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Galileo Computing - Professionelle Buecher. Auch fuer Einsteiger.
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Kompendium der Informationstechnik
 von Sascha Kersken
EDV-Grundlagen, Programmierung, Mediengestaltung
Buch: Kompendium der Informationstechnik
gp Kapitel 4 Betriebssysteme
  gp 4.1 Entwicklung der Betriebssysteme
    gp 4.1.1 Die Geschichte von UNIX
    gp 4.1.2 PC-Betriebssysteme
  gp 4.2 Aufgaben und Konzepte
    gp 4.2.1 Allgemeiner Aufbau von Betriebssystemen
    gp 4.2.2 Prozessverwaltung
    gp 4.2.3 Speicherverwaltung
    gp 4.2.4 Dateisysteme
  gp 4.3 Linux
    gp 4.3.1 Arbeiten mit der Shell
    gp 4.3.2 Wichtige Systembefehle
    gp 4.3.3 Editoren
    gp 4.3.4 Grafische Benutzeroberflächen
    gp 4.3.5 Linux-Installation und -Konfiguration
  gp 4.4 Mac  OS X
    gp 4.4.1 Mit Aqua arbeiten
    gp 4.4.2 Systemkonfiguration
  gp 4.5 Mac  OS 9
    gp 4.5.1 Die Oberfläche von Mac  OS 9
    gp 4.5.2 Systemkonfiguration
  gp 4.6 Windows
    gp 4.6.1 Die verschiedenen Windows-Versionen
    gp 4.6.2 Die Windows-Benutzeroberfläche
    gp 4.6.3 Die Windows-Konsole
    gp 4.6.4 Windows-Konfiguration
  gp 4.7 Zusammenfassung

gp

Prüfungsfragen zu diesem Kapitel (extern)


Galileo Computing

4.4 Mac  OS X  downtop

Mac  OS X ist das aktuelle Betriebssystem für Apple-Macintosh-Computer. Im Grunde ist die Bezeichnung »Mac  OS« leicht irreführend, da es mit dem klassischen Mac-Betriebssystem, das im nächsten Abschnitt kurz behandelt wird, nicht allzu viel zu tun hat. In diesem Abschnitt wird Mac  OS X in der Version 10.2 (Codename »Jaguar«) vorgestellt.

Mac  OS X- Geschichte

Das ursprüngliche Mac  OS war schon seit langer Zeit erneuerungsbedürftig, weil es mit dem technischen Fortschritt der zugrunde liegenden Hardware nicht mithalten konnte. Fähigkeiten wie präemptives Multitasking oder Speicherschutz waren nicht vorhanden und ließen sich aufgrund der altmodischen Architektur des Systems auch nicht nachrüsten.

Aus dieser Motivation heraus wurde Mac  OS X als vollkommen neuer Ansatz eingeführt. Die Entwicklungsgrundlage war das Betriebssystem NextStep, das Anfang der 90er-Jahre von der Firma NeXT entwickelt wurde. Es handelte sich um ein Mikrokernel-basiertes UNIX-System mit fortschrittlicher grafischer Oberfläche. Auf einer NextBox, der zugehörigen Workstation, wurde übrigens das World Wide Web entwickelt. NeXT wurde in den 90er-Jahren von Apple aufgekauft. Einige Zeit später kündigte Apple sein neues NextStep-basiertes Betriebssystem unter dem Codenamen Rhapsody an. Im Jahr 2001 erschien es schließlich unter dem Namen »Mac  OS X« – das X steht sowohl für die Versionsnummer 10 als auch für die UNIX-Kompatibilität.

Das System besitzt eine recht interessante, komplexe Architektur. Tabelle 4.3 zeigt eine Übersicht des Aufbaus.


Tabelle 4.3   Die Architektur von Mac  OS X

Benutzeroberfläche Aqua
Cocoa Carbon Classic Java
Quartz OpenGL QuickTime
Darwin
mach-Mikrokernel

Die Systemarchitektur

Den innersten Bestandteil bildet der mach-Mikrokernel, der bereits die Grundlage von NextStep war, inzwischen aber erheblich weiterentwickelt wurde – Mac  OS X verwendet die Version 3.0. Wie bereits oben besprochen, stellen Mikrokernels nicht viel mehr als eine effiziente Prozessverwaltung zur Verfügung, alle anderen Aufgaben werden an Prozesse im Benutzermodus delegiert. Die nächste Ebene bildet ein BSD-basiertes UNIX-System namens Darwin. Dieses System selbst ist unter der GPL freigegeben und läuft auch auf anderen Plattformen als dem PowerPC, beispielsweise auf Intel-PCs.

Auf Darwin setzen verschiedene Bibliotheken auf, die für die Präsentation der verschiedenen visuellen und multimedialen Inhalte sorgen:

gp  Quartz ist die neuartige Bibliothek zur Darstellung von Grafiken und hochwertiger, geglätteter Schrift. Die Präsentation dieser Komponenten basiert auf dem PDF-Format von Adobe, das einen einheitlichen Standard für die Verbreitung von Dokumenten mit hoher Darstellungsqualität sowohl für den Bildschirm als auch für den Druck bildet.
gp  OpenGL kommt für die Darstellung von 3-D-Grafik zum Einsatz, wie sie in vielen Anwendungen und Spielen eingesetzt wird. Diese Bibliothek ist plattformübergreifend verfügbar und wird beispielsweise auch unter Windows verwendet.
gp  QuickTime ist Apples eigene Multimedia-Technologie. Es wird in Mac  OS X zur Darstellung von Bilddateien, Videos, Sounds und Streaming-Inhalten aus dem Internet eingesetzt.

Diese verschiedenen Präsentationsbibliotheken werden von mehreren Programmierschnittstellen genutzt, die die Entwicklung von Anwendungsprogrammen für Mac  OS X ermöglichen. Das Betriebssystem unterstützt die folgenden Application Programming Interfaces (APIs):

gp  Cocoa ist die Schnittstelle für reine Mac  OS-X-Anwendungen. Die API wird von Entwicklungswerkzeugen für die Programmiersprachen Objective-C und Java unterstützt.
gp  Carbon ist eine gemeinsame Bibliothek für Anwendungsprogramme, die unter Mac  OS 9 und Mac  OS X laufen. Bis das neue Betriebssystem überall verbreitet ist, werden wichtige Anwendungen bevorzugt mit Carbon entwickelt.
gp  Classic ist eine spezielle Umgebung für klassische Mac-Anwendungen, die nicht zu Mac  OS X kompatibel sind. Mac  OS 9 wird dabei in der Umgebung einer virtuellen Maschine gestartet, und die Anwendung wird unter diesem System ausgeführt. Das prominenteste Beispiel, das Classic verwendet, ist die Layoutsoftware QuarkXPress 5.0.
    Wenn Sie Mac  OS X auf einem Mac installieren, auf dem sich bereits Mac  OS 9 befindet, funktioniert Classic nur dann richtig, wenn mindestens die Version 9.2 installiert war.
       
gp  Java ist eine plattformunabhängige Programmiersprache von Sun Microsystems. Zahlreiche Server-, Datenbank- oder auch Multimedia-Anwendungen werden in dieser Sprache geschrieben. Mac  OS X enthält eingebaute Unterstützung für die Ausführung von Java-Anwendungen in Form einer virtuellen Maschine.

Über all diesen Systembestandteilen befindet sich schließlich die neu gestaltete grafische Oberfläche Aqua, die durch ihre abgerundeten und halbtransparenten Bedienelemente auffällt.

Auf die UNIX-Komponenten von Mac  OS X wird hier nicht weiter eingegangen, da die Funktionsweise eines modernen UNIX-Systems bereits im vorigen Abschnitt am Beispiel von Linux beschrieben wurde. Wenn Sie das Programm Terminal im Ordner Applications starten, steht Ihnen eine voll ausgestattete UNIX-Shell zur Verfügung (standardmäßig die tcsh).

Die einzigen beiden Befehle aus dem Linux-Abschnitt, die Sie an dieser Stelle nicht verwenden können, sind useradd und groupadd, da Mac  OS X die Benutzerverwaltung ausschließlich grafisch über die Systemeinstellungen vornimmt. Im Übrigen ist die Verwendung von mount und umount unnötig: Wenn Sie einen Wechseldatenträger einlegen, erscheint sein Icon automatisch auf dem Desktop. Um ihn sicher auszuwerfen, genügt es, dieses Icon nach dem Schließen auf den Papierkorb zu ziehen, die Tastenkombination (Apfel) + (E) zu betätigen oder bei neueren Macs den Auswurfknopf ganz rechts oben auf der Tastatur zu betätigen.


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4.4.1 Mit Aqua arbeiten  downtop

In diesem Unterabschnitt werden die wichtigsten Bedienelemente und Konfigurationsmöglichkeiten der Benutzeroberfläche Aqua vorgestellt. Auf dem Bildschirm finden Sie die folgenden Bedienelemente:

gp  Ganz oben befindet sich die Menüleiste. Diese Besonderheit wurde aus alten Mac  OS-Versionen übernommen: In den grafischen Oberflächen der meisten anderen Betriebssysteme besitzt jedes Anwendungsfenster seine eigene Menüleiste; unter Mac  OS wird dagegen nur eine Menüleiste angezeigt, deren Inhalt je nach aktivem Fenster wechselt.
    Ganz links in der Menüleiste finden Sie das Apple-Menü, das einige wichtige Systembefehle wie Abmelden, Herunterfahren oder Neustart anbietet. Daneben liegt das Programm-Menü, das jeweils den Namen der aktiven Anwendung trägt. Es bietet grundlegende Funktionen zur Steuerung des jeweils aktiven Programms wie Beenden oder Aufrufen des Voreinstellungen-Dialogs.
       
gp  Auf dem Desktop selbst befinden sich eine Reihe diverser Icons, die etwa die vorhandenen Datenträger, den Papierkorb zum Löschen von Dateien oder die verschiedenen Drucker anzeigen.
gp  Am unteren Bildschirmrand befindet sich das Dock. Es enthält Icons für alle zurzeit laufenden Programme sowie für diejenigen, die Sie dauerhaft dort ablegen. Ganz links befindet sich stets der Finder, der Datei-Manager des Systems; ganz rechts ist stets der Papierkorb zu finden.

Aqua-Fenster besitzen die folgenden Bedienelemente:

gp  Der rote Button links oben dient dem Schließen des Fensters. Programme werden dadurch übrigens nicht beendet.
gp  Der gelbe Button verkleinert das Fenster und stellt seine Miniatur im rechten Abschnitt des Docks dar. Durch einen Klick auf diese Miniatur können Sie das Fenster wiederherstellen.
    Eine Alternative ist die Option Ausblenden im Anwendungsmenü oder die Tastenkombination (Apfel) + (H).
       
gp  Die gesamte Leiste oben, die den Namen der Anwendung oder den Pfad des angezeigten Dokuments oder Ordners anzeigt, wird Titelleiste genannt. Durch Ziehen an dieser Leiste können Sie das Fenster selbst verschieben.
gp  Der grüne Button wechselt zwischen der eingestellten benutzerdefinierten und der vordefinierten Größe hin und her.
gp  Rechts unten befindet sich ein Feld, an dem Sie ziehen können, um die Größe des Fensters zu ändern.

Die Menüleiste

Mit Hilfe der Menüleiste werden die meisten Befehle in Anwendungsprogrammen ausgewählt. Wenn gerade kein Anwendungsprogramm aktiv ist, wird das Menü des Finders angezeigt.

Ganz links im Apple-Menü sind die folgenden Einträge besonders wichtig:

gp  Systemeinstellungen öffnet einen umfangreichen Dialog, in dem die verschiedensten Aspekte des Betriebssystems konfiguriert werden können (siehe unten). Diese Funktion lässt sich auch über das Dock erreichen.
gp  Benutzte Objekte bietet schnellen Zugriff auf die Programme und Dokumente, mit denen Sie zuletzt gearbeitet haben.
gp  Sofort beenden ist eine bequeme kill-Variante für alle GUI-Anwendungen. Wenn ein Programm abgestürzt ist oder sonstige Probleme bereitet, können Sie mit diesem Dialog erzwingen, dass es beendet wird.
gp  Neustart startet das Betriebssystem neu – Sie können alternativ den Befehl shutdown (siehe Linux-Abschnitt) im Terminal verwenden.
gp  Ausschalten fährt den Rechner herunter und schaltet ihn aus. Auch dieser Befehl kann durch shutdown ersetzt werden.
gp  Abmelden schließt alle Programme und meldet den aktuellen Benutzer ab. Im Anmeldedialog kann sich daraufhin ein anderer anmelden.

Der nächste Menüpunkt ist das Anwendungsmenü. Der Name wechselt je nach aktiver Anwendung, heißt also beispielsweise Finder oder Internet Explorer. Die Befehle, die dort zur Auswahl stehen, sind allerdings immer ungefähr dieselben. Sie können den Voreinstellungsdialog des aktiven Programms aufrufen, wenn es einen zur Verfügung stellt – dies beseitigt ein Ärgernis, das in alten Mac  OS-Versionen bestand und zum Beispiel unter Windows noch heute existiert: Je nach Programm befinden sich die Voreinstellungen in unterschiedlichen Menüpunkten, beispielsweise Datei, Bearbeiten oder Ansicht. Außerdem können Sie das Programm an dieser Stelle ausblenden oder beenden.

Anschließend folgen die diversen anwendungsspezifischen Menüpunkte, die an dieser Stelle natürlich nicht behandelt werden. Weiter hinten in diesem Buch werden allerdings eine Reihe verschiedener Anwendungsprogramme besprochen, von denen viele auch für Mac  OS verfügbar sind.

Rechts neben dem eigentlichen Menü, nach der Hilfe, die für verschiedene Programme unterschiedlich ausführlich ist und in verschiedenen Formaten angeboten wird, befindet sich das Sprachmenü. Hier können Sie schnell zwischen verschiedenen internationalen Tastaturbelegungen und Zeichensätzen wechseln, die Sie zuvor in den Systemeinstellungen konfiguriert haben.

Ganz rechts in der Leiste befinden sich schließlich einige kleine Programme für den schnellen Zugriff auf bestimmte Funktionen, die so genannten Menulets (Menu Applets). Beispielsweise können Sie dort die Uhrzeit ablesen oder den Status Ihrer Wählverbindung ins Internet ermitteln.

Das Dock

Im linken Bereich des Docks finden Sie für jedes Programm, das in der Aqua-Oberfläche geöffnet ist oder das Sie dort permanent abgelegt haben, ein Icon. Im rechten Bereich, hinter der Trennlinie, befindet sich dagegen eine Reihe von Miniaturen der Fenster, die Sie verkleinert haben. Ganz links außen befindet sich der Finder, der Datei-Manager von Mac  OS X, ganz rechts finden Sie den Papierkorb.

Dock-Menü

Durch längeres Gedrückthalten der Maustaste auf einem Icon können Sie das Dock-Menü des jeweiligen Programms aktivieren. Hier befinden sich Befehle zum Ein- und Ausblenden oder zum Beenden des Programms, außerdem können Sie hier bestimmen, dass ein Programm auch nach dem Beenden permanent im Dock gehalten werden soll. Im Fall des Papierkorbs dient der wichtigste Eintrag dem Leeren, das heißt dem dauerhaften Löschen der darin befindlichen Inhalte.

Sobald Sie ein Programm starten, erscheint sein Icon im Dock und zeigt durch regelmäßiges Hüpfen an, dass das Programm gerade geladen wird. Wenn es fertig geladen ist, erscheint ein kleiner Pfeil darunter. Wenn während der Ausführung eines Programms, das sich gerade nicht im Vordergrund befindet, Probleme auftreten, hüpft es dagegen arhythmisch, um darauf aufmerksam zu machen.

Sie können jedes beliebige Programm- oder Dokument-Icon in das Dock ziehen, um eine dauerhafte Verknüpfung einzurichten. Wenn Sie ein Dock-Icon dagegen nach oben wegziehen, wird es dauerhaft aus dem Dock entfernt.

Der Finder

Wenn Sie das Finder-Icon im Dock anklicken oder eines der Laufwerk- oder Ordnersymbole auf dem Desktop doppelklicken, wird ein Finder-Fenster geöffnet. Es handelt sich dabei um den Datei-Manager von Mac  OS X. Gegenüber dem Finder der alten Mac  OS-Versionen wurde er erheblich verbessert.

In der Symbolleiste des Finders befindet sich ganz links die Schaltfläche Zurück, mit deren Hilfe Sie in den jeweils zuvor angezeigten Ordner wechseln können. Die nächsten drei Schaltflächen dienen dem Wechsel zwischen den drei möglichen Ansichten:

gp  Die Symbolansicht zeigt für jeden Unterordner und jede Datei im aktuellen Ordner ein eigenes, großes Icon an. Die Symbole können Sie frei anordnen oder über die Befehle im Menü Darstellung sortieren.
gp  Die Listenansicht zeigt Unterverzeichnisse und Dateien des aktuellen Ordners untereinander in einer Liste mit zusätzlichen Informationen an (beispielsweise Dateityp, Größe oder Datum und Uhrzeit der letzten Änderung). Neben jedem Ordner befindet sich ein kleines Dreieck, das Sie durch Anklicken auf- und zuklappen können, um dessen Inhalte verschachtelt ein- oder auszublenden.
gp  Die Spaltenansicht zeigt die Hierarchie ineinander verschachtelter Ordner spaltenweise an. Wenn Sie in einer Spalte einen bestimmten Ordner anklicken, werden in der rechts daneben liegenden dessen Inhalte eingeblendet.

Die einzelnen Icons können Sie durch Ziehen mit der Maus (Drag and Drop) in andere Ordner verschieben – wenn Sie gleichzeitig (ALT) gedrückt halten, werden sie sogar kopiert. Wenn Sie ein Symbol anklicken, um es zu markieren, können Sie mit gedrückter (Apfel)-Taste weitere aus- und wieder abwählen, während die (Shift)-Taste die Auswahl eines Blocks aller Icons vom zuerst bis zum zuletzt angeklickten ermöglicht.

Kontextmenü

Da der Mac nur über eine Maustaste verfügt, wird das Kontextmenü – ein Menü mit den wichtigsten Optionen für das aktuell angeklickte Element – geöffnet, indem Sie ein Objekt mit gedrückter (CTRL)-Taste anklicken.

Mit (Apfel) + (N) können Sie ein neues Finder-Fenster öffnen, was die gleichzeitige Ansicht verschiedener Ordner ermöglicht. Dies ist ein wenig ärgerlich für die Anwender alter Mac  OS-Versionen, denn mit dieser Tastenkombination wurde früher ein neuer Ordner angelegt. Dies geschieht in Mac  OS X mit dem neuen Tastenkürzel (Apfel) + (Shift) + (N).

Aliase anlegen

Mit Hilfe der Tastenkombination (Apfel) + (L) können Sie ein Alias des angeklickten Elements (Datei oder Ordner) erzeugen. Es handelt sich dabei um die grafische Form eines SymLinks. Der Vorteil besteht darin, dass Sie es beliebig in andere Ordner verschieben oder umbenennen können – es zeigt weiter auf die ursprüngliche Originaldatei. Umbenannt werden Dateien übrigens, indem Sie mit der Maus auf ihren Namen klicken.


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4.4.2 Systemkonfiguration  toptop

Fast alle Einstellungen für das Betriebssystem werden im Dialog Systemeinstellungen vorgenommen. Diesen erreichen Sie entweder über das Apple-Menü oder über das entsprechende Icon im Dock. Der Dialog ist mit einer Reihe von Symbolen für die einzelnen einstellbaren Kategorien ausgestattet. Wenn Sie eines dieser Symbole anklicken, öffnet sich ein spezieller Unterdialog, wobei die in der obersten Zeile stehenden wichtigsten Einstellungen immer stehen bleiben.

Hier werden nur einige der wichtigsten Einstellmöglichkeiten kurz erläutert:

gp  Startvolume dient der Auswahl des Betriebssystems, das nach dem nächsten Neustart des Computers gebootet werden soll. Sie können beispielsweise eine System-CD-ROM für ein Update oder eine Reparatur einlegen und hier festlegen, dass der Start von diesem Datenträger erfolgen soll. Außerdem können Sie bei älteren Macs, auf denen Mac  OS X nachträglich als »Zweitsystem« installiert wurde, den alten Mac  OS-9-Systemordner auswählen.
    Wenn Sie sich an dieser Stelle einmal für den Start von Mac  OS 9 entschieden haben, wird dieses System bei jedem Neustart automatisch gebootet. Um danach wieder Mac  OS X zu starten, müssen Sie nach dem Einschalten (ALT) + (X) gedrückt halten.
       
gp  Allgemein enthält die wichtigsten Einstellungen für das Verhalten der Aqua-Oberfläche, beispielsweise für das Verhalten von Cursor, Menüs und Rollbalken.
gp  Landeseinstellungen dienen der Anpassung von Tastaturlayout, Zahlenformaten, Datum und Uhrzeit sowie Zeichensätzen an die Gegebenheiten verschiedener Länder. Neben Ländern, die unterschiedliche Formen der lateinischen Schrift verwenden, unterstützt Mac  OS auch völlig andere Systeme wie Chinesisch oder Japanisch.
gp  Monitore ermöglicht die Einstellung der Bildschirmauflösung und der Farbtiefe. Genau wie ältere Mac  OS-Versionen bietet auch Mac  OS X die Möglichkeit, mehrere Monitore zu verwenden. Da das System die Anordnung der Monitore auf Ihrem Schreibtisch nicht kennen kann, müssen Sie hier außerdem einstellen, wie die Anzeige auf die diversen Bildschirme verteilt werden soll.
gp  Benutzer ist der grafische Ersatz für UNIX-Konsolenbefehle wie useradd. In diesem Dialog lassen sich auf einfache Art und Weise zusätzliche Benutzer und Gruppen anlegen.
    Für die Verwendung dieses Dialogs benötigen Sie Administratorrechte und müssen deshalb das entsprechende Kennwort eingeben. Der Administrator ist der Benutzer, der das System installiert hat. Anders als root darf er nicht alle UNIX-Befehle ausführen.
       
    Der Benutzer root ist übrigens aus Sicherheitsgründen zunächst deaktiviert. Die meisten wichtigen Aufgaben kann ohnehin der Administrator erledigen. Wenn Sie für spezielle Verwaltungsaufgaben im Darwin-Bereich das erste Mal root-Rechte benötigen, müssen Sie folgendermaßen vorgehen: Starten Sie das Programm NetInfo Manager im Verzeichnis Utilities. Nach Eingabe des Administrator-Kennworts können Sie hier die Option »Root«-Benutzer aktivieren wählen.
       

Einige weitere Punkte in den Systemeinstellungen beziehen sich auf die Netzwerk- und Interneteinstellungen des Systems. Sie werden in Kapitel 14, Netzwerkanwendung, beschrieben.

Besonderheiten der Mac-Dateisysteme

Da Mac  OS X ein UNIX-System ist, gelten die meisten Aussagen, die weiter oben unter dem Punkt Das virtuelle UNIX-Dateisystem besprochen wurden. Wegen der zusätzlichen Fähigkeiten des Systems unterscheidet sich die Verzeichnishierarchie allerdings ein wenig von traditionellen UNIX-Systemen. Außerdem setzt der Verzeichnisbaum auf das ursprüngliche Mac  OS-Dateisystem HFS (Hierarchical File System) auf, was einige weitere Besonderheiten mit sich bringt. Genauer gesagt verwendet Mac  OS X die aktualisierte Version HFS+, die mit Mac  OS 8 eingeführt wurde. Anders als die alte HFS-Version ist es ein 32-Bit-Dateisystem, das vor allem größere Festplatten unterstützt und den vorhandenen Speicherplatz durch kleinere Zuordnungseinheiten effizienter ausnutzt.

Im Gegensatz zu allen anderen UNIX-Systemen unterscheidet Mac  OS X bei Datei- und Verzeichnisnamen nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Dies gewährleistet die Kompatibilität mit der Classic-Umgebung und einem parallel installierten Mac  OS-9-System. Die maximale Länge von Dateinamen beträgt 256 Zeichen; Doppelpunkt (:) und Slash (/) sind in Dateinamen verboten, weil es sich um das Pfadtrennzeichen des klassischen beziehungsweise des neuen Mac  OS handelt.

HFS-Informationszweige

Der wesentliche Unterschied zwischen HFS und anderen Dateisystemen besteht allerdings darin, dass für jede Datei zwei verschiedene Informationszweige gespeichert werden: Der Datenzweig (Data Fork) enthält den eigentlichen Inhalt der Datei, der Ressourcenzweig (Resource Fork) enthält dagegen die mit der Datei verknüpften Systemressourcen – beispielsweise das Icon, bei Programmdateien auch Menü-Inhalte, GUI-Elemente oder Versionsinformationen.

Wenn Sie eine Datei über das Internet oder ein Netzwerk auf einen Computer mit einem anderen Betriebssystem übertragen, gehen sämtliche Informationen der Resource Fork verloren. Lediglich das spezielle Format Mac-BinHex (Dateiendung .hqx) verpackt diese Inhalte auf eine Art und Weise, die auf anderen Systemen erhalten bleibt. Es kann mit verschiedenen Kompressionsprogrammen wie DropStuff hergestellt werden. Auch viele E-Mail-Clients stellen es automatisch her, weil gerade der Mail-Versand von Dateien sonst nicht funktioniert.

Eine weitere Eigenschaft der Resource Fork betrifft die Art und Weise, wie Dateitypen registriert werden. Für jede Datei werden zwei Werte namens File Type ID und Creator ID gespeichert. Die File Type ID ist ein vier Zeichen langer Code, der den Dateityp angibt – etwa text für eine Textdatei oder tiff für ein Bild im Dateiformat TIFF. Die Creator ID ist ein ebenfalls vier Zeichen langes Kürzel für das Programm, mit dem die Datei erzeugt wurde. Beide Informationen zusammen bestimmen, mit welchem Programm die Datei bei einem Doppelklick geöffnet wird.

Es werden zahlreiche Shareware-Programme angeboten, die das einfache Ändern dieser IDs ermöglichen. Dies ist mitunter nützlich, wenn Sie Dateien auf Dauer mit einem anderen Programm öffnen möchten als dem ursprünglichen. Dateien, die von einem Windows-Rechner stammen, besitzen überhaupt keine File Type- und Creator-IDs. Auch in diesem Fall können derartige Programme helfen, indem sie die ID automatisch anhand der Windows-Dateiendungen zuweisen. Ein Beispiel für solche Software ist der FileTyper (Download unter dazuma.freeshell.org/filetyper).

Solange Sie nur mit einem Mac arbeiten, benötigen Sie keine Dateiendungen. Allerdings werden Dateien heutzutage häufig mit Windows-Benutzern oder über das Internet ausgetauscht. In diesen beiden Umgebungen ist die Dateierweiterung sehr wichtig, sodass Sie sie auch unter Mac  OS stets verwenden sollten.

  

Einstieg in PHP 5

Einstieg in Java

C von A bis Z

Einstieg in C++

Einstieg in Linux

Einstieg in XML

Apache 2




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