf einen Namen doppelklicken, können Sie den entsprechenden Wert ändern. Allerdings sollten Sie genau wissen, was Sie tun – das Ändern der Registry kann das System beschädigen.

Falls Sie Änderungen vorgenommen haben, die dazu führen, dass Windows gar nicht mehr startet, müssen Sie nach dem Neustart die Taste (F8) drücken und die Letzte als funktionierend bekannte Konfiguration auswählen.

Die Registry besteht aus den folgenden Schlüsselkategorien:

gp  HKEY_CLASSES_ROOT enthält für jeden bekannten Dateityp einen Schlüssel. Hier wird unter anderem vermerkt, mit welchem Programm der jeweilige Typ geöffnet werden soll oder welches Icon angezeigt wird. In der Regel lassen sich diese Einstellungen einfacher vornehmen, indem Sie mit der rechten Maustaste auf eine Datei klicken und Öffnen mit wählen. Weitere derartige Einstellungen können Sie auf der Registerkarte Dateitypen vornehmen, wenn Sie in einem Ordner Extras • Ordneroptionen wählen.
gp  HKEY_CURRENT_USER enthält alle wichtigen Einstellungen, die den zurzeit angemeldeten Benutzer betreffen. Beispielsweise enthält der Schlüssel Software die individuellen Einstellungen dieses Benutzers für alle Anwendungsprogramme.
gp  HKEY_LOCAL_MACHINE enthält die gesamte Konfiguration des Rechners, die wichtigsten Schlüssel sind Hardware (Treiberkonfiguration), Software (allgemeine Einstellungen für Anwendungsprogramme) und System (Betriebssystemkonfiguration).
gp  HKEY_USERS enthält die Einstellungen für alle existierenden Benutzer, die Daten des zurzeit angemeldeten werden jeweils nach HKEY_CURRENT_USER gespiegelt.
gp  HKEY_CURRENT_CONFIG enthält Kopien verschiedener Einstellungen, die das System aktuell benötigt.





  

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